Veröffentlicht am
281 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hiobs verzweifelte Klage in Hiob 9:21-10:20. Hiob ringt mit seinem Leid und hinterfragt Gottes Gerechtigkeit, da er seine Situation nicht mit seinem Gottesbild vereinbaren kann. Die Predigt macht deutlich, dass Hiobs Qualen nicht Gottes Strafe sind, sondern das Wirken Satans, der ein falsches Bild von Gott erzeugen will. Es wird betont, dass Gott nicht darauf aus ist, uns zu verdammen, sondern uns Vergebung und Wiederherstellung schenken möchte.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:31] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Seite 560.

[0:38] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort uns den Vorhang beiseite schiebt und wir verstehen können, was wirklich in dieser Welt und unserem Leben passiert. Durch das Verständnis des großen Kampfes von Licht und Finsternis, der gibt, dass wir auch heute im Studium und Nachdenken über Hiob das besser verstehen können. Dass wir sehen können, dass trotz enormer emotionaler Belastung, die uns mit dem Leid trifft, wir festhalten können, weil du uns nicht verlässt. Und Herr, ich möchte dich bitten, dass du mit dem Licht deiner Wahrheit unser Herz hineinstrahlt, dass wir uns richtig verstehen und nicht auf Abwege geraten in unseren Gedanken. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:24] Wir sind in Hiob Kapitel 9. Hiob antwortet auf die Rede von Bildad und macht deutlich, dass das, was der zum Ausdruck gebracht hat, ihm auch im Prinzip ja klar ist, aber er nicht den Eindruck hat, dass seine Freunde diese Einsichten richtig anwenden auf seinen Fall.

[1:40] Hiob hat den Eindruck, dass in diesem gefühlten Rechtsstreit mit Gott er an niemanden appellieren kann, weil Gott so allmächtig ist, dass man ihm nicht widersprechen kann.

[1:55] Wir lesen den Vers 21: "Ich bin untadelig, dennoch kümmert mich meine Seele nicht. Ich verachte mein Leben. Darum sage ich: Es ist einerlei, Untadelige und Gottlose bringt er gleicher Weise um."

[2:09] Hiob hält fest daran, dass er zu Gott treu gewesen ist, aber in einer größten fatalistischen Sicht hat er den Eindruck, es bringt am Ende gar nichts, Gott treu gewesen zu sein.

[2:19] "Wenn die Geißel plötzlich tötet, so lacht er über die Prüfung der Unschuldigen. Die Erde ist in die Gewalt des Frevlers gegeben. Das Angesicht ihrer Richter verhüllt er. Wenn nicht er, wer dann?"

[2:31] Das ist eine entscheidende Frage. Hiob überlegt, wer soll es denn sonst gewesen sein, wenn nicht Gott?

[2:37] Wir als Leser des Buches, des Gesamtkontextes, kennen schon die Antwort: Es gibt einen mächtigen Gegenspieler, der zwar bei weitem nicht so mächtig ist wie Gott, aber es gibt einen Kampf, der so diffizil ist und so wichtig, dass Gott aus Gründen des großen Kampfes, die Hiob einmal verstehen wird in der Zukunft, tatsächlich es zugelassen hat, dass dieser Feind, Satan, den Hiob angegriffen hat.

[3:06] "Und meine Tage sind schneller dahin geeilt als ein Läufer. Sie sind entflohen und haben nichts Gutes gesehen. Sie sind vorbeigezogen wie Rohrschiffe, wie ein Adler, der sich auf Beute stürzt." Und das ist ja sehr schnell, wenn ein Adler im Sturzflug fliegt.

[3:21] "Wenn ich denke, ich will meine Klage vergessen, meine Miene ändern und heiter dreinschauen, so muss ich meine vielen Schmerzen fürchten, denn ich weiß, dass du mich nicht freisprechen wirst."

[3:30] Hiob macht deutlich, er kann nicht einfach gute Miene zu diesem Ganzen machen. Er kann nicht einfach heucheln. Seine Emotionen, die tief drinnen in ihm bohren, die müssen Ausdruck finden.

