In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp Hesekiel Kapitel 28. Sie analysiert die Botschaft an den Fürsten von Tyros und zieht Parallelen zu biblischen Figuren wie Daniel und dem gefallenen Engel Luzifer. Dabei wird die Entwicklung von Stolz und Hochmut als Ursprung des Bösen thematisiert.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 28:1-28:22
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, Hesekiel 28Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen Hesekiel 28. Viele von euch kennen dieses Kapitel gut, wissen, worum es geht. Und wir werden uns heute ein bisschen damit beschäftigen, um die Person, um die es hier geht. Wir sind ja schon ein bisschen vertieft in die Klagelieder und die Weissagung über Tyros, und genau damit wird es heute weitergehen. Wir werden sehen, was es noch zu bedeuten hat.
Lasst uns vorher gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wenn wir heute dieses wichtige und sehr tiefe Kapitel lesen, gib uns deinen Heiligen Geist, dass wir es richtig verstehen, dass es uns auch wieder etwas sagt. Und auch wenn wir die Verse gut kennen mögen, dass wir etwas Neues mitnehmen können. Das bitten wir in deinem Namen.
[1:28] Wir beginnen Kapitel 28 ab Vers 1. Und das Wort des Herrn ging an mich folgendermaßen: Menschensohn, so sprich zu dem Fürsten von Tyros. Also wir sind immer noch bei Tyros, immer noch der Adressat, und diesmal der Fürst. So spricht Gott, der Herr: Weil sich dein Herz erhoben hat und du gesagt hast: Ich bin ein Gott und sitze auf einem Götterthron mitten im Meer. Da du doch nur ein Mensch und kein Gott bist, und weil du dein Herz dem Herzen Gottes gleichstellst. Siehe, du warst weiser als Daniel. Kein Geheimnis war für dich im Dunkeln.
Wir haben ja festgestellt, dass Tyros eine ganz prächtige, ganz reiche Handelsstadt gewesen ist, die zum Teil auf dem Festland und zum Teil auf einer Insel lag. Und nun verwundert es nicht, dass es hier heißt: Er sitzt mitten im Meer und benimmt sich wie ein Gott, sitzt wie auf einem Götterthron. Eben, weil er so viel Macht hat durch den Handel, den er treibt. Dieser Vers enthält aber ganz viele Parallelen zu dem kleinen Horn, was wir kennen aus dem Buch Daniel, und auch zur zweiten Thessalonicher. Und dieses ja, diese Parallelen, die sind natürlich gewollt. Und die möchte hier Gott durch Hesekiel uns mitteilen, dass hier dieser Tyros, dieser Fürst von Tyrus, so ein ja, ein mächtiger Herrscher war, der noch mal eine Entsprechung hat in der Endzeit, wo es genau so eine mächtige, ein mächtiges System noch mal geben wird, das an vielen Wassern sitzt und viel Einfluss hat.
Siehe, du warst weiser als Daniel. Das ist auch interessant, dass Daniel, der ja ein Zeitgenosse hier ist, hier erwähnt wird. Und Daniel muss einige Berühmtheit erlangt haben, dass er von Hesekiel mehrmals in seinem Buch erwähnt wird und jeder anscheinend gewusst hat: Ach ja, er meinte den Daniel, der am Hofe von Nebukadnezar dient. Durch deine Weisheit und deinen Verstand hast du Reichtum erworben und hast Gold und Silber in deinen Schatzhäusern aufgehäuft. Also der König von Tyrus, der Fürst von Tyrus, war unglaublich reich. Und das kleine Horn ebenso. Auch das hat sich ganz viel Reichtum angeeignet. Durch deine große Weisheit und deinen Handel hast du deinen Reichtum gemehrt. Und wegen deines Reichtums hat sich dein Herz erhoben. Also der Fürst von Tyrus wurde stolz. Und wir lesen auch vom kleinen Horn, dass es stolz wurde. Darum spricht Gott, der Herr: So, weil du dein Herz dem Herzen Gottes gleichgestellt hast, darum will ich Fremde über dich bringen, die gewalttätigsten der Völker. Die sollen ihre Schwerter gegen die Pracht deiner Weisheit zücken und deinen Glanz.
