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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hiob 12:15-14:1. Hiob verteidigt seine Integrität gegenüber seinen Freunden und ringt mit Gottes scheinbarer Feindseligkeit. Der Sprecher betont Gottes Allmacht über Natur, Herrscher und Geschichte, während Hiob das Gefühl hat, für längst vergebene Sünden bestraft zu werden. Die Folge mahnt zur Wahrhaftigkeit im Glauben und warnt davor, Gott mit falschen Behauptungen verteidigen zu wollen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:31] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 562. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:39] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir zu dir Vater sagen dürfen und dass du eine solche Kraft und Allmacht hast und dass wir wissen dürfen, dass all deine Stärke und all deine Weisheit dafür eingesetzt werden, damit es uns, damit es mir und jedem, der jetzt dieses Video anschaut, so gut wie nur möglich geht. Und Herr, so möchten wir uns heute in deine Hand legen. Wir möchten also dein Wort vorstellen und dich bitten, dass du uns jetzt dein Wort erklärst und uns segnest, indem dein Heiliger Geist unser Herz erfüllt. Das bitten wir im Namen Jesu, der für uns eintritt. Amen.

[1:22] Wir sind in Hiob Kapitel 12. Hiob antwortet auf die erste Rede des Zophar.

[1:28] Und im Rahmen dieser Antwort bezeugt Hiob auch die Größe und Stärke Gottes, von dem er jetzt auch ab Vers 15 redet.

[1:38] Wir lesen in Vers 15: „Siehe, wenn er die Wässer zurückhält, so vertrocknen sie. Lässt er sie los, so verwüsten sie das Land.“ Gott hat auch die Naturgewalten in seiner Hand. Bei ihm ist Macht und Verstand. Ihm gehört, wer irre geht und wer irre führt. Zu allen Zeiten und auch heute hat es viel Verführung gegeben, Verführer und Verführte. Aber der Gläubige soll angesichts dessen nicht verzweifeln. Selbst die Verführten und der Verführer selbst sind letztlich doch in Gottes Hand. Er wird durch nichts überrascht und durch nichts überrumpelt.

[2:21] Er führt die Ratgeber beraubten weg und macht die Richter zu Narren. Die Herrschaft der Könige löst er auf und schlingt eine Fessel um ihre Lenden. Er führt die Priester beraubten weg und stürzt die fest gegründeten um. Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten die Urteilskraft.

[2:43] Hier werden einige Personen aufgezählt, die im Denken, insbesondere auch des Alten Orients, besondere Autorität gehabt haben: Könige, Priester im religiösen Bereich, die Ratgeber, Richter, die die Gesetze umsetzen sollten und Rechtsurteile fällen sollten, die Bewährten, die Alten, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung viel Weisheit haben sollten. All diese Gruppen von Menschen galten als besonders autoritativ. Hiob zeigt: Gegen Gott sind sie nichts. Gott hat sie alle in seiner Hand und wird immer, immer, immer über sie triumphieren. Und gegen Gottes Weisheit ist all deren Weisheit ganz und gar nicht der Rede wert.

[3:28] Es gibt viele andere Stellen in der Bibel, die ähnliche Gedanken ausdrücken, zum Beispiel in Psalm 119, dort um Vers 99 herum, wo man sehen kann, dass die Weisheit, die Gott uns schenkt, uns dann auch befähigt, weise zu sein als die Alten und die Lehrer und so weiter.

[3:51] Er schüttet Verachtung über die Edlen und löst den Gürtel der Starken. Hier kommen auch noch die Adligen dazu, die von einer besonderen Gesellschaftsschicht gewesen sind, und auch die, die mit physischer Kraft vielleicht andere dominiert haben.

[4:08] Er enthüllt, was im Finstern verborgen liegt, und zieht den Todesschatten ans Licht.

[4:17] Gott weiß, was im Finstern ist. Auch dort finden wir Parallelen, zum Beispiel in Daniel Kapitel 2. Dort könnt ihr eine entsprechende Parallele finden.

