In dieser Predigt werden die biblischen Kapitel Hesekiel 16 und 17 beleuchtet. Hesekiel 16 thematisiert das Gericht über Jerusalem wegen seiner Untreue und Hurerei, während Gott gleichzeitig seine ewige Treue und seinen Bund zusagt. Kapitel 17 präsentiert ein Gleichnis von einem Adler und einem Weinstock, das die politischen Verstrickungen Israels mit Babylon und Ägypten sowie die Konsequenzen von Bündnisbruch und Rebellion darstellt. Die Botschaft betont Gottes unerschütterliche Liebe und seinen Wunsch nach Wiederherstellung trotz menschlichen Versagens.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 16:56-17:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen Hesekiel Kapitel 16 und beenden das Gericht über Jerusalem wegen der Hurerei. Und wir werden ein ganz spannendes Kapitel gemeinsam lesen, Kapitel 17, und werden ein interessantes Gleichnis versuchen zu verstehen. Und bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten.
[0:54] Lieber Vater im Himmel, wir wollen dich bitten, dass du unser Bibellesen heute segnest, dass wir dein Wort verstehen durch den Heiligen Geist und dass du uns führst. Amen.
[1:05] Wir beginnen in Kapitel 16, Vers 56. "Es war von deiner Schwester so dumm nichts zu hören aus deinem Mund zur Zeit deiner stolzes ihr deine Bosheit auch an den Tag kam, zu der Zeit, da die Töchter Arams und alle ihre Nachbarn dich schmähten und die Töchter der Philister dich ringsum verachteten. Deine Verdorbenheit und deine Gräuel war wahrlich, du musst sie tragen", spricht der Herr.
[1:32] "Denn so spricht Gott, der Herr: Ich handle an dir, wie du gehandelt hast. Du hast den Eid verachtet, den Bund gebrochen." Also Jerusalem ist schlimmer geworden als Sodom, das haben wir schon festgestellt. Und es hat den Bund, den Eid mit Gott verachtet und hat ihn gebrochen. Und Gott hat diesen Bund verglichen mit einem Ehebund, mit der Intimität zwischen Mann und Frau, die hier durch die Reihe Jerusalems zerstört und beschmutzt wurde.
[2:06] Aber ich will an meinen Bund gedenken, den ich mit dir geschlossen habe in den Tagen deiner Jugend, und ich will einen ewigen Bund mit dir aufrichten. Und hier ist Gottes Zusage: Selbst wenn Jerusalem sich entschieden hat, ihn zu verlassen, sagt er: "Ich verlasse dich nicht." Und das sagt uns ganz, ganz viel über Gott, dass er immer treu ist, dass er selbst, wenn man ja dem Bund mit ihm bricht, er zu einem hält und dass er die Geduld aufbringt zu warten, bis man sich wieder zu ihm, ja, zu ihm bewegt.
[2:40] Und er sagt: "Strafe muss sein, ja, aber verlassen werde ich dich nicht. Dann wirst du an deine Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine älteren und jüngeren Schwestern zu dir nehmen wirst, die ich dir zu Töchtern geben will, obgleich nicht aufgrund deines Bundes." Also Gott sagt, du wirst auch wieder deine Schwestern Sodom und andere hinzubekommen, aber nicht, weil du so gut warst, sondern wegen meiner Güte. Aber ich will meinen Bund mit dir aufrichten, und so sollst du erkennen, dass ich der Herr bin.
[3:12] Also Gott hat immer noch diese Hoffnung, dass sie erkennen, warum Gott so gehandelt hat. Er hat die Hoffnung, dass diese Ehe wieder instand gesetzt wird, damit du daran denkst und dich schämst und vor Scham den Mund nicht auf tust, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast", spricht Gott, der Herr. Es ist ein sehr bewegender Vers, der zeigt, dass Jerusalem und das Volk Israel überhaupt gar keine Vergebung verdient haben, aber Gott vergibt ihnen alles. Und sie werden fast wie beschämt dadurch, dass Gott sich ihrer wieder annimmt. Und so ist es auch mit dir und mir. Auch wir sind in Sünde gefallen, und Gott vergibt uns und hat uns wieder angenommen.
