In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ führt Rabea Kramp in das Buch des Propheten Jesaja ein. Sie beleuchtet den historischen Kontext unter den Königen Judas und Jesajas Rolle als Anwalt Gottes, der das Volk wegen seines Abfalls zur Rechenschaft zieht. Trotz der harten Worte über Israels Ungehorsam und die drohende babylonische Gefangenschaft wird Gottes unendliche Geduld und sein Wunsch nach Umkehr betont. Die Botschaft ermutigt dazu, Gottes Stimme zu hören und gehorsam zu sein.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 1:1-1:5
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
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[0:19] Hmm.
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute starten wir auf Seite 718 und beginnen ein neues und sehr langes Buch, nämlich das Buch des Propheten Jesaja. Jesaja lebte und wirkte hauptsächlich zur Zeit des Königs Hiskia. Hiskia, wie wir wissen, war eigentlich ein guter König, hat viele Reformen gebracht. Er hat gesagt: "Wir müssen uns wieder zurückbesinnen auf das Althergebrachte, wie Gott den Bund mit uns gemacht hat. Wir müssen das Heiligtum wieder öffnen und den Heiligtumsdienst wieder einführen." Und er hat wirklich gute Reformen auf den Weg gebracht. Jesaja starb allerdings nicht unter der Herrschaft Hiskias, sondern unter der von Manasse, von dem er auch ermordet worden ist. Und Jesaja hatte kein einfaches Leben als Prophet. Er sagte die Gefangenschaft und den Untergang seines Volkes voraus, fast 100 Jahre bevor dieses eintreten sollte, als nämlich die Babylonier in Israel und Jerusalem einfielen und das Volk wegführten nach Babel.
[1:55] Wenn man das Buch Jesaja liest, dann merkt man, dass hier eine Beweisführung gegeben wird. Jesaja fungiert ein bisschen wie ein Anwalt oder Richter und versucht hier, uns als Leser nahezubringen, dass Gott rechnet mit seinem Volk und richtet. Diese beiden Worte spielen eine große Rolle in diesem Buch: "rechten" und "richten". Und dieser Rechtsfall steht einer anderen Komponente in diesem Buch gegenüber, nämlich der Beziehung – der Beziehung zwischen Gott und seinen Menschen.
[2:33] Wir starten in Jesaja 1,1: "Dies ist die Offenbarung, die Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem geschaut hat, in den Tagen Ussias, Jotams, Ahas und Hiskias, der Könige von Juda." Hier haben wir noch einmal den Überblick, unter welchen Königen Jesaja gelebt und gewirkt hatte: Ussias, Jotam, Ahas und Hiskia. Das sind alles vier Könige des Südreichs. "Hört, ihr Himmel, und horche auf, Erde, denn der Herr hat gesprochen: Ich habe Kinder großgezogen und emporgebracht; sieh, aber sind von mir abgefallen."
[3:16] Wir finden eine ähnliche Formulierung wie am Anfang von Vers 2: "Hört, ihr Himmel, und horche auf, Erde", in 5. Mose 30 in einigen Versen und auch in 5. Mose 31. Und das macht uns deutlich, dass Gott hier Bezug nimmt auf eine Stelle im Alten Testament, wo Mose über Segen und Fluch spricht und das Volk warnt: "Wenn ihr dieses oder jenes tut, wird es euch entweder zum Segen oder zum Fluch werden, je nachdem, ob ihr auf Gottes Seite steht oder nicht." Und ebenso lehnt sich Jesaja am Anfang seines Buches an dieses große Vorbild des Buches 5. Mose an und bringt eine ähnliche Formulierung: "Hört, ihr Himmel, und horche auf, Erde." Er nimmt Himmel und Erde quasi zu Zeugen, weil in einem Rechtsfall, in einer juristischen Verhandlung, muss es auch immer Zeugen geben, und hier sind es Himmel und Erde.
[4:20] Er ruft sie auf im Rechtsfall gegen sein Volk. Und er sagt weiter in Vers 3: "Ein Ochse kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht."
