In dieser Predigt über Jeremia 30,24-31,20 spricht Rabea Kramp über Gottes Verheißungen der Wiederherstellung und des ewigen Bundes. Sie beleuchtet, wie Gott trotz menschlichen Versagens treu bleibt und sein Volk mit bedingungsloser Liebe und Gnade zurückholt. Die Botschaft betont Gottes Macht, Trauer in Freude zu verwandeln und ein geistliches Israel zu schaffen, zu dem auch wir gehören.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 30:24-31:20
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute zusammen Jeremia 30, Vers 24 bis Jeremia 31, Vers 20. Aber wir haben noch einen Vers vom vorherigen Kapitel übrig. Und bevor wir starten, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du hast uns so lieb, dass wir es gar nicht begreifen können. Du hast uns zuerst geliebt, du bist der, der uns mit Liebe überschüttet. Und die Bibel sagt, du bist die Liebe, und das wollen wir heute sehen und das wollen wir erfahren, nicht nur durch dein Wort, auch in unserem Leben. Und dafür danke ich dir. Amen.
[1:06] Wir beginnen in Vers 24 von Kapitel 30. "Die Zornglut des Herrn wird nicht nachlassen, bis er die Gedanken seines Herzens ausgeführt und zustande gebracht hat. Am Ende der Tage werdet ihr es verstehen." Am Ende der Tage, das meint zum einen am Ende dieser 70 Jahre des Exils, dass sie in Babylon verbracht haben. Aber natürlich auch typologisch für das Ende der Tage der Welt, denn auch dann werden wir vieles erst verstehen.
[1:43] Gottes Handeln. Und ganz nah knüpft das Kapitel 31 an, hier mit Vers 1. "Zu jener Zeit, nämlich am Ende der Tage, spricht der Herr, werde ich der Gott aller Geschlechter Israels sein, und sie werden mein Volk sein." Und das gilt natürlich für das Ende der 70 Jahre, wo Gott sich wünscht, dass ganz Israel und Juda wieder zurückkehren. Und das wird natürlich auch bei der Wiederkunft sein. Dann wird Gott wirklich der Herrscher aller Völker sein.
[2:10] "So spricht der Herr: Ein Volk, das dem Schwert entflohen ist, hat Gnade gefunden in der Wüste. Ich will gehen, um Israel zur Ruhe zu bringen." Und die Ruhe oder etwas in Ruhe bringen, das kennen wir schon aus anderen Bibelbüchern. Die Wüste, die Ruhe, das sind alles so Synonyme. Und auch beim Exodus war das Ziel, das Volk in die Ruhe zu bringen. Und wohin hat Gott sie geführt? In die Wüste, zum Berg Sinai.
[2:41] Jetzt kommt Vers 3. Und Vers 3 ist so der Kern des Evangeliums, auch der Kern dieser Kapitel im Buch Jeremia. "Von ferne her ist mir der Herr erschienen. Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen, aus lauter Gnade." Und wortwörtlich heißt es eigentlich nicht "zu mir gezogen aus lauter Gnade", sondern "habe die Gnade lang gezogen". Ich habe ganz lange Gnade gehabt und gewartet, dass du umkehrst. Also die Gnade wurde wie ein Kaugummi oder wie ein Gummiband so weit gezogen, wie es nur ging.
[3:20] Und damit beweist Gott, dass er seine Gnade so lange auslastet, bis es absolut nicht mehr geht, bis das Band reißt. "Ich will dich wieder aufbauen. Ja, du wirst aufgebaut da stehen, du Jungfrau Israel. Du sollst dich wieder mit deinen Handpauken schmücken und ausziehen in fröhlichem Reigen." Und sein Volk Jungfrau, und das natürlich sehr bezeichnend, denn das Volk hat gehurt mit Götzen und mit fremden Göttern. Und nun benennt er sie wieder als Jungfrau. Das zeigt auch, was Gott für eine Macht und für eine Kraft hat, durch die Bekehrung uns wieder so zurück zu verwandeln in den eigentlichen Urzustand, nämlich rein.