[3:47] "Soll ich denn schuldig sein? Was mühe ich mich vergeblich ab?"

[3:52] Ein bisschen verzweifelt, sehr starke Verzweiflung kommt hier zum Ausdruck. Er hat sich bemüht, Gott wohl zu gefallen und hat den Eindruck, dass es nichts gebracht hat. Und jetzt stellt sich die Frage, was lohnt es sich dann? Also, seine Frage am Anfang war ja, warum überhaupt lebe ich? Und jetzt stellt sich die Frage, warum habe ich mich dann bemüht, Gott treu zu sein?

[4:12] "Wenn ich mich auch mit Schnee waschen würde und meine Hände mit Lauge reinigte, so würdest du mich doch in die Grube tauchen, so dass ich meine eigenen Kleider verabscheue."

[4:20] "Denn er ist nicht ein Mann wie ich, dass ich ihm antworten dürfte, dass wir miteinander vor Gericht gehen könnten. Es gibt auch keinen Mittler zwischen uns, dass seine Hand auf uns beide legen könnte."

[4:30] Es gibt keine unabhängige Partei, die neutral ist zwischen Gott und ihm in diesem vermeintlichen Kampf zwischen ihm und Gott, der keiner ist. Denn es ist kein Kampf durch Gott, sondern ein Kampf zwischen Satan und ihm.

[4:47] "Er nehme aber seine Rute von mir und seinen Schrecken ängstige mich nicht mehr. So wollte ich reden und keine Angst vor ihm haben. So ist es bei mir nicht."

[4:59] Hiob realisiert und reflektiert über sich selbst und seine Gefühle und weiß, dass er nicht einmal den Mut hat, den er sich vielleicht wünscht, direkt mit Gott zu reden, so wie er eigentlich denkt oder fühlt momentan, dass man mit Gott reden sollte.

[5:17] "Meine Seele ekelt vor meinem Leben. Ich will mich meiner Klage überlassen. Ich will reden in der Betrübnis meiner Seele."

[5:22] Hiob lässt seinen Emotionen freien Lauf. "Ich spreche zu Gott: Verdamme mich nicht! Lass mich wissen, weshalb du mich bekämpfst!"

[5:30] Auf der einen Seite hat er gerade gesagt, dass er, dass es ihm jetzt scheinbar, dass er nicht mehr sieht, warum es überhaupt sich noch lohnt, gläubig zu sein. Auf der anderen Seite möchte er nicht verdammt werden. Er möchte wissen, was der eigentliche Grund für all diese Konflikte ist.

[5:47] "Gefällt es dir wohl, dass du unterdrückst, dass du das Werk deiner Hände verwirfst, während über den Rat der Gottlosen dein Licht leuchten lässt?"

[5:54] Das ist die alte Frage, die auch an anderen Stellen, man denke an die Psalmen von Asaf, auch oft, warum geht es dem Gläubigen schlecht und den Gottlosen scheinbar oft so gut?

[6:05] "Hast du fleischliche Augen oder siehst du wie ein Mensch sieht? Sind denn deine Tage wie Menschentage, deine Jahre den Jahren eines Menschen gleich, dass du nach meiner Schuld forschst und nach meiner Sünde fragst, obwohl du doch weißt, dass ich unschuldig bin und mich niemand aus deiner Hand erretten kann?"

[6:20] "Deine Hände haben mich als Ganzes gebildet und rundum gestaltet, und nun zerstörst du mich?"

[6:26] Hier sieht man, Hiob hat ja eigentlich eine ganz hohe Meinung von Gott. Er erlebt ihn als Schöpfer und er fragt sich, wie ist das möglich? Er bringt das, was er bisher von Gott wusste, nicht mit dem überein, was er jetzt erlebt hat.

[6:39] Das soll dazu führen, dass wir weiter verstehen, wie dieser große Kampf, wenn er nicht verstanden wird, dazu führt, dass wir ein falsches Bild von Gott und seinem Wirken haben.

