In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp Jesaja Kapitel 1, Verse 6 bis 28. Sie erklärt, wie Gott das Volk Israel für seine Untreue und den formalen Gottesdienst verurteilt, der ohne Herzensbeteiligung stattfand. Gleichzeitig betont sie Gottes Angebot der Vergebung und Neuschöpfung, wo Sünden weiß wie Schnee werden können, und seine Verheißung der Wiederherstellung trotz des kommenden Gerichts. Die Botschaft ist ein Aufruf zur Umkehr und zum Gehorsam, der nur mit Gottes Hilfe möglich ist.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 1:6-1:28
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:00] [Musik]
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen zusammen heute Seite 719 und wollen Jesaja 1 weiterlesen und verstehen. Bevor wir das tun, beten wir immer gemeinsam:
[0:45] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dich bitten, dass du uns heute Verständnis schenkst für dein Wort. Hilf uns, dass wir die Botschaften auch ganz persönlich nehmen, die Jesaja an das Volk Israel und Juda geschrieben hat. Hilf uns, dass wir uns diese Sachen selber auch immer vor Augen halten, diese wichtigen Verse, die um Vergebung und Bekehrung gehen. Dafür danke ich dir. Amen.
[1:15] Wir beginnen in Jesaja 1, Vers 6: „Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm, sondern klaffende Wunden und Striemen und frische Verletzungen, die nicht ausgedrückt, noch verbunden, noch mit Öl gelindert werden. Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt. Fremde fressen euer Land vor euren Augen, und es ist verwüstet wie von Fremden verheert.“
[1:49] Jesaja gibt hier diese Prophezeiung der Zerstörung, die, wie ich gestern erwähnt hatte, noch einige Jahrzehnte in der Zukunft liegt. Und er begründet es damit, dass keine Maßregelung, keine Erziehung mehr am Volk etwas ausgerichtet hat. Und Gott weiß hier keinen anderen Ausweg, als dieses letzte Szenario anzudrohen, dass hier Feinde kommen werden, die das ganze Land zerstören und das Volk nahezu ausrotten oder entführen werden.
[2:29] Ob Jesaja gewusst hat, dass es die Babylonier sein werden, das können wir nicht ganz genau sagen, denn zu dieser Zeit Jesajas waren noch die Assyrer die Großmacht. Und es hätten genauso gut die grausamen Assyrer – ein Volk, das keine Gnade mit seinen Feinden kannte – sein können. Dass es nachher die Babylonier geworden sind, das ist auch nicht weniger schlimm gewesen, aber ja, das ist so, wie es die Geschichte nachher geschrieben hat.
[3:02] „Und die Tochter Zion ist übrig geblieben wie eine Hütte im Weinberg, wie ein Wachhäuschen im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. Hätte uns der Herr der Heerscharen nicht einen geringen Überrest übrig gelassen, so wären wir wie Sodom und gleich wie Gomorrha geworden.“
[3:19] Ja, Jesaja vergleicht hier das Volk und den Untergang des Volkes mit der Vernichtung von Sodom und Gomorrha. Es haben die gleichen Zustände geherrscht im Volk Gottes wie damals in diesen beiden Städten. Und Gott hat bewusst einen kleinen Überrest gelassen, der ja dann den Grundstock dafür gebildet hat, dass ein neues Volk Gottes noch mal von vorne anfangen kann. Gott hat dieses Vorgehen mehrmals in der Bibel verfolgt. Wir sehen das genauso bei der Sintflut und der Familie von Noah. Eine Familie hat die globale Katastrophe überlebt und hat dann einen Neustart für die Menschheit möglich gemacht.
[4:12] „Hört das Wort des Herrn, ihr Fürsten von Sodom! Nehmt zu Ohren das Gesetz unseres Gottes, du Volk von Gomorrha!“ Und mit dieser Ansprache ist nicht etwa Sodom und Gomorrha gemeint, denn die waren zu dieser Zeit schon längst nicht mehr auf dieser Erde. Es ist tatsächlich das Volk Israel gemeint, die hier als Volk von Sodom und Gomorrha adressiert werden.
[4:33] „Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?, spricht der Herr. Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber überdrüssig, und am Blut der Jungtiere, Lämmer und Böcke habe ich keinen Gefallen.“ Gott verurteilt den formalen Gottesdienst.
[4:52] Gott sagt: „Ihr habt zwar die Opfer gebracht, ihr habt ja die Tiere geopfert und habt Gottesdienst gefeiert, aber dieser Gottesdienst war tot, er hatte keinen Inhalt. Euer Herz war nicht dabei. Es war einfach nur ein Verfolgen von Traditionen und Riten.“
[5:12] „Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen, wer verlangt dies von euch, dass ihr meine Vorhöfe zertretet?“
[5:22] Ja, diese Vorhöfe, die finden wir auch in Offenbarung 11. Dort wird auch der Vorhof zertreten. Und diese Parallele ist sehr interessant, denn die richtigen Opfer, die – das Opfer, was im Vorhof gebracht wurde – ist natürlich das Brandopfer. Und das Brandopfer, worauf alle Brandopfer hingedeutet haben, ist Jesus. Und indem das Verständnis des Opfers in Vergessenheit geraten ist oder überlagert wurde von falschen Ideen über die Opferung, so ist auch dann die Idee auf einen kommenden Erlöser immer mehr, ja, verfälscht worden.
