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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ Hiob Kapitel 16. Er analysiert Hiobs tiefe Klage über sein Leid und seine Depression, betont aber gleichzeitig Hiobs unerschütterlichen Glauben an Gott als seinen himmlischen Bürgen und Verteidiger. Der Sprecher zeigt auf, wie Hiob trotz größter Verzweiflung an seinem Weg festhält und zieht Parallelen zu Jesu Standhaftigkeit. Abschließend wird die harte Kritik von Hiobs Freund Bildad thematisiert.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite" heute mit Seite 565. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:38] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir durch die Bibel erkennen können und wissen dürfen, dass du uns lieb hast und für uns da bist. Herr, wir wissen aus eigener Erfahrung, wie oft unsere Emotionen, unsere Gefühle, die Umstände, die uns umgeben, uns das Gegenteil weismachen wollen. Herr, gib, dass wir uns an dein Wort klammern, auch wenn es uns schlecht geht, und dass wir darauf vertrauen, dass du alles zu einem guten Ende führen wirst. Zeig uns auch heute in deinem Wort Lichtstrahlen, die unseren Weg erhellen. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist dazu. Sei du unser Lehrer. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:26] Wir sind in Hiob Kapitel 16. Hiob klagt über sein Schicksal, und das beinhaltet auch die Klage über seinen körperlichen Zustand.

[1:37] Wir lesen in Vers 16: "Mein Gesicht ist gerötet vom Weinen, und Todesschatten liegt auf meinen Lidern." So viel hat er schon geweint, dass es in seinem Gesicht deutlich sichtbar ist.

[1:52] "Obwohl kein Unrecht an meinen Händen klebt und mein Gebet lauter ist." Hiob bleibt dabei: Er hat in seiner Jugend gesündigt, aber er bleibt dabei, dass er die Gnade und Vergebung Gottes angenommen hat, dass er mit Gott im Reinen gelebt hat und wirklich von Herzen zu ihm gebetet hat und nicht nur aus äußerer Zurschaustellung oder Heuchelei.

[2:28] "Erde, decke mein Blut nicht zu, und mein Geschrei komme nicht früher zur Ruhe. Aber auch jetzt noch, hier ist mein Zeuge im Himmel und mein Bürge, mein Fürsprecher, mein Verteidiger" – kann man auch übersetzen – "in der Höhe."

[2:46] "Meine Freunde spotten über mich, aber mein Auge blickt unter Tränen auf zu Gott."

[2:55] Selbst im größten Leid und in der größten emotionalen Zerrissenheit, die er sich nur vorstellen kann, weiß er: Im Himmel gibt es jemand, der für mich ist. Unter Tränen blickt er auf zu Gott. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

[3:12] Hier zeigt sich, was für ein Glaube der Hiob gehabt hat. Hier zeigt sich, dass ein Mensch selbst unter dem Schock, unter dem Trauma des größtmöglichen Verlustes und inmitten all der berechtigten Fragen, die nagen und das Leben unangenehm machen, man trotzdem auf Gott blicken kann.

[3:36] Selbst dann, wenn man nicht alle Fragen beantwortet gleich bekommt, selbst dann, wenn man nicht genau weiß, warum etwas passiert ist, weiß man zumindestens: Gott ist eigentlich für mich, er ist mein Verteidiger.

[3:52] Und so blickt er unter Tränen – was ein schönes Bild – unter Tränen auf zu Gott.

[4:01] Vers 21: "Dass er den Menschen, dass er dem Mann Recht verschaffe vor Gott und dem Menschenkind vor seinem Nächsten."

[4:09] "Denn kommen nur noch wenige Jahre, und ich gehe den Weg ohne Wiederkehr." Er wünscht sich, dass Gott ihm Recht verschafft, ein gerechtes Urteil spricht und ihn rechtfertigt.

[4:25] "Mein Geist ist verstört, meine Tage laufen ab, die Grabstätte wartet auf mich. Treibt man nicht Spott mit mir, und muss nicht mein Auge ständig ihre Herausforderung ansehen?"

[4:39] "Setze doch einen Bürgen für mich. Wer sollte sonst als Bürge in meiner Hand einschlagen?"

[4:45] Hiob sagt zu Gott: "Setzt du dich ein für mich? Denn einen anderen werde ich nicht finden. Meine Freunde werden sich nicht für mich einsetzen, wenn du dich nicht für mich einsetzt und meine Sache in die Hand nehmen würdest. Niemand tut es."

[5:02] Hiob weiß also, dass seine einzige Hoffnung buchstäblich nur noch Gott ist.

[5:09] "Denn du hast ihre Herzen der Einsicht verschlossen, darum wirst du sie nicht triumphieren lassen."

[5:14] "Der Freunde der Plünderung preisgibt, dessen Kindern werden die Augen verschlossen. Man stellt mich mit den Leuten zum Sprichwort hin, und ich muss sein wie einer, den man ins Angesicht spuckt."

