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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ taucht Christopher Kramp tief in die Geschichte Hiobs ein, beginnend mit dem Besuch seiner Freunde. Er beleuchtet die anfängliche, tröstende Stille der Freunde und Hiobs verzweifelte Klage, in der er seinen Geburtstag verflucht und sich den Tod wünscht, um seinem unerträglichen Leid zu entkommen. Die Episode schließt mit dem Beginn von Eliphas‘ Rede und einer Reflexion über die Bedeutung von Weisheit im Umgang mit Worten in Zeiten der Not.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Hiob Kapitel 2, Vers 12 bis Kapitel 4, Vers 4. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:38] Lieber Vater im Himmel, wir kommen auch heute zu dir und bitten dich, dass du uns Kraft schenkst für alles, was heute an diesem Tag auf uns einstürzen mag. Du kennst die Zukunft, wir kennen sie nicht, und es kann gut sein, dass wir heute vielleicht mit traurigen, ja vielleicht sogar dramatisch schlimmen Nachrichten konfrontiert werden. Lass uns immer bewusst sein, dass du alles in der Hand hältst und dass du für uns da bist und dass wir niemals in eine Situation geraten, in der wir resignieren müssen. Herr, erfülle uns mit einem Heiligen Geist und schenk uns Geduld und Zuversicht, dass du alles richtig machst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:24] Wir sind im Hiob Kapitel 2. Drei Freunde von Hiob, die von seinem schweren Unglück gehört haben, haben sich verabredet, um ihn zu besuchen und um ihn zu trösten. Wir lesen ab Vers 12: "Und als sie von ferne ihre Augen erhoben, erkannten sie ihn nicht mehr. Da hoben sie ihre Stimme und weinten, und jeder zerriss sein Gewand, und sie warfen Staub über ihre Häupter zum Himmel." Diese drei Freunde waren wirklich von Herzen traurig, erschüttert und betrübt, wie schlimm es um Hiob stand. Seine Krankheit hatte ihn so entstellt, dass sie ihn nicht einmal mehr erkannt haben.

[2:11] "Dann setzten sie sich zu ihm auf den Erdboden, sieben Tage und sieben Nächte lang, und keiner redete ein Wort mit ihm, denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war." Manchmal ist das Beste, was man von guten Freunden empfangen kann, ein tröstliches Schweigen, ein mitleidvolles Dasein und nichts sagen. Wir werden das Buch Hiob ja noch weiter lesen und feststellen, dass es wohl besser gewesen wäre, diese Freunde hätten auch die gesamte Zeit geschwiegen. Manchmal ist das Dasein und Schweigen viel hilfreicher als der Versuch, Erklärungen zu finden, diese Erklärungen, die dann manchmal das alles nur noch schlimmer machen.

[2:57] Hiobs Schmerz war unfassbar groß, was wir jetzt auch an den folgenden Worten sehen können. "Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte den Tag seiner Geburt." Mit anderen Worten, er macht deutlich: "Ich wollte lieber nicht geboren sein." Und Hiob begann und sprach: "Wäre doch der Tag ausgelöscht, da ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach: Ein Knabe ist empfangen! Wäre doch dieser Tag Finsternis geblieben, hätte doch Gott in der Höhe sich nicht um ihn gekümmert, und wäre doch niemals das Tageslicht über ihn aufgeleuchtet! Hätten doch Finsternis und Todesschatten ihn zurückgefordert, Bewölkung sich auf ihn niedergelassen und trübe den Tag überfallen! Und jene Nacht, hätte doch das Dunkel sie hinweggerafft, hätte sie sich nur nicht gefreut unter den Tagen des Jahres, und wäre sie doch nicht in die Zahl der Monate eingereiht worden! Ja, wäre doch jene Nacht unfruchtbar geblieben, hätte doch kein Jubel sie erreicht! Hätten sie doch die verwünscht, die den Tag verfluchen können, die imstande sind, den Leviathan aufzuwecken! Hätten sich doch die Sterne ihrer Morgendämmerung verfinstert, hätte sie doch auch nicht gehofft, dass er erschienen wäre, hätte er doch die Strahlen der Morgenröte nicht geschaut! Doch er verschloss mir nicht die Pforte des Mutterleibes und verbarg nicht den Jammer vor meinen Augen. Warum starb ich nicht zugleich bei der Geburt, kam nicht um, sobald ich aus dem Mutterleib hervorging? Warum kamen mir Knie entgegen und wozu Brüste, dass ich daran trank?"

