In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp die tiefen Emotionen und die Treue Gottes anhand des Buches Hosea. Er erklärt, wie Gottes Beziehung zu seinem Volk wie eine Ehe dargestellt wird, die durch Untreue belastet ist. Die Botschaft ist eine kraftvolle Erinnerung an Gottes unermüdliche Liebe und seinen Wunsch, gebrochene Beziehungen zu heilen und einen neuen, ewigen Bund anzubieten.
Gott auf (m)einer Seite: Hosea 2:4-2:25
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HoseaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute mit Seite 931. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für deine unfassbar große Liebe. Wir danken dir, dass du uns wiederherstellst, dass du uns wieder zu deinen Kindern machst und zu deinem Volk. Wir danken dir, dass du auch heute durch dein Wort uns zeigen möchtest, wie sehr du dir wünschst, dass wir mit dir zusammenleben und dich lieben, und aus Liebe zu dir dir folgen. Herr, sprich jetzt durch dein Wort zu uns. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und lass dein Wort tief in unser Herz hineindringen. Das bitten wir im Namen Jesu und danken, dass du versprochen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Amen.
[1:28] Wir sind in Hosea Kapitel 2. Wir haben gesehen, wie Hosea als Zeichenhandlung und um uns allen zu zeigen, wie sehr Gott selbst leidet, eine Frau heiraten sollte, von der er im Vorhinein wusste, dass sie ihn betrügen wird. Und die Botschaft, die Hosea damit verbinden sollte, war die Botschaft, dass ein Volk, das nicht mehr Gottes Volk gewesen ist, wieder Volk werden kann. Dass Menschen, die von Gott getrennt sind, seien sie abgefallene Israeliten oder auch Heiden, jeder, der von Gott getrennt ist, wieder Gottes Volk werden kann durch seine Gnade.
[2:15] Wir lesen weiter in Hosea 2, Vers 4: „Weist eure Mutter zurecht, weist sie zurecht, denn sie ist nicht meine Frau und ich bin nicht ihr Mann.“ Hier haben wir wieder diese sehr deutlichen, juristisch wirksamen Worte: „Nicht mein Mann, nicht meine Frau.“ Die deutlich machen: Diese Beziehung, die eigentlich da sein sollte, besteht nicht. „Damit sie ihre Reihe von ihrem Angesicht wegschaffe und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten, sonst werde ich sie nackt ausziehen und sie hinstellen, wie sie war am Tag ihrer Geburt, und sie der Wüste gleich machen, einem dürren Land, und sie sterben lassen vor Durst.“ Wir sehen hier die tief aufbrechenden Emotionen, die ein betrogener Ehepartner hat.
[3:04] „Und über ihre Kinder werde ich mich nicht erbarmen, weil sie Hurenkinder sind, denn ihre Mutter hat Hure getrieben, diese geboren hat, bedeckte sie mit Schande, denn sie sprach: Ich will doch meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, meine Wolle, meinen Flachs, mein Öl und meinen Trank.“ Diese Frau glaubt und behauptet, dass es die Liebhaber sind, die sich versorgen, dass sie von ihnen das bekommt, was sie braucht. Und nichts ist dramatischer, als festzustellen, dass der Mensch, den man liebt, der Meinung ist, dass er das, was er braucht, woanders bekommen muss. Und das tut weh und das verletzt.
[3:46] Und diese Geschichte soll uns nicht nur zeigen, wie Gott sich fühlt, sie soll auch zeigen, was wir anrichten als Menschen, die wir andere Menschen betrügen, zum Beispiel in unserer Ehe, als auch, wenn wir gegen Gott sündigen und durch unser Verhalten zum Ausdruck bringen, dass wir das, was wir dringend benötigen, von woanders bekommen und nicht von Gott.
[4:20] „Darum siehe, ich will deinen Weg mit Dornen verzahnen, ja, ich will eine Mauer für sie richten, damit sie ihre Pfade nicht mehr finden soll.“ Der Wunsch des betrogenen Mannes hier, die Ehefrau, soll nicht mehr ihre Ehe, ihre Liebhaber finden. Sie soll da nicht mehr hingehen. Wie sehr wünscht sich jeder Betrogene, dass das aufhört, dass das nicht weitergeht. Und es ist nur allzu verständlich.
[4:44] Wenn sie dann ihren Liebhabern nachjagt und sie nicht mehr einholt, wenn sie sucht, aber nicht findet, so wird sie sagen: „Ich will hingehen und wieder zu meinem ersten Mann zurückkehren, denn damals hatte ich es besser als jetzt.“ Ich denke, es ist nicht schwer, hier an dieser Stelle sich an den verlorenen Sohn zu erinnern, der so lebt, als ob sein Vater tot war und damit auch seinen Vater enttäuscht hat. Dieses Thema der Verletzung betrifft nicht nur Mann und Frau in der Ehe, es betrifft auch andere enge Bindungen, Freundschaften, Eltern zu Kindern und umgekehrt. Wie oft geschieht es, dass wir Menschen, die uns sehr nah sind, die uns sehr lieben, die unser Verhalten schwer verletzen. Und jedes Mal ist das letztendlich auch ein Bild dafür, wie sehr wir Gott verletzen, wenn wir von ihm weggelaufen sind, wenn wir gegen ihn sündigen.
