In dieser Predigt von Rabea Kramp geht es um Jeremia 33 und 34. Sie beleuchtet die Verheißungen Gottes an sein Volk und die Konsequenzen von gebrochenen Bündnissen. Die Predigt thematisiert die Freilassung von Sklaven und die Bedeutung von Gottes Treue, selbst wenn Menschen versagen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Geschichte von König Zedekia und der Bewertung seines Handelns durch Gott.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 33:26-34:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 88, beenden das wunderbare Kapitel 33 und beginnen Kapitel 34. Und wir haben eine ganz interessante Geschichte vor uns, die uns einiges lehren will. Und um das zu verstehen, beten wir jetzt gemeinsam. Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danken für dein Wort, das so lehrreich ist, für so viele Geschichten, die wir ja nicht gut kennen, aber besser kennenlernen dürfen auch heute. Und gib uns deinen Heiligen Geist, damit es ... verstehen. Amen.
[1:06] Kapitel 33 war das große Kapitel über die Freilassung und die Rückkehr, die Verheißungen über die Rückkehr des Volkes Gottes aus dem babylonischen Exil wieder nach Hause. Und das Kapitel endet mit zwei wunderbaren Versen, die eine Verheißung in sich bergen, die auch für uns ganz persönlich sehr wichtig ist. Da steht Vers 25: "So spricht nun der Herr: So gewiss ich meinen Bund mit Tag und Nacht, die Ordnung in des Himmels und der Erde festgesetzt habe, so wenig werde ich den Samen Jakobs, meines Knechtes David, verwerfen, dass ich aus seine Nachkommen keinen Herrscher mehr nehme, der über den Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs herrschen soll. Denn ich werde ihr Geschick wenden und mich über sie Erbarmen." Gott sagt: Ich werde meine Auserwählten, meinen Samen Jakobs und die Knechte Davids, mein Volk, das werde ich nie allein lassen. Ich werde immer zu ihnen halten, zu ihnen stehen. Das heißt, in den schlimmsten Katastrophen, auch wenn wir gesündigt haben, wenn Gott sagt: Ich muss dich bestrafen wegen dieser Sünde, dann ist Gott uns trotzdem nicht fern. Wenn wir ihn anrufen, wenn wir zu ihm kommen. Und das einzige wann, oder der einzige Punkt, wann es mit uns vorbei ist, ist, wenn wir Gott nicht mehr suchen, wenn wir nicht mehr ihn um Rat fragen, nicht mehr seine Gnade suchen, seine Vergebung. Dann kann er uns auch nicht helfen. Aber in dem Moment, wo wir uns an den Wänden kehren, sich völlig zu uns und macht seine Verheißungen wieder wahr.
[2:45] Kapitel 34: Das ist das Wort, welches vom Herrn an Jeremia erging, während Nebukadnezar, der König von Babel, samt seinem ganzen Heer und allen Königreichen der Erde und allen Völkern, die seine Hand beherrschte, gegen Jerusalem und alle ihre Städte kämpfte. Also wir sind jetzt wieder bei einer Warnung gegen den König Zedekia, den letzten König von Juda. Und Nebukadnezar wird kämpfen oder kämpft schon gegen Juda. "So spricht der Herr, der Gott Israels: Geh und rede zu Zedekia, dem König von Juda, und sprich zu ihm: So spricht der Herr: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, und er wird sie mit Feuer verbrennen. Auch du wirst seiner Hand nicht entfliehen, sondern du wirst gewiss ergriffen und in seine Hand gegeben werden, und deine Augen werden in die Augen des Königs von Babel sehen, und sein Mund wird mit deinem Mund reden, und du wirst nach Babel kommen."
