In dieser Predigt über Jakobus 2:18-3:18 betont Christopher Kramp die untrennbare Verbindung zwischen Glauben und Werken. Er erklärt, dass ein rein theoretischer Glaube wertlos ist und wahre Überzeugung sich im praktischen Gehorsam zeigt, wie die Beispiele Abrahams und Rahabs belegen. Ein weiterer Fokus liegt auf der unbändigen Macht der Zunge und der Notwendigkeit göttlicher Weisheit, um sie zu kontrollieren und stattdessen Frieden und Gerechtigkeit zu stiften.
Gott auf (m)einer Seite: Jakobus 2:18-3:18
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JakobusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Jakobus 2:18-3:18.
[0:35] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir wünschen uns so sehr, echte Christen zu sein, die in ihrem Leben zeigen, dass du die Führung in unserem Herzen hast, dass wir dir folgen und dass wir Erlösung durch dich erlebt haben.
[0:57] Wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt weiter im Jakobusbrief lesen, dass du unser Herz anrührst, dass wir verstehen, wo wir Veränderung brauchen und dass wir sie allein durch dich erhalten können.
[1:09] Dass wir uns nicht zufrieden geben mit Theorie, sondern dass wir in der Praxis, im Alltag, als Christen so leben, dass sichtbar wird, dass deine gute Botschaft wirklich das Leben verändert.
[1:25] Sprich du jetzt zu uns und schenk du uns die Kraft, auch das, was wir lesen und hören, heute noch umzusetzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:37] Wir sind in Jakobus Kapitel 2. Jakobus macht deutlich, dass ein rein theoretischer Glaube, der sich nicht in der Praxis zeigt und durch Werke nicht bestätigt wird, letztlich wertlos ist.
[1:51] Wir lesen weiter in Jakobus 2 Vers 18: „Da wird dann einer sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke. Beweise mir doch deinen Glauben aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben beweisen. Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es und zittern.“
[2:12] Es gibt viele Dinge, die die Dämonen glauben. Die Dämonen glauben, dass Jesus Christus wiederkommen wird. Sie glauben, dass es ein himmlisches Heiligtum gibt. Sie glauben, dass die Zehn Gebote verbindlich sind und nicht abgeschafft worden sind. Die Dämonen glauben, dass Jesus am Kreuz von Golgatha gestorben ist, dass der Sabbat der Tag ist, den Gott als Ruhetag bestätigt hat, und viele andere Dinge, die die Bibel lehrt. Die Dämonen wissen, dass das so ist.
[2:37] Kein Dämon glaubt an die Evolutionstheorie, und doch werden sie nicht gerettet. Die Bibel macht ganz deutlich, dass die Dämonen nicht erlöst werden, denn ihr Glaube ist kein rettender Glaube. Ihr Glaube ist eine reine Zustimmung, eine theoretische Zustimmung zu Wahrheiten, denen sie nicht widersprechen können.
[3:01] Sie wissen, dass es Gott gibt, aber sie handeln nicht danach. Sie wissen, dass Gott von sich gesagt hat, dass er die Liebe ist, aber sie leben nicht so, als ob das wahr wäre. Sie rebellieren dagegen, und entsprechend nützt ihnen ihre Erkenntnis, ihr Wissen nützt ihnen dann nichts.
[3:21] „Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist? Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde ein Freund Gottes genannt. So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein.“
[4:00] Das ist eine interessante Stelle, denn hier wird ganz deutlich, dass der wahre Glaube immer praktisch ist. Paulus hat sich gegen die Idee gewandt, dass man durch Werke ohne Glauben Erlösung verdienen könnte, und alles, was er in Römer 3 schreibt, wo er sagt, das sind nicht die Werke, sondern der Glaube, und in anderen Stellen und auch in Galater, ist immer gegen diese Idee, dass man durch eigene Werke sich bei Gott etwas verdienen könnte. Und das ist falsch.
[4:34] Aber genauso falsch ist es auch, dass der rettende Glaube einfach nicht in den Alltag sich überträgt, sondern rettender Glaube ist ja ein Vertrauen, dass das, was Gott sagt, richtig ist, sodass wenn Gott etwas befiehlt, man es aus Glauben auch tut.