[5:40] „Sie erkannt ja nicht, dass ich es war, der ihr das Korn, den Most und das Öl gab und ihr das Silber und Gold mehrte, das sie für den Baal verwendet haben.“ Sie haben nicht gesehen, dass all das Gute in ihrem Leben von Gott kam. Was sie dann aber diesem fremden Gott, diesem heidnischen Gott, diesem kanaanitischen Gott Baal, du hast nichts weiter besetzt, heißt als der Herr, für ihn verwendet haben. Wie oft geschieht es, dass wir Dinge, die Gott uns schenkt, falsch verwenden und der Meinung sind, dass das unsere eigenes Talent und unsere eigene Kraft ist, oder dass wir nicht Gott die Ehre geben.
[6:13] Die Bibel fordert uns auf, im ewigen Evangelium von Offenbarung 14, 6 und 7, dass wir Gott die Ehre geben für all das, was er in unserem Leben getan hat. Ich möchte ihm die Ehre geben, all den Segen, den er mir geschenkt hat, auch in der vergangenen Zeit. Ist das dein Wunsch, ihm auch die Ehre zu geben?
[6:36] „Darum will ich mein Korn zurücknehmen zu seiner Zeit und meinen Most zu seiner Frist und will ihr meine Wolle und meinen Flachs entziehen, womit sie ihre Blöße bedeckt, und ich will nun ihre Schande enthüllen vor den Augen ihrer Liebhaber, und niemand wird sie aus meiner Hand retten. Und ich will alle ihre Freundin Ende machen, ihren Festen, ihren neuen und Feiern und ihren Sabbaten und all ihren Feiertagen.“ An anderer Stelle in Jesaja 1 haben wir gelesen, dass Gott nicht mehr ertragen kann, wenn die Menschen formal ehren, aber in Wirklichkeit das ganz andere tun. Genauso wie ein Ehepartner es nicht erträgt, wenn man eine Fassade vorspielt, aber in Wirklichkeit etwas ganz anderes tut, was ihn verletzt.
[7:20] „Ich will auch ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, von denen sie sagt: Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben. Ja, ich will sie in eine Wildnis verwandeln, dass ich die Tiere des Feldes davon nähren soll. Ich will die Strafen für die Festtage des Baal an denen sie ihnen räucherte und sich mit ihren Ohrringen und ihrem Geschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachlief und mich vergaß, spricht der Herr.“
[7:47] Es fühlt sich nicht schön an, wenn man den Eindruck hat, man ist vergessen worden. Darum siehe, ich will sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden. Gott gibt nicht auf.
[8:01] Hoseas Emotionen waren so stark, und doch hatte er den Wunsch, er wollte sie ja gar nicht vernichten, seine untreue Frau. Er wollte sie wieder zurückhaben, er wollte sie zurückgewinnen, er wollte sie wieder in die Wüste locken, so wie Gott damals das Volk Israel in die Wüste geführt hat, um dort einen Bund mit ihnen zu machen, um ihr Gott zu sein und sie sein Volk, einen Ehebund sozusagen. So will er sie locken in die Wüste, ihr zu Herzen reden. Gott möchte, lieber Freund, liebe Freundin, zu deinem und zu meinem Herzen sprechen.
[8:30] Und ich will dir von dort aus ihre Weinberge wiedergeben. Gott möchte uns wiederherstellen und ihr das Tal zu einer Tür der Hoffnung machen, dass sie dort singen soll, wie in den Tagen ihrer Jugend und während dem Tag, als aus dem Land Ägypten zurück, so wie früher, als Gott uns erlöst hat. So möchte er uns wieder zurückführen, wenn wir von ihm abgefallen sind. Das Tal auch, was interessant, denn dort wurde Achan, der gegen Gott sündigte, begraben, denn der Sünde festhielt und sie nicht bereuen wollte.
[8:59] Dass die Tür der Hoffnung besteht darin, dass wir die Rebellion gegen Gott begraben, dass er sie in unserem Leben töten kann, dass wir nicht mehr gegen Gott rebellieren. Das ist die Hoffnung, die wir haben, dass das Achan-Element in unserem Leben weggetan wird, so dass wir nicht mehr verlieren, sondern jetzt wieder Sieger sein können. So wie das Volk Israel wieder siegen konnte, als Achan und die mit ihnen zusammenhingen, aus ihrer Mitte entfernt waren.
