In dieser Andacht tauchen wir tief in Jeremia Kapitel 9 ein und beleuchten die tiefe Trauer und Verzweiflung des Propheten über die Untreue seines Volkes. Wir hören Gottes eigene Klage über die Sünde und die daraus resultierenden Konsequenzen wie Zerstörung und Exil. Doch inmitten der düsteren Botschaften gibt es auch einen Hoffnungsschimmer: Gott lädt uns ein, uns nicht unserer Weisheit oder Stärke zu rühmen, sondern der Erkenntnis und Liebe zu ihm.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 9:1-9:25
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir schlagen heute gemeinsam Jeremia Kapitel 9 auf. Bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater, wir danken dir für deine Barmherzigkeit, für deine Güte, für deine Langmut und für deine ständigen Erinnerungen an dein Wort. Gib uns ins Herz, dass wir dir gehorchen und dass wir an dich denken, gerade dann, wenn es am schwersten fällt, wenn wir drohen, vor dem Weg zu laufen und vielleicht andere Dinge unser Denken einnehmen und unser Herz hast du dann dafür armen.
[1:11] Wir beginnen Kapitel 9, und auch wenn diese Verse mit ihrem ja, vielleicht etwas deprimierenden Inhalt und sehr vielen schlechten Botschaften daherkommen, möchten wir heute doch mit einem Highlight enden und einen etwas positiveren Ausblick am Ende der Andacht haben. Jeremia wünscht sich tatsächlich, irgendwo in einer Hütte in den Bergen Zuflucht zu suchen, weil er sagte: "Ich halte mein Volk nicht aus, ich möchte weg, ich möchte hier weg, ich möchte das nicht mehr mit ansehen. Es ist ein treuloser Haufen." Jeremia war ja ein sehr emotionaler Mensch, und das belastet ihn, dass sein Volk so Gott gegenüber so treulos war. Er hat sich nicht nur einmal in seinem Leben gewünscht, dass er eigentlich woanders wäre.
[2:10] Sie haben ihre Zunge als ihren Bogen mit Lügen gespannt und nicht durch Wahrheit sind sie mächtig geworden. Im Land, denn sie schreiben fort von Bosheit zu Bosheit, aber mich kennen sie nicht, spricht daher. Jeder hüte sich vor seinem Freund und keiner traue seinem Bruder, denn jeder Bruder übt Hinterlist und jeder Freund geht als Verleumder umher. Das ist ein schlimmer Zustand in Folge Gottes, wenn man keinem anderen Menschen vertrauen kann, wenn man immer nur Misstrauen haben kann, weil man nicht weiß, ob er einen verrät oder übers Ohr haut oder belügt. Einer hintergeht den anderen, und die Wahrheit reden sie nicht. Sie haben ihre Zungen das Lügen gelehrt. Sie mühen sich ab mit Unrecht tun. Deine Wohnung ist mitten in Adlers aus Arglist wollen sie mich nicht kennen, spricht daher. Also aus Vorsatz wollen sie Gott nicht kennen. Sie sagen: "Nein, Gott, wir wollen nichts von dir hören." Wir machen Dienste und Opfer, aber eigentlich von dir will ich nichts wissen, darum spricht der Herr.
[3:08] "So sehe ich will sie schmelzen und leiten, denn sie wie sollte ich anders umgehen mit der Tochter meines Volkes? Ihre Zunge ist ein tödlicher Pfeil, Lügen redet sie mit dem Mund. Redet man Frieden mit seinem Nächsten, aber im Herzen legt man ihm einen Hinterhalt. Sollte ich sie wegen dieser Dinge nicht strafen?", spricht daher. "Und sollte sich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen? Auf den Bergen will ich weinen und klagen anheben und auf den Auen der Steppe ein Trauerlied anstimmen, weil sie so verbrannt sind, dass niemand sie mehr durchwandert. Man hört das Blöken der Herde nicht mehr, die Vögel des Himmels und das Vieh sind entflohen, weggezogen."
[3:55] Hier haben wir ein Trauerlied, was angestimmt werden soll. Und Jeremia war ja nicht nur ein trauernder, ein weinender Prophet, sondern er hat ja auch die Klagelieder danach geschrieben, die Klagelieder über die Zerstörung Jerusalems. Und Gott selber stimmte dieses Trauerlied an und hör mal, schreibt es nieder. Gott ist auch emotional und Gott braucht auch die Musik als ein Ventil, um seine Emotionalität auszudrücken. "Und ich will Jerusalem zu einem Steinbruch machen, zu einer Wohnung für Fischer, und die Städte Judäas will ich so wüst machen, dass niemand mehr darin wohnt. Wer ist so weise, dass er dies versteht und zudem hat der Mund des Herrn geredet, dass er verkündet, weshalb das Land zugrunde geht und warum es verbrannt ist, gleich einer Wüste, die niemand durchwandert." Ja, das Land ist völlig dahin, also die Städte sind zerstört, es ist alles so wüst, die Tiere nehmen sich wieder die Städte ein.