[4:56] Und deswegen hat Abraham seinen Glauben an Gottes Verheißung dadurch bewiesen, dass er auch das getan hat, was Gott gesagt hat. Und deswegen sind wir wieder dann auch gedanklich bei Jakobus 2 weiter vorne, wo es darum ging, dass wir die ganzen Gebote halten sollen, dass wir durch das Gesetz, dass durch das Gesetz auch gerichtet werden und wir dieses Gesetz vollständig halten müssen.
[5:24] Der Glaube beweist sich daran, dass wir auch Gott gehorsam sind, so wie Abrahams Glaube sich daran bewiesen hat, dass er Gottes Aufforderung nachgekommen ist.
[5:41] Die Werke bewiesen die Echtheit des Glaubens, und wegen seines Glaubens ist er gerecht gesprochen worden. Die Werke haben vor dem ganzen Universum gezeigt, dass der Glaube, den er hatte, der echte Glaube ist. So zeigen auch unsere Werke, ob wir Heuchler sind oder echten Glauben haben.
[5:56] „Ist nicht ebenso auch die Hure Rahab durch Werke gerechtfertigt worden, dass sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Weg entließ? Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot.“
[6:13] Dieser Vers ist sehr interessant. Vermutlich, wenn man heute einem der populären Prediger der Christenheit die Aufgabe geben würde, Glaube und Werke mit Leib und Geist zu illustrieren, vermutlich hätte man es genau anders getan. Man hätte, was weiß ich, den Leib mit den Werken assoziiert und den Glauben mit dem Geist, der alles sozusagen lebendig macht. Aber interessanterweise ist es andersrum.
[6:42] Es ist der Geist, der den Leib lebendig macht. Denn als Adam noch nicht von Gott angehaucht worden war, war er ein lebloser Körper. Er war zwar schon da, aber er war es war leblos. Und so ist auch der Glaube eine leblose Theorie, wenn er nicht in die Praxis umgesetzt wird. Es sind die Werke, die den Glauben lebendig machen.
[7:03] „Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden.“ Auch hier haben wir die Idee, die wir in Hebräer 13 gesehen haben, dass die Führer des Volkes, die Gemeindeleiter, vor Gott die Verantwortung haben, auch für die ihnen anvertrauten Gläubigen. Sie empfangen ein strenges Urteil, weil sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für die ihnen anvertrauten verantwortlich sind.
[7:32] „Denn wir alle verfehlen uns vielfach. Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten.“ Hier sehen wir, wie sehr es auch um unsere Worte geht.
[7:48] „Siehe, den Pferden legen wir die Zäume ins Maul, damit sie uns gehorchen, und so lenken wir ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, so groß sie sind und so rau die Winde auch sein mögen, die sie treiben, so werden sie von einem ganz kleinen Steuerruder gelenkt, wohin die Absicht des Steuermannes es will. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch großen Wald zündet es an!“
[8:13] Mit unseren Worten, unscheinbar wie die Zunge sein mag, können wir gigantischen Schaden anrichten. Unser ganzes Leben wird davon bestimmt, welche Worte wir sprechen. Sind es Worte des Glaubens oder Worte des Zweifels? Sind es Worte, die anderen helfen, oder Worte, die Leben zerstören? Der ganze Lebensentwurf wird davon gesteuert, wie wir reden.
[8:36] „Und die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit. So nimmt die Zunge ihren Platz ein unter unseren Gliedern, sie befleckt den ganzen Leib und steckt den Umkreis des Lebens in Brand und wird selbst von der Hölle in Brand gesteckt.“
[8:52] Ich glaube, uns ist selten bewusst, wie gefährlich unsere Zunge ist.
[9:01] Ich möchte für mich, ich möchte mir vornehmen, Gott auch meine Zunge zu übergeben, die Worte, die ich sagen möchte, erst von ihm prüfen zu lassen.
[9:10] „Denn jede Art der wilden Tiere und Vögel, der Reptilien und Meerestiere wird bezwungen und ist bezwungen worden von der menschlichen Natur. Die Zunge aber kann kein Mensch bezwingen, das unbändige Übel, voll tödlichen Giftes.“ Aus menschlicher Kraft ist es unmöglich, die Worte Einhalt zu gebieten und sie in die richtige Bahn zu lenken.
