Veröffentlicht am
329 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp die Rede Elihus aus Hiob Kapitel 35 und 36. Er beleuchtet Elihus’s Sichtweise auf Gottes Gerechtigkeit und die Rolle von Leid als göttliche Zurechtweisung. Der Sprecher betont Gottes unübertroffene Weisheit als Lehrer und die Konsequenzen, die sich aus der Annahme oder Ablehnung seiner Führung ergeben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Seite 578. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir wissen dürfen, dass du gerecht bist, dass du das Recht nicht beugst, sodass wir uns darauf verlassen können, dass, was du sagst, auch gilt und dass du keinen Menschen benachteiligst, sondern dass du wirklich von ganzem Herzen nach Gerechtigkeit lechzt und Gerechtigkeit garantierst. Herr, wir möchten uns deswegen in unserem Herzen auch dir zuwenden. Wir möchten dich bitten, dass du uns deine Gerechtigkeit schenkst, du mit deiner Gerechtigkeit begleitest und dich bitten, dass du doch heute uns durch dein Wort unterrichtest, dass du uns Weisheit schenkst, wie sie nur von dir kommt. Ich möchte, dass wir dein Wort richtig verstehen und danken, dass Jesus für uns eintritt. In seinem Namen beten wir. Amen.

[1:32] Wir sind in Hiob Kapitel 35. Noch immer redet Elihu. Elihu hat zuletzt über den Schöpfer gesprochen, an den man so oft nicht denkt, der Loblieder in der Nacht gibt. In Vers 11 sagt er weiter über diesen Schöpfer: "Der uns mehr Belehrung zuteil werden ließ als den Tieren des Feldes und uns mehr Verstand gegeben hat als den Vögeln des Himmels."

[2:02] Dann schreibt Elihu doch: "Er antwortet nicht wegen des Übermuts der Bösen. Gott wird auf Nichtigkeit gewiss nicht hören, und der Allmächtige sieht sie nicht an. Auch wenn du sagst, du könntest ihn nicht sehen, so liegt die Rechtssache doch vor ihm. Warte nur auf ihn." In gewisser Weise ist das, was Elihu sagte, eigentlich durchaus korrekt und richtig, denn Hiob hat ja den Eindruck gehabt, dass Gott sich nicht um die Gerechtigkeit kümmert. Und Elihu macht ihm deutlich: Gott weiß alles und er kennt alles und er wird sich darum kümmern. Dieses ist ein Rechtsfall, wird behandelt werden. Doch Elihu denkt nach wie vor wie die anderen drei Freunde, dass Hiob ja offensichtlich gesündigt haben muss, weil auch Elihu den großen Kampf versteht, der dort im Himmel begonnen hat und sich auch in dieser himmlischen Ratsversammlung am Anfang des Buches gezeigt hat. Und nun: "Weil sein Zorn noch nicht gestraft hat, sollte er deshalb um den Übermut nicht sehr wohl wissen. So hat also Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und aus lauter Unverstand so viele Worte gemacht."

[3:09] Elihu meint also sagen zu können, dass Gott nur deswegen noch nicht wirklich eingegriffen hat, weil sein Zorn noch nicht gestraft hat. Und das ist eigentlich schon auch ein ziemlich bemerkenswerter Gedanke, denn Hiob hat enorm viel Leid schon erlebt, aber Elihu denkt, die Worte von Hiob würden noch mehr Leid und Strafe zur Folge haben müssen. Und Elihu fuhr fort und sprach: "Gedulde dich noch ein wenig, so will ich es dir mitteilen. Ich habe noch mehr Worte für Gott." Wir haben uns vielleicht an eine der Aussagen von Hiob in früheren Kapiteln wohl gesagt hat: "Wollt ihr für Gott Partei ergreifen? Wollt ihr zu seinen Gunsten lügen?" Man hat hier den Eindruck, dass Elihu, auch wenn das sicherlich vielleicht aufrichtig gemeint hat, für Gott Partei ergreift und dabei immer wieder auch über das Ziel hinausschießt, wie wir jetzt auch gleich wieder sehen werden. "Ich will mein Wissen von weit her holen und meinem Schöpfer Gerechtigkeit widerfahren lassen." Er möchte jetzt für Gott eintreten, denn "wahrlich, meine Reden sind keine Lügen. Vor dir steht ein Mann mit vollkommener Erkenntnis." Das ist natürlich für einen jungen Mann eine ziemlich ambitionierte Aussage, die ziemlich beeindruckend ist, die allerdings, wie wir sehen werden und schon auch gesehen haben, nicht immer wirklich der Realität entspricht.

[4:34] "Siehe, Gott ist mächtig, doch verachtet er niemand. Groß ist die Kraft seines Herzens. Den Gottlosen erhält er nicht am Leben, aber den Elenden schafft er Recht. Er wendet seine Augen nicht ab von dem Gerechten und setzt sie auf ewig mit Königen auf den Thron, damit sie herrschen. Sind sie aber in Fesseln gebunden, in Banden des Elends gefangen, so hält er ihnen ihre Taten, Übertretung vor, denn sie haben sich überhoben." Ein Punkt ist also: Wenn Gerechte negative Dinge erleben, dann deswegen, weil Gott sie schadet, weil er sie wegen ihrer Übertretung, wegen ihres Übermuts, wegen ihres beginnenden Stolzes wieder strafen möchte. "Er öffnet ihr Ohr der Zurechtweisung und befiehlt ihr, sich von der Bosheit abzukehren." Also Elihus Punkt scheint der zu sein, dass wir, an die anderen drei Freunde, einfach gesagt haben: "Was du erlebt hast, Hiob, ist Gottes Strafe." Sondern die Wortlosigkeit ist Elihus Punkt, wo das die anderen auch zum Teil so ausgedrückt haben, aber noch artikulierter: Gott tadel dich, er züchtigt dich mit dem Ziel, dich vor weiterem Unheil zu bewahren.

