In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ taucht Christopher Kramp tief in Hiob Kapitel 6 bis 8 ein. Er beleuchtet Hiobs tiefe Verzweiflung und seine Fragen an Gott angesichts unermesslichen Leids. Der Sprecher analysiert Hiobs Kampf mit der Gewissheit seiner Sündenvergebung und die oft vereinfachenden Erklärungsversuche seiner Freunde. Dabei zieht er Parallelen zur Endzeit und ermutigt dazu, an Gottes Vergebung festzuhalten, auch wenn das Leid unverständlich erscheint.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 6:30-8:9
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:47] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“. Heute mit Seite 558. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:54] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns so lieb hast, dass du für uns da bist und dass du mit allem, was du bist und hast, dich in uns hineinversetzt und uns versuchst zu verstehen.
[1:14] Du hast Jesus gesandt, damit er Mensch wird, um uns tiefstes Leid und Elend am eigenen Leib zu erleben. Und Herr, wir möchten von dir lernen.
[1:23] Wir möchten lernen, auch uns in andere hineinzuversetzen und Mitgefühl zu haben und Mitleid. Und wir möchten dich bitten, dass du das durch deinen Heiligen Geist in unser Herz hineingießt, und wir durch das Lesen deines Wortes dazu ermutigt und gestärkt werden.
[1:44] Sprich auch heute durch dein Wort zu uns. Wir bitten, dass wir besser verstehen, worum es im Buch Hiob wirklich geht.
[1:52] Wir möchten zu deinen Füßen sitzen und von dir lernen. Und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:04] Wir sind dann in Hiob Kapitel 6. Hiob beschwert sich bei seinen drei Freunden, dass sie ihm nicht das Mitgefühl, das Mitleid entgegenbringen, das er eigentlich von ihnen erhofft hat.
[2:14] Wir lesen ab Vers 30: „Ist denn Unrecht auf meiner Zunge, oder unterscheidet mein Gaumen nicht, was verderblich ist?“
[2:22] Hiob sagt: „Ich weiß doch immer noch, was richtig und falsch ist. Ich habe schlimme Nachrichten erhalten, aber ich bin nicht abgewichen vom Weg der Wahrheit und vom Weg der Rechtschaffenheit.“
[2:32] „Hat der Mensch nicht harten Frohdienst auf Erden? Sind seine Tage nicht wie die eines Tagelöhners?"
[2:41] Wie ein Knecht, der sich nach dem Schatten sehnt, und wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn harrt, so wurden auch mir Monate voller Enttäuschung beschert und Nächte voller Qual zugeteilt.
[2:55] Hier sieht man, dass schon einige Monate vergangen sind seit diesen Hiobsbotschaften, die ihn erreicht haben.
[3:01] „Wenn ich mich niederlege, so spreche ich: Wann werde ich aufstehen? Aber der Abend zieht sich hin, und ich bin gesättigt mit Unrast bis zur Morgendämmerung.“
[3:09] Hiob konnte nicht mal richtig schlafen. Schlafstörung, vermutlich würden wir heute diagnostizieren. „Mein Fleisch ist bekleidet mit Maden und Schorf. Meine Haut verkrustet und eitert.“
[3:25] „Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschiffchen. Sie entschwinden ohne Hoffnung. Er denke doch, dass mein Leben nur ein Hauch ist, dass mein Auge nichts Gutes mehr sehen wird.“
[3:37] Wenn Hiob nur gewusst hätte, was die Zukunft bringt. Wenn Hiob gewusst hätte, was das Buch am Ende noch alles offenbart über seine Zukunft. Aber Hiob sah nur die Gegenwart.
[3:48] Und auch wir sehen in der Regel oft nur die Gegenwart. Wir sehen unser Unglück, unser Unheil. Aber wenn wir auf Gott vertrauen und auf sein Wort, dürfen wir wissen, dass er alles gut macht am Ende.
[4:01] „Das Auge dessen, der mich jetzt erblickt, wird mich nicht mehr sehen. Wenn deine Augen nach mir sehen, so bin ich nicht mehr. Wie die Wolke vergeht und verschwindet, so kommt, wer ins Totenreich fährt, nicht mehr heraus. Er kehrt in sein Haus zurück, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr.“
[4:17] Hier wird schon angedeutet, was im Buch Hiob immer wieder auch über den Zustand der Toten gesagt wird.