[3:43] Diese beiden Verse haben wir schon einmal, wortwörtlich zwei Kapitel zuvor gelesen. Diese Prophezeiung, die nehme ich, Jeremia, Zedekia weitergegeben hat, hat dazu geführt, dass Zedekia wütend wurde mit Jeremia und ihn in den Gefängnishof im Palast eingesperrt hat, während draußen die Babylonier die Stadt belagert haben. Also das ist sozusagen der Stein des Anstoßes gewesen, was uns auch nebenbei ganz interessant beibringt, dass das Buch Jeremia nicht chronologisch geschrieben ist, sondern er soll ein bisschen thematisch geordnet. "Doch höre das Wort des Herrn, Zedekia, du König von Juda: So spricht der Herr über dich: Du sollst nicht durch das Schwert umkommen. In Frieden sollst du sterben, und wie man deinen Vätern, den früheren Königen, die vor dir gewesen sind, Feuer anzündete, so soll man auch dir ein Feuer anzünden und über dich klagen. Ach Herr!"
[4:43] Denn ich habe dieses Wort geredet, spricht der Herr. Interessant ist, dass Jeremia hier dem Zedekia die Zusage gibt, durch Gott, also dass Gott ihm die Zusage gibt, dass er in Frieden sterben wird in Babylon. Das ist eine schöne Geste und eine Geste der Gnade, die ihm hier zu Teil wird, wenn wir dran denken, dass Zedekia im Buch Könige, 2. Könige 24, als ein böser König beschrieben wird, eben weil er ja Jeremia eingesperrt hat, den Prophezeiungen nicht geglaubt hat, das Volk da auch verführt hat. An dieser Stelle aber für Zedekia hat ein schreckliches Schicksal ja dem ins Auge geblickt, im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat seine beiden Söhne, den den Mord an seinen beiden Söhnen mit ansehen müssen, und danach wurden ihm die Augen ausgestochen. Und interessant ist, dass eben ein paar Verse zuvor eben diese Augen erwähnt werden, dass Jeremia zu ihm sagt: "Deine Augen werden in die Augen des Königs blicken", und danach wird ihm das Augenlicht für immer genommen werden.
[5:51] Sicherlich ist das hier ganz bewusst so geschrieben und prophezeit worden. Und der Prophet Jeremia redete alle diese Worte zu Zedekia, dem König in Juda, in Jerusalem, während das Heer des Königs von Babel gegen Jerusalem und alle noch übrig gebliebenen Städte Judas kämpfte, nämlich gegen Laches und Asika. Denn diese waren von allen befestigten Städten Judas noch übrig geblieben. Also Laches und Asika waren auch sehr umkämpft von den Babyloniern. Und es gibt ja heute auch im British Museum dieses große Relief von diesem Kampf der Babylonier gegen Laches.
[6:30] Jetzt beginnt ein ganz interessanter Abschnitt mit einer interessanten Begebenheit. Ab Vers 8: "Das Wort ist vom Herrn an Jeremia erging, nachdem der König Zedekia mit dem ganzen Volk in Jerusalem ein Bund gemacht hatte, eine Freilassung auszurufen, dass jeder seinem Knecht und jeder seine Magd, sofern sie Hebräer und Hebräerin waren, freilassen sollte und niemand mehr einen Juden, seinen Bruder, zum Dienst zwingen sollte." Also Zedekia hat beschlossen mit dem Volk, alle Sklaven und Knechte, die Juden waren, freizulassen. Und das gehorchten alle Fürsten und das ganze Volk, die den Bund beigetreten waren, dass jeder seinen Knecht und jeder seine Magd freilassen sollte und sie nicht mehr zum Dienst zwingen sollte. Sie gehorchten und ließen sie frei. Also es ist tatsächlich passiert.
[7:18] Danach aber holten sie die Knechte und Mägde, die sie freigelassen hatten, wieder zurück und warfen sie sich wieder zu Knechten und Mägden. Also sie haben sich irgendwie scheinbar anders überlegt. Erst haben sie sie freigelassen, dann haben sie wieder zurückgeholt. Und die Freilassung, die steht ja auch so ein bisschen als das Sinnbild für die Knechtschaft, für die Freilassung aus der Knechtschaft der Sünde. Das behalten wir ein bisschen im Hinterkopf. Da erging das Wort des Herrn von Seiten des Herrn an Jeremia folgendermaßen: "So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe mit euren Vätern einen Bund gemacht an dem Tag, da ich sie aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausführte. Herauszuführen, der besagte: Nach Verlauf von sieben Jahren soll jeder seinen hebräischen Bruder, der sich dir verkauft hat, freilassen. Sechs Jahre soll er dir dienen, dann sollst du ihn frei von dir entlassen. Aber eure Väter gehorchten nicht und neigten ihre Ohren nicht zu mir."
