In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beschäftigt sich Rabea Kramp mit Jeremia 32. Sie beleuchtet die scheinbar widersprüchliche Anweisung Gottes an Jeremia, ein Feld zu kaufen, während Jerusalem belagert wird. Die Predigt erklärt die tiefere Bedeutung dieses Aktes als Zeichen der Hoffnung und als Analogie zum Erlösungswerk Jesu Christi, das auch in schwierigen Zeiten Gottes Souveränität und zukünftige Wiederherstellung betont.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 32:3-32:25
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen Jeremia 32, Verse 3 bis 25. Und diese Stelle hat es in sich. Ich weiß jetzt schon, dass wir viel zu wenig Zeit haben, um das verstehen zu können, was dort steht. Deswegen ermutige ich euch, das mal nachzustudieren. Und wir brauchen heute eine extra Portion Heiligen Geist, damit wir verstehen, was wir lesen. Lasst uns beten.
[0:52] Lieber Herr Jesus, ich möchte dich bitten, dass du uns den Heiligen Geist schenkst, damit wir dein Wort heute gut verstehen und auch ja, sehen, was für eine Schönheit in deinem Wort begraben liegt. In deinem Namen, Amen.
[1:05] Wir erinnern uns, gestern haben wir gelesen, dass Jeremia im Gefängnishof im Palast von König Zedekia sitzt, ein Jahr vor der Wegführung, nämlich 587 vor Christus. Und in diesem Gefängnishof passiert nun folgendes: Zedekia, der König von Juda, hatte ihn, also Jeremia, nämlich einsperren lassen, indem er sprach: "Warum weissagst du so? Spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, dass er sie einnehme. Und Zedekia, der König von Juda, wird nicht entfliehen, sondern gewiss in die Hand des Königs von Babel gegeben werden. Der wird von Mund zu Mund mit ihm reden, und sie werden einander Augen in Auge sehen, und er wird Zedekia nach Babel führen, und dort muss er bleiben, bis ich nach ihm sehe, spricht der HERR. Wenn ihr auch mit den Chaldäern kämpft, so werdet ihr doch nichts ausrichten."
[1:53] Also Zedekia hat Jeremia einsperren lassen aufgrund dieser Prophezeiung und war mit ihm sehr böse, weil er nicht geglaubt hat, dass es soweit kommt.
[2:06] Und jetzt passiert aber folgendes: Jeremia sprach: "Das Wort des HERRN ist an mich ergangen, und so antwortet er: Siehe, Hanameel, der Sohn deines Onkels Sallum, wird zu dir kommen und sagen: Kaufe dir mein Feld, das bei Anatot liegt, denn dir steht das Lösungsrecht zu, es zu kaufen."
[2:26] Also Jeremia bekommt eine Vision, und das heißt, dass er ein Feld kaufen soll, das bei Anatot liegt. Anatot war die Heimatstadt von Jeremia und zugleich auch eine Stadt, aus der die Priester kamen. Und das Lösungsrecht, das ist natürlich ein wichtiger Begriff, den man kennen muss, der auch zum Beispiel im Beruf zum Tragen kommt. Man kann das Feld auslösen, das heißt, man kann es abkaufen, weil man konnte nicht einfach von irgendwem irgendein Land kaufen, weil es war natürlich an die Familie und dann das Geschlecht und die Sippe gebunden. Und er war im Recht, dieses Feld zu kaufen.
[3:07] Da kam mein Vetter Hanameel gemäß dem Wort des HERRN zu mir in den Gefängnishof und sprach zu mir: "Kaufe doch mein Feld, das bei Anatot im Land Benjamin liegt, denn dir steht das Erbrecht und das Lösungsrecht zu, kaufe es dir."
[3:19] Der erkannte ich, dass es das Wort des HERRN war. Also erst hat Jeremia in einer Vision gesehen, dass sein Vetter Hanameel kommen wird, um ihm das Feld zu offerieren, anzubieten, und er das kaufen soll. Und dann kommt dieser Hanameel wirklich. Und daran merkt Jeremia, dass diese Vision von Gott war und dass Hanameel von Gott geschickt wurde, um das Feld zu kaufen.
[3:43] Und wenn wir uns mal überlegen, in was für einer Situation wir eigentlich hier sind, oder? Jeremia war, er saß im Gefängnishof. Es war ein Jahr, bevor Babylon ihre Jerusalem quasi im Erdboden gleich machen sollte. Und Gott sagt: "Jeremia, du sollst ein Feld kaufen." Jeremia hatte keine Nachkommen. Erinnern wir uns erneut, sollte er los bleiben und hatte keine Kinder. Noch so ein Punkt, was das Ganze ein bisschen fragwürdig macht, denn an wen soll er das Feld vererben? Denn er wird wahrscheinlich diese 70 Jahre ja nicht noch länger leben, sondern auch irgendwann dann sterben und selber keine Nachkommen haben, die aus Babylon, aus dem Exil zurückkehren, um seine Felder in Besitz zu nehmen. Also alles etwas undurchsichtig für Jeremia.
