In dieser Predigt geht Rabea Kramp auf Hesekiel Kapitel 14 bis 16 ein. Sie beleuchtet Gottes Gericht und seine unendliche Gnade, die er seinem Volk trotz Untreue entgegenbringt. Anhand von Gleichnissen wie dem nutzlosen Holz und der Metapher einer Ehe zeigt sie Gottes beständiges Bemühen, sein Volk zu erziehen und ihm Vergebung anzubieten.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 14:22-16:13
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Wir lesen heute zusammen Seite 865, werden Kapitel 14 beenden, 15 lesen und 16 beginnen. Und wir haben interessante Gleichnisse vor uns, die sehr tief sind und die wir heute gar nicht umfassend besprechen können, aber ein bisschen versuchen wollen zu verstehen. Und bevor wir das tun, lass uns beten.
[0:52] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten, dass du jetzt mit uns bist, wenn wir dein Wort lesen und hören, dass wir es richtig verstehen, dass diese Worte uns auch ergreifen und uns packen. Und dafür danke ich dir. Amen.
[1:07] Wir beginnen in Kapitel 14, Vers 22: "Doch siehe, es werden Gerettete darin übrig bleiben, die herausgeführt werden, Söhne und Töchter. Siehe, diese werden zu euch hinauskommen, und ihr werdet ihren Wandel und ihre Taten sehen, und ihr sollt getröstet werden über das Unglück, das ich über Jerusalem gebracht habe, ja, über alles, was ich über sie gebracht habe."
[1:31] Und das verspricht es von der dritten Wegführung, die ja noch bevorsteht. Und Gott sagt, es wird noch einen Überrest geben, der noch einmal nach Babylon kommen wird. Und sie werden hier euch noch zu euch hinzukommen, und sie werden euch trösten, denn ihr werdet ihren Wandel und ihre Taten sehen, und ihr werdet erkennen, dass ich alles, was ich gegen Jerusalem tat, nicht ohne Ursache getan habe, spricht Gott der Herr.
[1:58] Nun, ich habe mir Gedanken gemacht, wie hat er das gemeint? Ist ein Trost, dass sie kommen, aber sie auch erkennen werden, dass es nicht ohne Ursache ist, dass Gott dieses harte Gericht geschickt hat. Entweder sind sie so gläubig und so geläutert durch die schlechten Erfahrungen, dass sie jetzt sagen: "Ich kümmere mich um und ich glaube an Gott und lass die Götzen fahren." Oder sie kommen und sind so boshaft, dass die Exilanten aus der zweiten und ersten Wegführung sagen: "Okay, wir sehen, dass sie wirklich so abgefallen sind von Gott, dass Gott diese schlimme Gericht schicken musste." Beide Möglichkeiten sind gegeben.
[2:44] Und ja, vielleicht werden wir eines Tages erfahren, was dann wirklich gewesen ist. Kapitel 15. Und das Wort des Herrn ging an mich folgendermaßen: "Menschensohn, was hat das Holz des Weinstocks voraus vor allem anderen Holz, das Holz der Ranke, die sich unter den Bäumen des Waldes befindet? Nimmt man etwa Holz davon, um es zu einer Arbeit zu verwenden? Nimmt man etwa davon einen Pflock, um irgendein Gerät daran zu hängen? Siehe, man wirft es ins Feuer, damit es verzehrt wird. Wenn das Feuer seine beiden Enden verzehrt hat und es in der Mitte angebrannt ist, taugt es dann noch zur Verarbeitung?"
[3:24] Also Gott vergleicht hier sein Volk mit einem Holz, nämlich mit dem Holz des Weinstocks, mit der Rebe. Und er sagt, das Holz ist eigentlich zu nicht zu gebrauchen. Man kann damit ja nicht arbeiten, man kann es nicht zu irgendwelchen Gegenständen verarbeiten. Man wirft es ins Feuer. Nun, und was ist mit dem angekokelten Holz? Es ist unnütz, man kann es nicht mehr verwenden, wenn es schon zweimal verkohlt ist.
