In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp Hiob 16:16-18:14. Er beleuchtet Elifas‘ zweite Rede, in der dieser Hiob aufgrund seines Leidens als gottlos darstellt. Hiob widerspricht dem vehement und drückt seinen Schmerz und das Gefühl aus, von seinen Freunden angegriffen zu werden. Kramp verdeutlicht, dass Hiobs Leid nicht von Gott, sondern vom Satan stammt, und betont Gottes Wunsch, uns in allen Lebenslagen beizustehen.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 16:16-18:14
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Hiob 16:16-18:14. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort uns Klarheit schenkt über die wichtigen Fragen des Lebens, die uns alle zu schaffen machen, über die die ganze Menschheit nachdenkt. Danke, dass dein Wort wirklich ein Licht ist auf unserem Weg für unseren Fuß und dass wir nicht spekulieren müssen, sondern dass es uns deutlich zeigt, was Wahrheit ist. Herr, sprich auch heute durch dein Wort zu uns. Offenbar uns die Wahrheit, die wir heute für unseren Alltag besonders benötigen. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:20] Wir sind im Hiob Kapitel 15. Elifas, der Temaniter, antwortet ein zweites Mal auf die Worte von Hiob. Und er behauptet, dass die Worte von Hiob tatsächlich belegen, dass Hiob in Sünde gefallen ist und mit seinen Worten eigentlich sogar zum Abfall von Gott führt. Er sagt dann weiter, dass Gott ja sowieso eigentlich niemandem so ganz traut und dass ein Mensch sowieso nicht ganz gerecht vor Gott sein könnte und dass er selbst den Heiligen nicht traut und den Himmel für nicht rein empfindet, was natürlich so in dieser Form überhaupt gar nicht stimmt. Aber wir gehen dort weiter in Vers 16. Sagt Elifas: „Wie viel weniger der abscheuliche und verdorbene, der Mensch, der Unrecht wie Wasser säuft?“ Sein Argument ist also: Wenn Gott schon den Engeln nicht völlig traut, wie viel weniger den Menschen? Du hast also sowieso gar keine Chance, völlig sündlos zu sein oder rein zu sein oder so gerecht zu sein, dass Gott wirklich mit dir zufrieden ist. Das wäre angeblich völlig unmöglich. „Ich will es dir mitteilen, höre mir zu, und was ich gesehen habe, will ich erzählen. Was Weise verkündeten und nicht verborgen haben von ihren Vätern her, als ihnen das Land noch allein gehörte und auch kein Fremder in ihrer Mitte umherzog.“ Eine Formulierung, die zeigt, dass im Laufe der Zeit auch eine Vermischung der Völker stattgefunden hat, die man geschichtlich hier im Bewusstsein noch hatte. „Der Gottlose quält sich mit Angst sein Leben lang, nur abgezählte Zeit ist dem Gewalttäter bestimmt. Schreckensrufe sind in seinen Ohren. Mitten im Frieden überfällt ihn des Verderbens.“ Elifas sagt das, was wir immer gehört haben, aus einer Geschichte, die uns bisher bekannt ist: Die Gottlosen, denen geht es schlecht. „Er soll nicht glauben, dass er aus der Finsternis je wiederkehrt. Wiederkehrt? Für das Schwert ist er ausersehen. Er irrt umher nach Brot, wo kann er es finden? Er weiß, dass der Tag der Finsternis ihm bereitet ist. Not und Bedrängnis überfallen ihn, zu überwältigen ihn wie ein König, der zum Angriff gerüstet ist. Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt und sich gegen den Allmächtigen aufgelehnt. Er ist hartnäckig gegen ihn angelaufen unter dem dicken Buckel seiner Schilde. Denn sein Angesicht hat er mit Fett gepolstert und Speck hat er an seinen Lenden angesetzt. Und er hat seine Wohnungen in zerstörten Städten aufgeschlagen, in Häusern, die ungewohnt bleiben sollten, zu Trümmerhaufen bestimmt. Er wird nicht reich sein, sein Vermögen hat keinen Bestand, und sein Besitz breitet sich nicht aus im Land. Der Finsternis entgeht er nicht. Die Flamme versengt seine Sprösslinge. Vor dem Hauch seines Mundes fällt er hin. Er verlasse sich nicht auf Betrug, sonst wird er irregeführt, und Betrug wird seine Vergeltung sein. Ihr Seientag kommt, so erfüllt sich sein Geschick. Sein Zweig grünt nicht mehr.“ Im Grunde genommen wiederholt Elifas all das, was er schon an anderer Stelle gesagt hat, nämlich, dass die Gottlosen letztendlich ein schlechtes Schicksal erleiden werden, dass es ihnen schlechter geht. Und im Umkehrschluss bedeutet das für Elifas: Weil es dem Hiob schlechter geht, deswegen musst du, nach dem, was so meint Elifas, wie wir aus der Geschichte wissen, musst du letztlich ein Gottloser sein. „Wie ein Weinstock, der seine unreifen Trauben abwirft, und wie ein Baum ist er, der seine Blüten abwirft. Denn die Rotte der Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer verzehrt die Zelte der Bestechung. Mit Mühsal gehen sie schwanger und gebären Unheil, und ihr Schoß bereitet ihnen Enttäuschung.“