[4:27] Er macht Völker groß und er vernichtet sie. Er breitet die Völker weit aus und er führt sie weg. Die Weltgeschichte war noch längst nicht so weit vorangeschritten, wie es heute der Fall ist, und doch hatte Hiob schon aufgrund dessen, was seine Geschichte sehen konnten, die Beobachtung gemacht, dass Gott Herr der Geschichte ist und letztendlich all das, was in der Welt passiert, in der Hand Gottes ist.

[4:54] Den Häuptern des Volkes im Land nimmt er den Verstand und lässt die Irrenden fassungslos in der Wüste. Sie tappen in Finsternis ohne Licht. Er lässt sie taumeln wie Betrunkene. Sieh, dies alles hat mein Auge gesehen, mein Ohr hat es gehört und sich gemerkt. Was ihr wisst, das weiß ich. Ich stehe nicht hinter euch zurück. Ich will aber nun zu dem Allmächtigen reden, mit Gott zur Rechenschaft begehre ich. Hiob macht deutlich, dass das, was seine Freunde bisher gesagt haben, nichts war, was ihn wirklich aufbauen konnte, nichts, was er nicht ohnehin schon gewusst hatte. Aber Hiob hat großen Rede-Bedarf gegenüber Gott.

[5:35] Ihr hingegen seid ja lügenhafte Pflaster und seid nichts als Quacksalber, ihr alle. So dass ihr doch schweigen könntet, das würde euch als Weisheit angerechnet.

[5:46] Manchmal ist es wirklich besser zu schweigen, vielleicht auch deswegen, weil man gerade eben nichts beizutragen hat, weil man sich gerade nicht in die Lage des anderen hineinversetzen kann, weil man das Thema, das die Problematik gar nicht durchdrungen hat. Und wer dann trotzdem meint, mit dem Wenigen, was er weiß oder zu wissen meint, anderen helfen zu müssen, der macht die Dinge oft dann noch schlimmer. So hört nun meine Rechtfertigung und achtet auf die Verteidigung meiner Lippen.

[6:14] Wollt ihr Gott zuliebe Unrechtes reden und zu seinen Gunsten lügen? Eine sehr bemerkenswerte Aussage. Kann es sein, dass auch wir manchmal in dem Versuch, vermeintlich für Gott zu sein, falsche Dinge behaupten, Zuflucht nehmen zu Behauptungen, die man nicht beweisen kann oder die tatsächlich eigentlich Fakten verdrehen, nur damit Gott, so meinen wir, in einem besseren Licht dasteht?

[6:48] Gottes Herrschaft ist auf Wahrheit und Wahrhaftigkeit gegründet. Und wer versucht, mit Falschen das vermeintlich Gute und Richtige zu begründen und zu verteidigen, der erweist der Wahrheit einen Bärendienst. Gottes Gerechtigkeit, seine Herrschaft wird durch die Wahrheit selbst verteidigt. Sie braucht keine Lüge, keine Übertreibung, keine Vernachlässigung von wahrhaften Fakten, um bestehen zu können.

[7:17] Wollt ihr seine Partei ergreifen oder Gottes Anwalt spielen? Wäre es gut für euch, wenn er euch erforschte? Könnt ihr enttäuschen, wie man Menschen enttäuscht? Nein, strafen wird er euch, wenn ihr im Geheimen die Person anseht. Hiob, der von seinen Freunden angeklagt wird, gesündigt zu haben und von Gott gottlos zu sein, letztendlich macht er deutlich, dass sie sehr vorsichtig sein sollten, wie sie reden, denn Gott erforscht ihr eigenes Herz. Wird nicht seine Majestät euch in Furcht versetzen und Schrecken vor ihr euch überfallen? Eure Denksprüche sind Sprüche aus Asche, oder was Schutzwehren sind Schutzwehren aus Lehm? Schweigt von mir und lasst mich reden, es komme über mich, was will. Warum sollte ich mein Fleisch in meine Hände nehmen und mein Leben in meiner Hand legen? Siehe, er tötet mich, ich will auf ihn warten. Nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht verteidigen. Auch das schon wird mir zur Rettung gereichen, denn kein Gottloser kommt vor sein Angesicht.

