In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Kapitel 38:12 bis 39:9 aus dem Buch Hiob. Er analysiert Gottes rhetorische Fragen an Hiob, die dessen Unwissenheit über die Komplexität der Schöpfung aufzeigen. Von den Naturgesetzen des Lichts und des Wetters bis hin zu den Wundern des Tierreichs wird deutlich, dass Gottes Weisheit und Kontrolle unbegrenzt sind. Die Botschaft ermutigt dazu, Gott zu vertrauen, selbst wenn das Leid im „großen Kampf“ unerwartet kommt.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 38:12-39:9
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik]
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Hiob 38:12-39:9.
[0:38] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du unser Schöpfer bist, dass du uns gemacht hast und uns so wunderbar gemacht und diese Welt so großartig gemacht. Und wenn wir ganz ehrlich sind, denken wir viel zu wenig drüber nach. Je mehr wir über deine Schöpfermacht nachdenken, desto deutlicher wird uns, wie sehr wir dich brauchen und wie groß deine Macht und deine Weisheit ist, die weit über das hinausgeht, was wir wissen können. Und wenn du mehr weißt als wir wissen können, dass du es gut mit uns meinst, ist das Beste, was wir tun können, dir zu vertrauen. Und Herr, dieses Vertrauen möchten wir heute neu lernen, vertiefen und wachsen lassen durch dein Wort. Du sprichst durch dein Wort zu uns nach deiner Verheißung. Dafür danken wir dir. Im Namen Jesu. Amen.
[1:30] Wir sind jetzt hier, um Kapitel 38 nach den langen Dialogen und auch dem Monolog von Elihu. Spricht Gott selbst aus dem Gewittersturm und stellt Hiob eine Reihe von Fragen, rhetorische Fragen, die deutlich machen, dass Hiob viele Dinge in dieser Welt, allein schon wie diese Welt aufgebaut ist, wie sie gemacht worden ist, nicht beantworten kann. Wie viel mehr kann Hiob nicht das verstehen, was hinter den Kulissen im großen Kampf vor sich geht, was wir schon aus Kapitel 1 und den ersten Anfängen des Buches kennen.
[2:11] Gott verweist in diesen Fragen immer wieder auf die Schöpfung und macht damit deutlich, dass er als Schöpfer die allergrößte Weisheit hat. Wir lesen ab Vers 12: "Hast du, solange du lebst, jemals den Sonnenaufgang angeordnet und dem Morgenrot seinen Platz angewiesen, dass es die Enden der Erde erfasse, damit die Frevler von ihr verscheucht werden?"
[2:34] Die Frevler, die vielleicht in der Nacht krumme Dinger geplant und getan haben, werden durch den Sonnenaufgang verscheucht, der sich über die ganze Erde ausbreitet. Wir kennen ja die Bilder von Satelliten, wie die Erde plötzlich hell wird, wenn die Sonne sie erfasst. "Es handelt sich, wie Siegelton, und alles steht da wie in Tracht. Und der Gottlosen wird ja nicht entzogen, und erhobene Arm wird zerbrochen." "Bist du auch bis zu den Quellen des Meeres gekommen, oder hast du den Urgrund der Meerestiefe durchwandert?" Wir wissen heute, dass es viele Kilometer zum Teil sind, bis man in den großen Gräben der Ozeane bis an den Grund kommt, die Menschen selbst heute quasi unerreichbar sind.
[3:25] "Sind die Tore des Todes geöffnet worden, und hast du die Pforten des Todesschattens gesehen? Hast du die Breiten der Erde überschaut? Weißt du das alles, so sage es mir!" Hiob hat keine Ahnung davon, wie groß und gewaltig die Erde ist. Gott sieht die komplett vor sich.
