In dieser Predigt taucht Christopher Kramp tief in das Buch Hosea ein und beleuchtet die emotionale Tiefe von Gottes Liebe. Er erklärt, wie die dramatische Ehe des Propheten Hosea mit Gomer als Symbol für Gottes Beziehung zu seinem untreuen Volk Israel dient. Die Botschaft betont Gottes unerschütterliche Treue und seine Bereitschaft, auch nach tiefster Enttäuschung Vergebung und Wiederherstellung anzubieten.
Gott auf (m)einer Seite: Hosea 1:1-2:3
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, HoseaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 930. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du so gut zu uns bist, dass du uns lieb hast und dass du uns mit deiner Gnade wiederherstellst, dass du uns mit deiner Gnade täglich umfängst, dass Jesus für uns eintritt und uns nicht aufgibt und uns zurückführt, so wie es dein Wort versprochen hat. Danke, dass dein Wort heute an diesem Tag zu uns reden wird. Wir möchten hören und dich bitten, dass du zu unserem Herzen sprichst. Danke, dass du es uns öffnest durch deinen Heiligen Geist. Und darum bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:33] Wir beginnen heute mit dem wunderbaren, aber auch herausfordernden, emotional so intensiven Buch Hosea. Ein sogenannter kleiner Prophet, nicht wegen seiner Körpergröße oder seiner Bedeutung, sondern weil es ein kurzes prophetisches Buch ist, das uns hinein nimmt in die Gefühlswelt Gottes und uns zeigt, wie stark Gottes Liebe ist, auch wenn wir von ihm abgefallen sind, auch wenn wir ihn enttäuscht haben, auch wenn wir gegen ihn rebelliert haben. Sonst zeigt, wie sehr er darum ringt und wieder zurück zu ihm zu holen.
[2:19] Wir beginnen in Hosea 1 und dort Vers 1. Dies ist das Wort des Herrn, das andere sehr den Sohn des Eris erging in den Tagen Usias, Jotams und Hiskias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes Joas, des Königs von Israel. Es waren bewegte Zeiten damals. Im Südreich Juda wechselten sich gute Könige und schlechte Könige ab. Aha, zum Beispiel war ein sehr schlechter König, ist hier war ein Reformer. Andere wie Usia waren gut und haben dann schlimme Dinge getan. Im Norden dagegen war es bereits sehr finster geworden. Das Volk war seit Generationen im Götzendienst verhaftet. Jerobeam II. war der letzte große, zumindestens militärisch und politisch erfolgreiche König der vierte in der Reihe der Dynastie von Jehu, bevor dann das Nordreich im politischen Chaos versank und dann bald auch zugrunde ging. Hosea ist eine der Propheten, der in dieser Zeit vor dem drohenden Untergang warnt und versuchte, die Menschen wieder daran zu erinnern, wie sehr Gott sie liebt.
[3:41] Als der Herr durch Hosea zu reden begann, da sprach der Herr zu ihm: Geh, er wird dir eine hurerische Frau und Hurenkinder, denn das Land ist dem Herrn untreu geworden und hat sich der Hurerei hingegeben. Was für eine Aufforderung! Wir kennen es schon aus anderen prophetischen Büchern, dass Hosea und vor allem auch von Jeremia und Hesekiel, insbesondere, dass Propheten nicht nur das Wort Gottes weitergeben sollten, sondern oft auch durch Zeichen, Handlungen in ihrem eigenen Leben darstellen sollten. Aber das war eine ganz besondere Sache. Hosea sollte nicht nur ein Bild sein. Seine seine dramatische und und und und und emotional so aufwühlende Ehe sollte nicht nur eine Illustration sein, sie sollte ihn selbst auch etwas vor Augen führen und dadurch auch uns, die wir uns in seine Lage hineinversetzen sollen, nämlich wie sehr Gott leidet. Ein Mensch, der betrogen wird, der leidet, der leidet, weil seine Liebe nicht die Antwort bekommen hat, die er sich gewünscht hat. Und vielleicht haben wir in unserem Leben schon direkt oder indirekt erlebt, was Untreue für eine Ehe bedeutet.
[5:11] Das Buch Hosea zeigt uns, dass es Gott so mit seinem Volk ging. Er hat einen Bund mit ihnen geschlossen, obwohl er bereits im Vorhinein wusste, dass sie gegen ihn sündigen würden, dass sie ihn ablehnen würden, dass viele ihn verwerfen würden. Und trotzdem hat er sie geliebt, so wie Hosea eine Frau lieben sollte, von der er durch Gott bereits im Vorhinein wusste, dass sie ihn betrügen würde.
[5:40] Lieber Freund, liebe Freundin, so geht es auch zwischen Gott und mir, zwischen Gott und dir. Er hat uns berufen, er hat uns das Evangelium gezeigt, er hat uns erlöst, er hat uns zu sich gebracht, einen Bund mit uns gemacht, obwohl er wusste, dass wir auch danach wieder gegen ihn sündigen würden, danach ihn wieder enttäuschen würden, danach wieder gegen ihn rebellieren würden. Und diese Geschichte von Hosea zeigt, wie es Gott emotional geht, so wie einem Menschen, der von seinem Liebsten, den er hat, emotional enttäuscht wird, betrogen wird.
[6:20] Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Diblaims, zur Frau, und sie wurde schwanger und gebar ihm einen Sohn. Der Herr sprach zu ihm: Gib ihm den Namen Jezreel, denn in kurzem werde ich das von Jezreel vergossene Blut am Haus Jehu rächen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen. Jehu, der Vorvater von Jerobeam II. gewesen, der durch einen Putsch sich an die Macht des Nordreiches gebracht hat, indem man an einem Tag in einer großen Aktion sowohl den König des äh Nordreiches Joram als auch den König des äh äh Österreicher getötet hatte. Und es wird geschehen an jedem Tag, da will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Tal-Ebene von Jezreel.
