In dieser abschließenden Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Roman Wiens die letzten Verse des Hohelieds (8:10-14). Er zeigt auf, wie das Buch mit einer Botschaft der Hoffnung endet, die betont, dass Liebe in der Ehe kontinuierlich wachsen und sich vertiefen kann. Wiens ermutigt dazu, Gottes Ideal für Ehe und romantische Liebe als real und erreichbar anzusehen und aktiv daran zu arbeiten, diese göttliche Flamme der Liebe im eigenen Leben zu bewahren und zu stärken.
Gott auf (m)einer Seite: Hohelied 8:10-8:14
Roman Wiens · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HoheliedPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir sind auf Seite 719 und werden jetzt die letzten Verse im Buch Hohelied lesen. Wir haben wirklich spannende Phasen gehabt. Bevor wir noch sehen, wie das Ganze zum Abschluss gebracht wird und noch einmal zusammenfassen, was wir in diesem Buch gesehen haben, möchten wir auch, dass Gott besonders vorlegen. Und so möchte ich dich einladen, mit mir gemeinsam dieses Gebet zu sprechen.
[1:00] Unser guter Gott, wir dürfen staunen, wir dürfen lernen. Du möchtest aber auch, dass wir ausleben. Wir werden heute noch einmal über das Buch Hohelied nachdenken, über die wichtigen Lektionen, die du uns mitgeben möchtest. Und so möchte ich dich um deinen Geist bitten, dass du uns dein Wort eröffnest und dass du uns nicht nur dastehen lässt, dass wir neues Wissen angesammelt haben, sondern dass das unsere Herzen erreicht und uns verändert, dass wir wieder einen Schritt näher kommen dem, was du eigentlich mit uns vorhast. Hab Dank für diese Zeiten, in denen dein Wort leuchtet. Hab Dank dafür, dass du das jetzt segnest. In deinem Namen, Amen.
[1:53] Wir haben das letzte Mal im Hohelied Kapitel 8, Vers 10 bis 14 gelesen, und heute werden wir die letzten Verse von Vers 10 bis 14 lesen. Ich werde sie gleich im Stück durchlesen, dann werden wir noch einmal ein wenig Revue passieren lassen, was wir so gelesen haben.
[2:13] Da setzt Sulamith wieder fort und sagt: „Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme. Da wurde ich in seinen Augen wie eine, die Frieden gefunden hat. Salomo hatte einen Weinberg bei Baal-Hamon. Er übergab den Weinberg den Hütern. Jeder sollte für seine Frucht 1000 Silberlinge bringen. Mein eigener Weinberg liegt vor mir. Die 1000 gehören dir, Salomo, und 200 den Hütern seiner Frucht. Die du in den Gärten wohnst, die Gefährten lauschen deiner Stimme. Lass mich sie hören! Eile dahin, mein Geliebter, und sei der Gazelle gleich oder dem jungen Hirsch auf den Balsambergen.“
[3:03] Damit endet es vor allem mit zwei Kerngedanken. Sie endet damit fast schon mit einem Wortspiel, weil sie spricht von Salomo, sie spricht von Frieden, und zusammen mit ihrem eigenen Namen sind das drei Begriffe, die verdächtig ähnlich klingen: Salomo, Schalom, Sulamith. Dreimal Konsonanten, die den Gedanken des Friedens ausdrücken. Wir haben hier diese Vereinigung von den dreien, die am Ende deutlich macht: Durch die Liebe Gottes, die wir in Kapitel 8 sehen, diese Flamme, die er entfacht, kommen sie sich so nah, dass ihre – dass ihre Namen fast schon einheitlich den Frieden ausdrücken. Und der zweite Gedanke ist, dass fast schon einem Echo widergespiegelt wird, was ganz am Anfang war, da als sie sich noch kennengelernt haben, als ihre Liebe gewachsen ist. Und er sagt: „Ich möchte deine Stimme hören, und sie ist wunderschön. Ich möchte auf dich hören.“ Und ihre Reaktion ist: „Eile dahin, mein Geliebter, sei einer Gazelle gleich oder einem jungen Hirsch auf den Balsambergen.“ Auch das hat sie gleich am Anfang gesagt, dass es das, was sie sich von ihm gewünscht hat: Er soll reagieren, er soll kommen, er soll entgegenkommen, er soll nicht verzögern. Sie hat Verlangen nach ihm, sie möchte mehr Zeit mit ihm verbringen.