[4:56] Und es versucht und versetzt alles. Und daher spricht, weil sie mein Gesetz verlassen haben, dass ich ihnen gab, und meine Stimme nicht gehorcht haben, nicht danach lebten, sondern dem Starrsinn ihres Herzens um den wahnhaften nachgelaufen sind, was ihre Väter sie gelehrt haben. Darum so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: "Ich will sie, dieses Volk, mit Wermut speisen und sie mit Giftwasser trinken." Also Gott sagt, der Grund für dieses ganze ist euer Starrsinn eures Herzens. Ihr wollt einfach nicht. Ihr vernachlässigt die Prophetie, ihr lehnt das Wort Gottes ab und ihr wollt nichts von mir hören. Und deshalb trägt er das Giftwasser zu trinken.
[5:36] "Und ich will sie unter die Heidenvölker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter gekannt haben, und will das Schwert hinter ihnen herschicken, bis ich sie aufgerieben habe." Und damit meint er das Exil. So spricht der Herr der Heerscharen: "Gibt acht und ruft die Klageweiber herbei und lasst sie kommen und schickt nach weisen Frauen und lasst sie kommen und ein Trauerlied darüber singen, dass Tränen aus unseren Augen rinnen und Wasser von unseren Wimpern fließt." Ja, die Klageweiber, die waren ja eine große Tradition, dass man weiter die einfach da waren, um zu trauern. Die hat man auch noch bei einer Beerdigung gerufen, dass sie klagen und trauern und solche Lieder singen. Das war es und ist, glaube ich, noch Usus in der jüdischen Kultur.
[6:22] Denn man hört ein klägliches Geschrei von Zion: "Wie sind wir so verwüstet, wir sind so jämmerlich geschändet, wie mussten das Land verlassen, denn sie haben unsere Wohnungen niedergerissen." Und hier in Vers 18 hört man schon ein bisschen den Wortlaut der Klagelieder des Jeremia heraus, diese große emotionale Klage. "So hört nun, ihr Frauen, das Wort des Herrn und fasst zu Ohren das Wort seines Mundes und lehrt Töchter Wehklage und jede ihrer Nachbarin den Trauergesang, denn der Tod ist durch unsere Fenster hereingestiegen, es ist in unsere Paläste gekommen, um die Kinder von der Straße wegzuraffen und die jungen Männer von den..."
[7:06] Da ist vielleicht auch so ein bisschen steckt da drinnen, dass es solche gegeben haben muss in den Städten, wo man sich dann verschanzt hat, auf engem Raum so viele Menschen waren und natürlich die Versorgung nicht gut. "So spricht daher die Leichname der Menschen werden fallen wie Dünger auf dem freien Feld und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt."
[7:29] Und jetzt kommt eine schöne Botschaft von Gott. "So spricht daher: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke. Der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass sich der Herr, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit auf Erden übt, denn daran habe ich Wohlgefallen", spricht daher. "Siehe, es kommen Tage", spricht daher, "da werde ich alle heimsuchen, die abgefeilt beschnitten sind, doch unbeschnitten sind die Ägypter, die Juden, die Edomiter, die Ammoniten, die Moabiter und alle mit gestutztem Bart, die in der Wüste wohnen, denn alle Heiden sind unbeschnitten. Das ganze Haus Israel aber hat ein unbeschnittenes Herz."
[8:15] Gott sagt hier in Vers 23: "Ich habe so viel Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, und ihr könnt das alles haben. Und wenn ihr euch etwas rühmen wollt, dann rühmt euch der Einsicht, dass ihr Gott erkannt habt." Das ist das, was es lohnt sich dafür zu rühmen. Gott sagt: "Rühmt euch doch der Sache, dass ihr mich habt, dass ich in eurer Mitte bin." Und das ist wieder so ein Hoffnungsschimmer, den Gott hier sendet zum Volk und sagt: "Ich möchte in eurer Mitte sein, ich möchte euch erlösen, ich möchte mit euch sein." Und wir können sicher gehen, dass Gott jedem Menschen dahin verlässt, so nachgeht, wie an diesem Volk Gottes nachgegangen ist, dem Volk Juda.
[9:03] Gott geht jedem Menschen in dieser Weise nach, ruft ihn zurück, sendet ihm Botschaften durch den Heiligen Geist, durch andere Menschen, durch was auch immer. Gott leidet mit jeder Seele, die verloren geht, so wie mit einem ganzen Volk. Und das sollten wir uns immer wieder bewusst machen. Lasst uns beten. Lieber Herr, du leidest, du leidest unglaublich, weil wir dich verlassen. Und wir möchten dich bitten, dass nicht nur wir da bei dir bleiben, sondern auch, dass wir dieses Leiden für verlorene Seelen in unserem Herzen haben, diese Liebe für verlorene Seelen und dass wir nachgehen, so wie du ihnen nachgehst und für sie beten. In deinem Namen, du dich das.
Lizenz
Copyright ©2026 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.