[5:10] Und Hiob antwortete und sprach: „Dergleichen habe ich oft gehört. Ihr seid allesamt leidige Tröster.“ Es war tatsächlich eine Wiederholung von Punkten, die die drei, also Elifas und seine beiden Freunde, schon mehrfach gesagt hatten. Und Hiob sagt: „Das kenne ich schon, das habt ihr schon gesagt. Es tröstet mich nicht. Es entsprach Hiob auch nicht wirklich im Kontext der Geschichte und auch in dem, was Elifas letztlich sagt, nicht der Wahrheit. „Haben die geistreichen Worte ein Ende, oder was reizt dich zu antworten?“ Hiob fragt: „Was ist es eigentlich, was dich motiviert, so mit mir zu reden? Auch ich könnte reden wie ihr, befände sich nur eure Seele an meiner Stelle. Da wollte ich Worte gegen euch zusammenreimen und den Kopf schütteln über euch. Ich wollte euch mit meinem Mund stärken und mit dem Trost der Lippen euren Schmerz lindern.“ Interessant. Vers 4 scheint er eine ironische Formulierung zu sein. Vers 5 zeigt den eigentlichen Geist, das eigentliche Wesen von Hiob. Er sagt: „Wenn ich an eurer Stelle wäre, würde ich euch stärken. Ich würde euch euren Schmerz zu lindern suchen. Warum tut ihr das nicht mit mir?“
[6:15] „Wenn ich rede, so wird mein Schmerz nicht gelindert, und unterlasse ich es, aber was verliere ich?“ Hiob weiß, dass seine Worte das Problem nicht lösen, aber er sagt, es passiert ja auch nichts Schlimmes, wenn ich meinen Schmerz ausdrücke. „Doch jetzt hat er mich erschöpft. Du hast meinen ganzen Hausstand verwüstet und hast mich zusammenschrumpfen lassen. Zum Zeugen gegen mich ist das geworden, auch mein Hinsiecht und tritt gegen mich auf. Es zeigt mir ins Angesicht. Satan hat mich zerrissen und verfolgt. Er knirscht mit den Zähnen gegen mich. Mein Feind blickt mich mit scharfen Augen an.“ Hiob versteht richtigerweise, dass er angefeindet wird. Er weiß, das, was ihm passiert, das macht kein Freund, das macht ein Feind. Er versteht nur noch nicht, dass es einen Feind gibt, eben nicht Gott ist, sondern der Satan, der ihn angefeindet hat.
[7:07] „Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt. Unter Hohnreden schlagen sie mich ins Gesicht. Sie rotten sich gegen mich zusammen.“ Hiob empfindet die Worte seiner Freunde wie einen Angriff, wie eine Attacke, wie Hohn und Spott.
[7:27] „Gott hat mich dem Ungerechten preisgegeben und in die Hände der Gottlosen ausgeliefert. Sorglos war ich, da hat er mich überfallen. Er hat mich beim Nacken ergriffen und zerschmettert und mich als seine Zielscheibe aufgestellt. Seine Geschosse umstürmen mich. Er durchbohrt meine Nieren ohne Erbarmen. Meine Galle stellt er auf die Erde aus. Er zerbrach mich, riss mir eine Bresche nach der anderen, lief gegen mich an wie ein Krieger. Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und mein Horn in den Staub gesenkt.“ Wie oft geschieht es in unserem Leben, dass schlimme Dinge passieren und wir den Eindruck haben, dass Gott gegen uns ist, wenn in Wirklichkeit das Buch Hiob uns zeigt, dass es nicht Gott ist, der gegen uns ist. Es ist Satan, der gegen uns ist, und dieser große Kampf existiert und findet statt, und Gott lässt ihn zu einem gewissen Grad auch laufen, aus Gründen, die wir schon studiert haben und auch weiter studieren werden. Aber es ist nicht Gott, der gegen uns ist. Es ist Satan, der gegen uns ist. Gott will für uns sein.
[8:28] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte vergib, wenn wir in unserem Leben in schwierigen Situationen an deiner Liebe gezweifelt haben, an deiner Fürsorge gezweifelt haben. Sondern hilf uns zu verstehen, dass wenn wir uns angegriffen fühlen und attackiert fühlen, dass nicht du es bist, sondern der Satan, der uns so Unheil wünscht. Und gib, dass wir verstehen, dass du für uns da sein möchtest, und trotz aller Schwierigkeiten, die in dieser sündigen Welt auch unser Los sein werden, wir wissen dürfen, dass du für uns da bist. Herr, wir danken dir im Namen Jesu. Amen. [Musik]
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