[8:21] Allein die Tatsache, sagt Hiob, dass Gott vielleicht mit mir dann reden wird, das, dass ich mein Anliegen vor ihm verteidigen kann, die Tatsache, dass das möglich ist, wird schon Beweis meiner Rettung sein. Hört doch, hört doch auf meine Rede und meine Erklärung dringe in eure Ohren. Hiob hat das Gefühl, nicht verstanden zu werden, nicht gehört zu werden.

[8:44] Gebt Acht, ich habe die Verteidigung vorgebracht. Ich weiß, dass ich recht bekommen werde. Wer ist es, der noch mit mir rechten will? Denn dann wollte ich verstummen und sterben. Nur zweierlei tu mir nicht an, dann will ich mich vor deinem Angesicht nicht verbergen. Du zieh deine Hand von mir und ängstige mich nicht mit einem Schrecken. Dann rufe du und ich will antworten, oder ich will reden und du erwidere mir. Wie viele Sünden und Vergehen habe ich? Lass mich meine Übertretung und Missetaten wissen.

[9:15] Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst mich für deinen Feind? Das Wort „Feind“ bedeutet ja der Angefeindete. Wir wissen aus dem Beginn der Geschichte, dass nicht Gott sein Feind ist, sondern dass Satan, der Feind, ihn angegriffen hat.

[9:32] Verfolgst du ein verwehtes Blatt und verfolgst einen dürren Halm?

[9:37] Du schreibst mir Bitteres und lässt mich erben die Sünden meiner Jugend.

[9:41] Hier ist nochmal ein Schlüsselgedanke: Hiob hat den Eindruck, dass die Sünden, von denen er geglaubt hatte, dass Gott sie ihm vergeben hat und die Gott ihm auch wirklich vergeben hat, jetzt doch ihm angerechnet werden. Denn Hiob wusste ja, dass er im Laufe seines Lebens gesündigt hatte. Wenn Hiob besagt, dass er im Recht ist, dann ja nicht, weil er behauptet, sündlos zu sein, im absoluten Sinne, nie gesündigt zu haben, sondern er behauptet, im Recht zu sein, weil er eigentlich ja mit Gott gelebt hat und Vergebung der Sünden erlebt hat und Veränderung und Heiligung und deswegen nicht versteht, dass ihm trotzdem all dies passiert. Und er überlegt jetzt und vermutet letztlich natürlich falsch, fälschlicherweise, dass Gott ihm nicht wirklich vergeben hat, dass Vergebung irgendwie nicht gegriffen hat und jetzt doch er für seine alten Sünden der Jugend bestraft wird.

[10:36] Du legst meine Sohlen in den Stock und lässt auf alle meine Schritte und zeichnest dir meine Fußspuren auf, da ich doch wie Mottenfraß bin, wie ein Kleid, das die Motten fressen.

[10:48] Und weil er diesen Eindruck hat, weil er diesen großen Kampf noch nicht wirklich versteht, deswegen hat er den Eindruck, dass Gott nach seinen Sünden forscht und unbedingt ihn bestrafen will, was allerdings seine eine falsche Perspektive auf Gott und seinen Charakter ist, wie sich im Laufe des Buches noch zeigen wird.

[11:08] Der Mensch, von der Frau geboren, lebt nur kurze Zeit und ist voll Unruhe.

[11:13] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich um Vergebung bitten, wo wir durch Übertreibung, durch Weglassen von Dingen, die wir eigentlich gewusst haben, durch letztendlich durch Lügen versucht haben, dein Werk voranzubringen. Aber wir haben heute verstanden, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt und dass, wenn wir mit falschen Methoden für die Wahrheit zu kämpfen versuchen, das in Wirklichkeit alles noch schlimmer machen. Herr, schenk uns eine echte Liebe zur Wahrhaftigkeit. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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