In dieser Predigt von Rabea Kramp wird Hesekiel 7:27-8:18 behandelt. Der Text beschreibt die Zerstörung Jerusalems und die tiefgreifende Verunreinigung des Tempels durch Götzendienst und sündhafte Praktiken. Hesekiel erhält Visionen von Götzenbildern, Sonnenanbetung und anderen Gräueltaten, die Gott dazu bewegen, sich von seinem Volk abzuwenden. Die Predigt beleuchtet die Konsequenzen des Abfalls von Gott und die Bedeutung der Reinheit des Heiligtums.
Gott auf (m)einer Seite: Hesekiel 7:27-8:18
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HesekielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen die Verse 858. Wir haben noch einen Vers von Kapitel 7 übrig und dann werden wir Kapitel 8 lesen. Kapitel 8 ist ein unglaublich dunkles Kapitel im Buch Hesekiel, das einen sehr bestürzt zurücklässt. Und um das heute richtig und gut einordnen und verstehen zu können, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, was wir heute lesen werden, ist an Traurigkeit und Grausamkeit kaum zu übertreffen. Und ich möchte dich bitten, dass wir diese Verse richtig verstehen, richtig einordnen, dass uns dabei hilft durch deinen Heiligen Geist. Amen.
[1:22] Kapitel 7, Vers 27: „Der König wird trauern und der Fürst wird sich in Entsetzen kleiden und die Hände des Volkes im Land werden zittern. Und ich will sie behandeln nach ihrem Wandel und sie richten, wie es ihnen gebührt. So werden sie erkennen, dass ich, der HERR, bin.“ Beschrieben ist hier noch mal die Wegführung, die dritte Wegführung, die Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier. Und der König, der trauern wird, ist natürlich Zedekia. Und wir wissen ja, dass Zedekia blind gemacht wird, nachdem er gesehen hat, wie die Babylonier seine beiden Söhne umbringen. Und deswegen wird er ein großer Trauernder, weggeführt werden in das entfernt, weiter entfernte Babylon. Und alle werden sich entsetzen, warum es überhaupt dazu gekommen ist und was dort vorher passiert ist. Das lesen wir jetzt in Kapitel 8.
[2:18] Und es geschah im sechsten Jahr, das ist das Jahr 591 vor Christus, am fünften Tag des sechsten Monats, als ich in meinem Haus saß und die Ältesten Judas saßen vor mir, da fiel dort die Hand Gottes, des Herrn, auf mich. Also Hesekiel ist in seinem Haus und die Ältesten Judas sind bei ihm zu Gast, sitzen um ihn herum. Und mitten in dieser Szene er hält Hesekiel eine Vision. Und die Ältesten sehen das und erleben das mit. Und ich schaute und siehe, eine Gestalt, die aussah wie Feuer, von seinen Lenden abwärts war ja anzusehen wie Feuer. Von seinen Lenden aufwärts aber war er anzusehen wie ein Lichtglanz, gleich dem Anblick von Goldschimmer. Und hier wird deutlich, wenn wir das mit Daniel 10 und Offenbarung 1 vergleichen, dass hier Jesus beschrieben ist, dass er hier Jesus sieht. Und er streckte etwas wie eine Hand aus oder griff nicht bei dem Haar meines Hauptes. Und der Geist hob mich empor zwischen Himmel und Erde und brachte mich im Gesicht in Gottes nach Jerusalem an den Eingang des inneren Tores, das nach Jerusalem schaut, wo ein Götzenbild der Eifersucht, das die Eifersucht Gottes erregt, seinen Standort hatte.
[3:43] Wir sehen hier auch noch mal ganz deutlich, dass es eine Vision ist. Das ist nicht etwas Reales. Denn Gott nimmt Hesekiel bei seinem Haupthaar und hebt ihn hinweg und bringt ihn zum Tempel nach Jerusalem. Und er sieht dort dieses Götzenbild, das Gott eifersüchtig macht am Tempel. Und siehe, dort war die Herrlichkeit Gottes Israels in derselben Gestalt, wie ich sie im Tal gesehen hatte. Und damit meint er Kapitel 1 dieses wunderbare Kapitel, wo das, wo der Thron Gottes beschrieben ist, mit den cherubimischen Wesen, mit den Rädern, mit dem Schimmer, mit dem Regenbogen oben drüber, mit dem Lichtglanz. Und er sieht dort dieses Bild, diese Herrlichkeit Gottes auch in Jerusalem noch am Tempel.
