In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hebräer 8:11-9:18. Er erklärt, wie der neue Bund eine direkte und persönliche Beziehung zu Gott ermöglicht, im Gegensatz zum alten Bund mit seinen menschlichen Vermittlern und symbolischen Ritualen. Der Fokus liegt auf Jesu himmlischem Dienst als Hohepriester und der reinigenden Kraft seines Blutes, die unser Gewissen wirklich reinigt und Gottes Gesetz in unser Herz schreibt.
Gott auf (m)einer Seite: Hebräer 8:11-9:18
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HebräerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 127.
[0:40] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du dir den neuen Bund ausgedacht hast. Danke, dass du dir überlegt hast, dass wir nicht einfach nur Regeln befolgen müssen, sondern dass du in uns wirken möchtest, dass du dir ausgedacht hast, dass wir durch Glauben Zugang zu deiner Liebe, zu deiner Gnade und zu deiner Kraft bekommen, um durch Glauben erleben zu können, wie du uns vergibst, wie du uns veränderst und wie du in uns gute Werke tust. Herr, schenk uns jeden Tag ein Bewusstsein dafür, wie dringend wir diesen Glauben üben müssen und ihn festhalten müssen. Danke, dass die Lehre vom himmlischen Heiligtum ein Anker ist und uns hilft, dass uns nicht das passiert, was den Israeliten so oft passiert ist, dass sie Erlösung erlebt haben und dann doch abgefallen sind. Danke, dass du dafür vorgesorgt hast, dass wir nicht nur zu dir kommen, sondern auch bei dir bleiben. Herr, das bitten wir, dass du jetzt auch heute durch die Verse, die wir jetzt lesen werden auf der nächsten Seite, zu uns sprichst und dass wir uns bewusst machen, dass du auf unserer Seite stehen möchtest und stehst. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Sei du jetzt unser Lehrer. Amen.
[2:16] Wir sind in Hebräer Kapitel 8. Paulus spricht über die Hauptsache, die er in dem ganzen Hebräerbrief deutlich machen möchte: dass wir einen Hohenpriester haben, Jesus, der in dem himmlischen Heiligtum für uns eintritt und zwar für den neuen Bund, anwendet auf unser Leben, der aufgrund von besseren Verheißungen, nämlich nicht von unseren Versprechungen basiert, sondern auf den Versprechungen Gottes, die dieser mit einem Eid bekräftigt hat. Und diese Versprechungen sind, dass er sein Gesetz nicht einfach nur auf Steintafeln schreibt und wir versuchen es zu halten, sondern sein Gesetz durch seinen Geist in unser Herz geben möchte, sodass wir tatsächlich buchstäblich mit ihm eine enge Verbindung, einen Bund eingehen, dass wir sein Volk sind und er unser Gott ist. Von diesem neuen Bund lesen wir weiter, neben diesem ersten entscheidenden Kriterium, dass das Gesetz Gottes, die Grundlage seiner Regierung und das Transkript seines Charakters, dass das in unser Herz kommt durch den neuen Bund, den Jesus ja im himmlischen Heiligtum für uns sozusagen bewirkt.
