In dieser Predigt von Rabea Kramp wird Hesekiel Kapitel 4 und 5 behandelt. Die prophetischen Handlungen Hesekiels, wie das Backen von Brot auf Menschenkot und das Scheren seiner Haare, werden als drastische Zeichen für das kommende Gericht Gottes über Jerusalem und Israel gedeutet. Es wird beleuchtet, wie diese Zeichen die Verunreinigung durch Götzendienst, den Mangel während der Belagerung und die Zerstörung des Volkes symbolisieren.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 4:10-5:13
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen Hesekiel Kapitel 4, Vers 10 bis Kapitel 5, Vers 13. Wir sind immer noch in dieser zeichenhaften Darstellung, wo Hesekiel sich auf die Seite legen soll, 390 Tage auf die eine und 40 Tage auf die andere Seite. Und was er essen soll und wer sich dabei verhalten soll, das werden wir heute lesen. Und bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten.
[1:03] Lieber Vater im Himmel, das Buch Hesekiel ist ein Buch, was voller Zeichenhandlungen ist. Auch heute werden wir davon lesen. Ein Buch, wo deutlich wird, dass Reden nichts mehr bringt und deswegen der Prophet Zeichen tun soll, damit die Menschen es sehen, darüber nachdenken. Herr, und ich bitte auch, dass wir das richtig verstehen, was wir heute lesen, und dass du und dein Heiliger Geist uns auslegen. Amen.
[1:31] Wir beginnen in Kapitel 4, Vers 10, und zwar: "Du sollst diese Speise nach dem Gewicht essen, 20 Schekel täglich, von Zeit zu Zeit sollst du davon essen." Wir erinnern uns, er sollte sich ein Brotfladen backen aus Weizen, Gerste, Bohnen und Linsen, Hirse und Spelt. Und diesen Brotfladen nun backst du. "Du sollst auch das Wasser nach dem Maß trinken, nämlich ein Sechstel Hin." Also auch das Wasser rationiert, das sollst du von Zeit zu Zeit trinken. Und zwar sollst du die Speise in Form von Gerstenbrot essen, und du sollst sie auf Ballen von Menschenkot backen vor ihren Augen."
[2:15] Das ist wahrlich keine schöne Vorstellung gewesen für Hesekiel, auch für uns heute, nicht auf diesen Menschenkot das Brot zu backen und es dann zu essen. Und der Herr sprach: "So müssen die Kinder Israels ihr Brot unrein essen unter den Völkern, wohin ich sie verstoßen will." Also Gott möchte eigentlich deutlich machen durch die Verunreinigung des Brotes, weil auf dem Menschenkotfladen Menschenkot gebacken, möchte er zeigen, dass der Kontakt mit den Heiden und in einer heidnischen Nation, in einem heidnischen Land zu wohnen, das Volk verunreinigen wird. Warum? Weil sie vorher sich selber verunreinigt haben mit Götzen, mit Götzendienst, mit ja, Hurerei, geistlicher Hurerei. Und so gibt ihnen nun Gott das, was sie immer schon gewollt haben.
[3:12] Da sprach ich: "Ach Herr, Herr, siehe, meine Seele ist doch noch niemals befleckt worden, denn von meiner Jugend an bis zu dieser Stunde habe ich niemals von einem Aas oder Zerrissenen gegessen, auch ist niemals Gräuelfleisch in meinen Mund gekommen." Also hier seht ihr, tut schwer mit dieser Anweisung sein, Brot auf diesen Menschenkot zu backen. Und er begründet das mit den Reinheitsgeboten. Er sagt: "Ich habe sowas noch nie gemacht, ich habe mich noch nie verunreinigt." Und gerade für einen Priester ist das hier eine ganz typische Argumentation.
[3:51] Hierauf antwortete er mir: "Siehe, ich will dir gestatten, dass du Kuhmist anstatt Menschenkot nimmst und darauf dein Brot bereitest." Also Gott geht hier auf Hesekiel ein und hat Erbarmen mit ihm.