[4:30] Und er sprach zu mir: „Menschensohn, hebe doch deine Augen nach Norden.“ Und ich hob meine Augen auf nach Norden und siehe, da waren nördlich von maltator dieses Götzenbild der Eifersucht beim Eingang. Die Sprache zu mir: „Menschensohn, siehst du, was diese tun, die großen Gräuel, welcher das Haus Israel hier begeht, so dass ich mich von meinem Heiligtum entfernen muss?“ Aber du wirst noch mehr große Gräuel sehen. Wir lernen zwei Dinge: Gott sagt, dieses gräuliche Bild, das Eifersucht erregt, das dazu führt, dass ich mich entfernen muss. Ich kann nicht mal mehr länger in meinem eigenen Tempel bleiben, weil das geht einfach nicht. Da, wo der Tempel verunreinigt wird durch Götzendienst, kann Gott nicht bleiben. Das ist ja eine ganz praktische Indikation noch für uns, dass wenn wir in unserem Gottesdiensthaus Dinge tun, die Gott zuwider sind, dann entfernt sich Gott. Gott bleibt dann nicht. Und im übertragenen Sinne, wenn wir Paulus' Wort nehmen, dass der Körper Tempel des Heiligen Geistes ist, müssen wir sagen, dann, wenn wir unseren Körper verunreinigen, physisch oder durch Gedanken, kann Gott nicht mehr in uns wohnen, weil sich das nicht verträgt.
[5:53] Und wir lernen auch, dass Hesekiel nicht nur dieses Gräuel sehen wird, sondern noch mehr schlimme Dinge. Gott führt ihn quasi Stück für Stück heran an die schlimmen Dinge. Und er führte mich zum Eingang des Vorhofs und ich schaute und siehe, da war ein Loch in der Wand. Und er sprach zu mir: „Menschensohn, durchbricht doch die Wand.“ Als ich nun die Wand durchbrach, siehe, da war eine Tür. Und er sprach zu mir: „Geh hinein und siehe die schlimmen Gräuel, die sie hier verüben.“ Also hier seht ihr, geht nun in den Vorhof und schaut die Gräuel. Da ging ich hinein und schaute und siehe, da waren allerlei Bildnisse von Gewürm und gräulichem Getier, auch allerlei götzendes Hauses Israels rings um an die Wand gezeichnet. Also er ist hier in irgendwelchen Kammern des Tempels und er sieht an den Wänden lauter Götzenbilder gemalt. Ja, man kann sich das vielleicht so Pyramiden in Ägypten, dass dort auch die Wände gesäumt waren mit lauter Götzen und Göttern. Und das verträgt sich natürlich überhaupt nicht mit dem, wie Gott seinen Tempel einst bauen ließ.
[7:11] Und das heißt weiter: „Und vor ihnen standen 70 Männer von den Ältesten des Hauses Israel und mitten unter ihnen stand Jaasanja, der Sohn Schafans, und jeder von ihnen hatte eine Räucherpfanne in seiner Hand und der Duft einer Weihrauchwolke stieg auf.“ Also die stehen, die vorher diese 70 Ältesten vor diesen Götzenbildern und räuchern diesen ganzen Bildern, die an der Wand gemalt sind. Da sprach er zu mir: „Menschensohn, hast du gesehen, was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern tun, jeder in seinen Bilderkammern? Denn sie sagen: ‚Der Herr sieht uns nicht. Der Herr hat dieses Land verlassen.‘“
[7:52] An dieser Stelle müssen wir noch mal den Bogen zurückspannen zu Vers 1 im Kapitel 8, denn wir erinnern uns, in welchem Setting Hesekiel hier diese Vision bekommt, nämlich in seinem eigenen Haus. Und die Ältesten Judas, die schon im Exil sind, um ihn herumsitzend. Nun bekommt Hesekiel ganz bestimmt nicht durch Zufall eine Vision über die Ältesten Judas, die noch im verheißenen Land sind, damit die Ältesten im Exil sehen, was ihre Kollegen dort Schlimmes treiben, nämlich dass sie Götzen anbeten. Denn sie sagen: „Der Herr sieht uns nicht.“ Ja, sie denken, Gott sieht das nicht. Und so sind wir Menschen oft, wir tun Sünde im Verborgenen und denken, Gott guckt nicht hin.
