In dieser Predigt von Rabea Kramp geht es um die Kapitel 35 und 36 des Buches Jeremia. Sie beleuchtet die Treue der Rechabiter zu ihrem Vorfahren und stellt sie dem Ungehorsam des Volkes Israel gegenüber. Weiterhin wird die göttliche Anweisung an Jeremia thematisiert, Gottes Botschaften auf eine Buchrolle zu schreiben, und die Bedeutung dieser verschriftlichten Worte für die Ermahnung und Belehrung des Volkes. Ein besonderer Fokus liegt auf der Lesung dieser Botschaften im Tempel während eines Fastentages und der Reaktion der politischen Elite.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 35:5-36:12
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir haben heute Seite 820 vor uns, beenden das Kapitel 35 und beginnen Kapitel 36. Und wir sind immer noch in der Geschichte der Rechabiter und werden auch eine neue, sehr interessante Geschichte beginnen heute. Und bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten um den Heiligen Geist, dass wir dein Wort verstehen, dass es uns aber auch trifft und dass wir davon etwas lernen und mitnehmen für uns ganz persönlich heute. Amen.
[1:05] Wir waren gestern bei den Rechabitern, die ja keinen Wein trinken, weil ihr Vorfahr, ungefähr 250 Jahre vor ihnen gelebt hat, das untersagt hat. Und daran haben sie sich gehalten. Und Gott hat dieses, ja, diese Rechabiter den Juden vorgehalten und hat gesagt: "Schaut, sie halten Menschengebote 250 Jahre lang, und ihr haltet meine Gebote nicht, obwohl ich immer bei euch bin." Und hier geht es weiter, Vers 15: "Und doch habe ich alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, indem ich mich früh aufmachte und sie immer wieder sandte." Diesen Satz lesen wir so oft in Jeremia. Und ich habe euch sagen lassen: "Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg und bessert eure Taten und folgt nicht anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen. Dann sollt ihr in dem Land bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe." Aber ihr habt eure Ohren nicht geneigt und nicht auf mich gehört. Das ist die Bredouille, in der Gott steckt, weil denn die Söhne Jonadabs, des Sohnes Rechabs, das Gebot ihres Vaters gehalten haben, das er ihnen gegeben hat. Dieses Volk aber mir nicht gehorsam gewesen ist. Darum spricht der HERR, der Gott der Herrscher, der Gott Israels: "Siehe, ich bringe über Juda und über die Bewohner von Jerusalem all das Unheil, dass ich gegen sie geredet habe, weil sie nicht hören wollten, als ich zu ihnen redete und nicht antworteten, als ich ihnen rief."
[2:39] Aber zum Haus der Rechabiter sprach Jeremia: "So spricht der HERR der Herrscher, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht und alle seine Gebote bewahrt und nach allem gehandelt habt, was er euch geboten hat, darum spricht der HERR der Herrscher, der Gott Israels: Es soll Jonadab, dem Sohn Rechabs, nie an einem Mann fehlen, der vor mir steht." Also Gott verheißt diesen Rechabitern, dass sie fortbestehen. Er sichert ihnen zu, dass sie nicht aussterben werden. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was ja das Volk Israel erlebt, wenn sie ins Exil gehen. Dann wissen sie nicht, ob ihre Familie, ihre Sippe, ihr Stamm das alles überleben wird.
[3:28] Kapitel 36. Und es geschah im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, da ging dieses Wort vom HERRN an Jeremia. Einmal zur zeitlichen Einordnung: Jojakim war ja König geworden, und hier sind wir in seinem vierten Jahr, und das ist gerade im Herbst 605 bis Herbst 604 vor Christus. Das heißt, die erste Wegführung findet hier statt, bzw. das war einige Monate danach.
[4:05] Und das heißt weiter: "Nimm dir eine Buchrolle und schreibe alle Worte darauf, die ich zu dir geredet habe, über Israel und über Juda und über alle Völker, von dem Tag an, da ich zu dir geredet habe, von den Tagen Josias an bis zu diesem Tag." Also hier kriegt Jeremia den Auftrag, das, was Gott ihm alles gesagt hat an Botschaften, an Offenbarungen, niederzuschreiben. Eine Buchrolle zu nehmen, das zu verschriftlichen. Und wir haben ja hier auch eine interessante Begebenheit, weil wir wissen, dass Baruch, das werden wir gleich lesen, der Schreiber Jeremias war. Also hat Jeremia die Worte diktiert, er hat nicht selber aufgeschrieben. Das sagte uns auch vieles über die Inspiration, dass Gott Bilder gibt, Ideen gibt, Wortlaute gibt, aber es geht nicht um Wort-für-Wort-Inspiration, sondern darum, bestimmte Prinzipien und Dinge zu veranschaulichen, die da niedergeschrieben werden.
