In dieser Predigt geht Rabea Kramp auf Jeremia Kapitel 39 und 40 ein. Sie beleuchtet die Verheißungen Gottes an Ebed-Melech für seine Barmherzigkeit gegenüber Jeremia und die schwierige Entscheidung, vor der Jeremia selbst steht. Weiterhin wird die Ernennung Gedaljas zum Statthalter und seine pro-babylonische Haltung thematisiert. Die Predigt endet mit der Warnung vor einem Mordanschlag auf Gedalja und der Notwendigkeit des Geistes der Unterscheidung.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 39:15-40:15
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 625, beenden Kapitel 39 und beginnen Kapitel 40. Und wir werden ja erleben, wie Jeremia eine Entscheidung treffen muss, ob er mit nach Babel geht oder in Juda bleibt. Und wir werden sehen, wie er sich entscheidet und mitfiebern und mitfühlen. Und bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten.
[0:58] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du deinen Diener Jeremia beschützt hast, aber noch viele, viele mehr, viele Männer und Frauen Gottes in der Geschichte, die immer wieder, ja, in großen Schwierigkeiten waren und die du bewahrt hast. Und auch heute tust du das bei Missionaren auf der ganzen Welt, und dafür danken wir dir. Amen.
[1:18] Wir starten in Vers 15 von Kapitel 39. Jeremia aber war das Wort des Herrn ergangen, als er noch im Gefängnishof eingeschlossen war. Geh und rede zu Ebed-Melech, dem Kuschiten, und sage: So spricht der Herr, der Herrscher, der Gott Israels: Siehe, ich lasse meine Worte über diese Stadt kommen zum Unheil und nicht zum Guten, und sie werden an jenem Tag vor deinen Augen in Erfüllung gehen. Dich aber will ich an jedem Tag erretten, spricht der Herr. Und du sollst nicht den Leuten in die Hand gegeben werden, vor denen du dich fürchtest, sondern ich will dich gewisslich entkommen lassen, und du sollst nicht durch das Schwert fallen, sondern dein Leib als Beute davontragen, weil du auf mich vertraut hast, spricht der Herr.
[2:04] Eine ganz tolle Verheißung und Prophezeiung hier für diesen Ebed-Melech, der den Jeremia aussetzte, Sterne geholt hast aus eigenem Antrieb und ganz mutig ist er zum König gegangen und hat das erbeten, dass er das machen von Gott schüttet hier dafür seinen Segen über ihn aus. Ein Segen, den wir auch aus Matthäus 25 kennen, die, die sich um andere kümmern und auch um Mitarbeiter Gottes und ihm Gutes tun, wenn sie in schweren Schwierigkeiten sind, die dürfen gewiss sein, dass Gottes Segen auf ihn ausgegossen wird.
[2:46] Kapitel 40. Dies ist das Wort, welches vom Herrn Jeremia erging, nachdem ihn Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, in Rama freigelassen hatte. Denn als er ihn holen ließ, war er noch mit Fesseln gebunden unter all den Gefangenen Jerusalems und Judas, die nach Babel weggeführt werden sollten.
[3:08] Dieser Vers, der davon spricht, dass die Gefangenen, die hier zentral in Rama gesammelt wurden, um dann nach Babylon abtransportiert zu werden, dieser Vers führt uns noch mal zurück zu Jeremia 31,15, wo es hieß, dass Rahel ihre Kinder beweint, denn das Grab Rahels war in Rama. Und die Kinder Ramas, Rahel sind hier die, die Judäa, die ja getötet werden oder abtransportiert werden.
[3:42] Und der Oberste der Leibwache ließ Jeremia holen und sprach zu ihm: Der Herr, dein Gott, hat dieses Unheil über diesen Ort vorhergesagt, und der Herr hat es so kommen lassen und gehandelt, wie er gesagt hatte. Denn ihr habt gegen den Herrn gesündigt und auf seine Stimme nicht gehört, darum ist es euch so ergangen.