[6:11] Und Gott sagt: „Ihr habt überhaupt nicht mehr verstanden, worum, worauf es beim Opfern ankam und worum es eigentlich ging. Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumond und Sabbat, Versammlungen, das Halten von Festen, verbunden mit Festgedränge, ertrage ich nicht.“ So Gottes ist dieser ganzen formalen Gottesdienste, die nicht von Herzen kommen, wirklich überdrüssig.
[6:36] „Eure Neumonde und Festzeiten hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, also betet, verhülle ich mein Gesicht.“
[6:57] „Verhülle ich meine Augen für euch“, heißt es, „und wenn ihr auch noch so viel betet, höre ich doch nicht, denn eure Hände sind voll Blut.“
[7:04] Also er sagt hier: „Betet an und naht euch dem Heiligen Israels, aber ihr naht mit blutigen Händen, ihr habt Schuld an euren Händen. Wie könnt ihr zu Gott kommen mit schuld beladenen Händen, wo ihr doch gar keine Vergebung haben wollt?“
[7:23] Aber Gott sagt: „Wascht, reinigt das Böse, das ihr getan habt, von meinen Augen hinweg! Hört auf, Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Trachtet nach dem Recht! Helft dem Bedrückten! Schafft der Waise Recht! Führt den Rechtsstreit für die Witwe!“
[7:41] Also, Gott fordert sein Volk auf, dass sie umkehren, dass sie sich waschen, reinigen, dass sie lernen, dass sie wirklich noch mal von vorn anfangen. Gott hätte diesen Schritt so gerne gemacht.
[7:54] „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten!, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee. Wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden.“
[8:08] Dieser Vers zeigt denn so wunderbar auf, so wunderbare Weise, was Gott für Macht hat, dass er unsere Sünden, die so rot sind, ja, so wegwaschen kann, dass wir danach so weiß sind wie Wolle oder wie Schnee. Und diese Vergebung ist eine Neuschöpfung. Sie bewirkt in uns etwas Neues. Wir bekommen ein neues Herz, wir sind ein neuer Mensch. Und die Vergebung ist nicht einfach nur ein Wegwischen der Vergangenheit, nein, es ist auch eine komplette Neuveränderung, ein Neustart, damit die Zukunft eine bessere wird.
[8:48] „Seid ihr willig und gehorsam, so sollt ihr das Gute des Landes essen. Wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, so sollt ihr vom Schwert gefressen werden.“ Ja, der Mund des Herrn hat es gesprochen.
[9:06] Das heißt, wir können nicht aus eigener Kraft gehorsam sein, wir brauchen Gottes Hilfe dazu. Die Israeliten hätten Gottes Hilfe in Anspruch nehmen können.
[9:17] „Wie ist die treue Stadt – ihr meint Jerusalem – zur Hure geworden? Sie war voll Recht, Gerechtigkeit wohnte in ihr, nun aber Mörder. Dein Silber ist zu Schlacke geworden, dein edler Wein ist mit Wasser verfälscht. Deine Fürsten sind widerspenstig und Diebesgesellen. Sie alle lieben Bestechung und jagen nach Geschenken. Der Waise schaffen sie nicht Recht, und die Sache der Witwe kommt nicht vor sie.“
[9:43] „Darum spricht der Herr der Heerscharen, der Mächtige Israels: 'Wehe! Ich will mir Genugtuung verschaffen von meinen Feinden und mich rächen an meinen Widersachern. Und ich will meine Hand gegen dich wenden und deine Schlacken ausschmelzen wie mit Laugensalz und all dein Blei wegschaffen.'“
[10:08] Also, Gott beschreibt hier den Zustand von Jerusalem, die ja eine mächtige und tolle Stadt war. David hatte diese Stadt erobert, es stand der Tempel dort, es war das Zentrum der Nation, es war das Zentrum der Anbetung. Aber nun war es das Zentrum des Götzendienstes. Und Gott sagt: „Ich muss euch, ja, ich muss die Schlacken entfernen, ich muss euch reinigen, euch mit Laugensalz waschen. Und ich werde deine Richter wieder machen, wie sie ursprünglich waren, und deine Ratsherren wieder wie am Anfang. Danach wird man dich nennen: 'Die Stadt der Gerechtigkeit, die treue Stadt.'“
[10:56] Gott verheißt hier schon die Zukunft. Gott sagt: „Ich werde Gericht bringen, aber ich werde auch wieder alles herstellen.“ Und so ist es ja auch im Großen: Gott sagt: „Ich muss diese Erde vernichten, aber nach der Zeit des Gerichtes, nach den 1000 Jahren, werde ich eine neue Erde schaffen.“ „Zion wird durch Recht erlöst werden und seine Bekehrten durch Gerechtigkeit. Aber der Zusammenbruch trifft die Übertreter und Sünder alle miteinander, und die den Herrn verlassen, kommen um.“
[11:29] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Herr, ich möchte dich bitten, dass du unsere Herzen bewahrst und auf den Tag der Wiederkunft, dass nicht wir verloren gehen, weil wir von dir abgewichen sind, weil wir untreu geworden sind. Gib, dass wir bei dir bleiben und dass wir dein Gesetz hochhalten. In deinem Namen. Amen.
[11:50] [Musik]
Lizenz
Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.