[4:30] Aber Gott wird es ihm erklären. "Und ich kaufte das Feld bei Anatot von meinem Vetter Hanameel und ihm das Geld, sie schickte Silber." Also er hat tatsächlich den vollen Kaufpreis bezahlt, sich nicht schenken lassen, sondern ganz ordentlich das beglichen. "Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und berief Zeugen und wog das Geld auf der Waage ab." Das war der ganz normale Hergang damals. Man hat ein Kaufbrief, quasi wie so ein Vertrag gehabt, und der war versiegelt. Dieser Kaufbrief, und dann hat man Zeugen geholt, dass das auch alles unter mehreren Augen geschehen ist. Hat man das Geld auf der Waage abgewogen, und dann war es gut.
[5:10] Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief mit der Abmachung und die Bedingungen dazu, auch den offenen. Das heißt, wir haben hier auf einmal zwei Kaufbriefe: einen, der versiegelt ist, und einen, der offen ist. So war das früher im Alten Orient. Man hat zwei Besitzbriefe gehabt. Es stand dasselbe drin, nur der eine war versiegelt und der andere war offen. Und der offene war dazu da, wenn jemand kam und wissen wollte, wem das Feld gehört, dann kommt es zu zeigen: "Ach, das ist das Feld von dem und dem." Das steht dem offenen Brief. Nur wenn jemand kam und angezweifelt hat, dass der offene Brief und der versiegelte Brief nicht übereinstimmen, dann konnte man den versiegelten öffnen und zeigen, dass beides übereinstimmt und dass man da rechtmäßiger Besitzer ist.
[5:51] Nun, warum gibt Gott hier Jeremia so eine seltsame Vision und so eine ja, mit so einer Bedeutung? Wenn wir in Offenbarung 5 gehen, und dahin müssen wir gehen, um dieses Kapitel zu verstehen, dann lesen wir dort von den sieben Siegeln. Denn es gab einen Käufer, der Dinge erkauft hat oder Personen erkauft hat, wo jemand angezweifelt hat, dass es ein rechtmäßiger Besitz ist. Und zwar war das Jesus. Jesus hatte ich und mich erkauft und hat einen versiegelten Brief. Und diese versiegelte Brief wird in Offenbarung 5 geöffnet. Das sind die sieben Siegel, die nacheinander aufgehen. Und der, der es angezweifelt hat, war natürlich Satan. Und er hat dann diesen versiegelten Brief, also Jesus, das Lamm, das würdig war, diesen versiegelten Brief zu öffnen. So heißt dann Offenbarung 5. Hat dann diesen versiegelten Kaufbrief geöffnet, und man hat gesehen, Satan hat gesehen, dass es mit dem offenen Kaufbrief übereinstimmt. Und Gott hat am Kreuz mit dem Tod von Jesus den vollen Kaufpreis bezahlt und damit war er auch der rechtmäßige Besitzer von den erkauften Seelen.
[7:09] Das will dieses Gleichnis uns sagen. Und das heißt weiter: "Und ich übergab den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerias, des Sohnes Maasejas, vor den Augen meines Vaters, Vetters Hanameel und vor den Augen der Zeugen, die den Kaufbrief unterschrieben hatten, auch vor den Augen aller Juden, die im Gefängnishof saßen." Also es war eine ganz öffentliche Sache, ganz offiziell, jeder hat mitgekriegt. "Und ich befahl Baruch vor ihren Augen und sprach: So spricht der HERR, der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese Kaufbriefe, sowohl den versiegelten als auch den offenen Kaufbrief, und lege sie in ein Tongefäß, damit sie lange Zeit erhalten bleiben."
[7:45] Warum? Weil natürlich die Wegführung und das Exil noch 70 Jahre lang dauern würden. Und damit dieser Kaufbrief nicht kaputt geht, weil damals hat man auch nur auf Papyrus geschrieben. Sollte das sicher bewahrt bleiben.
[7:59] Und wenn wir nun die Analogie suchen und dann können wir sagen, dass dieser Kaufbrief auch eine lange Zeit über verloren musste, nämlich ungefähr 2000 bis 3000 Jahre, ja, von der Kreuzigung, wo Jesus den Preis bezahlt hat, bis zur Wiederkunft, bzw. bis nach den tausend Jahren, wo dann auch ganz deutlich wird, dass Jesus alles rechtmäßig gekauft und besitzt. Gekauft hat und besitzt.