[4:31] Das heißt, das Buch Hohelied endet quasi mit der Hoffnungsbotschaft: Die Liebe wird weiter wachsen. Es ist fast schon so ein bisschen wie ein Cliffhanger, wie man es in manchen Filmen und Serien hat, das am Ende heißt: „Es wird fortgesetzt, es ist noch nicht zu Ende.“ Ihre Geschichte endet nicht damit, dass sie geheiratet haben, Konflikte erlebt haben, aber es ist wieder gut gegangen. Ihre Geschichte, soweit sie erzählt haben, endet damit, dass sie sagen: „Wir sind eigentlich an einem Punkt, wo wir am Anfang waren. Wir wollen immer noch uns besser kennenlernen, wir wollen immer noch, dass die Liebe weiter wächst.“
[5:14] Es macht Hoffnung, dass eine Ehe nicht die Endstation ist. Die Hochzeit ist nicht die Endstation. Innerhalb der Ehe soll es weiter wachsen, man soll sich noch näher kommen. Und es ist schön, wenn der Wunsch da ist, dass der Mann sagt: „Ich will deine Stimme hören. Du wirst mir nicht leidig, egal wie viel du mir erzählst. Ich genieße es, wenn du dich mit mir unterhältst.“ Und umgekehrt, dass die Frau sagt: „Ich will, dass du kommst, ich will, dass du da bist. Komm wie eine Gazelle.“ Und wenn man sich dieses Bild vorstellt, die Gazelle oder der junge Hirsch, der durch die Berge springt, das drückt so viel Freude, so viel Energie aus und vor allem eine gewisse Eile im positiven Sinne. Verzögern nicht, komm, ich will dich bei mir haben.
[6:14] Wenn wir noch einmal so vor unserem inneren Auge das Buch Hohelied vorbeiziehen lassen, da sehen wir eine wahnsinnig schöne, poetische Beschreibung einer Liebesgeschichte, aber vor allem eine Liebesgeschichte, die ehrlich ist, die auf der einen Seite die Herausforderungen, die Ängste, Sorgen, aber auch die Spannungen, die entstehen, nicht verheimlicht, aber gleichzeitig zeigt das Ideal, das uns die Bibel von Ehe, von Liebe zeigt: Das ist nicht nur eine Illusion, dass es nicht die Karotte vor dem Esel, die man sich hält, um irgendwie durch die Ehe durchzukommen, um zu überleben, sondern vielmehr ist es Realität, die wir erleben dürfen. Das Buch zeigt uns, wie der Weg im Sinne Gottes sein sollte. Es beginnt damit, dass zwei Menschen sich lieben lernen. Sie sind verliebt, und sie können alles aneinander wertschätzen. Sie sehen die Charakterzüge des anderen, sie schätzen das Wesen des anderen, was den Grundtenor gelegt hat: „Sein Name ist besser als alles.“ Sie haben aber auch optisch-physisch Gefallen aneinander, und sie beschränken sich nicht nur auf einen Körperteil. Ich möchte dich noch einmal einladen: Lies dir diese Bilder durch. Beide, sowohl Sulamith als auch Salomo, benutzen so viele verschiedene Bilder, um das am anderen zu beschreiben, was sie attraktiv finden. Wann hast du das letzte Mal konkret deinem Partner gesagt, was du an ihm attraktiv findest? Nicht nur einfach: „Du bist schön“, so ganz plump, sondern wirklich konkret: Was gefällt mir an dir? Was ist es optisch, was mir gefällt? Was ist es in deinem Charakter, was mir gefällt? Was habe ich an deinem Wesen beobachtet, das dich für mich anziehend macht? Und so wächst die Liebe zwischen den beiden bis an den Punkt, dass Salomo ihr einen Antrag macht und er sagt: „Ich will einfach mein Leben mit dir führen. Ich will, dass du an meiner Seite bist.“ Ihre Reaktion ist: „Ja, ja, ich will, dass ich dein bin und du sollst mein sein. Und zwar bis an den Moment, an dem der Tag endet, der Tag kühl wird, bis dann der Moment, wenn die Schatten da sind, bis dann der Moment, wenn alles zu Ende geht. Ich will dein sein.“