[4:38] Jesaja sagt: "Sogar die Tiere wissen, wer ihr Herr ist, und gehorchen dem Herrn. Aber das Volk Gottes weiß nicht, wohin es gehört."
[4:48] "Wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volk, dem Samen der Übeltäter, verderbten Kindern! Sie haben den Herrn verlassen, haben den Heiligen Israels gelästert, haben sich abgewandt. Wohin soll man euch noch schlagen, da ihr doch den Abfall nur noch weitertreibt? Das ganze Haupt ist krank und das ganze Herz ist kraftlos."
[5:11] In Vers 4 startet der Vers mit dem Wort "Wehe", und dieses Wort werden wir noch recht häufig in dem Buch Jesaja sehen. Viele "Wehe"-Rufe werden wir lesen und sehen, dass Gott immer wieder sein Volk aufrütteln möchte. Damit, wenn es hier heißt: "Same der Übeltäter, verderbte Kinder", dann müssen wir wissen, dass es diese Formulierung noch einmal im Buch Jesaja gibt, nämlich in Kapitel 14. Und Kapitel 14 spricht von dem König von Babel. Es spricht auch von Luzifer, aber in erster Linie spricht es auch vom König von Babel. Und über die Babylonier, über die Kinder Babels wird gesagt, dass sie der "Same der Übeltäter und verderbte Kinder" sind. Und wenn Jesaja hier diesen Ausdruck benutzt, auch für das Volk Israel, für sein Volk, für Gottes Volk, dann können wir verstehen, wie weit es mit dem Volk gekommen ist. Sie sind geworden wie die Heiden. Und weil das so weit gediehen ist, hat Gott gesagt: "Sie werden auch von den Heiden weggeführt und werden in heidnisches Land gebracht."
[6:26] Er fragt: "Wohin soll man euch noch schlagen?" Es ist wie in einer Kind-, wie in der Kindererziehung, wenn man mit dem Latein am Ende ist und die Kinder sich einfach überhaupt nicht maßregeln lassen, überhaupt nicht gehorsam sein wollen, nur frech sind, respektlos. Und so ist es Gott ergangen mit seinem Volk. Er wusste nicht, was er noch tun soll, um sie auf normalem Wege zurückzuführen. Er sagt: "Das ganze Haupt ist krank und das ganze Herz ist kraftlos." Es gab nichts, keinen Hoffnungsschimmer, den Gott hatte, dass sein Volk noch umkehren würde. Und so sagt Jesaja das schlimmste Szenario voraus, nämlich, dass Heiden und Feinde kommen werden, um das Volk auszurotten und nur einen Überrest übrig lassen werden.
[7:22] Wir können aus dem Buch Jesaja viele tiefe Wahrheiten lernen. Aber die Wahrheit, die sich wahrscheinlich am tiefsten einträgen wird, während wir in den nächsten Tagen und Wochen dieses Buch studieren werden, ist, dass Gott unglaublich lange Geduld geübt hat und immer wieder seine Kinder zurückgerufen hat. Und er hat Propheten nach Propheten gesandt, um das Schlimmste zu verhindern. Und wären sie umgekehrt, hätte Gott seinen Plan geändert. Und das ist genauso in unserem eigenen Leben. Gott möchte jeden Tag, dass wir umkehren, und er versucht alles, damit wir zu ihm zurückkommen. Es kommt auf uns an, wie wir darauf antworten. Lasst uns dafür beten, dass wir Gottes Stimme hören, dass wir kein "Same der Übeltäter" werden, keine "verderbten Kinder", sondern dass wir Gott gehorsam sind.
[8:17] Lieber Vater im Himmel, wir wollen dir danken, dass du ein geduldiger Gott bist, auch dass du ein eifersüchtiger Gott bist, der sich ja für sein Volk einsetzt, dem es nicht egal ist, was deine Kinder machen, wie sie anbeten und wie sie anbeten. Hilf uns, dass unser Herz sich völlig auf dich wirft und auf dich verlässt, damit wir gerettet sind und auf deiner Seite stehen. Amen.
[8:45] [Musik]
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