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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp Hiob 14:2-15:15. Er beleuchtet Hiobs Klage über die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens und seine Hoffnung auf eine Auferstehung, die im biblischen Konzept des Todesschlafs wurzelt. Zugleich kritisiert Kramp die problematischen Aussagen von Elifas, der Gottes Charakter missversteht. Die Episode bietet eine tiefgehende Betrachtung von Leid, Hoffnung und der biblischen Lehre über den Tod.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Hiob Kapitel 14, Verse 2 bis 15, Vers 15. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir das Buch Hiob haben und so viel Praktisches auch für unser persönliches Leben lernen können. Wir möchten dich bitten, dass du uns Taktgefühl, Mitgefühl und Einfühlungsvermögen schenkst, dass wir wissen, wie wir einem Leidenden antworten sollen und wann es auch besser ist zu schweigen. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns heute durch dein Wort wieder belehrt, ermutigt und stärkst. Und dafür danken wir dir. Wir möchten dich bitten, dass du unsere Gedanken ganz rein machst und frei von allem, was uns ablenken könnte, und dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:24] Wir sind in Hiob Kapitel 14. Hiob möchte gerne sein Anliegen vor Gott rechtfertigen, möchte seine Beweggründe verteidigen. Und er beschreibt auch das Elend des Menschen, sein kurzes Leben und seine Unruhe. Wir lesen in Vers 2 von Hiob 14: "Wie eine Blume sprießt er auf und verwelkt, gleich einem Schatten flieht er und hat keinen Bestand." Das menschliche Leben ist wie ein Hauch. "Ja, über einen solchen hältst du deine Augen auf und mit mir gehst du ins Gericht? Wie könnte denn ein Reiner von einem Unreinen kommen? Nicht ein Einziger!" Hiobs Punkt scheint interessanterweise der zu sein, dass er sagt: Wenn Gott nach geheimen Sünden forscht und die Vergebung, die ja Hiob für sich zunächst in Anspruch genommen hat in seinem Leben, scheinbar unscheinbar, das ist ja, Hiobs Eindruck, nicht letztlich zählt, weil am Ende doch die Strafe für die Sünde kommt. Wer kann dann vor Gott bestehen? Es kann ja aus der Unreinheit der menschlichen Natur kein Sündloser hervorgehen.

[2:34] Der Mensch ist auf die Gnade Gottes angewiesen. Und Hiob hatte als vollkommen der Mensch beschrieben (Hiob 1) aus dieser Gnade gelebt. Und jetzt, wo das Böse ihn trifft, fragte sich, ob das reicht oder ob nicht eher letztendlich doch für seine Jugendsünden bestraft wird, weil er nicht versteht, dass Satan ihn attackiert.

[2:57] "Wenn doch seine Tage bestimmt sind, ist die Zahl seiner Monate bei dir festgelegt, und du ihm ein Ziel gesetzt hast, dass er nicht überschreiten kann, so schaue doch weg von ihm und lass ihn in Ruhe, damit er seinen Tag froh beendet wie ein Tagelöhner. Denn für einen Baum gibt es Hoffnung: Wird er abgehauen, so sprosst er wieder, und seine Schösslinge bleiben nicht aus."

[3:20] Das ist übrigens auch der Grund, warum in Daniel 4 in der Vision des Nebukadnezar der Baum, der sein Königreich und sein Königtum darstellt, abgehauen wird, aber die Wurzel bestehen bleibt, um anzudeuten, dass es noch Hoffnung und Zukunft für Nebukadnezar geben wird.

[3:41] "Wenn seine Wurzeln in der Erde auch alt wird und sein Stumpf im Staub abstirbt, so sprosst er doch wieder vom Duft des Wassers und treibt Zweige, als wäre er neu gepflanzt. Der Mann aber stirbt und ist dahin. Der Mensch vergeht, und wo ist er?" Das Buch Hiob stellt die ganz großen existenziellen Fragen des menschlichen Lebens, unter anderem: Was passiert, wenn der Mensch stirbt? Und die folgenden Verse geben eine besonders eindrückliche, poetische, biblische Beschreibung dessen, was mit dem Menschen nach dem Tod passiert:

[4:19] "Wie Wasser zerrinnt aus dem See und wie ein Strom vertrocknet und versiegt, so legt sich auch der Mensch nieder und steht nicht wieder auf, bis die Himmel nicht mehr sind. So bewegen sie sich nicht und werden nicht aufgeweckt aus ihrem Schlaf."

[4:35] Die Bibel bezeugt hier sehr deutlich, dass der Mensch aus seinem Tod nicht in einer anderen Existenzform weiterlebt, sondern dass er im Todesschlaf ist – eine Bezeichnung, die sowohl im Alten wie im Neuen Testament immer und immer wieder für den Tod angewendet wird und beschrieben wird, weil der Mensch nach dem Tod nichts mitbekommt, wie in einem tiefen Schlaf. Er ist nicht einfach irgendwo weiter existiert, sondern in diesem Todesschlaf sich nicht regt, bis die Himmel nicht mehr sind. Und noch sind die Himmel da. Die Himmel werden erst vergehen, sagt die Bibel, wenn Jesus Christus wiederkommt, wenn der Tag des Herrn anbricht, wie es in 2. Petrus Kapitel 3 beschrieben ist und in Offenbarung Kapitel 6. Ihr könnt die Verse dort selbst finden.

