In dieser Predigt analysiert Rabea Kramp die Gleichnisse aus Hesekiel 23 und 24. Sie beleuchtet die tiefen Verfehlungen des Volkes Israel, die bis zur Kinderschändung und dem Götzendienst reichen, und wie Gott diese Sünden richtet. Das Gleichnis vom rostigen Topf verdeutlicht die Unbrauchbarkeit Jerusalems aufgrund seiner Verdorbenheit und die Notwendigkeit einer vollständigen Erneuerung durch Gott.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 23:37-24:12
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen Hesekiel 23 und wir werden das Kapitel 23 beenden und das spannende Gleichnis und seine Deutung von Oholah und Oholibah beenden. Und Kapitel 24, ein neues Gleichnis wiederum beginnen. Bevor wir das tun, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für die Gleichnisse, die uns in der Bibel zeigen, wie wir das die Bibel verstehen sollen und wie du uns auch dein Wort näher bringen kannst in einfachen Bildern und einfacher Sprache, damit wir ein bisschen besser deine Wege und deine Gedanken verstehen können. Amen.
[1:23] Wir beginnen in Kapitel 23 ab Vers 37: "Denn sie haben Ehebruch getrieben und selber getrieben und Blut ist an ihren Händen. Ja, mit ihren Götzen haben sie Ehebruch getrieben und sogar, und für sie sogar ihre eigenen Kinder, die sie mir geboren haben, durchs Feuer gehen lassen, so dass sie verzehrt wurden." Das ist natürlich ein großer Tiefpunkt gewesen beim Volk Gottes, dass ihre eigenen Kinder im Götzendienst als Menschenopfer hingegeben haben. Und man muss dazu wissen, dass sie teilweise diese Kinder in götzendienerischen Fruchtbarkeitsorgien gezeugt haben, eben nur für diese Zwecke, sie dann zu opfern. Und wenn man sich das nur ein bisschen vorstellt, dass das eine ganz grausame Vorstellung ist. Und Gott hat diese Kinder, auch wenn sie in unguten Umständen gezeugt wurden, trotzdem als seine Kinder betrachtet. Und das ist so ein kleiner Funke, der uns vom Himmel nieder scheint, der zeigt, dass Gott ja zwar die Sünden der Väter und Mütter bestraft, aber ein ungeborenes oder neugeborenes Kind kann ja nichts für die Umstände, in denen es geboren wurde.
[2:34] "Über dies haben sie mir auch das angetan: Sie haben an demselben Tag mein Heiligtum verunreinigt und meine Sabbate entheiligt. Das ist alles unter meiner Nase geschehen. Denn wenn sie ihre Kinder ihren Götzen geschlachtet hatten, so kamen sie noch am selben Tag in mein Heiligtum, um es zu entweihen. Sie, das haben sie mitten in meinem Haus getrieben." Und ist das nicht furchtbar? Sie sind vielleicht am Vormittag haben sie ihre Kinder geopfert auf irgendwelchen Altären auf den Höhen und am Nachmittag sind sie ins Heiligtum gegangen und haben waren quasi Mörder und haben im Heiligtum ja angebetet.
[3:12] Ja, sie sandten sogar nach Männern, die von ferne kamen, zu denen ein Bote gesandt wurde und siehe, sie kamen. "Für dich hast du dich gebadet, hast du deine Augen geschminkt und dich aufs schönste aufgeputzt." Und das meint natürlich die Liebhaber, diese Boten, die geschickt wurden. Und du hast dich auf ein prächtiges Bett gesetzt, vor dem ein Tisch zubereitet war, auf dem du mein Räucherwerk und mein Öl gestellt hattest. Und das gibt uns Einblick darin, dass der Ehebruch oder der geistliche Ehebruch, die geistliche Hurerei, direkt in der Wohnung Gottes geschehen ist. Wir haben hier das Räucherwerk, wir haben das Öl, alles Heiligtums-Sprache. Und hier wurde dann die Ehe vermischt mit den Elementen aus dem Heiligtumsdienst.