Und hier prophezeit die Bibel den Untergang dieses prächtigen und mächtigen Fürsten und seiner Stadt. In die Grube werden sie dich hinabstoßen, und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben, mitten im Meer. Eben, weil es auch eine Insel, ein Inselstaat, eine Stadtstaat auf einer Insel ist, wirst du dann angesichts deiner Mörder auch noch sagen: Ich bin Gott. Da du doch ein Mensch und nicht Gott bist, in der Hand derer, die dich durchbohren. Den Tod der Unbeschnittenen wirst du sterben durch die Hand der Fremden.
[4:51] Ja, ich habe es gesagt, spricht Gott, der Herr. Weiter ging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: Menschensohn, stimme ein Klagelied an über den König von Tyros und sprich zu ihm: So spricht Gott, der Herr: Oh, du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit! Im Garten Gottes warst du, mit allerlei Edelsteinen warst du bedeckt: mit Sardis, Topas, Diamant, Chrysolith, Saphir, Karfunkel, Smaragd und mit Gold. Deine kunstvoll hergestellten Tamburin und Flöten waren bei dir. Am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet.
So müssen wir innehalten, um diese sehr gehaltvollen Verse ein bisschen zu verstehen. Wir wechseln hier vom Fürsten zum König von Tyros, und wir werden sehen, dass hier jemand anderes gemeint ist. Wir werden sehen, dass ein Wesen beschrieben ist, das ganz nah bei Gott war, dass er in völliger Vollendung und voll mit Weisheit und voll mit Schönheit geschaffen hat. Und das war der Engel, der am nächsten am Thron Gottes stand, der mit all diesen Edelsteinen, die hier wie in einem Goldschmiedegeschäft beschrieben sind, ausgestattet war. Und interessant ist, dass diese Liste an Edelsteinen fast identisch ist mit den Edelsteinen der Priester im Heiligtum, die das Brustschild getragen haben. Auch eine interessante Sache, denn Luzifer, dieser Engel, der am nächsten am Thron Gottes stand, der hat genau die Edelsteine gehabt, die der Priester mit dem Brustschild getragen hat. Und das lässt uns ein bisschen drüber nachdenken, was Gott damit ausdrücken wollte, dass genau die Priester diese Edelsteine auch gehabt haben. Vielleicht verlobt sie als eine Art Mittler, angelegt von seiner von seinem Amt her, von seiner Aufgabe. Das kann man noch viel, viel drüber nachdenken. Das ist sehr tief.
Und es heißt ja hier: Im Garten Eden, im Garten Gottes war er, also ganz nah bei Gott. Und ich weiß nicht, was in eurer Übersetzung steht. Die Schlachter Übersetzung ist tatsächlich hier eine der genauesten, wenn es um die Musikinstrumente geht, denn wir wissen, dass Luzifer auch ja ein Musiker war und dass er die Musik des Himmels geleitet hat. Und so verwundert es nicht, dass er mit Musikinstrumenten ausgestattet ist: Tamburine und mit Flöten. Man weiß nicht genau, ob dieses Wort wirklich als Flöten übersetzt werden kann, weil es ein hebräisches Wort ist, das nur einmal in der Bibel vorkommt. Aber auf jeden Fall beschreibt es Musikinstrumente.
[8:10] Du warst ein gesalbter, schützender Cherub. Hier sehen wir, dass ein Engel, ein Cherub, ja, ich hatte dich dazu eingesetzt. Du warst auf dem heiligen Berg Gottes, also ganz nah am Thron, und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen. Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde. Gott hat Luzifer so nah wie möglich an sich selber dran geschaffen, wenn man das so ausdrücken kann. Also ein Geschöpf, das ganz, ganz ähnlich war wie Gott, und genau ja, mit so einer großen Herrlichkeit wie kein anderes Geschöpf im Universum.
