In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Kapitel Jesaja 14:30-16:10. Sie spricht über die Weissagungen gegen die Philister und das ausführliche Gericht über Moab. Dabei wird Gottes Gerechtigkeit und sein Angebot der Zuflucht ebenso deutlich wie die tragische Rolle des Hochmuts Moabs. Jesaja zeigt dabei tiefes Mitgefühl für das leidende Volk.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 14:30-16:10
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] [Musik] Hmm, hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite! Wir lesen heute zusammen die Seite 732 und wollen Kapitel 14 beenden, Kapitel 15 lesen und Kapitel 16 im Buch Jesaja beginnen. Und bevor wir das tun, gemeinsam beten:
[0:52] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du dich deiner Erlösten annimmst. Danke, dass du uns befreit hast, nicht nur von den Zeiten, sondern vor allem auch vom Feind der Sünde. Und immer, wenn wir diese Kapitel in der Bibel lesen, wo du Befreiung schenkst, dann lass uns auch immer daran denken, dass du uns auch ganz persönlich von den Dingen befreist, die uns selber in ganz praktischer Weise gefangen halten. Dass du die Kraft hast, genauso wie du die Völker bezwungen hast, kannst du in uns die Sünde bezwingen. Dafür danken wir dir.
[1:25] Wir beginnen in Vers 30 in Kapitel 14. Wir sind immer noch in der Weissagung gegen die Philister. Und die Erstgeborenen der Armen werden weiden und die Geringen sicher wohnen. Aber deine Wurzeln will ich durch Hunger töten und deinen Überrest wird er umbringen. Hier ist von den Geringen gesprochen, das meint Geringe in Juda, die von assyrischen Invasionen bewahrt blieben auf wunderbare Weise. Jammere, Tor! Schreie, o Stadt! Ganz Philisterland ist verzagt! Denn von Norden kommt Rauch und eine lückenlose Schar.
[2:05] Ja, dieses Ereignis, dass die Philister überrannt wurden durch die Assyrer, das geschah 711, unter anderem als die Stadt Aschkelon eingenommen wurde. Später kamen natürlich auch die Babylonier zu den Philistern. Was wird man den Boten des Heidenvolkes antworten? Dass der HERR Zion gegründet hat und dort werden die Elenden seines Volkes Zuflucht finden. Hier ist wieder eine Anspielung darauf, dass auf dem Berg Zion Zuflucht sein wird. Wir haben dieses Motiv schon öfter in Jesaja gesehen und es wird uns auch immer wieder begegnen: Auf dem Berg Zion, bei Christus, ist die Zuflucht.
[2:50] Kapitel 15. Und hier werden wir eine Ankündigung über das Gericht über Moab lesen. Die Last über Moab: Über Nacht wird Ar verwüstet, es ist vertilgt. Über Nacht wird Kir-Moab verwüstet, es ist vertilgt. Ja, die Heidenvölker bzw. Babylon wird Moab vernichten.
[3:13] Man steigt zum Götzenhaus hinauf und nach Dibon zu den Höhen, um zu weinen. Jammert auf dem Nebo und in Medeba! Auf allen seinen Häuptern sind Glatzen und alle Bärte sind abgeschnitten. Das sind Zeichen der Schande. Auf ihren Gassen sind sie mit Sacktuch umgürtet, ein Zeichen der Demut und des Zerknirschtseins. Auf ihren Dächern und Plätzen jammert alles und es fließen Tränen. Heschbon und Eleale schreien, bis Jahaz ihre Stimme hört. Darüber werden Moabs Bewaffnete laut aufschreien, der Mut wird ihnen entsinken. Diese Schreie von Moab wird man noch weit hin hören in die Länder drumherum.
[3:59] Von Herzen jammere ich um Moab, und das hat Jesaja selber. Sie fliehen nach Zoar zurück. Zoar ist eine Stadt nahe bei Sodom und Gomorra. Nach Luhith steigen weinend die Anhöhe hinauf. Auf dem Weg nach Horonaim erheben sie ein erschütterndes Geschrei. Wir können aus diesem Vers sehen, dass Jesaja nicht einfach nur eine Prophezeiung Gottes weitergibt, sondern dass ihn selber diese Prophezeiung bewegt und dass er großes Mitleid hat mit Moab. Denn wir wissen, dass Moab natürlich auch verwandt ist mit dem Volk Israel, es sind die Nachkommen Lots gewesen.
[4:44] Denn die Wasser von Nimrim sollen zu Wüsten werden. Ja, das Gras verdorrt, alles Kraut abgefressen, kein grünes Hälmchen ist mehr da. Darum tragen sie den Rest ihrer Habe, was sie noch retten konnten, über den Weidenbach. Also die Flucht der Moabiter ist eine elende Flucht und sie fliehen vor dem Feind aus dem Norden. Ja, das Geschrei im ganzen Land Moab um ihren Weg lang reicht bis nach Eglaim, bis nach Beer-Elim in ihr Geheul. Denn die Wasser von Dimon sind voll Blut. Ja, ich verhänge noch mehr über Dimon. Über die entkommenen Moabiter kommt ein Löwe – Löwe, das Symbol für Babylon – auch über den Überrest, der noch im Land ist.
