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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt werden die Kapitel 44 und 45 des Buches Jeremia beleuchtet. Es wird die Verzweiflung des Volkes Gottes angesichts des Gerichts Gottes und die Reaktion Gottes darauf thematisiert. Zudem wird die Klage des Schreibers Baruch und Gottes Antwort darauf betrachtet, die auch für heutige Zeiten relevant ist.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 830 und wir haben ganz unterschiedliche Kapitel. Wir werden Kapitel 44 beenden und Kapitel 45 lesen und auch ein bisschen in der Zeit hin und her springen. Und damit wir alles gut verstehen, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir werden heute lesen von jemandem, der sehr niedergeschlagen war, der entmutigt war, weil er unter ja, selber, weil er traurig gewesen ist, weil dein Volk dir nicht nachgefolgt ist. Und wir möchten dich bitten, dass du uns heute lernen lässt von deinem Wort, dass wir es im Herzen tragen und behalten. Amen.

[1:16] Wir beginnen Vers 22. Ja, der Herr konnte es nicht länger ertragen angesichts der Bosheit eurer Taten, angesichts der Gräuel, die ihr verübte. Darum ist es, dass euer Land, nämlich Juda, zu Wüste und zum Entsetzen und zum Fluch geworden, unbewohnt, wie es heute der Fall ist. Was konnte Gott nicht ertragen? Ihren Götzendienst natürlich. Deswegen kam das Gericht, weil ihr geräuchert und gegen den Herrn gesündigt habt und nicht auf die Stimme des Herrn gehört habt und nicht in seinem Gesetz, in seinen Ordnungen und in seinen Zeugnissen gewandelt seid. Deshalb ist durch dieses Unheil begegnet, wie es heute der Fall ist.

[1:55] Also Jeremia versucht hier noch mal den ganzen Hergang der letzten Jahre und Jahrzehnte in die richtige Kausalität zu bringen, weil sie, sie sind völlig verblendet, sie haben völlig missverstanden, warum Gott dieses Gericht über Juda und Jerusalem geschickt hat, warum jetzt Babylon. Und sie haben immer noch nicht verstanden, dass es am Götzendienst liegt und dass ja, sie einfach kein Herz haben, was ungeteilt ist.

[2:28] Das heißt, weiter sprach Jeremia zum ganzen Volk, auch zu allen Frauen: Hört das Wort des Herrn, ihr Juden alle, die im Land Ägypten seid! So spricht der Herr, der Herrscher an der Gott Israels: Ihr und eure Frauen habt mit euren eigenen Mund gesagt und mit euren eigenen Händen erfüllt, was ihr sagtet: Wir wollen unbedingt unsere Gelübde erfüllen, die wir der Himmelskönigin gelobt haben. Wir wollen ihr räuchern und Trankopfer ausgießen. Haltet eure Gelübde nur aufrecht und erfüllt doch, was ihr gelobt habt.

[3:01] Also Gott wird langsam hier so ein bisschen, ja, fatalistisch resigniert, weil er sagt: Ihr wollt ja immer nur eurer Himmelskönigin folgen, ihr backt ihr Kuchen, ihr himmelt sie an. Dann tut es auch weiter, wenn ihr absolut nicht auf mich hören wollt. Ich höre jetzt auf mit meinen Aufrufen und es wird eh nichts ändern. Darum hört das Wort des Herrn, Juden alle, die im Land Ägypten wohnt: Siehe, ich habe bei meinem großen Namen geschworen, sprich daher, dass mein Name nie mehr durch den Mund irgendeines Mannes aus Juda im ganzen Land Ägypten genannt werden soll, so dass einer spreche: So wahr Gott der Herr lebt.

[3:41] Und dieser Vers ist unglaublich interessant, weil Gott so abgestoßen ist von diesem Überrest in Ägypten jetzt ist, dass er sagt: Ich möchte nicht mal mit euch in Verbindung gebracht werden. Ihr gehört nicht mehr zu mir und ich möchte nicht, dass irgendwer den Eindruck hat, ihr wärt mit mir verbunden. Und Gott kappt quasi die Schnur, die noch da war und sagt: Ihr und ich, das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

[4:10] Und das ist ja eine wahnsinnige, ein wahnsinniger Schritt, den Gott hier tut, nach all der Geduld, die er hatte. Aber irgendwann ist diese Geduld erschöpft und Gott weiß nicht mehr anders zu helfen. Siehe, ich werde über sie wachen zum Unheil und nicht zum Guten. Und alle Männer von Juda, die in Ägypten, sollen Männer sollen durchs Schwert und durch Hunger aufgerieben werden, bis sie vernichtet sind. Es wird zwar ein zählbares Häuflein, die dem Schwert entkommen, aus dem Land Ägypten ins Land Juda zurückkehren. Aber der ganze Überrest von Juda, der in das Land Ägypten gekommen ist, um sich dort aufzuhalten, wird erfahren, wessen Wort sich bestätigen wird, dass das meine oder dass ihre.

[4:52] Also nur eine ganz, ganz kleine Menge wird zurückkehren aus Ägypten wieder nach Juda, aber es wäre, wenn ein zählbares Häuflein sein, also wer weiß, vielleicht in zweistelligen Bereich. Es werden nicht viele sein und alle anderen werden dort umkommen. Und das soll für euch das Zeichen sein, sprich daher, dass ich euch an diesem Ort heimsuchen werde und daran könnt ihr erkennen, dass meine Worte sich an euch gewisslich erfüllen werden zum Unheil.

