In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Kapitel 34 und 35 des Buches Hiob. Er analysiert Elihus Argumente, die zwar korrekte theologische Aussagen über Gottes Gerechtigkeit und Allmacht enthalten, aber auch Elihus Missverständnis von Gottes Charakter offenbaren. Der Sprecher betont, wie sehr Gott unter der Sünde leidet und dass er nicht emotionslos ist, im Gegensatz zu Elihus scheinbar distanzierter Sichtweise.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 34:12-35:10
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seite 577. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, auch heute möchten wir dir von Herzen Dank sagen, dass wir Erlösung in Jesus Christus haben, dass er uns befreit hat, dass er den Preis bezahlt hat, damit wir einmal in Ewigkeit bei dir sein können. Danke, dass seine Gerechtigkeit, obwohl wir es nicht verdient haben, uns angerechnet und verliehen wird. Und, Herr, das wünschen wir uns so sehr auch für den heutigen Tag. Wir möchten Danke sagen, dass wir wissen dürfen, dass du uns erlöst hast und dir so sehr wünschst, dass wir in dieser Erfahrung auch dabei bleiben. Sprich du jetzt durch dein Wort zu uns, fülle uns mit deinem Heiligen Geist und hilf, dass wir erkennen, was du uns heute sagen möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:32] Wir sind in Hiob Kapitel 34. Elihu redet weiterhin und er beginnt jetzt, nachdem er in Kapitel 33 zum Teil unglaublich schönen Formulierungen das Evangelium erklärt hat, dem Hiob doch wieder vorzuwerfen, Teil der Gottlosen zu sein, weil seine Behauptungen falsch sind und er Gott Unrecht tue. Wir lesen in Vers 12: „Ja, wahrlich, Gott handelt nicht gesetzlos und der Allmächtige beugt das Recht nicht.“ Und das ist natürlich absolut wahr, was er hier sagt. „Wer hätte ihm die Erde unterstellt und wer hat den ganzen Erdkreis gegründet?“ Damit spielt er auf die Tatsache, dass Gott alles selbst geschaffen hat. „Wenn er nur noch auf sich selbst achtet und seinen Geist und Odem wieder zurücknähme, so würde alles Fleisch miteinander vergehen und der Mensch zum Staub zurückkehren.“ Das ist eine interessante Formulierung, die deutlich macht, dass wenn Gott seine – wenn Gott sich zurückzieht, wenn er das Leben hinwegnimmt, dann stirbt der Mensch und er wird wieder zum Staub, so wie schon in 1. Mose 3 steht. Und es wird auch deutlich, dass der einzige Grund, warum wir leben, warum ich lebe, warum du lebst, lieber Freund, liebe Freundin, ist, weil Gott uns am Leben erhält, weil er eben nicht auf sich selbst achtet, sondern auf uns. Gott achtet auf dich und deswegen kannst du zuhören, deswegen kannst du sehen, deswegen kannst du gerade mitdenken. Deswegen hast du, weil Gott an dich denkt und nicht an sich.
[3:07] „Hast du nun Verstand, so höre dies und schenke der Stimme meine Worte Gehör. Könnte auch einer herrschen, der das Recht hasst? Oder willst du den Gerechten, den Mächtigen, schuldig sprechen? Darf man zum König sagen: Du Nichtsnutz! Und zu Edlen: 'Ihr Gottlosen!' Der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Vornehmen nicht mehr achtet als den Geringen? Denn sie sind alle das Werk seiner Hände.“ Sein Punkt ist also: Du darfst nicht mal gegen einen Regierenden, gegen einen König, einen Fürsten protestieren, denn er ist der Fürst und er hat die Macht. Aber wie viel weniger dann, dass du gegen Gott protestieren, der sogar die Fürsten gemacht hat? Das Argument von Elihu. „Plötzlich sterben sie, also die Vornehmen, mitten in der Nacht. Ein Volk ins Wanken gebracht und geht dahin und er beseitigt den Tyrannen ohne Menschenhand.“ Das erinnert uns vielleicht ein wenig auch an Daniel, an die eine Vorhersage, dass ohne menschliches Zutun und eine menschliche Hand am Ende das kleine Horn vernichtet werden wird. „In der Nacht, denn seine Augen sind auf die Wege des Menschen gerichtet und er sieht jeden Schritt. In einer Nacht gibt es keine Finsternis und keinen Todesschatten, wo die Übeltäter sich verbergen könnten. Denn er braucht nicht lange auf einen Menschen zu achten, damit er vor Gott ins Gericht kommt.“ Hier wird also deutlich, dass eine sehr entscheidende biblische Wahrheit, dass Gott alles weiß und alles kennt und nichts vor ihm verborgen bleibt. „Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle.“ Und hier scheint das Bild von Gott wieder zu verzerren, denn die Bibel macht sehr deutlich, dass Gott nicht einfach ohne Untersuchung Menschen verurteilt, sondern genau das Gegenteil der Fall ist, dass er sehr wohl Untersuchungen anstellt. Man denke an den Turmbau zu Babel, man denke an Sodom und Gomorrha. Die Bibel spricht auch von einem Gericht vor der Wiederkunft, das untersucht. Die Bibel spricht von einem Gericht während des Millenniums, das untersucht, bevor ein abschließendes Urteil jeweils gefällt wird oder das Urteil dann auch vollstreckt wird. „Denn er kennt ihre Werke und verkehrt sie über Nacht, sodass sie zermalmt werden.“ Es ist natürlich wahr, dass Gott nicht erst sich informieren muss, falls er das gemeint hat, dann ist es wahr, dass er nicht erst suchen muss und untersuchen muss und etwas ist. Aber trotzdem ist es auch wahr, und das kommt hier nicht so zum Tragen, sondern in anderen Bibelstellen, dass Gott der Transparenz wegen immer erst eine Untersuchung hat, bevor er ein Urteil fällt.