[3:59] Und bei Oholibah war das ja eine sorglose Menge und zu der zahlreichen Menge von Männern wurden Trinker aus der Wüste herbeigebracht. Diese legten den Frauen Spangen an die Arme und setzten ihnen eine Ehrenkrone aufs Haupt. Also nicht vorher haben wir ja gelesen, dass es die Edlen als Liebhaber hatte, die Stadthalter und die klugen und tollen Männer. Und jetzt sind es die Trinker aus der Wüste, also der totale Abschaum. Und so tief ist Gottes Volk gesunken, dass es sich mit den heruntergekommensten Männern eingelassen hat und Hurerei betrieben hat. Das sprachlich von der durch Ehebruch aufgebrauchten, auch eine interessante Formulierung. Wollen diese jetzt noch mit ihrer Beitreiben, da sie in einem solchen Zustand ist? Und sie gingen zu ihr ein, wie man zu einer einzugehen pflegt. So gingen sie ein zu Oholah und zu Oholibah, den lasterhaften Frauen. Aber gerechte Männer werden sie richten, wie man Ehebrecherinnen und Mörder richten soll. Denn sie sind Ehebrecherinnen und Blut klebt an ihren Händen. Und die gerechten Männer, die hier richten, das sind tatsächlich die Babylonier. Also im Gegensatz zu Gottes Volk erscheinen die Babylonier, die eigentlich Heiden sind, schon fast gerecht.
[5:13] Denn so spricht Gott der HERR: "Ich bringe eine große Versammlung gegen sie herauf und gebe sie dem Misshandlung und Plünderung Preis. Und die Versammlung soll sie steinigen und mit ihren Schwertern niederstechen. Ihre Söhne und Töchter werden sie töten und ihre Häuser mit Feuer verbrennen. So will ich die Unzucht aus dem Land ausrotten, damit sich alle Frauen dadurch warnen lassen und nicht solche Unzucht treiben wie ihr. So werden sie eure Unzucht auf euch bringen und ihr sollt die Sünden tragen, die ihr mit euren Götzen begangen habt, damit ihr erkennt, dass ich Gott, der HERR, bin."
[5:51] Jahre wieder diesen Schlüsselsatz aus Hesekiel. Und hier endet dieses sehr interessante, sehr aufschlussreiche Gleichnis von Oholah und Oholibah. Und in Kapitel 24 beginnt ein neues, nämlich das Gleichnis vom rostigen Topf.
[6:05] Im neunten Jahr, im zehnten Monat, am 10. Tag des Monats, erging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: "Wir sind hier im Jahr 588 vor Christus, also zwei Jahre vor der Wegführung. Und ihr könnt mal die Parallelstelle aufschlagen und lesen nach dieser Andacht in 2. Könige 25, Vers 1. Also sind wir im Winter 588. Menschensohn, schreibe dir den Namen dieses Tages auf, ja, eben dieses heutigen Tages, denn der König von Babel rückt an eben diesen Tag gegen Jerusalem heran." Wir wissen ja, dass die Belagerung Jerusalems gedauert hat. Und wenn hier zwei Jahre vorher die Bibel sagt, die Belagerung startet, jetzt rückt der König von Babel heran, dann wissen wir, wie lange diese Belagerung gedauert hat, wenn zwei Jahre später die Wegführung war. Und diese Formulierung: "Schreibe dir den Namen des Tages auf" ist tatsächlich eine ganz gängige Formulierung auch in außerbiblischen Quellen, die wir auch in babylonischen Schriften öfter finden.
[7:17] Und das ist ein interessanter Auftrag, den ihr hier bekommt. Und du sollst dem widerspenstigen Haus ein Gleichnis vortragen und zu ihnen sagen: "So spricht Gott, der HERR: Setze den Topf auf, setze ihn auf und gieße auch Wasser hinein. Sammle die Fleischstücke dafür, alle guten Stücke, Lende und Schulter, und fülle ihn mit den besten Knochen. Nimm das Beste von den Schafen und schichte auch Holzscheite darunter. Auf, lass es tüchtig sieden, damit auch seine Knochen darin gut kochen." Also diese Suppe ist sehr gehaltvoll und hat sehr viele gute Zutaten.