[8:24] Also es gibt da dieses Vorbild in den Büchern Mose, wonach man für sechs Jahre sich einen Sklaven gehalten hat und im siebten Jahr freigelassen hat. Das war ein Gebot, das es gab, ein Gesetz im Buch Mose. "Nun seid ihr heute zwar umgekehrt und habt getan, was in meinen Augen richtig ist, indem ihr Freilassung ausgerufen habt, jeder für seinen Nächsten, und vor meinem Angesicht einen Bund geschlossen habt in dem Haus, das nach meinem Namen genannt ist." Also sie haben nicht nur eine Freilassung ausgerufen, sondern sie haben das auch in einem Bund bekräftigt. Und das hat natürlich große Kraft und große Bedeutung, wenn man das in einem Bund bekräftigt. Aber es holt euch wieder, und ihr habt meinen Namen entweiht, indem jeder seinen Knecht und jeder seine Magd, die ihr nach eurem Wunsch frei gelassen hattet, wieder zurückgeholt habt, und ihr habt sie gezwungen, eure Knechte und Mägde zu sein."
[9:25] Also im ersten Teil haben wir gesehen, sie haben diese Freilassung beschlossen, sie haben sie auch durchgeführt. Dann haben sie sie aber wieder zurückgeholt. Und nun bewertet Gott diesen Vorgang und sagt: Ja, ihr habt das gemacht, weil das in den Büchern Mose steht, und ihr habt das mit einem Bund bekräftigt, so wie ich vorgeschrieben habe. Es war auch in meinen Augen richtig, weil ihr euch ja an meine Gesetze gehalten habt. Aber das ist mir zuwider, denn wenn man etwas verkündet und das auch noch in einem Bund bekräftigt und dann nicht sein Wort hält, ist es ein unglaublich schlechtes Vorbild und es spiegelt Gott überhaupt nicht wieder, ganz das Gegenteil. Und deswegen war Gott nicht einverstanden damit, dass sie es wieder rückgängig gemacht haben, die Freilassung wieder rückgängig gemacht haben. Und damit haben sie am Ende Gottes Namen entweiht.
[10:15] Man könnte es sich vielleicht so erklären, wenn man ein bisschen drüber nachdenkt, wie das eigentlich dazu kam. Wir wissen ja und haben gelesen, dass die Babylonier Jerusalem belagert haben. Und es gab damals ja die Ägypter, die mit den Judäern ein Bund gemacht haben gegen die Babylonier. Also die Judäer haben sich immer Hilfe geholt aus Ägypten, was Gott gar nicht gut fand. Und es gab diesen Pharao Hophra, und der kam Juda wirklich zur Hilfe. Aufgrund dessen sind die Babylonier abgezogen, und dann war erstmal Ruhe. Die Ägypter sind wieder zurück, die Babylonier waren weg. Und im Zuge der Belagerung haben wahrscheinlich die Einwohner von Jerusalem ihre Knechte und Mägde freigelassen. Haben sie gesagt: "Rette sich, wer kann" während der Belagerung. Aber als die Babylonier weg waren und die Ägypter auch, haben sie eventuell das ganze bereut und haben ihre Knechte und Mägde wieder zurückgerufen, weil sie gedacht haben: Ja, jetzt ist die Belagerung wieder vorbei, weil sie ja nicht geglaubt haben, was Jeremia prophezeit hat, dass die dritte Wegführung tatsächlich kommt.
[11:22] Also so könnte man sich das ein bisschen herleiten und ein bisschen zusammenbasteln. Und wie es hier weitergeht mit der Geschichte, das erfahren wir morgen.
[11:33] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir haben heute verstanden und gelernt, dass wenn wir etwas versprechen, dass wir es auch halten sollten, weil du es auch tust. Wenn du etwas versprichst, stehst du zu deinem Wort, und du bist unser Vorbild darin. Gib uns, dass wir nichts versprechen, was wir nicht halten können. Aber wenn wir es tun, dass wir auch unser Wort einhalten. Amen.
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