[5:06] "Vielleicht werden die vom Haus Juda auf all das Unheil hören, dass ich ihnen anzutun gedenke, und umkehren, jeder von seinem bösen Weg, so dass ich ihnen ihre Missetaten und ihre Sünden vergeben kann." Daraufhin rief Jeremia dem Baruch, dem Sohn Nerias, und Baruch schrieb, wie Jeremia ihm vorsagte, alle Worte des Herrn, die zu ihm geredet hatten, auf eine Buchrolle. Und Jeremia befahl dem Baruch und sprach: "Ich bin verhindert, so dass ich nicht in das Haus des Herrn gehen kann. Darum geh du hinein und lies aus der Rolle vor, was du aufgeschrieben hast, wie ich es dir vorsagte, die Worte des Herrn, vor den Ohren des Volkes im Haus des Herrn am Fastentag, auch vor den Ohren aller Juden, die aus ihren Städten kommen, sollst du sie lesen." Wir werden später in den nächsten Kapiteln sehen, warum Jeremia hier verhindert war. Er war nämlich gefangen. Der Jojakim hatte ihn gefangen gesetzt und so war er verhindert und schickt seinen Schreiber Baruch, um im Tempel am Fastentag diese Worte zu verkündigen, die Jeremia ihm vorgesagt hat.
[6:19] "Vielleicht wird ihr Flehen vor dem Angesicht des Herrn gelten, und sie werden umkehren, jeder von seinem bösen Weg, denn groß ist der Zorn und Grimm, den der Herr gegen dieses Volk ausgesprochen hat." Und Baruch, der Sohn Nerias, macht es ganz so, wie ihm der Prophet Jeremia geboten hatte, indem er im Haus des Herrn aus dem Buch die Worte des Herrn vorlas. Also er hat wirklich das umgesetzt.
[6:48] Und es geschah im fünften Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im neunten Monat, dass man die ganze Bevölkerung von Jerusalem und alles Volk, das aus den Städten Judas nach Jerusalem kam, zu einem Fasten vor dem Herrn berief. Sie kamen also alle zusammen im Winter 604 vor Christus. Das ist nämlich der neunte Monat. Und sie kommen zusammen, weil sie fasten wollen. Es steht nämlich etwas bevor, denn zu dieser Zeit stand Nebukadnezars Heer vielerorts im Land und hat wahrscheinlich Städte wie Askalon erobert. Und das war nicht allzu weit weg von Jerusalem. Und die Bewohner Jerusalems haben große Angst gehabt, dass Nebukadnezar rücken wird, um Jerusalem einzunehmen, zu belagern und einzunehmen. Und um das abzuwenden, haben sie gefastet. Das ist ganz ähnlich wie das, was bei Hiskia geschehen ist, mit dem Unterschied, dass bei Hiskia Reue stattgefunden hat und hier einfach nur ein, ja, Fasten gemacht wurde, um die Konsequenzen der Sünde abzuwenden. Aber die Sünde an sich wurde nicht bekannt und nicht erkannt und nicht aufgehört. Und deswegen hat Gott dieses Fasten auch nicht erhört.
[8:15] Da las Baruch aus dem Buch die Reden Jeremias im Haus des Herrn, in der Kammer Gemarias, des Sohnes Schafans, des Schreibers, im oberen Vorhof, am Eingang des neuen Tores des Hauses des Herrn, vor den Ohren des ganzen Volkes. Also Gemaria war ein, so ein Schafans, die Familie Schafans war die Schreiberfamilie. Scharfan war auch derjenige, der das wiederentdeckte Buch 5. Mose aus dem Tempel genommen hat und es Josia vorgelesen hat, worauf dann Josia seine ganzen Reformen durchgebracht hat. Und dieser Enkel Gemarias ist, ist das, er ist nicht der Sohn, sondern der Enkel Schafans, vor dem wird es jetzt vorgelesen im Tempel.
[9:00] Und Micha, der Sohn Gemarias, des Sohnes Schafans, hörte alle Worte des Herrn aus dem Buch. Und er ging in das Haus des Königs, in die Kanzlei. Und siehe, da saßen alle Fürsten, nämlich Elischama, der Kanzleischreiber, Delaja, der Sohn Schemas, Jeremias, der Sohn Maasejas, und Kecharias, der Sohn Hananias, und alle Fürsten. Also hier sitzt die ganze politische Elite beieinander, die Fürsten. Und sie hören das, was hier Baruch liest. Da kündigte ihnen Micha alle Worte, die er gehört hatte, als Baruch vor den Ohren des Volkes aus dem Buch vorlas. Also der Micha, der kommt hier zu diesen wichtigen Menschen und sagte: "Baruch hat das gelesen, und er hat das und das gesagt, bzw. Jeremia hat das gesagt." Und was danach passiert und wie die Fürsten reagieren, das werden wir morgen lesen.
[10:00] Aber wir können für heute mitnehmen, dass das verschriftlichte Wort Gottes, ob es Prophetie ist, ob es Geschichte ist oder Geschichten, das alles ist sehr wertvoll und uns zur Belehrung, zur Ermahnung, ja, und zum Wohle aufgeschrieben, damit wir es lesen und daraus lernen. Deswegen empfehle ich euch täglich in der Bibel zu lesen. Lass uns beten.
[10:23] Lieber Vater im Himmel, danke für dein Wort, dass du uns gegeben hast, damit wir daraus zu leben können. Dein Wort gibt Leben, ein neues Leben, und du machst aus uns eine neue Kreatur. Gib, dass der Heilige Geist uns immer wieder treibt zum Lesen deines Buches. Amen.
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