[3:51] Und gemeint in diese beiden Wegführung, die erste und zweite Wegführung, das Volk war quasi schon gebrandmarkt. Und was ja dann nur noch zu tun war, war das ganze Volk bzw. das Holz komplett zu vernichten. Siehe, als es noch unversehrt war, konnte man nichts daraus machen. Wenn es nun vom Feuer verzehrt und versenkt ist, kann es erst recht nicht mehr verarbeitet werden.
[4:17] Darum, so spricht Gott der Herr: "Wie ich das Volk des Weinstocks unter den Bäumen des Waldes dem Feuer zur Nahrung bestimmt habe, so habe ich auch die Einwohner Jerusalems bis dahin gegeben. Und ich will mein Angesicht gegen sie richten. Sie sind zwar von dem Feuer entgangen, aber das Feuer soll sie doch verzehren. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mein Angesicht gegen sie richte."
[4:40] Gott möchte, wie schon so oft erwähnt, diese Kausalität herstellen, dass das Volk das Ursache und Wirkung zusammenbringt und erkennt, dass ihr Götzendienst und ihre Untreue Gott gegenüber zu diesem Gericht geführt haben. Und ich will das Land zur Wüste machen, weil sie so treulos gehandelt haben, spricht Gott der Herr.
[5:00] Also Gott hat nicht nur einfach ein Interesse daran, uns zu bestrafen, wenn wir gesündigt haben, sondern er möchte, dass wir es verstehen, warum wir bestimmte Strafen erleiden. Gott ist ja auch ein Pädagoge und er möchte, dass wir daraus lernen und dass wir es nächstes Mal besser machen.
[5:14] Kapitel 16. Und dieses Kapitel ist wirklich geht richtig zu Herzen, denn Gott beschreibt hier sein Verhältnis zu seinem Volk wie eine Ehe. Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: "Menschensohn, halte Jerusalem ihre Gräuel vor und sage: So spricht Gott der Herr zu Jerusalem: Nach Herkunft und Geburt stammst du aus dem Land der Kanaaniter. Dein Vater war ein Amoriter und deine Mutter eine Hethiterin."
[5:43] Nun, das ist ein wirklich interessanter Vers, und ich denke, dass wahrscheinlich fast niemand von euch diesen Vers schon mal irgendwie bewusst gelesen oder versucht hat zu verstehen. Nun, was heißt das? Die Amoriter sind ein Volk, das sprachlich wahrscheinlich von den sogenannten Am stammt, und die Amoro waren ein Kriegs-Stamm, ein sehr kriegerischer Stamm, ein Nomadenstamm aus der Steppe, die in Kaldea, also im späteren Babylon gewesen sind. Und wir wissen ja, dass Abraham aus Ur in Kaldea stammt, und Abram ist quasi ausgewandert und ist in das gelobte Land gezogen, weil Gott ihn dorthin gerufen hat. Und Abraham war so ein Amoriter, er stammte von den Amuro ab, und er war ja natürlich der Stammvater der Israeliten. Und daher verwundert es nicht, dass Hesekiel hier uns eine ethnische Herkunft des Volkes erklärt.
[6:49] Und die Hethiter, die stammen von den sogenannten Hat, die ab oder werden als sogenannte Hat die bezeichnet. Das war ein Stamm, der wahrscheinlich in Anatolien oder sogar ein bisschen nördlicher im Nord-Mesopotamien sich angesiedelt hatte. Also wir sehen, dass die Herkunft des Volkes Gottes ja verhaftet ist im Zweistromland, im Land von Kaldea und im Land von Abraham.
[7:22] Und mit deiner Geburt verhielt es sich so: "An dem Tag, als du geboren wurdest, ist dein Nabel nicht abgeschnitten worden. Du bist auch nicht im Wasser gebadet worden zu deiner Reinigung. Man hat dich nicht mit Salz abgerieben, noch in Windeln gewickelt."
[7:37] Also spricht hier von diesem Neugeborenen, niemand hat mitleidig auf dich geblickt, dass er etwas derartiges für dich getan und sich über dich erbarmt hätte. Sondern du wurdest auf das Feld hinausgeworfen, so verachtet war dein Leben am Tag deiner Geburt.
[7:56] Was für ein dramatisches Bild, das ja einem wirklich sehr nahe geht. Ein Neugeborenes, was nicht gewaschen, nicht angenommen, nicht geliebt wird, sondern einfach so blutverschmiert, wie es ist, raus aufs Feld gelegt wird, eigentlich zum Sterben verdammt.