[3:54] Kapitel 17. Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: "Menschensohn, gib dem Haus Israel ein Rätsel auf und leg ihm mein Gleichnis vor." Also Rätsel und Gleichnis sind eigentlich hier austauschbar benutzt. Und sage: "So spricht Gott, der Herr: Ein großer Adler mit großen Flügeln und langen Fittichen, voll vielfarbiger Federn, kam auf den Libanon und nahm den Wipfel der Zeder weg."
[4:20] Nun, da sein Gleichnis ist, müssen wir die Symbole ein bisschen auslegen. Der Adler ist Babylon, der auf den Libanon kam. Und der Libanon steht hier für Israel. Der liegt ja auch dort. Und er nahm den Wipfel der Zeder weg und brach den obersten Zweig, die obersten ihrer Zweige ab und brachte ihn in ein Händlerland und setzte ihn in eine Stadt von Kaufleuten. Also die Babylonier haben den König und die Elite gefangen genommen, haben sie sich untertänig gemacht und haben sie in das Land voller Kaufleute, also nach Babylon verschleppt.
[4:57] Und das ist ja auch geschehen mit Zedekia. Er nahm auch von dem Samen des Landes und pflanzte ihn auf ein Saatfeld und erbrachte ihn zu vielen Wasser und setzte ihn wie einen Weidenbaum. Da wuchs er und wurde ein wuchernder Weinstock von niedrigem Wuchs. Seine Ranken bogen sich zu ihm und seine Wurzeln waren unter ihm. So wurde ein Weinstock daraus, und er trieb Äste und streckte Schoße aus.
[5:26] Nun haben wir einen ein neues Bild. Also wir haben den Umstand, dass Babylon hier von den Samen nimmt, das heißt von dem Volk des Landes und pflanzt sie auf ein Saatfeld. Und da wurde dieser Weinstock ein wuchernder Weinstock von niedrigem Wuchs. Wir hatten vorher die Zeder, und die Zeder ist ein ganz anderes Gewächs als der Weinstock. Die Zeder ist ein hoher, stattlicher Baum, und der Weinstock ist ein niedriges Gewächs, ein kleines, was auch vom Holz her fällig, wertlos ist, außer dass es halt Frucht bringt.
[6:04] Und diese Ranken, die sich biegen, bedeuten die Untertänigkeit der Israeliten zu den Babyloniern. Denn die Babylonier haben ja die Israeliten unterdrückt, sie haben sie klein gehalten, sie haben Statthalter eingesetzt, die dann leider nicht immer treu waren. Aber die Babylonier haben ja okkupiert das ganze Land. Und Zedekia war ja der Statthalter. Er war unter Teig, unter die Nizza.
[6:35] Und es heißt weiter: "Da wuchs er und wurde ein wuchernder Weinstock von niedrigem Wuchs. Seine Ranken bogen sich zu ihm, und seine Wurzeln waren unter ihm. Sowohl dein Weinstock daraus, er trieb Äste und Schoße aus." Es war aber ein anderer großer Adler, der hatte große Flügel und viele Federn. Nun, mit diesem anderen großen Adler ist ein anderes Land gemeint, nämlich der Feind von Babylon, und das war Ägypten.
[7:00] Und siehe, dieser Weinstock bog seine Wurzeln von den Beeten, worin er gepflanzt war, zu ihm hin und streckte seine Ranken gegen ihn aus, damit er ihn tränke. Also Jeremia orientiert sich nach Ägypten, weil er ja, und das haben wir im Buch Jeremia so oft gelesen, militärische Unterstützung haben wollte von den Ägyptern. Dabei war er doch auf einem guten Boden bei vielen, was ein gepflanzt und konnte zwei treiben und Frucht tragen und ein prächtiger Weinstock werden.