[4:25] „Darum will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten. Ich will reden aus Bedrängnis meines Geistes. In der Verbitterung meiner Seele will ich klagen.“
[4:31] Weil nämlich als Toter er nichts mehr sagen kann. Solange er noch lebt, will er seinem Unmut, seiner Unzufriedenheit, seinem tiefen Schmerz Ausdruck verleihen, weil jetzt kann er noch. Als Toter wird er nicht mehr reden können.
[4:47] „Bin ich denn das Meer oder ein Ungeheuer, dass du eine Wache gegen mich aufstellst? Wenn ich denke: Mein Bett wird mich trösten, mein Lager wird meine Klage erleichtern, so erschreckst du mich mit Träumen und ängstigst mich durch Gesichte, dass meine Seele lieber ersticken möchte und ich lieber tot wäre als ein Gerippe zu sein.“
[5:05] Offensichtlich hat er immer wieder auch Albträume gehabt.
[5:11] Das Geschehen hat ihn wieder eingeholt, ein Trauma, mit dem er gelebt hat und dass er nicht wirklich bewältigt hatte.
[5:15] „Ich habe genug, ich will nicht ewig leben.“ Gemeint ist hier nicht das ewige Leben wohl auf der neuen Erde. Nein, er möchte nicht mehr dieses Leben so leben, wie er es jetzt hier erlebt. „Lass von mir, meine Tage sind nur ein Hauch.“
[5:29] „Was ist der Mensch, dass du ihn so hoch hältst und dass du auf ihn achtest?“
[5:39] Wir hören die Worte aus Psalm 8: „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, der Menschensohn, dass du auf ihn achtest?“ Dort wird beschrieben, was der Mensch eigentlich wirklich sein sollte, nämlich Herrscher über die ganze Welt.
[5:48] „Du suchst ihn Morgen für Morgen heim, alle Augenblicke prüfst du ihn. Warum schaust du immer noch nicht von mir weg und lässt mir nicht einmal so viel Ruhe, dass ich meinen Speichel herunterschlucken kann?“
[6:00] Hiob fühlt sich von Gott bedrängt. „Habe ich gesündigt? Was tue ich, du Menschenhüter?“
[6:08] Interessanter Vers: „Was tue ich, du Menschenhüter?“ Er weiß, Gott behütet die Menschen, und trotzdem hat er immer das Gefühl, er kriegt seine Emotionen und seine Erfahrung nicht mit dem überein, was er eigentlich will.
[6:18] „Gott, warum hast du mich zu einer Zielscheibe gemacht, so dass ich mir selbst zur Last bin?“
[6:23] Jetzt kommt ein entscheidender Vers: „Warum vergibst du meine Übertretung nicht oder lässt mir nicht meine Schuld? Denn jetzt muss ich mich in den Staub legen, und wenn du nach mir suchst, so bin ich nicht mehr.“
[6:35] Hiob war ein Sünder. Die Bibel sagt im Römerbrief, dass alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlt haben. Auch Hiob hat in seinem Leben gesündigt.
[6:46] Und doch sagt die Bibel in Hiob 1, dass er untadelig war. Das bedeutet nicht, dass er niemals gesündigt hatte. Es bedeutet aber, dass er das Evangelium, so wie es damals schon bekannt war durch die Opfer, durch die Verheißung auf den kommenden Erlöser, so geglaubt hat und so fest angenommen hat, dass dieser Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden ist, so wie auch bei Abraham.
[7:11] Dass er durch den Glauben einen Charakter vervollkommnet hatte, der, obwohl er gesündigt hatte, jetzt vor Gott gerecht war durch Gerechtigkeit aus dem Glauben.
[7:25] Und diese Hiobsbotschaften haben plötzlich die Gewissheit, dass seine Sünden vergeben worden sind, ins Wanken gebracht.
[7:35] Hiob, dessen Sünden vergeben worden sind, hat plötzlich die Frage, ob sie überhaupt vergeben worden sind, denn er versteht nicht, warum ihm solch ein Unheil sonst widerfährt.
[7:48] Und ich glaube, hier liegt eine tiefe Wahrheit für uns verborgen, die wir uns auf die letzte große Trübsal vorbereiten.
[7:55] Ich glaube ganz fest nach der Bibel, dass wir einen Charakter vervollkommnen können, so wie Hiob, dass wir untadelig sein werden durch die Gnade und Kraft des Gottes und durch die Kraft des Heiligen Geistes.