Durch deine vielen Handelsgeschäfte, und hier schlagen wir die Brücke zum Fürsten von Tyros her, auch eine Händlerstadt hatte und eine Handelsmacht hatte. Durch deine vielen Handelsgeschäfte ist dein Inneres mit Frevel erfüllt worden, und du hast gesündigt. Darum habe ich dich vom Berg Gottes verstoßen und dich, du schützender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine vertilgt. Dein Herz hat sich erhoben wegen deiner Schönheit. Und nun klingt es genauso wie beim Fürsten von Tyrus, über den dasselbe gesagt wird: Du hast deine Weisheit und deines Glanzes willen verderbt. So habe ich dich auf die Erde geworfen und ich vor den Königen zum Schauspiel gemacht.
Und wir merken, warum die Bibel den Luzifer in diese ja, in diesem Vergleich bringt mit dem König von Tyrus, weil so viele Parallelen gibt. Sie waren weise, sie waren vollkommen von Schönheit, sie haben Handelsgeschäfte betrieben, aber ihr Herz hat sich auch erhoben. Also sie waren stolz, sind stolz geworden. Mit deinen vielen Missetaten, durch die Ungerechtigkeit deines Handelns, hast du deine Heiligtümer entweiht. Da ließ sich ein Feuer von dir ausgehen, das dich verzehrte, und ich habe dich zu Asche gemacht auf der Erde, vor den Augen aller, die dich sahen.
[10:18] Ja, wir wissen, dass Luzifer mit denen, die er überzeugt hat, dass er der bessere Gott wäre, dass sie hinabgestoßen wurden, aus dem Himmel verbannt wurden. Und das sehen wir hier in diesem Vers, und zwar vor den Augen aller, alle, die dich kennen, unter den Völkern, entsetzen sich über dich. Du bist zum Schrecken geworden und bist für immer dahin.
[10:48] Und das Wort des Herrn ging an mich folgendermaßen: Und nun, mein Kind, ein neuer Abschnitt. Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Zidon und weissage dagegen und sprich: So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Zidon, und will mich verherrlichen in deiner Mitte. Und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich das Urteil an ihm vollstrecke und mich an ihm heilig erweise.
Also wir gehen hier immer noch durch die Völker, durch die das Gericht ereilen wird wegen ihrer Gottlosigkeit. An Gott wird ja nicht nur sein Volk richten, sondern auch die Heidenvölker drumherum, die ja auch von ihm erfahren haben und ihn trotzdem nicht angenommen haben.
[11:36] Nun, was lernen wir von diesem heutigen Abschnitt? Wir lernen, dass Gott etwas Gutes geschaffen hat, das sich trotzdem zum Bösen entwickelt hat. Nicht, weil Gott es hineingelegt hat, denn Sünde kann man nicht erklären. Wenn man Sünde erklären könnte, dann könnte man das Leid erklären. Und es ist nicht zu ergründen, warum Luzifer eines Tages angefangen hat, stolz in sich zu entwickeln, sich besser zu finden als Gott, und warum er diese bösen Gedanken bekommen hat über Gott. Wenn wir das erklären könnten, dann wäre Gott nicht ein vollkommener Schöpfer. Und so ist es immer noch ein Geheimnis und bleibt ein Geheimnis. Und wir sollten auch die Finger davon lassen, das erklären zu wollen.
Aber wir können uns fest vornehmen, dass wir bei Gott bleiben, dass unser Stolz nicht unser Herz zum ja, überheblich werden lässt, sondern dass wir uns immer bei Gott bergen und ihm dankbar sind für alles, was wir haben und was wir sind.
[12:43] Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, wenn wir dieses beeindruckende, aber auch traurige Kapitel lesen in 28, dann lass uns wieder aufs Neue bewusst werden, wie all das Böse angefangen hat im Universum. Das ist Luzifer war, der in dem Sünde gefunden wurde und der dich angeklagt hat. Herr, behüte unsere Herzen, in denen auch nichts Gutes ist, vor dieser Sünde und bewahre uns und hilf uns, immer an dir zu hängen und an dich zu glauben.
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