[8:26] Denn so spricht der HERR, der Herr Zebaoth, der Gott Israels: "Es soll in diesem Land weder Häuser und Felder und Weinberge gekauft werden." Also Gott macht hier Hoffnung. Er sagt: "Diesen Kauf, den Jeremia tätigt, der ist ein Hoffnungszeichen dafür, dass ihr das Land wieder in Besitz nehmen werdet." Es war sozusagen ein ja, ein Pfeiler im Boden, dass Gott sagt: "Jeremia, kauft ihr ein Feld." Und damit möchte ich sagen, ihr werdet eines Tages zurückkommen und diese Felder, die euch gehören, wieder besitzen, wenn ihr diesen Kaufbrief dann ja, dabei habt.
[9:07] Ein interessantes Gleichnis, was ich euch wirklich ermutige, noch weiter zu studieren.
[9:13] Vers 16: Ein neuer Abschnitt. "Nachdem ich nun den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerias, übergeben hatte, betete ich zum HERRN und sprach: Ach, Herr HERR, siehe, du hast den Himmel und die Erde gemacht mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm. Nichts ist dir unmöglich." Und Jeremia versucht hier selber noch zu verstehen, wie Gott das alles meint und sagt: "Ich übergebe dir das alles, weil mir ist es zu hoch. Du wirst es verstehen, und ich vertraue dir. Du weist Gnade vielen Tausenden und vergibst die Missetat der Väter in den Schoß ihrer Kinder nach ihnen. Du großer und starker Gott, dessen Name HERR Zebaoth ist, großer Rat und mächtig an Tat, dessen Augen über allen Wegen der Menschenkinder offen stehen, um jedem Einzelnen zu geben gemäß seinen Wegen und gemäß der Frucht seiner Taten. Du hast Zeichen und Wunder getan im Land Ägypten, die bis zu diesem Tag bekannt sind, und auch an Israel und auch an anderen Menschen, und du hast dir einen Namen gemacht, wie es heute der Fall ist. Du hast dein Volk einmal aus dem Land Ägypten herausgeführt durch Zeichen und Wunder und mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und großen Schrecken. Und du hast ihnen das dieses Land gegeben, wie du ihren Vätern geschworen hattest, es ihnen zu geben, ein Land, in dem Milch und Honig fließt."
[10:27] Also Jeremia schlägt quasi den Blick zurück, die Vergangenheit und sagt: "Ja, Herr, ich vertraue dir, dass du es wieder tun wirst, weil ich sollte ja dieses Feld kaufen, und du hast ja schon mal dein ganzes Volk aus Ägypten in dieses verheißene Land geführt, es ihnen gegeben, sie haben es eingenommen. Ich vertraue dir, dass du es noch mal tust, weil ich die Vergangenheit kenne."
[10:51] Na, wir sollen nämlich nicht vergessen, was Gott schon für uns getan hat. Das hilft uns, Hoffnung zu haben für die Zukunft.
[10:58] "Als sie nun kamen und sie es einnahmen, gehorchten sie deiner Stimme nicht und wandelten nicht in deinem Gesetz. Sie taten nichts von all dem, was du zu ihnen geboten hattest. Darum hast du ihnen all dieses Unheil widerfahren lassen." Ja, sie sind natürlich nach der Einnahme des Landes wieder abgefallen. Sie haben fremden Göttern gedient, sie sind haben gehurt im geistlichen Sinne und sind von Gott abgefallen. "Siehe, die Belagerung wird reichen bis an die Stadt, dass sie erobert werde, und durch das Schwert, die Hungersnot und die Pest ist die Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben, die sie... kämpfen. Und was du geredet hast, das ist eingetroffen."
[11:38] Und siehe, du bemerkst es wohl. Und damit meinte die dritte Wegführung, die tatsächlich im Begriff ist einzutreten. Denn während Jeremia in diesem Gefängnishof sitzt und diese Vision von dem Kaufbrief bekommt, sind draußen die Chaldäer, die Babylonier, vor den Mauern Jerusalems und belagern die Stadt. Und sie haben die Stadt regelrecht ausgehungert. Wir kennen diese Geschichten, diese grauenvollen Geschichten, die sich dann ereignet haben, was in der Stadt passiert ist. Und doch hast du, Herr, zu mir gesagt: "Kaufe dir das Feld um Geld und nimm Zeugen dazu." Und dabei ist die Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben.
[12:14] Also Jeremia versucht hier immer noch Gott zu verstehen. Er sagt: "Ja, ich soll dieses Feld kaufen, aber da draußen stehen die Babylonier. Es ist alles nicht so einfach zu verstehen, aber ich vertraue dir." Und genauso dürfen wir auf Gott vertrauen, dass wenn wir die Dinge, die in unserem Leben zulässt und die uns wiederfahren, nicht verstehen, dann dürfen wir wissen, dass Gott alles in der Hand hat.
[12:34] Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, du kennst jedes Menschenkind, du kennst dieses Haar, was auf unserem Kopf ist. Du siehst jeden Spatz, der vom Dach fällt. Und wir möchten dich bitten, dass wir dir immer vertrauen, egal was passiert. Amen.
[12:47] [Musik]
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