[5:33] Kapitel 16 knüpft ohne Unterbrechung an dieses Gericht über Moab. Schickt ein Lamm dem Beherrscher des Landes von Sela aus durch die Wüste zu dem Berg der Tochter Zion. Der Berg der Tochter Zion ist natürlich Jerusalem. Und wir wissen, dass Moab früher dem Land Juda tributpflichtig war, und deswegen spricht es hier von dem Lamm, das gesammelt werden soll.
[6:01] Denn es wird geschehen: Wie umherflatternde Vögel, wie ein aufgescheuchtes Nest werden die Töchter Moabs an den Pforten des Arnon sein. Umherflatternde Vögel sind in der Bibel ein Symbol für Flucht aus der Heimat, und wir haben auch schon vorher dieses Symbol gesehen. Aber hier fleht Jesaja noch mal um Rat: Trefft eine Entscheidung, macht einen Schatten am hellen Mittag, gleicht dunkler Nacht, verbergt die Verjagten, verratet die Flüchtlinge nicht! Lass meine Flüchtlinge bei dir einkehren, Moab, sei ihnen ein Schirm vor dem Verderben. Wenn der Betrüger nicht mehr da ist, das Zerstören aufgehört hat, die Gewalttätigen von der Erde weggelegt sind.
[6:54] Ja, dieser Vers lässt uns etwas wissen, nämlich: Gott wollte, dass die Flüchtlinge seines Volkes, nämlich von dem Volk Israel, bei Moab Zuflucht finden würden. Die Moabiter aber haben ihnen keine Zuflucht und keinen Schlupfwinkel gewährt. Stattdessen haben sie über das Volk Gottes gespottet, und als Strafe dafür geschieht nun dieses Gericht am moabitischen Volk. Sie wollten diese Kooperation mit dem Volk Gottes nicht.
[7:30] Dann wird ein Thron in Gnade errichtet werden, und auf ihm sitzt in Wahrheit, in der Zeltstadt Davids, ein Richter, der nach dem Recht trachtet und die Gerechtigkeit fördert. Ja, das Evangelium sollte eigentlich auch nach Moab gelangen und dort gepredigt werden, und Gott hatte vor, dass die Moabiter vom Evangelium bekehrt werden. Wir haben gehört von dem Hochmut Moabs, das sehr anmaßend ist, von seinem Übermut, seinem Stolz und seiner Überheblichkeit, seinem leeren Geschwätz. Auch das Kernproblem Moabs war der Stolz.
[8:11] Darum werden die Moabiter heulen, alles wird heulen um die Traubenkuchen von Kir-Heres. Werdet ihr seufzen: Ach, sie sind dahin! Denn die Pflanzungen von Heschbon sind verwelkt, der Weinstock von Sibma. Die Herren der Heidenvölker schlugen seine Edelreben nieder. Sie reichen bis Jaser, bis in die Wüste breiteten ihre Ranken aus, gingen bis übers Meer. Die Pflanzungen von Heschbon und diese Weinstöcke, das beschreibt große, ertragreiche Anbauflächen in Moab, die vernichtet worden sind. Und man kann sich vorstellen, wenn die Landwirtschaft eines Landes kaputt gemacht wird, vielleicht noch kurz vor der Ernte, was das für ein Land bedeutet: Hungersnot und ja, nicht mal dann die Samen der eingebrachten Ernte, die dann für die Saat ausreichen sollten. Also eine richtige Katastrophe, die hier stattfindet.
[9:15] Darum weine ich mit den Weinenden von Jaser und mit dem Weinstock von Sibma. Ich bewässere dich, Heschbon und Eleale, mit meinen Tränen. Denn über deine Obsternte, über deine ganze Erntezeit ist das Jauchzen der Feinde gefallen. Und wieder sehen wir einen Propheten Jesaja, der traurig ist über die Prophezeiung, die er geben muss. Die Erntezeit ist eine Zeit der Freude, und in dieser Prophezeiung wird diese Erntezeit eine Zeit der Trauer. Hier heißt es in Vers 10: Freude und Frohlocken sind aus den Obstgärten verschwunden, und in den Weinbergen jubelt und jauchzt man nicht. Der Kelterer tritt keinen Wein in den Keltergruben. Das Kelterlied habe ich zum Schweigen gebracht. Alle Freude ist versiegt wegen des Gerichts, das über das Volk von Moab niedergegangen ist.
[10:09] Und ja, das zeigt uns, dass, wenn ein Gericht kommt, das eine schlimme Zeit für das Volk ist. Lasst uns deswegen die Hand Gottes ergreifen, dass wir nicht ins Gericht kommen, sondern dass wir auf der Seite der Erlösten stehen werden.
[10:25] Lasst uns beten: Lieber Vater im Himmel, zieh unsere Herzen beständig zu dir, damit wir erlöst werden und damit wir unsere Sünden erkennen, sie bei dir ablegen und rein vor dir stehen können. Dass wir nicht ins Gericht kommen, sondern das Gericht an uns vorüberzieht. Er bewahre unsere Herzen in Jesus Christus bis auf den Tag der Wiederkunft. Amen.
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