[3:59] Dieser Nebusaradan, der Babylonier, ist ja und in der Leibwache, der Vorsteher, der hat man den Eindruck, glaubt Gott mehr als Gottes eigenes Volk. Und er sagte: Gott hat das gesagt, also er tut es auch. Und nun sehe ich, löse dich heute von den Ketten, die in deinen, an deinen Händen sind. Gefällt es dir, mit mir nach Babel zu gehen? So komm, ich will Sorge für dich tragen. Gefällt es dir aber nicht, mit mir nach Babel zu ziehen, so lass es bleiben. Siehe, das ganze Land steht dir offen, wohin es dir gut geht und recht erscheint zu gehen, da geh hin.
[4:38] Also der Nebusaradan gibt dem Jeremia hier die Wahl, lässt ihm die Wahl, und er hat die Möglichkeit, entweder mit nach Babylon zu gehen oder hier im Land zu bleiben.
[4:53] Denn Nebusaradan und die Babylonier haben erkannt, dass Jeremia ein wahrer Prophet war und im Sinne der Babylonier geweissagt hat, und deswegen gehen sie hier so gut mit ihm um.
[5:03] Da er sich aber noch nicht entschließen konnte, nämlich der Jeremia sprach: Nebusaradan, so kehre zurück zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, den der König von Babel über die Städte Judas gesetzt hat, und bleibe bei ihm unter dem Volk, oder gehe, wohin es dir gefällt.
[5:20] Und der Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und ein Geschenk und entließ ihn. Also nicht nur, dass Nebusaradan ihm erlaubt, die Wahrheit zu treffen, sondern er beschenkt ihn auch noch und gibt ihm auch noch Proviant mit. Also es ist wirklich sehr umsichtig.
[5:36] Die Babylonier haben sehr umsichtig mit Jeremia sind sie vorgegangen. Und ich kann mir richtig bildlich vorstellen, wie Jeremia ganz unvorhergesehen und unvorbereitet ja, konfrontiert wurde mit diesem Moment und dieser Wahl, die er zu treffen hatte. Gehe ich jetzt nach Babylon und werde meinen Lebensabend dort verbringen, oder bleibe ich hier unter dem Überrest des Volkes in einem zerstörten Land, in einer zerstörten Stadt?
[6:08] Wofür entscheide ich mich? Und er konnte sich in diesem Moment nicht entscheiden, wie wir gelesen haben, und hat es wahrscheinlich abgewogen. Und für mich sieht es so aus, als wenn es hier ein großes Opfer ist, das Jeremia bringt, indem er sagt: Ich bleibe hier, ich gehe nicht. Denn in Babel hätte er garantiert ein gutes Leben geführt. Die Babylonier hätten ihn gut behandelt, er wäre wahrscheinlich zu Ansehen dort gelangt. Aber hier zieht er es vor, unter dem armen Volk, den Bauern zu bleiben und ihnen beizustehen.
[6:41] Da kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa und wohnte bei ihm unter dem Volk, das im Land übrig geblieben war. Also er wohnte bei seinem Vertrauten, bei seinem Fürsprecher, bei seinem Freund Gedalja, der der Enkel von Schafan, dem Schreiber und der Josia gewesen ist.
[7:00] Als nun alle Heerführer, die sich mit ihren Männern noch im Landesinneren aufhielten, hörten, dass der König von Babel Gedalja, den Sohn Ahikams, über das Land gesetzt und ihm die Männer, Frauen und Kinder übergeben hatte, auch solche von den geringen des Landes, die nicht nach Babel weggeführt worden waren, da kamen sie zu Gedalja nach Mizpa. Nämlich Ismael, der Sohn Netanjas, und Johanan und Jonathan, die Söhne Kareachs, Seraja, der Sohn Thachumets, und die Söhne Efraims des Netophatiters, Jesanja, der Sohn des Maachaters. Sie und ihre Leute.
[7:38] Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Bundesscharfans, schwor ihnen und ihren Leuten und sprach: Fürchtet euch nicht davor, den Chaldäern zu dienen. Bleibt im Land und dient dem König von Babel, so wird es euch Wohlergehen.
[7:53] Also der Gedalja, der wurde hier eingesetzt als ein Statthalter von den Babyloniern und war natürlich pro-babylonisch. Was ich jetzt zeigt und sagt, wir unter, wir ergeben uns den Chaldäern, mussten wir sowieso, aber wir ordnen uns ihnen unter und wir werden nicht aufbegehren, sondern wir tun, was sie sagen, dann werden wir einigermaßen glückliches Leben führen.