[3:32] Wir lesen weiter in Vers 11: „Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn es werden mich alle kennen, vom kleinsten bis zum größten unter ihnen.“ Im Alten Bund, da wollten Israeliten gerade nicht, dass Gott direkt persönlich zu ihnen spricht, als er, als Gott vom Sinai gesprochen hatte. Sie wollten, dass ein menschlicher Vermittler dazwischen geschaltet wird. Sie sagten, dass Gott zu Mose reden soll und Mose sollte ihnen dann all das mitteilen, was sie tun sollten. So wussten sie zwar, was Gott will, aber sie kannten Gott nicht so gut, dass sie gemerkt hätten, dass Gott es in ihnen tun möchte. Und wann immer wir menschliche Vermittler haben zwischen Gott und uns, dann lernen wir zwar noch, was Gott möchte, aber wir verstehen nicht, dass Gott es in uns tun kann, weil ein menschlicher Vermittler dazwischen ist. Dann hören wir vielleicht Predigten, die uns sagen, was Gott alles sich wünscht, und diese Predigten sind sogar wahr, genauso wie die Dinge wahr waren, die Mose gesagt hat. Aber wenn wir keine eigene Beziehung zu Jesus haben, dann kennen wir nur die wahren Worte, die wir einhalten sollen, aber wissen nicht wie. Und deswegen laufen wir so oft am Weg vorbei, vom Weg weg. So ging es den Israeliten, deswegen haben sie Gottes Gebote nicht gehalten, haben den Bund gebrochen, sind in Rebellion ausgebrochen. Aber Gottes Wunsch im neuen Bund ist, dass wir direkt mit Gott verbunden sind, dass wir nicht mehr andere Menschen brauchen, die uns sagen: „Du sollst das tun, du sollst das tun, erkenne den Herrn, mach dies und jenes!“, sondern dass wir Gott kennen. Und zwar egal, ob wir groß oder klein, alt oder jung sind, gebildet oder ganz einfach gestrickt – ganz egal. Jeder kann durch Jesus direkt mit Gott in Verbindung sein, denn Jesus ist der Ausdruck des Wesens Gottes. Er ist nicht ein menschlicher Vermittler, nicht ein irdischer Priester, er ist Gott mit uns. Und indem wir ihn als Freund haben, direkt zu ihm gehen mit Freimut zum Thron der Gnade, wie wir es gelesen haben in Hebräer 4, Vers 14 bis 16, dadurch haben wir direkten Kontakt mit Gott, eine direkte Verbindung mit ihm. Und dadurch können wir die Kraft erleben, die in ist und Gottes Gebot kommt in unser Herz, nicht nur auf Steintafeln, sondern das gleiche unveränderte Gebot kommt in unser Denken und unser Handeln. „Denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.“
[6:27] Was bewirkt, dass wir diese enge Verbindung mit Gott haben? Es kommt allein durch eine Sache: durch die Erlösung von der Sünde durch Jesus allein aus Gnaden, was wir im Glauben annehmen können. Denn es ist die Sünde, die uns trennt, es ist die Sünde, die uns von Gott fernhält. Es war die Sünde im Herzen der Israeliten, die dazu geführt hat, dass sie Gottes Worte nicht hören wollten, deswegen Gottes Kraft nicht erleben konnten. Indem wir Gott erlauben, unsere Sünden wegzunehmen, wird all das Trennende entfernt. Plötzlich wird uns die Nähe Gottes nicht mehr etwas Angsteinflößendes sein, sondern die größte Freude. Und indem wir Gott persönlich kennen, werden wir nicht nur seine Gebote kennen, sondern wissen wir, seine Gebote unser Herz gelangen. Dann werden wir bei Gott bleiben alle Ewigkeit. Und das ist der neue Bund. Und dafür dient Jesus im himmlischen Heiligtum. Und deswegen ist diese Lehre für den Paulus so wichtig, weil er weiß, wenn wir das verstehen und im Glauben erleben, dann haben wir das Geheimnis, mit dem wir wissen können, dass wir bei Gott bleiben werden, wenn wir das tun, weil Gott versprochen hat, dass er durch diesen neuen Bund uns bei sich hält.
[8:07] Indem er sagt: „Einen neuen hat er den ersten Bund für veraltet erklärt.“ Was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden, weil Jesus Diener des neuen Bundes ist. Mit all dem, was wir hier durch Gottes Wort verstehen, ist der alte Bund mit seinen alttestamentlichen Opfervorschriften, mit dem Heiligtumsdienst und all den Dingen, die damit verbunden waren, nicht mehr notwendig. Und Paulus erklärt, warum diese Dinge dann nicht mehr eingehalten werden müssen, weil wir jetzt den besseren Bund haben, der Bund, der bewirkt, dass wir bei Gott bleiben, der ewige Bund, die Verbindung mit Gott, die völlige Vergebung aller Sünden durch das Kreuz von Golgatha, eine direkte Verbindung mit Gott durch den Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum und das Schreiben der Gebote Gottes in unser Herz durch den Heiligen Geist, den er gesandt hat, sodass wir Gottes Willen tun aus Liebe und Dankbarkeit, weil er uns erlöst hat.