[5:33] "Ach, dass du mich doch im Totenreich verstecken, dass du mich verbergen würdest, bis dein Zorn sich wendet, dass du mir eine Frist setztest und dann wieder an mich gedachtest! Aber wird denn der Mensch, wenn er stirbt, leben? Die ganze Zeit meines Frondienstes würde ich harren, bis meine Ablösung käme." Dieses Bild bedeutet, dass er im Grab symbolisch harren würde. Er merkt nichts, er weiß nichts (Prediger 9, Vers 5 und 10 sagen). Er würde warten, bis er von diesem Frondienst im Grab abgelöst wird. Was würde passieren?

[6:09] "Dann würdest du rufen, und ich würde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände würdest du dich sehnen." Hiob inmitten seines Leidens bekennt hier diesen zutiefst christlichen und ermutigenden Glauben, dass auch wenn er sterben wird, Gott ihn rufen wird zur Auferstehung der Gerechten. Denn Gott selbst sehnt sich nach seiner Schöpfung. Er sehnt sich nach den Menschen, die er geschaffen hat.

[6:41] "Nun aber zählst du meine Schritte, achtest du nicht auf meine Sünde? Versiegelt ist meine Übertretung in einem Bündel, und meine Schuld hast du verwahrt. Doch stürzen ja auch Berge ein und sinken dahin, und Felsen werden von ihrer Stelle weggerückt. Das Wasser höhlt Steine aus, und die Flut schwemmt den Staub der Erde fort. So machst du auch die Hoffnung der Sterblichen zunichte. Du überwältigst ihn für immer, und er fährt dahin. Du entstellst sein Angesicht und jagst ihn fort. Ob seine Kinder zu Ehren kommen, weiß er nicht, und kommen sie herunter, so merkt er das nicht. Sein Fleisch empfindet nur noch seine eigenen Schmerzen, und seine traurige Seele trauert nur über sich selbst."

[7:23] Da antwortete Elifas der Temaniter und sprach: "Soll ein Weiser mit windigem Wissen antworten, seinen Leib mit Ostwind füllen?" Mit anderen Worten: Was du sagst, Hiob, hat kein Gewicht und ist unstabil wie ein Wind, der hin und her wogt. "Soll er mit Worten streiten, die nichts taugen, oder mit Reden, die nichts nützt?" Schon ziemlich starke Worte, die der Elifas da sagt. "Ja, du machst die Gottesfurcht zunichte und schwächst die Andacht." Elifas hat den Eindruck, dass die herausfordernden, ja fast provokativen Aussagen des Hiob dazu führen, dass man den Glauben an Gott verlieren könnte. "Denn deine Missetat lehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Listigen." Mit anderen Worten: Du bist ein Sünder, und deine Worte verraten es. "Dein eigener Mund verurteilt dich und nicht ich, und deine Lippen zeugen gegen dich. Bist du als Erster der Menschen geboren und bist du vor den Hügeln hervorgebracht worden? Hast du Gottes Geheimnis belauscht und alle Weisheit an dich gerissen? Was weißt du, das wir nicht wüssten? Was verstehst du, das uns nicht bekannt wäre? Auch unter uns sind Ergraute, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater. Sind dir Gottes Tröstungen zu gering, oder ein Wort, das dich trösten kann, verfehlt, was hat dir die Besinnung geraubt, und wie übermütig bist du, dass du deinen Schnauben gegen Gott kehrst und solche Worte aus deinem Mund ausstößt? Was ist der Sterbliche, dass er rein sein sollte, und wie kann der von einer Frau Geborene gerecht sein? Siehe, er seinen Heiligen traut er nicht, die Himmel sind nicht rein in seinen Augen."

[9:08] Hiob hatte vorher gesagt, dass von einem Unreinen kein Reiner kommen könnte. Mit anderen Worten: Hiob hatte verstanden, dass es unmöglich ist, als Mensch von Geburt an sündlos zu sein und immer zu bleiben. Aber es scheint mir hier Elifas einen etwas anderen Punkt zu machen, der sehr viel problematisch ist, nämlich dass es für einen Menschen unmöglich ist, gerecht zu sein, weil, so behauptet Elifas, selbst im Himmel Gott seinen Heiligen nicht traut. Und das widerspiegelt eigentlich genau die Anklagen des Satans wider. Gott ist die Liebe, und die Liebe hofft alles und glaubt alles. Gott ist gut, und er sucht nicht unsere Fehler. Insofern hat Elifas auch hier Gott nicht richtig dargestellt.

[10:05] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass dein Wort uns Klarheit schenkt auf die große und alle Menschen betreffende Frage, was nach dem Tod passiert. Danke, dass wir nicht vermuten müssen, spekulieren müssen oder auf vermeintliche Berichte von Menschen zu vertrauen, die Dinge meinen erlebt zu haben, aber das nicht beweisen können. Danke, dass dein Wort mit Deutlichkeit und Klarheit durch die gesamte Bibel vom Anfang bis Ende uns zeigt, dass der Tod ein Schlaf ist, bei dem wir nichts merken, nichts wissen, und dass dein Wort uns von den Toten auferweckt wird, entweder zum Leben oder zum Gericht. Lasst uns heute so leben, dass wir einmal bei der Auferstehung der Gerechten dabei sein dürfen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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