In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hiob Kapitel 18 und 19. Er analysiert Bildads zweite Rede, die Hiob fälschlicherweise als Sünder darstellt, und Hiobs leidenschaftliche Antwort, in der er sich nach Mitleid sehnt und seine tiefe Verzweiflung ausdrückt. Trotz seines immensen Leidens bekennt Hiob seinen unerschütterlichen Glauben an einen lebendigen Erlöser, dessen Worte für die Ewigkeit festgehalten werden sollten. Kramp zieht Parallelen zu Jesus Christus und betont die universelle Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben mit Gott.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 18:15-19:29
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite", heute mit Seite 566. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:38] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir zu dir kommen können jeden Tag und dass du für uns einschließt, selbst dann, wenn uns alle anderen verlassen, wenn es niemanden gibt, der uns mag oder für uns eintritt. Bist du es, der immer für uns eintritt und uns helfen möchte. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Und wir möchten dich um Vergebung bitten, dass wir das nicht so oft schätzen und so gründlich schätzen, wie wir es einschätzen sollten. Sprich du auch heute durch dein Wort zu uns, gib, dass wir es gut verstehen und die Schönheit deines Charakters und die Kraft des Wortes besser begreifen. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und habe Dank dafür. Amen.
[1:21] Wir sind in Hiob Kapitel 18. Bildad hält seine zweite Rede und wiederholt letztendlich die Gedanken, die schon immer wieder vorgetragen worden sind: Das ist letztendlich, die Gottlosen sind, denen es schlecht geht. Über den Gottlosen geht es hier weiter in Vers 15, wo wir weiterlesen wollen:
[1:40] "Sein Zelt wird von einem bewohnt, der ihm nicht zugehört. Auf seine Wohnung wird Schwefel gestreut. Von unten werden seine Wurzeln verdorren und von oben seine Zweige verwelken. Sein Gedenken verschwindet von der Erde und sein Name wird auf den Straßen nicht genannt werden." Eine der schlimmsten Vorstellungen im Alten Orient, dass man sich nicht mehr an jemand erinnert. Menschen haben alles getan, dass sie in Erinnerung bleiben. Könige haben Monumente errichtet, dass ihr Name nicht vergessen werde.
[2:12] "Man stößt ihn aus dem Licht in die Finsternis und verjagt ihn aus der Welt. Kein Spross noch Schössling bleibt ihm unter seinem Volk und kein Überlebender in seinen Wohnungen. Über seinen Tag entsetzen sich die Abendländer und die Morgenländer packt der Schauder." So geht es der Wohnung des Ungerechten und so der Stätte dessen, der Gott nicht kennt.
[2:39] Hiob antwortete und sprach: "Wie lange wollt ihr meine Seele plagen und mich mit Worten niederdrücken?" Immer und immer wieder auf zahlreiche, zum Teil sehr poetische Art und Weise haben seine Freunde versucht, ihm deutlich zu machen: "Du musst ein Sünder sein, ansonsten würde es dir nicht so schlecht gehen." Und Hiob fühlt sich dadurch niedergedrückt.
[3:05] "Zehnmal schon habt ihr mich geschmäht. Schämt ihr euch nicht, mich zu misshandeln?" Hier sehen wir, dass diese zehnmal durchaus auch eine betragende Zahl sind, also ausreichend, viel mehr als genug sozusagen.
[3:23] "Bedeutet: Habt ihr mich aber wahrhaftig verfehlt, so trifft doch meine Verfehlung mich selbst. Wenn ihr in Wahrheit gegen mich großtun und mir meine Schmach vorwerfen wollt, so erkennt doch, dass Gott mein Recht gebeugt und sein Netz über mich geworfen hat. Siehe, wenn ich schreie: 'Gewalttat!', so erhalte ich keine Antwort. Und rufe ich um Hilfe, so finde ich kein Recht. Er hat mir den Weg versperrt, sodass ich nicht weiterkommen, und über meine Pfade hat er Finsternis gebreitet. Er hat mich meiner Ehre entkleidet und mir die Krone meines Hauptes weggenommen."