[9:12] Es hatte nun zwar auch der erste, also der alte Bund, Gottesdienstliche Ordnungen und ein Heiligtum, das von dieser Welt war, also ein irdisches Heiligtum. Denn es war ein Zelt aufgerichtet, das vordere – gemeint ist also das Heilige. Jetzt zeigt Paulus die Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten. Es gab ja die Stiftshütte mit zwei Teilungen: zunächst das vordere Zelt als das Heilige, in dem sich der Leuchter und der Tisch und die Schaubrote befanden. Dieses wird das Heilige genannt. Hinter dem zweiten Vorhang befand sich das Zelt, welches das Allerheiligste genannt wird. Es gab also zwei Vorhänge: ein Vorhang zum Heiligen, zum sogenannten, wie es Paulus hier nennt, vorderen Zelt, und zum Allerheiligsten, zum zweiten Zelt sozusagen. Das ist wichtig, dass Paulus im Hebräerbrief von zwei Vorhängen spricht. Das heißt, wenn er vorhin – wir haben das damals nicht ausführlich angesprochen – in Kapitel 6, Vers 19, von dem festen Anker der Seele spricht, der hinter den Vorhang reicht, dann meint er nicht den zweiten Vorhang. Dann hätte er das ja sagen können, er kennt einen ersten, einen zweiten Vorhang. Er meint einfach den ersten Vorhang, denn Jesus war zu der Zeit von Paulus nicht in das Allerheiligste gegangen, denn das würde er erst tun, wie wir aus der Prophetie aus Daniel wissen, im Jahre 1844. Er ist in das Heilige gegangen, um dort als Priester zu wirken. Erst im Jahre 1844, nach Daniel 8, Vers 14 und Daniel 7, Vers 9 und 10 und auch Daniel 9, was natürlich die Grundlage dafür bildet, ist Jesus ins Allerheiligste hinter den zweiten Vorhang gegangen. Hinter dem zweiten Vorhang aber befand sich das Zelt, welches das Allerheiligste genannt wird. Zu diesem gehört der goldene Räucheraltar.
[10:48] Interessanterweise gehört der Räucheraltar, der zwar im Heiligen stand, zum Allerheiligsten. Und das hat sich Paulus auch nicht ausgedacht, und da gibt es eine Bibelstelle im salomonischen Tempel, die das ganz deutlich macht. Wenn ihr selbst das mal suchen möchtet, dann könnt ihr danach suchen in den Chroniken und in dem Buch Erste Könige wird ja der Bau des salomonischen Tempels beschrieben. Und vielleicht findet ihr diese Stelle, in der deutlich wird, dass der Räucheraltar eigentlich zum Allerheiligsten gehörte.
[11:28] Und die Bundeslade, überall mit Gold überzogen, und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gesprosst hatte, und die Tafeln des Bundes – oben über ihr aber die, also die Zehn Gebote – oben über ihr aber die Kerubim der Herrlichkeit, die den Sühnedeckel überschatteten, wo wir jetzt nicht im Einzelnen reden werden soll.
[11:46] Da nun dies so eingerichtet ist, betreten zwar die Priester allezeit das vordere Zelt zur Verrichtung des Gottesdienstes. Die Priester gingen also jedes Jahr – Verzeihung, jeden Tag – in das Heilige. In das zweite Zelt aber geht einmal im Jahr nur der Hohepriester, und zwar nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Verirrungen des Volkes darbringt. Der Priester ging also jedes Mal ins Heilige, aber nur einmal im Jahr in das Allerheiligste. Damit zeigt der Heilige Geist deutlich, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbar gemacht ist, solange das vordere Zelt Bestand hat.