[5:45] "Wenn sie dann gehorchen und sich unterwerfen, so werden sie ihre Tage in Glück vollenden und ihre Jahre in Wohlergehen. Gehorchen sie aber nicht, so rennen sie dem Wurfspeiß und sterben dahin in ihrem Unverstand." Also Elihu sagt: Man hat die Wahl, man muss sich entscheiden, ob man der Zurechtweisung folgt oder sie ablehnt. Und das ist im Grunde genommen eine sehr richtige und wahre Aussage. Auch wir müssen uns entscheiden, ob wir die Zurechtweisung Gottes in Anspruch nehmen oder abweisen. Und wir müssen davon ausgehen, dass unsere Entscheidung auch entsprechende Konsequenzen hat. "Die aber ein gottloses Herz haben, häufen Zorn auf. Sie rufen nicht um Hilfe, wenn er sie gefesselt hat. Ihre Seele stirbt in der Jugend und ihr Leben unter den Huren." Den Gedemütigten aber rettet er durch die Demütigung und öffnet durch die Not sein Ohr."

[6:38] Hier sieht man also, dass Elihu weiß, dass diejenigen, die sich gar nicht beschweren oder die gar nicht beten, gleich zu Gott reden, dass die hoffnungslos verloren sind. Für ihn scheint Hiob in einem Zwischenstadium zu sein, einer, der schon Gott kennt, ja eigentlich ein Gerechter war, aber dann doch wieder Sünden in sein Leben gekommen ist und deswegen Gott ihn tadeln muss und ihn zurückführen muss. "Und auch dich führte er aus dem Rachen der Bedrängnis. Dein Platz wird uneingeschränkt weit sein und ein Tisch bereitet mit reicher, guter Speise." Also Elihu macht jetzt die direkte Anwendung auf Hiob. "Bist du aber vom Urteil des Gottlosen erfüllt, so werden Urteil und Gericht dich treffen. Der Zorn aber verleite dich ja nichts zur Lästerung, und die Menge des Lösegeldes besteche dich nicht. Wird dich etwa der Hilferuf aus der Bedrängnis herausführen und alle deine mühevollen Anstrengungen? Sehne dich nicht nach der Nacht, wenn Völker untergehen werden. Hüte dich, wende dich nicht zum Unrecht, denn dies hast du dem Elend vorgezogen." Elihu scheint insbesondere den Eindruck zu haben, dass Hiob so in einer Entscheidungsphase ist, in welche Richtung er jetzt gehen soll und meint, ihn ermutigen zu müssen, auf jeden Fall nicht weiter den Weg einzuschlagen, den er bisher eingeschlagen hat.

[7:52] "Siehe, Gott ist erhaben in seiner Kraft. Wer ist ein Lehrer wie er?" Dieser Vers für sich genommen ist eine echte Perle. Gott ist tatsächlich der beste Lehrer. Ich glaube, ich kann sagen, dass Gott der beste Lehrer gewesen ist und ist, den ich in meinem Leben jemals gehabt habe. Und er möchte auch dein Lehrer sein, liebe Freunde. Niemals kann ein Mensch nicht so unterrichten, wie Gott tun kann. "Wer will ihn zur Rede stellen über seinen Weg? Und wer will zu ihm sagen: 'Du hast Unrecht getan?' Denke daran, sein Tun zu erheben, das Menschen besingen, das Menschen besingen. Alle Menschen schauen das an. Der Sterbliche erblickt es von Ferne. Siehe, Gott ist so erhaben, dass wir ihn nicht erkennen können. Die Zahl seiner Jahre ist unerforscht." In einer gewissen Weise hat Elihu recht, dass Gott unseren Verstand übersteigt. Und doch sagt Jesus in Johannes 17, Vers 3: "Das ewige Leben darin besteht, dass wir den allein wahren Gott und den, der gesandt hat, Jesus Christus, erkennen." "Denn er zieht Wassertropfen herauf, sie sickern als Regen für seinen Wasserstrom herab." Ein Bild aus dem Wasserkreislauf. "Denn die Wolken rieseln nieder auf viele Menschen. Abtropfen lassen. Da steht man auch das Ausspannen der Wolken und den Donnerschall eines gezählt. Siehe, er breitet sein Zelt darüber aus und bedeckt die Gründe des Meeres. Denn damit richtet er die Völker und gibt Speise die Fülle. Seine Hände umhüllt er mit dem Blitzstrahl und gebietet ihm."

[9:22] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du unser Lehrer sein möchtest. Und tatsächlich können wir aus Überzeugung und Erfahrung sagen: Wer ist ein Lehrer wie du? Herr, gib, dass wir an diesem Tag lernen, was du uns lehren möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen. [Musik]


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.