[4:08] Wenn man über die Geschichte von Hiob nachdenkt, dann lohnt es sich auch darüber nachzudenken, dass Hiob ein Typus ist auf Jesus Christus, der tatsächlich, wenn Jesus sein gesamtes Leben sündlos war und der dann alle Sünden der Welt auf sich nahm, das heißt, von Gott so behandelt worden ist, als ob er alle Sünden getan hätte. Hiob war jemand, der in der Vergangenheit sicher auch gesündigt hatte, wenn er jetzt ein gerechter Mann gewesen war, aber jetzt den Eindruck hatte, dass er von Gott so behandelt wird, als ob er ein Sünder wäre. In Wirklichkeit, im gesamten großen Kampf, aber dieses Leid, das Hiob erlebt, ist nur ein kleiner Bruchteil von dem, was unser Erlöser Jesus Christus, der absolut unschuldig war, erlebte, als er sich mit den Sünden der Welt identifizierte und damit von Gott, seinem Vater, als Sünder am Kreuz angesehen worden ist.
[5:23] Und wenn wir dann darüber nachdenken, dass Jesus das als Sohn Gottes selbst freiwillig für sich wählt und das tun wollte, dann sehen wir eine ganz neue Tiefe auch im Buch Hiob. Im Buch Hiob wird ja Gott angeklagt von Satan, aber durch Hiob deutet Gott an, deutet der Sohn Gottes an, was er selbst bereit sein wird zu tun, um Menschen zu erlösen.
[5:59] "Er hat mich gänzlich niedergerissen, sodass ich vergehe, und hat meine Hoffnung entwurzelt wie einen Baum." Hiob spricht immer wieder von der Hoffnungslosigkeit, die er hat in Bezug auf das Grab, so fühlt es sich zumindestens an. Und auch von Jesus wissen wir, dass, als die Sünden der Welt auf ihm lasteten, er sich nicht sicher war, ob er auferstehen würde, auch wenn er es theoretisch aufgrund der biblischen Verheißungen wusste und sich dann festhalten konnte. Aber emotional schien er von Gott abgeschnitten zu sein, deswegen er am Kreuz ausgerufen hat: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
[6:41] "Sein Zorn ist gegen mich ein Brand und er sieht mich an wie einen seiner Feinde. Seine Scharen rücken geschlossen an und bahnen sich einen Weg gegen mich und lagern sich um mein Zelt her. Meine Brüder hat er von mir verscheucht und die mich kennen, sind mir ganz entfremdet. Meine Verwandten bleiben aus und meine Vertrauten verlassen mich. Meine Hausgenossen und meine Mägde halten mich für einen Fremden, sie sehen mich als einen Unbekannten an. Rufe ich meinen Knecht, so antwortet er mir nicht, ich muss ihn anflehen mit meinem Mund. Mein Atem ist meiner Frau zuwider und mein Gestank den Söhnen meiner Mutter. Sogar Buben verachten mich, stehe ich auf, so reden sie gegen mich. Alle meine Vertrauten verabscheuen mich und die ich liebte, haben sich gegen mich gewandt."
[7:36] Hiob hat enorm gelitten, nicht nur körperlich, seelisch, emotional, sozial. Er war abgeschnitten von allen, die er in Worten liebte. Seine Freunde haben ihn nicht so behandelt, wie er es gebraucht hätte. Übrigens hat auch Jesus viel Einsamkeit in seinem Leben erlebt und ist auch von seinen Verwandten oft nicht verstanden worden.
[8:02] "An meiner Haut und meinem Fleisch klebt mein Gebein, und ich habe kaum noch Haut um meine Zähne zu behalten. Erbarmt euch doch über mich, ihr meine Freunde, denn die Hand Gottes hat mich getroffen." Alles, was er sich wünscht, ist nicht eine theologische Erklärung oder Einordnung, die dann, wie wir gesehen haben, doch immer ins Falsche zielte. Er wünscht sich einfach nur Mitleid, Erbarmen angesichts dieses tragischen Umstandes. Er wünscht sich nur, dass Menschen mit ihm leiden.
[8:36] Wie viele Menschen wünschen sich heute einfach nur, dass man sie ein bisschen versteht, dass man sich ein bisschen in sie hineinversetzt, dass man ein bisschen mit ihnen leidet und nicht immer nur gleich ihnen alles erklären zu müssen und dabei vielleicht gar nicht ihr wirkliches emotionales Bedürfnis erfasst.
[8:55] "Warum verfolgt ihr mich ebenso wie Gott und werdet nicht satt, mein Fleisch zu zerfleischen?"