[7:34] Gottes Plan war es eigentlich, dass sich Babylon unterordnet und nicht in Ägypten. Und eigentlich hatten sie auch die besten Bedingungen unter Nebukadnezar Herrschaft. Wenn sie nicht rebelliert hätten, dann hätten sie einigermaßen gutes Leben geführt. Und das hat Jeremia und auch Gott ihn eigentlich immer wieder nahegelegt. Sage: "So spricht Gott, der Herr: Wird er gedeihen? Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen und seine Frucht abschneiden, damit er verdorrt? Alle seine grünen Triebe werden verdorren, und es braucht dazu keinen großen Arm und nicht viel Volk, und mit seinen Wurzeln um ihn herum, mit seinen Wurzeln herauszuheben."
[8:12] Und hier sind natürlich die Wegführung und explizit die dritte Wegführung gemeint, mit der man dann den Weinstock vollends entwurzelt und rausgerissen hat. Und siehe, er war gepflanzt. Sollte er aber gedeihen, wird er nicht, sobald der Ostwind ihn berührt, gänzlich verdorren. Auf den Beeten, wo er aufgewachsen ist, wird er verloren.
[8:35] Und das Wort des Herrn erging euch folgendermaßen: "Sprecht doch zu dem widerspenstigen Haus." Und jetzt kommt die Deutung. "Wisst ihr nicht, was das bedeutet? Sprecht: Siehe, der König von Babel ist nach Jerusalem gekommen und hat dessen König und dessen Fürsten genommen, genau das haben wir vorher gelesen in Vers 4, und zu sich nach Babel gebracht. Er nahm auch einen von dem königlichen Samen und schloss einen Bund mit ihm und ließ ihn einen Eid schwören, und er nahm die Mächtigen des Landes mit sich, damit das Königtum gering bliebe und sich nicht erhebe, sondern einen Bund hielte, so dass es Bestand habe."
[9:15] Und das war Zedekia, der hier als Statthalter von Nebukadnezar war, sein Wunschkandidat eingesetzt wurde, um dort ja, das zu tun, was Nebukadnezar ihm aufgab. Er aber fiel von ihm ab, er hat rebelliert und sandte seine Boten nach Ägypten. Das haben wir gelesen mit den Ranken des Weinstocks, die sich nach Ägypten ausstrecken, damit man ihm Pferde und viel Erfolg zusendet. Also militärische Unterstützung wird gelegen haben, wird der, welcher so etwas tat, davon kommen und soll der entkommen, da er den Bund gebrochen hat?
[9:50] "So weich Liebe", spricht Gott, der Herr, "an dem Ort, wo der König wohnt, der ihn zum König machte, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, bei ihm soll er sterben mitten in Babel." Und genauso ist mit Zedekia zu Ende gegangen. Er ist ganz verbittert und erniedrigt, gedemütigt in Babylon angekommen und dort auch dann später gestorben.
[10:16] Und es ist ganz interessant, dass dieses spannende Gleichnis, was ja uns einigen Aufschluss gibt auch darüber, wie Hesekiel den Exilanten die Geschehnisse im in der Heimat wiedergegeben hat. Ja, was das wir das gemacht hat, dass er Gleichnisse erzählt hat, genauso wie Jesus es später getan hat, um ihn zu verdeutlichen und um ihn ja mit Naturbeispielen nahezubringen, was dort passiert. Denn wir erinnern uns und wir werden das auch in den nächsten Tagen noch weiter lesen, dass die Exilanten immer noch nicht ganz verstanden haben, dass sie jetzt erstmal Babylon bleiben werden und warum Gott das alles so hat kommen lassen.
[11:01] Und damit sie es besser verstehen, gibt Hesekiel diese dieses Gleichnis. Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, Dank für die Bibel, die so reich an Bildern ist, die so viele pädagogische, didaktische Wege kennt, um uns die Wahrheit nahezubringen. Und wenn es durch Gleichnisse geschieht, Herr, dann hast du es gemacht, damit wir ein Bild vor Augen haben und die Sache, die du uns verstehen lassen möchtest, besser ergreifen und verstehen. Und dafür danke ich dir.
[11:34] Und ich bitte dich, dass wir auch heute, wenn wir durch den Tag gehen, in unserem Herzen tragen, dass wir es bei dir immer am besten haben und dass, wenn wir deinen Rat befolgen, dass es uns immer am besten geht. In deinem Namen. [Musik]
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