[7:08] Und als sie wiederum schwanger wurde und eine Tochter gebar, und ist sie, interessant, dass hier nicht steht, ihm eine Tochter geboren hat. Das sprach er zu ihm: Nenne sie Loe-Ruchama, denn ich werde mich über das Haus Israel künftig nicht mehr erbarmen, dass ich ihnen vergebe. Ruchama bedeutet begnadigt, Erbarmen erlangt habend. Und Lo ist das hebräische Wort für nicht, eine Verneinung. Keine Gnade, kein Erbarmen. Dagegen will ich mich über das Haus Juda erbarmen und sie retten durch den Herrn, ihren Gott. Doch nicht durch Bogen, Schwert und Kampf will ich sie retten, nicht durch Rosse noch Reiter. Eine Lektion, die auch noch viele Jahrhunderte später die Israeliten zurzeit von Jesus nicht wirklich gelernt hatten, dass Gott eben nicht durch politische Maßnahmen und Manöver, nicht durch militärische Macht rettet, sondern durch seinen Geist. Wir später Sacharja auch deutlich sagen wird: Das Evangelium.
[8:09] Als sie nun Loe-Ruchama entwöhnt hatte, wurde sie wieder schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach er: Nenne ihn Loe-Ammi, denn ihr seid nicht mein Volk und ich bin nicht bei Gott. Ammi ist das Volk, Ammi ist mein Volk. Loe-Ammi heißt nicht mein Volk. Was ihr beschrieben ist, das ist etwas sehr signifikantes in einem Ehevertrag im Alten Orient. Da wurde die Ehe geschlossen, nicht durch eine eine eine Zeremonie, wie wir es heute kennen, sondern durch einander zu sprechen von bestimmten Worten, mich, du bist mein Mann, du bist meine Frau. Dadurch wurde man verheiratet. Eine Scheidung entstand dadurch, dass man sagte: Du bist nicht mein Mann, du bist nicht meine Frau. Diese Worte, so ganz Bewerber, solemn, der feierliche Worte waren rechtskräftig, rechtsbindend, verbindlich. Und das steckt hier im Hintergrund: Ihr seid nicht mein Volk und ich bin nicht der eure. Wir sehen, wann immer Gott einen Bund mit dem Volk schließt, sagte er: Und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Das ist eine eine juristische Ausdrucksweise, um zu sagen, wir haben einen Bund, wir sind verheiratet, sozusagen.
[9:23] Und doch wird die Zahl der Kinder Israels werden wie der Sand am Meer, den man nicht messen noch zählen kann. Und es soll geschehen an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, das sollen sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden. Das Buch Hosea zeigt, dass selbst wenn wir uns so sehr von Gott entfernt haben, dass der Bund gebrochen worden ist, dass wir die Bezeichnung Sohn Gottes, Tochter Gottes nicht mehr verdient haben, dass Gott in der Lage ist, uns zurückzubringen, uns zurückzuführen und Vergebung zu geben, so dass wir Kinder des lebendigen Gottes sein dürfen. Dann werden die Söhne Judas und die Söhne Israel sich einmütig versammeln und über sich ein einziges Oberhaupt setzen und werden aus dem Land herausziehen, denn der Tag von Jezreel wird groß sein. Hier ist eine Bewegung angesprochen, die auch aus dem Buch Jeremia erkennen, aus dem Buch Hesekiel, die endgültige Wiederherstellung des Volkes Gottes, Einheit, nicht eine Teilung in Nord- und Südreich, sondern Einheit unter Gott.
[10:28] Nennt eure Brüder Ammi, mein Volk, und eure Schwester Ruchama, begnadigte. Hier fehlt dieses Lo, was Vorstand. Es ist nicht mehr Loe-Ammi, nicht mein Volk, sondern Ammi, mein Volk. Nicht mehr Ruchama, nicht meine, nicht begnadigte, sondern begnadigte.
[10:49] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht fühlst du dich von Gott getrennt. Vielleicht hat sich dein Leben so entwickelt, hast du Entscheidungen getroffen, die dich von Gott weggeführt haben. Vielleicht hast du kein Bewusstsein, dass Gott dir vergeben hat. Aber Gott möchte das ändern. Vielleicht bist du heute jemand, dem nicht vergeben worden ist, weil er nie Vergebung gesucht hat. Aber auch wenn du in so einem Zustand gewesen bist oder gerade bist, kann Gott dir heute vergeben. Er kann dich wieder zu seinem Kind machen. Er möchte die Beziehung zu dir erneuern. Auch wenn wir ihm so viel Leid zugefügt haben, bringt er uns zurück. Lasst uns ihm dafür danken. Lass uns gemeinsam beten.
[11:28] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass, obwohl wir so schwer gegen dich gesündigt haben, du treu bleibst. Auch wenn wir untreu gewesen sind, bleibst du treu, denn du kannst dich nicht verleugnen, sagte die Bibel. Und danke, dass du uns Hoffnung schenkst und danke, dass du uns zeigst in dem Buch Hosea, wie du dich fühlst als der Betrogene. Und Herr, es tut uns leid, dass du uns leid dich betrogen zu haben. Es tut uns leid, gegen dich gesündigt zu haben. Und wir danken dir für deine überbordende Gnade, die uns nicht aufgibt. Im Namen Jesu. Amen.
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