[3:41] "Welches ist denn der Weg zu den Wohnungen des Lichts, und wo hat denn die Finsternis ihren Ort, dass du sie bis zu ihrer Grenze bringen und die Pfade zu ihrem Haus kennen könntest?" Was hier mit bildlicher Sprache angedeutet wird, ist, dass es gewaltige physikalische, komplexe Gesetzmäßigkeiten gibt, die Licht und Finsternis, astronomische Gesetzmäßigkeiten, die all das bestimmen. Gott kennt sie alle. Er hat sie geschaffen, hat sie erdacht. Hiob weiß von all dem nichts. Er ist Nutznießer der Dinge, die zumindest in seinem Blickfeld überhaupt erscheinen. Gottes Verstand ist unendlich viel größer als der von Hiob.
[4:27] "Du weißt es ja, denn zu der Zeit warst du geboren, die Zahl der Tage ist groß!" Das ist eine feine Art von Ironie, um deutlich zu machen: Du kannst es gar nicht wissen. "Oder bist du auch bis zu den Vorratskammern des Schnees gekommen, und hast du die Speicher des Hagels gesehen, die ich aufgehalten habe für die Zeit der Drangsal, für den Tag des Kampfes und der Schlacht?" "Auf welchem Weg verteilt sich denn das Licht, und wie verbreitet sich der Ostwind über die Erde? Wer hat der Regenflut ein Bett gewiesen und dem Donnerstrahl einen Weg, damit es regne auf ein menschenleeres Land, auf die Wüste, wo kein Mensch ist?" Immer wieder wird übrigens hier im Buch Hiob über Regen und Regenfälle und Schnee gesprochen, was sehr deutlich macht, dass das Buch Hiob nach der Sintflut handelt und auch natürlich dann auch geschrieben worden ist. "Um die Einöde und Wildnis zu sättigen, um das junge Grün hervor sprießen zu lassen?"
[5:22] "Hat der Regen einen Vater, oder wer hat die Tropfen des Taus erzeugt?" Wie funktioniert eigentlich die Physik des Wassers? Wie funktioniert die Physik des Lichtes und des Windes? All diese Dinge, die für den Menschen bis heute zum Teil ein Rätsel sind, erforscht werden. Wir wissen bis heute nicht ganz genau, wie man Licht einheitlich beschreiben kann. Noch heute erforschen wir die Phänomene der Meteorologie. Aber auch wenn wir vieles verstanden haben, sind wir doch an vielen Punkten noch unwissend. Wie viel mehr Hiob damals!
[5:57] "Aus wessen Schoß ist das Eis hervorgegangen, und wer hat den Reif des Himmels geboren, die zu Stein erstarrt das Wasser, und die Oberfläche der Fluten zieht sich fest zusammen?" Hier wird beschrieben, wie die Wasser zu einer Eisdecke überzogen wird.
[6:09] "Knüpfst du die Bande des Siebengestirns, oder kannst du die Fesseln des Orion lösen?" Von der Erde geht es jetzt zu den Gestirnen, zu dem, was Gott am Himmelszelt geschaffen hat. Die Sterne, die Sternbilder, so weit weg, dass wir uns das gar nicht vorstellen können. Die Gesetzmäßigkeiten, die dort wirken, um die Sterne an ihren Orten, damit die Sterne an diesen Orten sind, wo wir sie zumindest wahrnehmen. Das fragt Gott jetzt als rhetorische Frage: "Kannst du die Sterne des Tierkreises herausführen zu ihrer Zeit, und leitest du den Großen Bären samt seinen Jungen?" Diese Bilder sind ja nur vom Menschen geschaffen, aber sie repräsentieren Sonnen und Welten und Galaxien, die so weit weg sind, dass wir uns das gar nicht vorstellen können. Gott hat das alles unter seiner Kontrolle.
[7:02] "Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde? Kannst du deine Stimme zu den Wolken erheben, so dass die Regengüsse bedecken?" Der Mensch kann ja nicht einmal Regen erzeugen durch sein Wort. "Kannst du Blitze entsenden, dass sie hinfahren und zu dir sagen: 'Siehe, hier sind wir'?" Gott redet hier aus dem Gewittersturm, um deutlich zu machen, dass diese Naturphänomene etwas über Gott aussagen.