[6:55] "Gedenke doch, dass du mich wie Ton gebildet hast, und nun willst du mich wieder in Staub verwandeln? Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse gerinnen lassen? Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet, mit Gebeinen und Sehnen mich durchwoben. Leben und Gnade hast du mir gewährt, und deine Fürsorge bewahrte meinen Geist."

[7:16] Hiob weiß sehr wohl, er hat ja wohl Jahrzehnte mit Gott gelebt. Er kennt die Gnade Gottes, er kennt seine Fürsorge. Er weiß, dass Gott für ihn da gewesen ist.

[7:27] "Doch dieses verbargst du in deinem Herzen. Ich weiß, dass du es verschlossen hieltest: Wenn ich sündigte, so würdest du darauf achten und mich nicht freisprechen von meiner Missetat."

[7:38] Die große Frage ist, kann der Mensch Vergebung bekommen? Und Hiob hat sich bemüht, diese Gnade in seinem Leben zu erlangen, und jetzt hat er den Eindruck, aufgrund dessen, was passiert ist, ist am Ende eben doch nichts vergeben worden.

[7:52] Aber Gott hat sie ihm vergeben. Gott hatte ihn begnadigt und Gott hatte ihn gerechtfertigt und geheiligt. Und das, was ihm widerfuhr, war nicht Gottes Strafe für alte Sünde, sondern das Wirken Satans, der einen Keil treiben will durch das, was geschehen ist, zwischen Hiob und Gott.

[8:15] "Habe ich Böses getan, dann wehe mir! Und bin ich im Recht, so darf ich mein Haupt doch nicht erheben. Ich bin gesättigt mit Schande und muss mein Elend ansehen."

[8:26] Ist übrigens eine Strategie Satans, dass wir den Eindruck gewinnen, dass Gott ganz nach unseren Sünden forscht, um uns ja verderben kann.

[8:36] Wir sehen hier, wie der Satan versucht, Hiobs Denken in eine falsche Richtung zu lenken, dass er einen falschen Eindruck von Gott bekommt.

[8:45] Jesus ist auf diese Welt gekommen, um genau solche Gedanken zu widerlegen. Gott sucht nicht händeringend nach unserer Sünde, damit er uns endlich bestrafen kann. Im Gegenteil, er will uns sagen, er will uns vergeben, er will uns wiederherstellen. Das ist sein größter Wunsch.

[9:02] "War mein Haupt es aber, sich zu erheben, so verfolgst du mich wie ein Löwe und handelst noch unbegreiflicher mit mir. Du stellst neue Zeugen gegen mich auf und mehrst deinen Zorn gegen mich. Du bietest stets frische Heere gegen mich auf."

[9:14] "Warum hast du mich aus dem Mutterleib hervorgebracht? Wäre ich doch dabei umgekommen, ohne dass mich ein Auge gesehen hätte!" Wieder fällt Hiob zurück auf diesen Gedanken, den wir schon in Kapitel 3 gesehen haben. Er möchte eigentlich gar nicht leben. Er hätte am liebsten gar nicht gelebt. So würde ich sein, als wäre ich niemals gewesen, vom Mutterleib weg ins Grab gelegt.

[9:32] "Ist meine Lebenszeit nicht kurz genug? Höre doch auf, lass ab von mir, dass ich mich ein wenig erhole."

[9:43] Lasst uns gemeinsam beten.

[9:46] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir heute aufgrund all dessen, was wir in der gesamten Bibel, im Geist der Weissagung, lesen können, sicher wissen dürfen, dass du nicht unsere Sünden suchst mit dem einzigen Ziel, uns verdammen zu können. Nein, du wünschst dir so sehr, dass wir gerettet werden. Dafür ist Jesus auf die Welt gekommen, um unsere Sünden von uns auf sich zu nehmen. Und hab Dank, dass du das auch im Laufe der Zeit dem Hiob gezeigt hast. Und hab Dank, dass wir wissen dürfen, dass du für uns bist und nicht gegen uns. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.