[8:11] Da ging ich an dir vorüber und sah dich in deinem Blut zappeln und sprach zu dir, als du da lagst in deinem Blut: "Du sollst leben." Ja, zu dir in deinem Blut sprach ich: "Du sollst leben."
[8:22] Und dieses Bild vermittelt uns einen Gott, der sich erbarmt über ein Volk, was ja ist, eigentlich gar nicht verdient hat, was dem Tode geweiht war. Und Gott erbarmt sich über dieses Volk, und wir werden sehen, was hier Gott an mit diesem Volk nun beginnt.
[8:40] "Ich ließ dich zu vielen Tausenden werden, wie das Gewächs des Feldes. Du bist herangewachsen und groß geworden und gelangtest zur schönsten, zur schönsten Blüte. Deine Brüste wölbten sich und ein Haarwuchs. Du warst noch nackt und bloß."
[8:55] Also wir sehen, dass Gott dieses wunderschöne Kind aufgezogen hat, es gemerkt hat, also das Volk wachsen ließ, und die ganze Größe und Pracht des Volkes hat Gott gegeben. Gott sorgte sich von Anfang an um sein Volk.
[9:13] "Als ich nun an dir vorüberging und dich sah, siehe, da war deine Zeit da, die Zeit der Liebe da. Breitete ich meine Decke über dich und bedeckte deine Blöße. Ich schwor dir auch und machte einen Bund mit dir, spricht Gott der Herr, und du wurdest mein."
[9:30] Und hier beschreibt Gott diesen Bund, den er mit seinem Volk gemacht hat an Sinai, indem er ihm ja in ihre sein Gesetz gegeben hat, hatte sie geehelicht, geheiratet. Und das ist und diese Intimität, von der es hier spricht, ist dieser Bund. Gott benutzt quasi dieses Ehebild, um diesen Bund, den er mit seinem Volk gemacht hat, zu machen.
[9:54] "Da badete ich dich mit Wasser und wusch dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl. Ich bekleidete dich mit bunt gewirktem Kleidern und zog die Schuhe aus Seekuhfellen an. Ich legte dir weißes Leinen an und hüllte dich in Seide."
[10:08] So Gott hat alles für sein Volk getan. Er hat ihm den Wunsch von den Augen abgelesen, er hat es umsorgt. "Ich zierte dich mit köstlichem Schmuck. Ich legte dir Spangen an die Arme und eine Kette um deinen Hals. Ich legte einen Ring an deine Nase und Ringe an deine Ohren und setzte dir eine Kronen auf das Haupt."
[10:27] Also lauter Kostbarkeiten, Schmuck. Er hat das Volk verschönert. "So warst du geschmückt mit Gold und Silber, und dein Kleid war aus weißem Leinen, aus Seide und bunt Wirkerei. Du hast Weißbrot und Honig und Öl gegessen, und du wurdest überaus schön und brachtest es bis zur Königswürde."
[10:47] Wir sehen, Gott hat nicht nur das Neugeborene angenommen, es groß gemacht, sondern er hat es zur Blüte gebracht, dieses Volk, und hat ihm alles gegeben, was es begehrt hat, hat es auf Händen getragen, hat es umsorgt und umhegt.
[11:03] Und das tut Gott auch mit jedem von uns, mit dir und mit mir. Er pflegt uns, er gibt uns alles, was wir brauchen, und er möchte uns das Beste gönnen. Und davon können wir immer ausgehen, dass Gott uns es gut mit uns meint. Das ist die Botschaft des Evangeliums.
[11:22] Jesus, der für uns gestorben ist und der uns reinwäscht, so wie Gott dieses Neugeborene reingewaschen hat. Gott, der einen Bund mit uns macht, und Gott, der uns zu Größe bringt. Und dafür können wir ihm danken.
[11:36] Lieber Vater im Himmel, hab du Dank für das, was du aus uns gemacht hast, die wir es gar nicht wert fanden, dass du uns überhaupt anschaust. Du hast uns ja geholt aus dem Sündenschlamm, du hast uns vergeben und hast uns reingewaschen. Und dafür möchte ich dir danken. Amen.
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