[8:19] Siehe, ich wohne in Mizpa, um den Chaldäern Befehl zu stehen, die zu uns gekommen, zu uns kommen werden. Erntet Wein, Obst und Öl und tut es in eure Gefäße und wohnt in euren Städten, die ihren Besitz genommen habt.
[8:30] Als auch alle Juden, die in Moab und unter den Ammonitern, in Edom und allen Ländern wohnten, hörten, dass der König von Babel einen Überrest in Juda gelassen und Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, über sie gesetzt hatte, da kehrten alle diese Juden wieder zurück von den Orten, wohin sie vertrieben worden waren, und sie kamen das Land Juda zu Gedalja nach Mizpa. Und sie ernteten Wein und Obst in sehr großer Menge. Also sie haben Segen gehabt.
[9:01] Johanan aber, der Sohn Kareachs, und alle Heerführer, die sich im Landesinneren aufhielten, kamen zu Gedalja nach Mizpa und sie sprachen zu ihm: Weißt du auch, dass Basales, der Sohn der Ammoniter, Ismael, der Sohn Netanjas, gesandt hat, um dich zu ermorden? Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, glaubte ihnen nicht.
[9:22] Also hier kommt dieser Johanan mit Gefolge zu Gedalja, dem Statthalter, und sagt: Es gibt einen Mordplan gegen dich. Versteck dich oder wir werden dich beschützen oder was auch immer, aber sei auf der Hut vor Ismael und seinen Leuten, denn sie wollen dir an den Kragen. Und dieser Mord soll dein Auftragsmord sein. In dieser Ismail hatte sich mit dem König der Ammoniter verbunden und sie wollten wahrscheinlich Juda destabilisieren, was ja nun auch keine so schwere Aufgabe mehr war, denn das Land war ja schon destabilisiert.
[10:03] Redete Johanan, der Sohn Kareachs, heimlich mit Gedalja in Mizpa und sprach: Lass mich doch hingehen, ich will diesmal den Sohn Netanjas zerschlagen, ohne dass es jemand erfährt. Warum sollte er dich ermorden, so dass alle Juden, die sich zu dir versammelt haben, zerstreut werden und der Überrest von Juda umkommt?
[10:18] Also dieser Johanan, der hat das wirklich auf dem Herzen, der sagt: Ich bin auf deiner Seite, Gedalja, lass mich den Ismael umbringen, denn sonst werden ja alle Juden noch mehr zerstreut und das Land liegt noch mehr brach und ist verlassen. Und diese Warnung hat Gedalja in den Wind geschlagen.
[10:37] Ja, heute würden wir sagen, er hätte gedacht, das waren Fake News. Aber das war es nicht, sondern es war eine wirkliche Verschwörung und keine Verschwörungstheorie.
[10:48] Das sprach Gedalja, der Sohn Ahikams, zu Johanan, dem Sohn Kareachs: Du sollst diesen Anschlag nicht ausführen, denn du redest Lügen über Ismael. Also er hat ihm nicht geglaubt. Er hat ja das ganze nicht ernst genommen.
[11:03] Und wir brauchen den Geist der Unterscheidung. Wir brauchen ja Gott und den Heiligen Geist, damit wir unterscheiden können, ob etwas wahr ist, was an uns herangetragen wird, durch wen oder was auch immer, oder ob es Lüge ist.
[11:19] Geht daher, hat es vielleicht zu leicht genommen, auf die leichte Schulter genommen. Hätte sein Leben retten können, wenn er es ernster genommen hätte. Und wir stehen auch manchmal vor der Entscheidung, ob wir ja, eine Verschwörung, eine Verschwörungstheorie ernst nehmen oder nicht. Und wir brauchen Gottes Geist dazu. Wir können uns nicht auf uns selber verlassen.
[11:41] Lass uns dafür beten, dass wir diesen Geist der Unterscheidung, den Paulus ja als eine Gabe des Geistes benannt hat, bekommen.
[11:49] Lieber Vater im Himmel, du gibst Gaben und du lehrst uns die Unterscheidung der Geister. Das bitten wir dich auch für unser ganz eigenes Leben, in unserem Alltag, denn das, was heute so wichtig wie noch nie. In deinem Namen bitten und danken wir dir. Amen.
Lizenz
Copyright ©2022 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.