[4:08] Du wirst auf den Höhen Samarias wieder Weinberge pflanzen, die sie angelegt haben, sollen sie auch genießen. Das ist ein Ausdruck des Segens, dass wir das, dass wir anbauen, auch selber genießen können. Denn es kommt ein Tag, da die Wächter auf dem Bergland von Ephraim rufen werden: "Macht euch auf, lasst uns nach Zion gehen, zu dem Herrn, unserem Gott!"
[4:30] Interessant ist, dass die Bibel und Gott hier auch immer wieder das Volk Israel, also sprich das Nordreich, anspricht und nicht nur die aus Juda, die ja nach Babylon verschleppt wurden. Das Nordreich wurde ja schon viel früher aufgelöst durch die Assyrer, die es überfallen haben. Die Israeliten aus dem Nordreich wurden verschleppt in andere Länder und sind quasi darin aufgegangen und gar nicht mehr wiederzuerkennen gewesen.
[4:59] Und trotzdem sagt Gott hier: "Ich möchte auch das Nordreich wiederherstellen. Ich möchte auch meine Mitglieder des Volkes aus dem Norden wieder herführen." Und das kann uns nur sagen, dass es natürlich geistlich gemeint ist, dass Gott sich das wünscht, dass es das geistliche Israel gibt. Und im Idealfall wünscht er sich natürlich, dass auch die aus dem Nordreich kämen nach Jerusalem und dort anzubeten.
[5:28] Wir wissen, dass im Nordreich sich dann ein eigener Anbetungsort gemacht wurde, und ja, damit man nicht nach Juda gehen muss und nach Jerusalem. "Denn so spricht der Herr: Frohlockt mit Freuden über Jakob und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet und singt: 'Rette, oh Herr, dein Volk, den Überrest Israel!'"
[5:49] Und das ist wieder ein Anklang, wie so oft in Jeremia, ein Zitat aus 5. Mose. Denn er sagt hier: "Ihr seid das Haupt der Völker." Und im 5. Mose heißt es: "Ihr sollt das Haupt sein und nicht der Schwanz. Ihr sollt vorangehen und nicht hinterherhinken." Und das spricht auch von der kraftvollen Wiederherstellung.
[6:05] "Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von den Enden der Erde, unter ihnen sind Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende miteinander. Eine große Gemeinde kehrt hierher zurück." Und dass sie alle bewahren, alle die Kranken, alle die Schwangeren, alle die Gebrechlichen, wird er auf dem langen Rückweg von Babylon nach Juda, nach Jerusalem bewahren.
[6:29] "Weinend kommen sie und unter Flehen führe ich sie. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf einem ebenen Weg, auf dem sie nicht straucheln werden. Denn ich bin Israel zum Vater geworden und Ephraim ist mein Erstgeborener." Hier, dass das Nordreich angesprochen ist, und diese Verheißung, dass sie nicht straucheln werden, das ist ein Gedanke, den wir genauso auch in Judas 24 finden.
[6:53] Das könnt ihr mal nachschlagen. Hört das Wort des Herrn, ihr Heidenvölker, und verkündigt es aus auf den fernen Inseln und sprecht: "Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde." Und Gott sagt: "Ich bin dann euer Hirte, eure Hirten, die euch alle in die Irre geführt haben."
[7:11] Die schlechten Hirten, die falschen Hirten, die werden dann nicht mehr sein, sondern ich werde euer Hirte sein. Denn der Herr hat Jakob losgekauft und ihn an der Hand dessen Erlösers, der mächtiger war als er. Ja, woraus hat Gott uns erkauft? Natürlich aus der Macht des Bösen, aus der Macht Satans. Und Gott sagt hier: "Ich bin mächtiger als er."
[7:31] Und sie werden kommen und auf der Höhe Zions jubeln und herbeiströmen zu der Güte des Herrn, zum Korn, zum Most und zum Öl und zu den jungen Schafen und Rindern. Und ihre Seele wird sein wie ein bewässerter Garten, und sie werden nicht länger verschmachten.
[7:48] Das Bild eines bewässerten Gartens ist wunderschön, denn es ist ein Garten, der gepflegt ist, der grün ist, der Frucht trägt. Ja, und so wird das Volk Gottes sein. Dann wird die Jungfrau sich mit Reigentänzer freuen, auch junge Männer und Kreise miteinander. Und ich will ihre Trauer in Freude verwandeln und sie trösten und erfreuen nach ihrem Schmerz.