[9:23] „An jenem Tag wird es geschehen, spricht der Herr, dass du mich mein Mann und nicht mehr mein Baal nennen wirst.“ Gott wünscht sich, dass er nicht nur irgendwie eine ferne Macht ist, die wir mal anzapfen, weil wir etwas brauchen, sondern dass wir wirklich in Liebe, weil er so gut zu uns ist, und dass wir nicht andere Dinge mehr lieben als ihn. Genauso wie ein Ehepartner wünscht, dass der andere Partner nicht jemand anders mehr liebt als ihn selbst.
[9:58] „Und ich werde den Namen der Baal aus ihrem Mund entfernen. Das sind ihre Namen, nicht mehr gedacht werden soll.“ An jenem Tag will ich auch zu ihren Gunsten einen Wunsch schließen mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit allem, was auf Erden kriecht. Und ich will Bogen, Schwert und alles Kriegsgerät im Land zerbrechen, und sie sicher wohnen lassen. Gott möchte einen Bund schließen, einen neuen Bund, so wie es in Jeremia gesehen haben, wie wir hier gesehen haben. Gott will einen neuen Wunsch schließen, so wie es aus dem Buch 5. Mose kennen, einen Bund des Friedens, der Krieg soll aufhören.
[10:36] „Und ich will dich mir verloben auf ewig. Ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen.“ Gott möchte wieder die Ehe von vorne beginnen. Er möchte eine neue Verlobung, und zwar eine, die ewig hält, einen ewigen Bund, eine ewige Verbindung. Gott möchte, dass wir bei ihm bleiben, dass wir eine glückliche Ehe führen, weil Gott uns Segen schenken möchte und dass wir mit ihm sozusagen im geistlichen Sinn eine glückliche Ehe, eine glückliche Verbindung.
[11:16] „Ja, ich will dich mir verloben in Treue, und du wirst den Herrn erkennen.“ Man kann es in deutschen Worten gar nicht richtig ausführen, was hier mit hebräischen Gedanken mitschwingt, denn eine Verlobung führt zur Ehe und sie führt dazu, so wie es bei Adam und Eva heißt, dass Mann und Frau sich erkennen.
[11:43] „Und es soll geschehen, dann jeden Tag, spricht der Herr, da will ich antworten. Ich will dem Herrn antworten, dem Himmel antwortet, Verzeihung, und er soll der Erde antworten, und die Erde wird antworten mit Korn, Most und Öl.“ Und diese werden jetzt real antworten. Das Wort heißt ja.
[11:58] Gott sieht, Gott beginnt wieder das neueste. Er sieht wieder Samen auf den Boden, also gibt es jetzt ein Wortspiel.
[12:10] „Und ich will sie mir im Land ansehen.“ Jesseel, ich will sie im Land ansehen und mich über die unbegnadete, Oha, Erbarmen. Loro haben wir Verzeihung. Er war zu nicht mein Volk, Lohmi, sagen: Du bist mein Volk, und es wird sagen: Du bist mein Gott. Was wir hier in diesem letzten Vers haben, ist eine regelrechte altorientalische Eheschließung. Wie gestern schon gesagt, man schloss eine Ehe, indem die Frau sagte: „Du bist mein Mann“, und der Mann sagte: „Du bist meine Frau.“ Damit war eine Ehe auch im alten Babylon rechtskräftig. Und das ist, was Gott hier tun möchte. Er sagt: „Ich will mit dir verloben und ich will einen Bund mit dir schließen, wieder verheiratet sein.“
[12:57] Gott spricht heute zu dir und zu mir und sagt: „Ich will den Bund erneuern, auch wenn du mich betrogen hast, doch wenn du mich verlassen hast, auch wenn du gegen mich gesündigt hast, ich will diese Beziehung zu dir wieder haben. Ich will mich dir verloben, lieber Freund, liebe Freundin, egal wo du gerade stehst und eine Beziehung zu Gott.“ Gott will die Beziehung wieder erneuern. Er will sie neu machen, und zwar auf ewig. Er bietet dir an, den Bund völlig neu zu fassen und neu mit dir verbunden zu sein. Und dann wird er sagen: „Du bist mein Sohn, du bist meine Tochter.“ Und wir dürfen, ich und du, dürfen antworten aus voll Überzeugung: „Und du bist mein Gott.“
[13:39] Möge Gott uns dabei segnen. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns so unfassbar lieb hast und dass du mit uns neu anfängst und einen neuen Bund mit uns schließen möchtest, und zwar einen, der auf ewig ausgerichtet ist. Dass du trotz aller Emotionen, die du hast, dass wir gegen dich rebelliert haben, uns noch mehr liebst und in deiner tiefen Liebe, der nichts mehr wünscht, als dass wir wieder zu dir zurückkehren. Dafür danken wir dir, dass du heute zu uns sagen möchtest: „Du bist mein Sohn, meine Tochter.“ Und ich und sicherlich viele, die das jetzt sehen, möchten von tiefen Herzen sagen: „Und du bist mein Gott.“ Dank dafür. Amen.
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