[5:25] Er warnt seine Freunde, dass das, was sie tun, für sie selbst sehr schlimm ausgehen kann.

[5:30] "Mein Augenlicht erlischt vor Gram, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten. Die Gerechten werden sich darüber entsetzen, und der Unschuldige wird sich über den Ruchlosen empören. Aber der Gerechte wird an seinem Weg festhalten, und wer reine Hände hat, dessen Kraft nimmt zu."

[5:47] Wir sehen immer mehr, wie inmitten all der deprimierenden und niedergeschlagenen Aussagen von Hiob immer mehr dieser Glaube wächst und immer wieder stärker hervortritt. Wir werden sehen, wie er dann noch viel stärker hervortreten wird im Folgenden.

[6:01] Der Gerechte lässt sich nicht abwenden von seinem Weg, nicht einmal durch die größten Schicksalsschläge. Und was ist das für eine wertvolle und wichtige Lektion, die wir alle lernen müssen, wie wir uns auf die Wiederkunft Jesu vorbereiten, denn wir wissen, dass enormes Leid vorher auf uns warten wird.

[6:25] Jesus selbst hat diese Lektion gelernt und hat seinen Weg nicht verlassen, selbst als alles gegen ihn zu sein schien und auch ja, gefühlt so war, als die Sünden der Welt auf ihm lagen. Da hat er, weil er selbst wusste, dass er nicht selbst gesündigt hatte, an seinem Weg festgehalten, selbst als Gott ihn angeschaut hat wie einen schlimmen Sünder.

[7:00] "Kehrt nur alle wieder um und geht heim! Ich finde doch keinen Weisen unter euch. Meine Tage sind dahin, zerrissen meine Pläne, die Wünsche meines Herzens. Die Nacht machen sie zum Tag, das Licht sei nahe der Finsternis. Dabei erwarte ich doch, dass das Totenreich meine Wohnung wird und ich mein Lager in der Finsternis aufschlagen muss. Dabei muss ich doch zum Grab sagen: Du bist mein Vater, und zu den Würmern: Ihr seid meine Mutter und meine Schwester. Wo ist da noch Hoffnung für mich, und wer wird meine Hoffnung verwirklichen?"

[7:33] Hiob leidet wirklich an einer echten, schweren Depression und fährt sich hinab zu den Pforten des Totenreichs, wenn wir einmal alle miteinander im Staub ruhen. Er sieht für sich und sein Leben keinerlei Hoffnung mehr.

[7:50] Da antwortete Bildad, der Schuachiter, und sprach: "Wie lange wollt ihr doch Jagd auf Worte machen? Besinnt euch zuerst, und dann wollen wir reden."

[7:59] Bildad hat den Eindruck, dass man noch gar nicht nachgedacht hat, sondern einfach nur aus dem Bauch heraus gesprochen hat.

[8:05] "Warum werden wir dem Vieh gleich geachtet, sind so dumm in euren Augen? Der sich selbst zerfleischt in seinem Zorn, sollen deinetwillen die Erde weichen und der Fels von seiner Stelle wegrücken?"

[8:16] "Jawohl, das Licht des Gottlosen wird erlöschen, und die Flamme seines Feuers nicht mehr leuchten. Das Licht verfinsterte sich schon in seinem Zelt, und seine Leuchte erlischt über ihm."

[8:26] Hier haben wir wieder denselben Gedankengang wie auch schon bei Elifas uns zuvor.

[8:30] "Seine kräftigen Schritte werden eingeengt, und sein eigener Ratschlag wird ihn zu Fall bringen. Denn er wird mit seinen eigenen Füßen im Netz verstrickt und wandelt über Fallgruben dahin. Eine Schlinge wird ihn an der Ferse ergreifen, und sein Fallstrick hält ihn fest. Ein Strick ist für ihn auf dem Boden versteckt, und seine Falle auf dem Pfad. Von allen Seiten ängstigen Schrecknisse und hetzen ihn auf Schritt und Tritt. Sein Verderben verlangt hungrig nach ihm, und sein Unglück steht neben ihm bereit. Es verzehrt die Glieder seines Leibes, der Erstgeborene des Todes frisst seine Glieder auf. Er wird vertrieben aus seinem Zelt, seinem Zufluchtsort, und es treibt ihn zu dem König der Schrecken."

[9:18] Nichts Neues bei dem, was Bildad jetzt wieder zu sagen versucht.

[9:22] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir das Beispiel von Hiob haben und sehen können, dass egal wie dreckig es uns geht, egal wie depressiv wir sind, egal wie hoffnungslos und schwarz die Zukunft sein scheint, wir dennoch, wenn auch unter Tränen, zu dir aufblicken können und wissen dürfen, dass du nicht aufgehört hast, für uns zu sein und uns zu verteidigen.

[9:51] Wir möchten heute, egal wie es uns geht, und sei es unter Tränen, zu dir aufblicken und danke, dass du uns fest... im Namen Jesu. Amen.


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