[7:54] Darum, so spricht Gott, der HERR: "Wehe der blutbefleckten Stadt, dem Topf, an dem noch der Rost hängt und von dem der Rost nicht abgefegt ist! Nimm Fleischstück und Fleischstück heraus, ohne das Los darüber zu werfen." Also auf einmal wird uns hier gesagt, die Suppe ist gut, aber der Topf ist rostig. "Denn ihr Blut ist noch mitten in ihr. Sie hat es auf einen nackten Felsen gegossen und nicht auf die Erde geschüttet, dass man es mit Staub hätte zudecken können."
[8:30] Ein ganz interessanter Vers, ein interessantes Bild. Und wir bekommen hier gesagt, dass das Volk Gottes keine Reue gezeigt hat. Dieses Blut ist noch mitten in ihr, also es ist nicht gesühnt. Es muss noch diese Sühne passieren, um meinen Zorn auflodern zu lassen und Rache zu nehmen. Habe ich ihr Blut auf einen nackten Felsen gießen lassen, dass man es nicht zudecken kann. Und ja, dieses Bild zeigt, dass diese Schande offen ist, die ist ganz pur. Das Blut ist auf dem Felsen, fließt. Kann ich zugedeckt werden? Es kann Sand drüber geschüttet werden, sondern es ist ganz nackt und sichtbar.
[9:19] Darum, so spricht Gott, der HERR: "Wehe der blutlustigen Stadt! Auch ich will einen großen Holzstoß aufrichten. Trage viel Holz zusammen, zünde das an, koche das Fleisch gar, bereite eine Brühe und die Knochen sollen anbrennen." Stelle danach den leeren Topf auf seine Kohlen, damit sein Erz heiß und glühend wird, damit seine Unreinheit in ihm schmilzt und sein Rost verzehrt wird. Es ist vergebliche Mühe, der viele Rost geht doch nicht weg. Sein Rost bleibt auch im Feuer.
[9:56] Ja, Jerusalem ist symbolisiert durch diesen Topf. Und Jerusalem kann man nicht mehr gebrauchen. Es ist so nutzlos geworden. Man könnte die tollste Suppe daran kochen, mit den besten Zutaten, und es ist trotzdem keine gute Suppe, weil der Topf kaputt ist. Und solange dieser Topf, das heißt Jerusalem, nicht von Grund auf erneuert wird, kann diese Suppe nicht gut werden. Und Jerusalem hatte zwar die besten Botschaften bekommen, die besten Propheten wurden dorthin geschickt, aber es hat alles nichts genützt, weil die Grundlage nicht gestimmt hat und weil sie auch die gute Botschaft nicht hören wollten. Und so muss die Suppe weggeschüttet werden und muss dieser Topf kaputt gehen, damit Gott von vorne anfangen kann mit seinem Volk.
[10:45] Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, du hast in der Bibel aufgeschrieben, dass wir ein neuer Mensch werden sollen. Wir sollen einen neuen Menschen anziehen. Und dieses Bild, was wir heute gelesen und davon gelernt haben, mit dem rostigen Topf, ist nichts anderes als der alte Mensch. Den müssen wir ablegen. Der alte, rostige Topf muss verworfen werden und ein neuer, schöner Topf muss her, damit die Suppe auch wieder schmeckt. Herr, und das gibt uns und es zeigt uns ganz klar, dass du von vorne anfangen musst. Das nicht etwas Altes, etwas Schlechtes in unseren Herzen bleiben kann, weil das sich immer wieder fortsetzt, sondern dass du uns von Grund auf erneuern musst, um neu mit uns anfangen zu können. Herr, gib, dass wir das in unseren Herzen zulassen und dass du uns erneuern kannst und neue Menschen mit einem neuen, fleischernden Herz aus uns machen kannst, wie wir später auch in Hesekiel gelesen werden. Hast du dann dafür Amen.
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