[9:32] „Mit ihr loben wir Gott, den Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind.“
[9:39] Und hier legt Jakobus den Finger in die Wunde, warum so viele Menschen auch den Glauben verlassen haben, weil sie diese Heuchelei nicht austragen, dass Menschen mit der Zunge Gott preisen und ihn loben und gleichzeitig das Leben von Menschen bitter machen und vergiften. Aus ein und demselben Mund geht Loben und Fluchen hervor. „Das soll nicht so sein, meine Brüder! Sprudelt auch eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres hervor? Kann auch, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? So kann auch eine Quelle nicht salziges und süßes Wasser geben.“
[10:13] Die Idee ist also: Wenn wir anderen Menschen fluchen, dann ist unser Lob Gottes nicht ehrlich und aufrichtig. Es ist nur eine äußere Form ohne praktischen Wert – Heuchelei.
[10:25] „Wer ist weise und verständig unter euch? Der zeige durch einen guten Wandel seine Werke in Sanftmütigkeit, die aus der Weisheit kommt.“
[10:33] Und vielleicht sagt jemand: „Ja, aber wo soll ich diese Weisheit hernehmen?“ Dann werden wir zurückerinnert an Jakobus 1 Vers 5: „Wenn unter euch jemandem Weisheit mangelt, so bitte er von Gott, der ohne Vorwurf gerne gibt.“
[10:47] „Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in euren Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische.“ Es gibt echte biblische, geistliche Weisheit und es gibt eine weltliche Weisheit, die egoistisch ist, die sich über andere erhebt, die Unterschiede zwischen den Menschen macht, die dämonisch ist und die das Leben anderer Menschen zerstört.
[11:17] Wir müssen die echte, die biblische, die geistliche, die göttliche Weisheit immer wieder erbitten und in unser Leben lassen. „Denn wo Neid und Selbstsucht ist, da ist Unordnung und jede böse Tat.“ Wenn wir uns um uns selbst drehen, wenn wir andere beneiden und egoistisch sind, dann folgen viele andere Sünden.
[11:35] „Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedfertig, gütig, sie lässt sich etwas sagen, sie hat also einen belehrbaren Geist.“ Jemand, der echte Weisheit hat, der ist nicht streitsüchtig, der versucht nicht immer recht zu haben, der ist bereit zuzuhören, der ist bereit dazu zu lernen. Diese Weisheit brauche ich, diese Weisheit brauchen wir alle.
[12:02] „Ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei.“ Deswegen brauchen wir diese Weisheit, weil wir dadurch die Heuchelei in unserem Leben besiegen können.
[12:13] „Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“ Wenn wir dem Frieden mit jedermann nachjagen, wie es schon Paulus im Hebräerbrief sagt, dann werden wir auch die Frucht der Gerechtigkeit in unserem Leben haben.
[12:42] Jesus hat deutlich gemacht, dass glückselig sind diejenigen, die Friedensstifter sind. Und wir wollen uns heute im Alltag bemühen, nicht Streit noch zu fördern, vom Zaun zu brechen oder zu intensivieren, sondern den Frieden zu fördern. Wollen uns danach sehnen, gute geistliche Weisheit zu haben, belehrbar zu sein, sich etwas sagen zu lassen, friedfertig zu sein, gütig und rein, sodass wir dann unparteiisch und ohne Heuchelei sind.
[13:19] Lasst uns dafür beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du zu uns gesprochen hast. Und wir möchten von ganzem Herzen dich bitten, dass du uns hilfst, dass wir unsere Worte, unsere Gedanken, unsere Zunge durch deine Kraft im Zaum halten können, dass wir mit unseren Worten nicht anderen Menschen wehtun und nicht andere Menschen zum Zweifel verleiten, sondern dass unsere Worte dein Wesen reflektieren.
[13:51] Herr, wir haben gesehen, das schaffen wir nicht aus menschlicher Kraft. Das geht nur mit deiner Weisheit, und du hast versprochen, dass wenn wir darum bitten, dass du diese Weisheit uns gerne gibst und uns keinen Vorwurf machst, weil wir sie bisher noch nicht gehabt haben. Aber Herr, wir brauchen sie jetzt und möchten sie von dir erhalten, um weise Menschen zu sein, die Frieden stiften. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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