[5:43] „Als Gottlose züchtigt er sie dort, wo alle es sehen, weil sie von ihm abgefallen sind und keinen seiner Wege beachtet haben, so dass sie das Schreien des Geringen zu ihm hinaufbringen ließen und er das Schreien der Unterdrückten hörte. Wenn er sich ruhig verhält, wer kann ihn verurteilen? Wer da sein Angesicht verbirgt, wer kann ihn schauen? So handelt er sowohl an einem Volk als auch an einem einzelnen Menschen.“ Elihu sagt, dass so wie Gott mit Völkern handelt, er auch mit einzelnen handelt. Sehr interessantes Prinzip, das im Grunde genommen durchaus nachdenkenswert ist. „Damit nicht gottlose Menschen regieren, die dem Volk zum Fallstrick werden.“ „Der zu Gott muss man sagen: 'Ich habe meine Strafe getragen und will nicht mehr verkehrt handeln. Was ich nicht sehe, lehre du mich. Wenn ich Unrecht getan habe, so will ich es nicht wieder tun.' Soll er nach deinem Sinn Vergeltung üben, weil du verwirfst? Denn du musst wählen und nicht ich. Das, was du weißt, das rede. Verständige Männer werden mir zustimmen und jeder weise Mann, der mir zuhört. Hier redet Hiob wie ein Unwissender und seine Worte zeugen nicht von Einsicht, dass doch Hiob fort und fort geprüft würde, weil er antwortet wie gottlose Männer antwortet.“ Ein bemerkenswerter Satz. Elihu wünscht sich, dass die Prüfungen für Hiob weitergehen, weil er eben nicht die richtige Erkenntnis hat. Mögen wir nicht Menschen, von denen wir denken, dass sie falsch liegen, es wünschen, dass sie noch mehr Leid erfahren. Das ist eine sehr traurige Idee, die er ausdrückt. „Der zu seiner Sünde fügt er Treue hinzu, er verhöhnt und redet viel gegen Gott.“ Weiter redete Elihu und sprach: „Hältst du dies für recht, wenn du sagst: Ich bin gerechter als Gott? Denn du fragst dich: Was er dir nutzt, was habe ich davon, wenn ich nicht sündige? Ich will dir Worte erwidern und deinen Gefährten mit dir. Sieh zum Himmel empor und betrachte sie. Schau die Wolken an, die höher sind als du. Wenn du sündigst, was tust du ihm zuleide? Und sind deine Missetaten zahlreich, was schadest du ihm?“ Auch hier wird deutlich, dass er nicht wirklich durchdringt, nicht wirklich versteht, was Gott eigentlich – wie sehr Gott leidet über jede einzelne Sünde. Denn derselbe Elihu, der den Erlösungsplan sehr klar und sehr anschaulich erklärt hatte, scheint nicht zu verstehen, dass es ja Gott selbst ist, der leidet, um uns von den Sünden retten zu können.
[8:24] „Wenn du gerecht bist, was gibst du ihm, oder was empfängt er von deiner Hand?“ Was Elihu auszudrücken scheint, ist, dass es letztendlich für Gott egal ist, ob wir sündigen oder gerecht sind, dass wir ihm damit keine Freude machen können beziehungsweise ihm nichts traurig oder ihm nichts zuleide tun kann. „Ein Mensch wie du leidet unter deiner Gottlosigkeit und einem Menschenkind nützt deine Gerechtigkeit. Sie schreien unter vielen Bedrängnissen, sie rufen um Hilfe wegen der Gewalt der Großen. Aber man denkt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Loblieder gibt in der Nacht?“ Lasst uns beten.
[9:02] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir wissen dürfen, dass du nicht emotionslos und gefühlskalt vor unserem Leben stehst, dass du mitleidest, wenn wir leiden, dass du traurig bist, wenn wir gegen dich rebellieren, und dass du dich freust, wenn wir dich lieb haben und deinem Wort leben, weil wir gesehen haben, dass das Beste für uns ist. Herr, gib, dass wir dich besser verstehen, damit wir auch besser über dich reden können, so wie du wirklich bist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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