[12:30] Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, in welcher Gaben und Opfer dargebracht werden, die, was das Gewissen anbelangt, den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst verrichtet, der nur aus Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen besteht und aus Verordnungen für das Fleisch, die bis zur Zeit auferlegt sind, da eine bessere Ordnung eingeführt wird. Paulus sagt, im Heiligtumsdienst können wir erkennen, als gäbe es ein Gleichnis sozusagen, das uns zeigt, dass der bisherige alttestamentliche Gottesdienst, so wie dort beschrieben ist, nur vorläufig war, vorübergehend, bis die bessere Ordnung, der bessere Dienst, der neue Bund eingeführt wird.
[13:17] Als aber Christus kam als ein Hohepriester der zukünftigen Heilsgüter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht ist, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt. Jesus ist in den Himmel gegangen, er hat dort eine ewige Erlösung erlangt, und zwar nicht mit dem Blut von Tieropfern, sondern mit seinem eigenen Blut. All das zeigt, dass der neue Bund, dass der Dienst von Jesus das Entscheidende ist, das viel wichtiger noch als der irdische Heiligtumsdienst.
[14:11] Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur Reinheit des Fleisches, wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt? Wenn also kultisch-zeremoniell das Blut von Stieren und Böcken und all die Dinge, die dann in Dritte Mose und Vierte Mose beschrieben werden, wenn das eine zeremonielle Reinigung bewirkt hat, wie viel mehr reinigt dann das Blut von Jesus wirklich? Und zwar nicht nur zeremoniell und kultisch, sondern unser Gewissen. Durch das Blut von Jesus soll unser Gewissen gereinigt werden. Dafür ist die Heiligtumslehre da. Die Heiligtumslehre soll nicht einfach nur komplizierte Dinge irgendwie theologisch aufstellen. Nein, die Heiligtumslehre soll uns zeigen, wie das, was am Kreuz von Golgatha geschehen ist, unser Gewissen rein machen kann, sodass wir jetzt von ganzem Herzen aus Überzeugung Jesus dienen, damit wir dem lebendigen Gott dienen können.
[15:19] Darum ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit, da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. Denn wo ein Testament ist, da muss notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament tritt auf den Todesfall hin in Kraft, da es keine Gültigkeit hat, solange derjenige lebt, der das Testament gemacht hat. Der neue Bund konnte erst sozusagen rechtskräftig werden, als der, auf dem das neue, der neue Bund basiert, nämlich dem Opfer von Jesus, als Jesus tatsächlich auch gestorben ist. Erst als Jesus gestorben ist, ist dieser neue Bund sozusagen juristisch gültig gewesen, obwohl er, wie wir gesehen haben, schon seit Anbeginn des Erlösungsplanes der eigentliche Plan ist, auf den alle seit Adam und Abel, Eva im Glauben gehofft haben.
[16:25] Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht. Auch beim Alten Bund gab es den Tod. Aufgrund des Todes der Tiere gab es den alten Bund. Aufgrund des Todes Jesu gibt es den neuen Bund. Die Basis dessen, was im Alten Bund passierte, war der symbolische Tod eines Tieres, deswegen war der gesamte Dienst symbolisch. Die Basis dessen des neuen Bundes ist der tatsächliche, reale Tod für meine Sünden, deswegen ist auch der gesamte neue Bund ein reales Erlebnis mit Gott.
[17:06] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass Jesus am Kreuz von Golgatha unsere Sünden getragen hat, dass er uns erlöst hat und dass wir durch den Heiligtumsdienst von ihm jetzt im neuen Bund leben dürfen. Es gibt so viele Dinge, die wir noch nicht verstehen, die so tief sind, aber das, was wir heute verstanden haben, das wollen wir festhalten als einen Anker für unsere Seele, dass, wenn du unsere Sünden vergibst, wenn wir das glauben, dass sie vergeben sind, dass Jesus für sie am Kreuz gestorben ist, dass wir dann in einer engen Verbindung mit dir leben und dadurch dein Gesetz in unser Herz hineinkommt. Herr, das wünschen wir uns von ganzem Herzen. Führe du uns in alle Wahrheit und halte uns fest bei dir. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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