[9:02] Und dann kommt die Hochzeit, feiern die Hochzeitsfeier, die dem entgegensteht, was für Sorgen und Ängste vielleicht noch da sind. Denn dann, wenn sie ihren Bräutigam sieht, verblassen all diese Sorgen, weil sie weiß: „Ja, bei ihm werde ich Sicherheit, Geborgenheit, Liebe finden.“ Er weiß, dass er bei ihr Annahme, Respekt, Liebe finden wird. Sie werden füreinander da sein können. Diese Hochzeit, die etwas Heiliges hat, die von Gott gesegnet ist. Wir sehen, wie hier beschrieben wird, dass sie in der Ehe dann nach der Hochzeit einander näherkommen und ausleben dürfen, wonach sie Sehnsucht haben. Sie dürfen körperliche Nähe, Sexualität genießen, weil es ein Geschenk ist, das Gott für die Ehe gedacht hat. Aber mit der Ehe kommen auch Spannungen. Sie müssen sich jetzt aneinander angleichen, sie müssen neue Routinen entwickeln, sie müssen einen Modus finden, wie dieses gemeinsame Leben funktioniert, wenn aus zwei Leben eins wird. Natürlich wird es Reibungsflächen geben. Und das erleben die beiden. Aber da, wo sie sich auseinandergelebt haben, wo der Alltag einen Keil zwischen sie getrieben hat, geben sie sich nicht damit zufrieden. Beide sagen: „Wir wollen wieder aufeinander zugehen.“ Sie nehmen sich Zeit füreinander, sie wollen die Liebe wieder wachsen lassen, und sie setzen dort an, wo die Liebe bei ihnen angefangen hat. Sie erinnern sich wieder daran, was habe ich am anderen geliebt, und es darf wachsen. Liebe kann wieder wachsen, kann heilen. Es mag Dinge geben, die selbst Jesus später, ja, Paulus, der das wiederholt, machen deutlich: Es gibt Dinge, die eine Ehe sehr zerdrücken können, so weit brechen können, dass sie nicht weiter funktionieren kann. Aber ich würde vorsichtig behaupten, dass das nicht mal die Regel verlässt. Ich glaube, dass wir vorher einiges tun können, wenn wir vorher merken: „Wir sind auf einem Weg, der uns auseinanderbringt“, so wie Salomo und Sulamith, die gemerkt haben: „Wir verpassen einander, wir können diese Liebe nicht mehr so ausleben, wie wir es vorher uns gewünscht haben“, dann muss man eingreifen. Lasst es nicht dazu kommen, dass es so weit zerbricht, dass es irreparabel ist. Es gibt so viel Zeit, in der wir es noch heilen können.
[11:43] Sulamith, nachdem sie erleben, wie es geheilt ist, nachdem sie erleben, wie sie wieder aufeinander zugehen können und die volle Erfüllung erleben, sich wieder näherkommen kann auf allen Ebenen und das wieder genießen können, beschreibt sie, warum es wieder heilen kann. Weil diese Liebe stärker ist als der Tod. Dieser Eifer ist unerbittlich wie das Totenreich. Die Glut dieser Liebe ist Feuersglut, es ist eine Flamme des Herrn. Und selbst große Wasser können diese Liebe nicht auslöschen, und Ströme können sie nicht ertränken. Die Liebe, die Gott uns schenken will, die er in unsere Ehen geben will, die macht einen Unterschied. Wenn ich diese Liebe von Gott bitte und zulasse, dass er sie mir gibt, anstatt dass ich versuche, selber irgendwas zu reparieren, dann wird Heilung kommen, dann wird Heilung möglich. Und dann wird Liebe wieder wachsen können.