[4:04] Ferner sprach zu mir: "Menschensohn, siehe, ich will in Jerusalem den Stab des Brotes zerbrechen, so dass sie nach dem Gewicht und mit Sorgen Brot essen und nach dem Maß und mit Entsetzen Wasser trinken sollen, damit sie ein Brot- und Wassermangel haben und sich entsetzen, eine wieder andere und verschmachten wegen ihrer Missetat." Und hier endet das vierte Kapitel. Und es wird deutlich, dass dieses rationierte Brot und dieses rationierte Wasser ein Sinnbild dafür ist, wie es den Einwohnern von Jerusalem gehen wird bei der Belagerung, bei der letzten großen Belagerung durch die Babylonier. Nämlich, dass das Brot zur Neige gehen wird, das Wasser zur Neige gehen wird, und sie wirklich Mangel leiden werden.
[4:55] Und Hesekiel soll dies nun vor den Exilanten, die ja schon abtransportiert wurden nach Babylon, nun deutlich machen, damit sie wissen, was in der Heimat passieren wird. Ist sozusagen wie so ein kleiner, ja, wie so ein kleiner Fernsehbericht, aber prophetisch im Vorhinein, dass sie auch bildlich darstellt, was während der dritten Belagerung in Jerusalem geschehen wird, was er noch in der Zukunft ist.
[5:22] Kapitel 5: "Und du, Menschensohn, nimm dir ein scharfes Schwert als Schermesser sollst du es nehmen und damit über dein Haupt und über deinen Bart fahren. Danach nimm eine Waage und teile die Haare auf." Also hier seht ihr, er soll sich hier scheren, das Haupthaar und den Bart. Und es war keine normale Sache, dass man das getan hat, sondern es war eigentlich ein Zeichen der Trauer, ein Zeichen der Schande, wenn man kein Bad mehr hatte, vor allem auch als Priester.
[5:55] Und ja, er soll jetzt hier diese Haare aufteilen: "Ein Drittel verbrenne im Feuer mitten in der Stadt, wenn die Tage der Belagerung vollendet sind." Also nach der dritten Belagerung. "Ein Drittel nimm und zerhaue es mit dem Schwert rings um sie her. Ein Drittel aber zerstreue in den Wind, denn ich will das Schwert zücken hinter ihnen her." Doch nimm davon eine geringe Zahl Haare und binde sie in den Zipfel deines Gewandes. Danach nimm von ihnen noch einmal etwas und wirf es mitten ins Feuer und verbrenne es im Feuer. Davon soll ein Feuer ausgehen über das ganze Haus Israel."
[6:41] Auch wieder eine Zeichenhandlung, die Gott im Hesekiel hier aufgibt. Und zwar, wenn die Belagerung vorbei ist und geschehen ist, dann soll er den Bart scheren als Zeichen der Trauer. Und mit diesen Haaren etwas machen. Sie in drei Teile teilen. Es soll bedeuten, dass ein Drittel ins Feuer geworfen wird, ein Drittel wird durch Schwert umkommen, und ein Drittel wird zerstreut werden. Und dann gibt es diesen kleinen Anteil, den er sich in den Gewandbausch binden soll, also einen kleinen Überrest. Und der steht natürlich für die Übrigen, die ja hier in Hesekiel ganz prominent immer wieder vorkommen.
[7:30] Und wir haben diesen noch kleineren Überrest, der ins Feuer geworfen werden soll. Also wir haben eigentlich fünf Teile, drei große und zwei kleine.
[7:42] "So spricht Gott der HERR: Das ist Jerusalem! Ich habe es mitten unter die Heidenvölker gesetzt und unter die Länder rings um es her, aber es hat meinen Rechtsbestimmungen frevelhaft widerstanden mehr als die Heidenvölker und meinen Satzungen mehr als die Länder, die rings um es her liegen. Denn sie haben meine Rechtsbestimmungen verachtet und sind nicht in meinen Satzungen gewandelt."
[8:08] "Darum, so spricht Gott der HERR: Weil ihr es schlimmer getrieben habt als die Heidenvölker um euch her, weil ihr nicht in meinen Satzungen gewandelt und meine Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, weil ihr nicht einmal nach den Rechtsbestimmungen der Heidenvölker um euch her gehandelt habt, darum, so spricht Gott der HERR: Rasier auch ich will über dich kommen und will Gericht halten in deiner Mitte vor den Augen der Heidenvölker."
[8:36] Und genau das hat Gott ja getan, indem er die Babylonier gesandt hat, die dieses Gericht an Gottes Volk vollstrecken. Gott zählt hier viele, viele Gründe auf, warum es jetzt so weit gekommen ist. Und wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass Hesekiel hier diese Sache zu den Exilanten predigt, die die Götzendienst begangen haben in der Heimat und dann von den Babyloniern gekidnappt wurden und verstreut wurden ins Land.