[8:10] Es wird eine Zeit kommen, in der der Satan uns so massiv attackieren wird, in einer Zeit, die die Bibel auch die Angst in Jakob bezeichnet (wird Jeremia). Dass in dieser Zeit wir uns die Frage stellen werden, ob unsere Sünden, von denen wir geglaubt haben und eigentlich auch wissen dürfen, dass sie vergeben worden sind, ob sie wirklich vergeben worden sind.
[8:42] Da antwortete Bildad, der Schuachiter, und sprach – denn jetzt, Verzeihung, Vers 21: „Jetzt muss ich mich in den Staub legen, und wenn du nach mir suchst, so bin ich nicht mehr.“
[8:53] Da antwortete Bildad, der Schuachiter, und sprach: „Wie lange willst du solche Reden führen? Wie lange sollen die Worte deines Mundes wie heftiger Wind sein? Beugt denn Gott das Recht oder verkehrt der Allmächtige die Gerechtigkeit?“
[9:08] Bildad und auch seine anderen beiden Freunde haben den Eindruck, dass Hiobs Worte meinen, dass Gott ungerecht sei.
[9:18] „Wenn deine Kinder gegen ihn gesündigt haben, so hat er sie dahingegeben in die Gewalt ihrer Missetat. Bist du es aber, so suche Gott ernstlich und flehe um Gnade zu dem Allmächtigen.“
[9:26] Für Bildad gibt es nur zwei Optionen: Dieses Unheil über Hiob und seine Familie kann nur deswegen gekommen sein, weil entweder seine Kinder gesündigt haben oder Hiob gesündigt hat.
[9:35] Wir wissen, in Johannes 9 gibt es auch eine Geschichte, in der die einzige Frage, die die Jünger sich angesichts eines blind Geborenen stellen, war: „Hat er gesündigt oder seine Eltern?“
[9:51] „Wenn du lauter und aufrichtig bist, so wird er sich um deine Quellen aufmachen und ein gerechtes Heim wieder herstellen.“
[9:59] Da wird dann festgelegt: „Im Vergleich zu den späteren klein sein.“ Und in der Tat, in gewisser Weise stimmt das, was hier steht. Tatsächlich ist sein spätes Glück größer gewesen als sein früheres Glück.
[10:07] „Denn frage doch das frühere Geschlecht und beherzige das, was ihre Väter erforscht haben. Denn von gestern sind wir und wissen nichts. Ein Schatten nur sind unsere Tage auf Erden.“
[10:17] Das ist im Prinzip auch eine sehr einsichtsvolle Bemerkung von Bildad. Wir wissen so wenig, und deswegen ist es auch so wichtig, sich an das zu erinnern, was in der Geschichte schon passiert ist, sondern dass bereits Erkenntnis über das Wirken Gottes in vergangenen Zeiten aufgeschrieben worden ist durch inspirierte Schreiber.
[10:36] Lasst uns gemeinsam beten.
[10:39] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir wissen dürfen, dass, wenn du uns die Sünden vergibst, sie wirklich vergeben sind, auch wenn uns danach schlimme Dinge passieren.
[10:53] Und so oft ist es mir schon gegangen und sicherlich auch uns, jetzt zu schauen, dass wir unbewusst, mindestens unbewusst, manchmal sogar vielleicht bewusst denken, dass, wenn uns Unheil widerfährt, das doch irgendwie eine Strafe für Sünden sind, die wir begangen haben und die wir eigentlich vielleicht sogar bereut haben, und wir jetzt doch irgendwie bestraft werden.
[11:09] Herr, wir wissen zwar, dass Sünde auch viele Konsequenzen nach sich bringt und du auch Konsequenzen zulässt und wir lernen. Aber wir dürfen auch wissen, dass, wenn du uns Sünde vergibst, du sie wirklich vergibst und uns dann plötzlich so behandelt, als hätten wir diese Sünden nicht bereut.
[11:29] Danke, dass wir wissen dürfen und dass du uns wirklich die Sünden vergibst und dass, wenn wir in der Endzeit auch damit zu kämpfen haben, ob unsere Sünden wirklich vergeben worden sind, du uns an diese Geschichte, diese Lehre, erinnern dürfen. Schreibe sie jetzt schon in unser Herz, damit wir sie dann auch wirklich in unserem Denken wiederfinden und dass du durch den Heiligen Geist uns daran erinnern kannst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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