[4:43] Manchmal kann uns das Leben so schwer und so schlimm treffen, so schwer treffen, dass wir am Leben selbst verzweifeln möchten, dass wir uns überhaupt die Frage stellen: "Warum lebe ich eigentlich? Warum bin ich geboren worden?" Hiob war an einem solchen existenziellen Punkt. Er hat sich wirklich die Frage gestellt, was eigentlich am Leben so erstrebenswert ist, und in der tiefen Not seines unfassbaren Verlustes hat er das Gefühl, dass es besser wäre, nie gelebt zu haben.

[5:21] "Denn jetzt läge ich da und wäre still, ich wäre eingeschlafen und hätte nun Ruhe, zusammen mit Königen und Ratgebern der Erde, die sich längst verfallene Paläste erbauten. Er hatte schon gesehen, dass Könige sich große Bauten erbauen, die dann doch wieder zerfallen und dass menschlicher Ruhm und menschliche Ambition keine wirkliche Zukunft haben. Oder mit Fürsten, die Gold hatten, die in ihren Häusern Silber häuften. Oder wäre ich doch niemals da gewesen wie eine Fehlgeburt, den Kindern gleich, die nie das Licht erblickten. Dort hört das Toben der Gottlosen auf, dort finden die Erschöpften Ruhe, dort sind alle Gefangenen in Frieden. Sie hören die Stimme des Treibers nicht mehr. Klein und Groß sind dort gleich, und der Knecht ist frei von seinem Herrn. Warum lässt Gott den Mühseligen das Licht sehen und gibt Leben den Verbitterten, denen sie auf den Tod harren, und er kommt nicht, die nach dem Grabe mehr als nach verborgenen Schätzen, die sich jubelnd freuen würden, die frohlocken, wenn sie ein Grab finden, einem Mann, dem sein Weg verborgen ist, den Gott ringsum eingeschlossen hat? Denn statt zu essen, kommt mir mein Seufzen, und meine Klagen ergießen sich wie Wasser."

[6:47] Hiob ist so tief am Boden zerstört, dass der Tod für ihn ein Gewinn scheint, eine Erlösung. "Denn das Schreckliche, das ich befürchtet habe, ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen. Ich konnte nicht ruhen und nicht rasten, und kaum hatte ich mich erholt, so kam ein neuer Sturm." Genau das, was da passiert ist. Kaum hatte der eine Bote ausgesprochen, da kam schon der nächste. Nicht nur die Schwere der Hiobsbotschaften, auch ihre unfassbare Aufeinanderfolge hat dazu beigetragen, dass Hiob förmlich unter Schock stand.

[7:30] Da ergriff Eliphas, der Temaniter, das Wort und sprach: "Wenn man ein Wort an dich richtet, wird es dich verärgern? Aber Worte zurückhalten, wer könnte das?"

[7:44] Er hätte doch ehrlich fast die Worte zurückgehalten. Gott hat ihm die Kraft geschenkt. Wir werden sehen, dass seine Worte eben nicht zur Hilfe, sondern zur zusätzlichen Last wurden. Und wir können lernen, dass wir, auch wenn wir das Gefühl haben, wir müssen unbedingt reden, wir uns erst die Frage stellen, ob wir wirklich reden müssen, ob unsere Worte ein Segen sind.

[8:03] "Siehe, du hast viele unterwiesen und hast müde Hände gestärkt. Deine Worte haben den Strauchelnden aufgerichtet, und wankende Knie hast du gekräftigt." Lasst uns gemeinsam beten.

[8:17] Lieber Vater im Himmel, schenk du uns Weisheit heute und an jedem weiteren Tag, dass wir wissen, wann wir mit unseren Worten ein Segen sind und wann es besser wäre, zu schweigen. Schenk uns die Weisheit, denn wir alleine können das nicht entscheiden. So oft glauben wir, dass wir reden müssen, und wir hätten lieber geschwiegen. Schenk du uns die Weisheit, die wir brauchen, und erfülle uns dafür mit einem Heiligen Geist.


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