[5:18] Und jetzt kommt das Zeichen, dass Gott den geben wird. So spricht der Herr: Siehe, ich will den Pharao Hofra, das ist eigentlich der Abriss, von dem wir schon vor allen Dingen Kapiteln gelesen haben, der gerade König oder Pharao in Ägypten, diesen Pharao Hofra oder Apries, den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde geben und in die Hand derer, die nach seinem Leben trachten, gleich wie Zedekia, den König von Juda, in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegeben habe, der sein Feind war und ihm nach dem Leben trachtete.

[5:53] Ja, der König von Juda, der Zedekia, wurde in die Gefangenschaft weggeführt nach Babel durch Nebukadnezar. Und er sagt: Das Zeichen, dass ich euch in Ägypten gebe, wird genau das gleiche sein. Apries, der König von Ägypten, wird weggeführt werden durch Nebukadnezar nach Babel.

[6:09] Und jetzt machen wir zu Kapitel 45 einen kleinen Zeitsprung, nämlich wieder zurück. Wir sind hier ja schon längst nach der dritten Wegführung gewesen, jetzt in Kapitel 44. Und nun springen wir zurück nach der ersten Wegführung, also ungefähr 20 Jahre. Das Wort, dass der Herr, dass der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Nerias, sprach, als dieser im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, diese Worte nach dem Diktat Jeremias in ein Buch schrieb, lautet folgendermaßen:

[6:47] So spricht der Herr, der Gott Israels, über Baruch, über dich Baruch. Also Gott spricht hier ganz direkt zu Baruch, dem Schreiber Jeremias. Du hast gesagt: "O weh mir! Der Herr hat zu meinem Schmerz noch Kummer hinzugefügt. Ich bin müde vom Seufzen und finde keine Ruhe."

[7:06] Dieser Baruch, der ja der Schreiber der Schriftrollen des Jeremia-Buches war, ist völlig am Ende. Er ist depressiv, er ist müde, es ist ihm alles zu viel. Er jammert und er sagt: "Was ist diese Bedrückung dieser Menschen, die alle Gott nicht gehorchen wollen? Das halte ich gar nicht aus."

[7:23] Sage zu ihm: So spricht der Herr: Siehe, was ich gebaut habe, das breche ich ab, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, und zwar das ganze Land. Du aber begehrst für dich Großes. Begehre es nicht, denn siehe, ich bringe Unheil über alles Fleisch, spricht der Herr. Dir aber will ich dein Leben zu Beute geben an allen Orten, wohin du gehen wirst.

[7:48] Wir kriegen hier einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt des Baruch. Er hat anscheinend für sich großes begehrt, also vielleicht hatte er große Pläne, vielleicht wollte er Ländereien, wollte ja ein schönes, angenehmes Leben führen. Aber es war nicht die Zeit dafür. Es war Zeit des Gerichts. Und Gott sagt: Das, was du jetzt begehrst für dich, tut mir leid, aber das wird nicht eintreffen.

[8:14] Ich kann dir aber sagen, das Einzige, was du als Beute hinwegtragen wirst, ist dein Leben. Und das ist für diese Zeiten, in schrecklichen Zeiten, in denen du lebst, schon das Beste, was ich dir geben kann. Denn es waren ja Gerichtszeiten von dem Anbeginn Jeremias bis nachher, hier ja, sie nach Ägypten verschleppt werden. Es war Gerichtszeit, keine gute Zeit, Zeit der Bedrückung, der Bedrängnis durch die Babylonier.

[8:49] Und dieser Baruch, der ja sehr traurig, aber er jammert auch ein bisschen auf hohem Niveau, denn wenn wir daran denken, dass es hier erst kurz direkt nach der ersten Wegführung war, im Jahr 605, wo ja noch alles so ein bisschen, ja, prosperiert hat in Juda und Jerusalem. Und es ja noch viel, viel schlimmer kommen sollte, wie wir jetzt wissen, durch die ganz vorangegangenen Kapitel. Dann müssen wir sagen, dass Gott ja gewusst hat, was alles kommen wird. Und Baruch jammert jetzt schon und er sagt: Wie wirst du noch jammern, wenn es noch viel schlimmer kommt?

[9:24] Und da können wir uns so ein bisschen an die eigene Nase fassen und in Zeiten, in denen wir gerade leben, in denen alles teuer wird, in denen Krieg herrscht, in denen alles schwierig ist, in denen man vielleicht nicht weiß, wie man die Rechnung bezahlen soll oder ob man nächstes Jahr noch alles bekommt, was man sich so erhofft einzukaufen zu können. Da wird Gott zu uns sagen: Jammert nicht, denn es wird noch viel, viel schlimmer kommen.

[9:53] Und die Verheißung, die Gott hier dem Baruch gibt, nämlich, dass er sein Leben als Beute davontragen wird, ist ganz ähnlich der Verheißung, die dem Ebed-Melech in Kapitel 39, Vers 18 gegeben hat, der Jeremia aus der Zisterne rausgeholt hat auf eigenen Antrieb. Und ja, auch den Menschen, die vor der Wiederkunft leben, denen wird Gott auch sagen: Ihr werdet euer Leben als Beute mit in den Himmel nehmen. Und das ist das Beste, was ihr nehmen könnt und bekommen könnt.

[10:24] Lasst uns das ja zu Herzen nehmen, dass wir nicht zu früh anfangen zu jammern, nicht trübsal blasen vor der Trübsal. Denn es kommt vielleicht noch schlimmere Zeiten auf uns zu.

[10:39] Lieber Vater im Himmel, du kennst die Zukunft im Gegensatz zu uns. Wir kennen ein Teil davon durch dein Wort, aber du kennst sie in Gänze und im Detail und weißt, was uns ganz persönlich zustoßen wird. Herr, mach unsere Herzen stark, mutig und fest, dass was immer uns an Unheil geschieht, wir es tragen können mit deiner Hilfe. In deinem Namen. Amen.


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