[7:31] "Wer hat Weisheit in die Nieren gelegt, und wer hat dem Herzen Verstand verliehen?" Warum kann ein Mensch denken? "Wer zählt die Wolken mit Weisheit, und wer schüttet die Schläuche des Himmels aus, dass der Staub zu Klumpen wird und die Schollen aneinander kleben, wenn Wasser die Erde bedeckt und das Erdreich dann befeuchtet wird?" "Jagst du die Beute für die Löwen und stillst du die Begierde der jungen Löwen?"
[7:59] Wir sind jetzt dabei, von der unbelebten Natur, die in den ersten drei, ja, ersten vier Schöpfungstagen geschaffen worden ist, also wo es um Wasser und um Licht und den Himmel geht und die Himmelskörper, jetzt zu dem Bereich zu kommen, der in den letzten Schöpfungstagen, fünf und sechs, eine Rolle gespielt, indem es um die Tiere geht.
[8:20] "Wenn sie in ihren Höhlen kauern, im Dickicht auf der Lauer liegen, wer verschafft den Raben seine Speise, wenn seine Jungen zu Gott schreien und herumflattern aus Mangel an Nahrung?"
[8:30] "Kennst du die Zeit, da die Steinböcke gebären, und hast du beobachtet, wann die Hin-den, also die weiblichen Hirsche oder Rehe, kreisen? Zählst du die Monate, die sie erfüllen müssen, und weißt du die Zeit ihres Gebärens? Sie kauern sich nieder, werfen ihre Jungen und sind ihre Wehen los." Wir wissen heute vielleicht mehr als Hiob, weil wir über Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte Tiere beobachtet haben und Aufzeichnungen gemacht haben und in vielen Fällen solche Dinge beantworten können. Und doch sind das ja nur repräsentative Fragen, stellvertretende Fragen für sehr viele andere, die Gott stellen könnte und von denen wir heute auch im Tierreich noch gar nichts wissen, weil wir zum Teil viele Tiere noch gar nicht entdeckt haben.
[9:11] "Ihre Jungen werden stark, wachsen im Freien auf, verlassen sie und kommen nicht mehr zurück?" "Wer hat den Wildesel frei laufen lassen, und wer hat die Fesseln des Wildochsen gelöst, dem ich die Steppe zur Wohnung angewiesen habe, das Salzland zum Aufenthalt? Er lacht über den Lärm der Stadt, und das Geschrei des Treibers hört er nicht. Er sucht sich die Berge zu seiner Weide und spürt allen grünen Kräutern nach." "Wird der Büffel willig sein, dir zu dienen? Bleibt er an deiner Krippe über Nacht?"
[9:42] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater, wenn wir wirklich über deine Schöpfung nachdenken, dann erkennen wir, ganz egal wohin wir blicken, ob in die Pflanzenwelt, in die Tierwelt, in die Astronomie, in die Physik, in die Geologie – wohin wir auch schauen und deine Schöpfung betrachten, wir sehen, dass du weitaus größer bist, als unser Verstand erfassen kann. Wenn du das alles so gemacht hast, für all das sorgst, dann dürfen wir wissen, dass du auch für uns sorgst, auch wenn aufgrund des großen Kampfes plötzlich unerwartet für einen gewissen Zeitraum wir Leid erleben. Du hast alles unter Kontrolle. Dafür danken wir dir. Du hast uns diese Weisheit geschenkt, dass wir wissen dürfen, dass du die Weisheit hast. Und so weiter: Weisheit besteht nicht darin, dass wir alles wissen, sondern dass wir wissen, wer es weiß, und wir vertrauen können. Danke, dass du uns das heute gezeigt hast und gib, dass wir es nicht vergessen. Im Namen Jesu. Amen.
[10:42] [Musik]
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