[9:08] Und Gott zählt hier Sachen auf, wie dass sie ja den Satzungen, Rechtsbestimmungen nicht gehorcht haben, dass sie schlimmer getrieben haben als die Heidenvölker. Also sie haben ja auch ihre eigenen Kinder durchs Feuer gehen lassen, sie haben Kinder geopfert, also wirklich schlimme Sachen getan. Und sie haben nicht einmal die Rechtsbestimmungen der Heidenvölker eingehalten. Also sie waren so frevelhaft, so ohne jegliche Regeln, dass Gott gesagt hat: "Ihr haltet euch ja nicht mal an weltliche oder menschliche Regeln, geschweige denn an meine."
[9:44] Und deswegen kann das Gericht, und ich will so mit dir umgehen, wie ich jetzt niemals getan habe und künftig auch nie mehr tun werde, um dies und dies um aller deiner Gräuel willen. Also nur diese Gräuel sind ja der Grund.
[10:03] Darum werden in deiner Mitte Väter ihre Söhne essen und Söhne werden ihre Väter essen, und ich will Gericht an dir üben und deinen ganzen Überrest in alle Winde zerstreuen."
[10:16] Wir kennen diese grausame Beschreibung schon aus dem Buch Jeremia, wo es heißt, dass Mütter ihre Kinder essen werden. Hier sind es die Väter, die ihre Söhne essen und umgekehrt, denn die Hungersnot wird so groß sein, dass Brot, von dem wir gelesen haben in Kapitel 4, das zu Neige gehen wird, wird so ein Mangel an Brot für zwei großen Hunger auslösen, dass die Menschen sich gegenseitig essen werden während der Belagerung Jerusalems.
[10:43] "Darum, so wahr ich liebe, spricht Gott, daher wahrlich, weil du mein Heiligtum verunreinigt hast mit all deinen Scheusalen, mit all deinen Gräueln, deshalb will auch ich mich abwenden, mein Auge soll dich nicht verschonen und ich will mich nicht erbarmen." Also Gott sagt, die Verunreinigung des Heiligtums. Und hier meinte natürlich das Heiligtum in Jerusalem, aber wir können das natürlich auch auf die Körper anwenden, denn Paulus sagt, der all sein Tempel des Heiligen Geistes. Sie haben ja Gottes Heiligtum verunreinigt. Sie haben ihren Körper als Heiligtum verunreinigt durch viele Dinge. Und deswegen wird Gottes Gericht nicht abwenden.
[11:28] Und nun haben wir in den nächsten Versen die Deutung des vom Anfang des Kapitels von den drei Dritteln der Haare. "Ein Drittel von dir soll an der Pest sterben und in deiner Mitte durch Hunger aufgerieben werden. Ein Drittel soll durch das Schwert fallen rings um dich her. Das letzte Drittel aber will ich in alle Winde zerstreuen und das Schwert hinter ihnen her zücken."
[11:56] "So soll mein Zorn vollstreckt werden und ich will meinen Grimm an ihnen stillen und mich rächen, und sie sollen erkennen, dass ich der Herr in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen vollstrecke."
[12:12] Gott möchte, dass sie verstehen, dass dieses Gericht nicht von irgendwoher kommt, sondern dass es Gott ist, der das zugelassen hat. Und dass er eine Verbindung herstellen zwischen ihrem Ungehorsam und ihrer geistlichen Hurerei und dem Gericht Gottes, damit sie auch ja davon lernen. Und Gott benutzt das ja auch als pädagogische Maßnahme, um sie wieder zurückzuführen, weil er keine andere Möglichkeit mehr gesehen hat, sie zurückzugewinnen.
[12:43] Lasst uns immer auch bewusst sein, dass auch wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind, dass wir uns nicht verunreinigen, weder physisch noch gedanklich, und mit reinem Herzen Gott dienen. Lass uns beten.
[13:00] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass wir der Tempel des Heiligen Geistes sein dürfen und dass du uns als irgendeine Gefäße füllst, so wie es Paulus schreibt, und dass wir dir dienen dürfen. Ja, haltet uns rein, wasch und freien, was nötig ist, und vergib uns in deinem Namen.
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