[12:49] Deshalb können wir vor allem das aus dem Buch Hohelied mitnehmen: Gott hat ein Ideal für Ehe, für Liebe, wie sie wachsen kann. Und dieses Ideal ist keine Illusion, es ist Realität. Wir dürfen es erleben. Gott will es uns schenken. Sulamith und Salomo haben es erlebt, trotz ihrer Spannungen, trotz der Ströme, die sie in ihrem Leben hatten, die versucht haben, diese Flamme auszulöschen. Haben sie erlebt: „Wir können dort wieder weitermachen, wo wir angefangen haben. Wir können immer noch übereinander staunen, einander besser kennenlernen und Zeit füreinander nehmen.“ Und das Ideal, das Gott vorgesehen hat, kann Realität werden.
[13:36] Das wünsche ich dir. Ich wünsche dir von Herzen, dass du das erleben kannst, was wir gemeinsam im Buch Hohelied gelesen haben, mit all seinen Facetten. Wenn du noch nicht in einer Beziehung bist, dann wünsche ich dir, dass das zu dem Ziel wird und Gott es dir schenken wird. Und wenn du in einer Beziehung bist oder sogar schon in einer Ehe und merkst, dass in diesem Umfang die Liebe nicht da ist oder nicht mehr da ist, dann möchte ich dir Hoffnung machen und ich möchte dich ermutigen: Es ist möglich, Gott will es uns schenken. Und das möchte ich dir als letzten Gedanken für das Buch Hohelied mitgeben, dass wir es mitnehmen. Liebe ist nicht nur etwas, das abstrakt zwischen Menschen besteht. Gott wünscht sich auch romantische Liebe, Nähe auf allen Ebenen und selbst Sexualität für unsere Ehe. Das ist ein Geschenk. Das ist eine Flamme, die von ihm kommt, eine Flamme, die einen Unterschied in unserem Leben machen wird. Und ich hoffe, dass wir, wenn wir gemeinsam das Buch Hohelied studieren, dass wir es auf einmal mehr in unserer Ehe sehen. Lasst uns zu diesem Vorbild werden für andere, so wie Salomo und Sulamith, die gezeigt haben: „Mit Gott ist es möglich. Selbst bei Spannungen. Es lohnt sich, den Weg zu gehen, wie er ihn uns wünscht.“
[15:20] Lasst uns das im Gebet vor Gott legen und ihm dafür danksagen. Oh, mein guter Vater, unser Schöpfer, du bist heute genauso allmächtig tätig, wie damals, als du im Garten Eden die Ehe eingesetzt hast. Mit allem Reinen, was dazugehört hat. Da wusstest du bereits, dass viele von uns genau das so nicht erleben werden. Und deshalb seit dem Sündenfall arbeitest du daran, dass dieses Ideal wiederhergestellt werden kann, dass das Bild, das du geschaffen hast, dein Ebenbild, wiederhergestellt werden kann. Und durch das, was Jesus für uns getan hat, ist es möglich. Und ich möchte dich bitten, dass diese Zeilen, diese Verse, die wir im Buch Hohelied lesen, dass das nicht nur eine nette Geschichte ist oder etwas, das wir aufgrund dessen, weil es da so explizit wird, beiseitelegen, sondern dass wir es zu Herzen nehmen, ernst nehmen und sehen: „Diese Liebe, dieses Ideal der Ehe, ist real, es ist möglich.“ Lasst uns die Warnungen ernst nehmen, die hier genannt werden, dass wir die Liebe nicht erwecken und erregen, bevor ihre Zeit da ist. Aber dass wir auf dem Weg, den du uns leitest zu einer guten Ehe, dass wir dann auch in dieser Ehe die Liebe weiter wachsen lassen und dass wir ein Stück weit wie Salomo und Sulamith am Ende sagen können: „Ich will immer noch dich besser kennenlernen, mit dir wachsen. Ich will immer noch, dass diese Flamme des Herrn in uns stärker wird.“ Und so in deinem Segen wollen wir dieses Buch zu Herzen nehmen. Amen.
Lizenz
Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.