[8:07] Und ich werde die Seele der Priester mit Fett sättigen, und mein Volk soll sich an meiner Güte sättigen, spricht der Herr. Also die Opfer, die hier angeführt sind, die stellen auch Gottes Blüte da. "So spricht der Herr: Eine Stimme wird in Rama gehört, bitterliches Klagen und Weinen. Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen wegen ihrer Kinder, weil sie nicht mehr da sind."
[8:30] Nun, wie ist dieser Vers zu verstehen? Rahel gibt es zu dieser Zeit ja nicht mehr. Sie ist schon längst tot, aber ihr Grab wurde war sehr bekannt und das wurde an einer ja markanten Stelle platziert. Und an dieser Stelle war der Sammelplatz für das Volk Gottes vor dem Abtransport nach Babylon. Und das Grab Rahels ist sozusagen der Ort der Trauer, weil das ist das, wo klar war, das Gericht bricht über uns herein und wir werden ins Exil gehen. Und deswegen heißt es hier: "Rahel beweint ihre Kinder", also alle ihre Nachkommen.
[9:08] "So spricht der Herr: Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen, denn es gibt noch einen Lohn für deine Mühe, spricht der Herr. Denn sie sollen aus dem Land des Feindes zurückkehren." Und das ist wieder der Trost und die Verheißung der Rückkehr, die es geben wird. Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr.
[9:25] Und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren. Und genauso sind unserem Leben, wenn wir manchmal in einer Sackgasse stecken und wir nicht mehr können, wenn wir am Ende sind, wenn wir denken, wir sind so weit von Gott entfernt, dann gibt es Hoffnung, sagt Gott. Es gibt Hoffnung für deine Zukunft, weil Gottes Gnade langgezogen ist und er uns zurückholen möchte und zurückzieht.
[9:43] "Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: 'Du hast mich gezüchtigt, und ich bin zugezüchtigt worden wie ein ungezähmtes Rind. Bringe du mich zu Umkehr, so werde ich umkehren, wenn du hier bist, mein Gott.'" Und hier wird ganz deutlich, wer uns zu Umkehr bringt, nämlich Gott. All die Buße, die wir haben in unserem Leben, die ist ein Geschenk. Buße können wir nicht aus uns heraus selber produzieren.
[10:06] Das ist etwas von Gott bekommen. Die Reue über unsere Sünde, denn nach meiner Umkehr empfinde ich Reue. Und nachdem ich zur Erkenntnis gekommen bin, schlage ich mir auf die Hüfte. Ich schäme mich und bin sogar zustande geworden, der dich trage, die Sprache meiner Jugend. Und so geht es auch uns, wenn wir gesündigt haben, dann schämen wir uns danach, weil uns bewusst geworden ist, was wir eigentlich hier getan haben und wie tief wir gefallen sind.
[10:32] "Ist mir Ephraim ein teurer Sohn, ist er mein Lieblingskind? Denn so viel ich auch gegen ihn geredet habe, muss ich doch immer wieder an ihn denken. Darum ist mein Herz entbrannt für ihn. Ich muss mich über ihn Erbarmen, spricht der Herr." Das sagt viel über Gott aus, dass er sagt: "Ich muss mich über meinen Sohn Erbarmen." Gott adressiert hier noch mal voller Liebe auch das Nordreich, also den Sohn, der auch wirklich sowas von verloren war und schon eigentlich gar nicht mehr erkenntlich war.
[11:00] Es gibt den eigentlich gar nicht mehr. Und Gott sagt: "Ich werde dich wiederherstellen. Ich werde dich zurückholen." Und erfüllt hat sich das natürlich auch auf interessante Weise, denn Jesus hat auch vor allem im Nordreich gewirkt und hat dort ja unter den Zehn Städten viele Wunder getan und viele sind gläubig geworden.
[11:23] Und Gott hat ein geistliches Israel, zu dem auch wir heute gehören. Lasst uns dafür beten, dass noch mehr Menschen zum geistlichen Israel zu kommen. Lieber Vater im Himmel, du bist groß, du bist gütig und du gibst, dass dein Volk wächst, bis du eines Tages wiederkommst, dass der Himmel gefüllt sei mit Erlösten. Und dafür danken wir dir. Amen.
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