[9:02] "Ach, dass doch meine Worte aufgeschrieben würden, dass sie doch in ein Buch eingetragen würden, dass sie mit eisernem Griffel und Blei immer in den Felsen gehauen würden!" Hiob hat sich gewünscht, dass seine Worte nicht verloren gehen. Hätte er damals schon gewusst, dass einige Zeit später – wir wissen nicht genau wann, wir wissen nicht genau wann Hiob gelebt hat, aber einige Zeit später – tatsächlich Mose unter der Inspiration des Heiligen Geistes diese Geschichte in Visionen gesehen hat und sie aufgeschrieben hat und sie jetzt Teil der Bibel ist und wie vielen Menschen die all die Jahrhunderte durch hat die Geschichte von Hiob geholfen.
[9:47] Was sind die Worte, die er unbedingt aufschreiben lassen wollte? "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich aus meinem Fleisch heraus Gott schauen." Aber das ist keine gute Übersetzung, ja, eigentlich muss man besser übersetzen: "Aus meinem Fleisch", das heißt, er wird mit seinem Fleisch auferstehen und aus seinem Fleisch heraus Gott schauen. "Ja, ich selbst werde ihn schauen und meine Augen werden hinsehen, ohne ihm fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir." Inmitten all des Leides erhebt sich der Glaube Hiobs zu neuer Höhe und sagt: "Ich weiß, Gott wird mich erlösen. Und selbst wenn er mich jetzt hier geschlagen hat" – was er, Gott, gar nicht wirklich getan, aber wenn es sich so anfühlt, als ob er mich schlägt – "glaube ich doch an ihn. Ich glaube, er wird am Ende alles gut herausführen. Und selbst wenn ich in diesem Leben keinerlei Hoffnung mehr haben sollte und nichts Gutes mehr sehen werde, da habe ich doch, dass ich auferstehen werde", so wie es schon in vorherigen Kapiteln gesagt hat, "dass Gott ihn rufen würde aus dem Grab, aus dem Todesschlaf, und er antworten würde und er Gott sehen wird, und zwar nicht als Fremden, sondern als Freund."
[11:05] Weißt du auch, lieber Freund, liebe Freundin, heute, dass dein Erlöser lebt? Und selbst wenn heute bis an den Tag des Todes nichts Gutes mehr deinem Leben passieren würde, dass du doch deinen Erlöser sehen wirst, du ihn an dem Fest. Selbst wenn er dich in diesem Leben nicht segnen würde (was er tut). Das heißt, wartet nicht eine wunderbare Hoffnung und Zukunft auf dich? Die Auferstehung der Gerechten oder das ewige Leben mit Gott.
[11:37] "Wenn ihr sprecht: 'Wir wollen ihn zur Strecke bringen', und meint: 'Die Wurzel der Sache sollten wir finden', so fürchtet euch selbst vor dem Schwert! Denn das Schwert wird die Sünden rächen, damit ihr wisst, dass es ein Gericht gibt."
[11:50] Es gab zur Zeit von Jesus Menschen, die glaubten, dass sein Leid am Kreuz von Golgatha seine eigene Schuld sei. Diese Menschen sagten, wir hielten ihn für Gott in Jesaja 53. Das deutet an, dass Menschen glaubten, er sei von Gott geschlagen, niedergedrückt und geplagt. Ihr könnt den Vers dort finden. Und das zeigt uns, dass Menschen damals einen schweren Fehler begangen haben zu glauben, dass Jesus aus eigener Schuld dies erlitt. Es nicht aus eigener Schuld. Das Problem lag nicht in ihm selbst. Jesus starb aufgrund des großen Kampfes und um dich und mich zu retten.
[12:32] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir wissen dürfen, dass unser Erlöser lebt. Und wir können es heute noch in einem noch tieferen Sinn sagen als Hiob, denn nicht nur lebt Jesus, Jesus lebt auch wieder, nachdem er auf die Erde gekommen ist und Mensch geworden ist und gestorben ist und als Mensch tot war und doch den Tod besiegt hat und damit die Fragen gelöst hat, die auch in diesem Buch, im Buch Hiob, so existenziell uns berühren, die Hiob schon im Glauben, inspiriert vom Heiligen Geist, verstanden hat, dass nämlich der Tod nicht das Letzte ist. Jesus hat für uns den Tod besiegt und jetzt lebt er, und zwar für immer, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und für uns einzutreten als unser Bürge, unser Stellvertreter, als unser Verteidiger. Danke, Herr, dass wir wissen dürfen, dass Jesus, unser Erlöser, heute lebt und dass wir ihn einmal sehen können mit unserem Körper, aus unserem Fleisch heraus, und dass er uns da nicht fremd sein wird. Hilf uns, dass wir heute mit ihm leben, damit er auch dann unser Freund sein kann. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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