[8:43] Danach sprach er zu mir: „Du wirst noch mehr große Gräuel sehen, die sie begehen.“ Und er führte mich zu dem Eingang des Tores am Haus des Herrn, das gegen Norden liegt. Und siehe, dort saßen Frauen, die den Tammuz beweinten. Nun, wer war Tammuz? Tammuz war eine babylonische Gottheit, eigentlich ein Archetypus für Jesus, denn Tammuz war ein Gott, der starb und wieder auferstand. Und dass dieser Tammuz, den gab es schon ganz, ganz früh. Das belegen ja die ersten schriftlichen Quellen, die wir eigentlich auf dieser Erde haben, von den alten Sprachen, die zeigen, dass diese, dieser Tammuz ein, ein ja, eine Verfälschung von Jesus ist, die schon ganz, ganz lange besteht, schon seit Jahrtausenden.
[9:37] Da sprach er zu mir: „Hast du das gesehen, Menschensohn? Du wirst noch mehr große Gräuel sehen als diese.“ Und führte mich in den inneren Vorhof des Hauses des Herrn. Und siehe, am Eingang zum Tempel des Herrn, zwischen der Halle und dem Altar, waren etwa 25 Männer, die kehrten dem Tempel des Herrn den Rücken. Ihr Angesicht aber nach Osten und sie warfen sich nach Osten anbetend vor der Sonne nieder. Wir merken, wie wir sukzessive immer mehr in den Tempel kommen, auch Hesekiel, der hier immer mehr in das Innere des Tempels gelangt und wie die Gräuel immer mehr zunehmen. Je näher er ins Herz des Tempels kommt, umso schlimmer werden die Gräuel. Und hier passiert tatsächlich im Tempel die pure Sonnenanbetung. Diese 25 Männer, die sich richtig aus niederwerfen. Und dazu muss man verstehen, dass das Heiligtum, der Tempel Gottes war so ausgerichtet, dass wenn man angebetet hat in Richtung Heiligtum, also vor dem Räucheraltar stand, dann hat man sich Richtung Westen gewandt und man hat die Sonne im Rücken gehabt. Und diese 25 Männer, die stellen genau andersrum. Die beten nicht in Richtung Heiligtum, wo Gott, seine Herrlichkeit wohnt, sondern sie beten in Richtung Sonne, in Richtung des Brandopferaltars. Und sie schauen quasi der Brandopferaltar steht ja für das Kreuz. Sie schauen auf das Kreuz und sie haben das Gesetz im Rücken. Nun ist es nicht falsch, auf das Kreuz zu schauen, versteht mich nicht falsch, aber sie bleiben sozusagen dort stehen und kehren dem Gesetz, das ja immer Allerheiligsten ist, in der Bundeslade, den Rücken. Und sie werfen sich vor der Sonne nieder.
[11:19] Das sprach zu mir: „Hast du das gesehen, Menschensohn? Ist es dem Haus Juda zu wenig, die Gräuel zu tun, die sie hier verüben, dass sie auch das Land mit Frevler füllen und mich immer wieder zum Zorn reizen? Und siehe, sie halten grüne Zweige an ihrer Nase.“ Das war auch so ein heidnischer Brauch, das zu tun. „So will ich denn auch in meinem grimmigen Zorn handeln. Mein Auge soll sie nicht verschonen und ich will mich nicht über sie erbarmen. Und wenn sie mir auch mit lauter Stimme in die Ohren schreien, so werde ich sie doch nicht hören.“
[11:57] in den Götzendienst begeben, dass sie die Sonne anbeten, dass sie mir den Rücken kehren, immer Allerheiligsten, dass ich sie auch nicht erhören werde, auch wenn sie noch so laut schreien, weil das Unheil durch die Babylonier über sie hereinbricht. Und ja, wir werden in den nächsten Tagen noch ein bisschen mehr von diesen Gräueln lesen, diese verüben und von dem, wie sehr sie von Gott abgefallen sind, um auch zu verstehen, warum Gott so ein hartes Gericht über sie hat kommen lassen.
[12:28] Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, das sind wirklich dunkle Kapitel hier in deiner Bibel und ja, sind sprachlos und können gar nicht verstehen, wie ein Volk, das dein Volk ist, sich so weit von dir entfernt hat, dass es sich vor der Sonne niederwirft, vor irgendwelchen Wandbildern und ja, die den Rücken zukehrt. Herr, bewahre unsere eigenen Herzen, dass wir das nie tun und dass wir unser Heiligtum bewahren und nichts Unreines hineinkommt in deinen Namen. Amen.
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