In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp Jesaja 23:12-24:16. Sie beginnt mit der Prophezeiung über den Fall der Handelsmacht Tyrus und zeigt Parallelen zu biblischen Endzeit-Weissagungen auf. Der Übergang zur „Apokalypse des Jesaja“ in Kapitel 24 offenbart Gottes umfassendes Gericht über die Erde aufgrund des Bruchs seines Bundes, doch inmitten der Zerstörung bleibt die Hoffnung auf einen treuen Überrest. Eine eindringliche Botschaft, die uns zur Entscheidung für Gottes Plan aufruft.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 23:12-24:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
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Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir lesen heute zu Jesaja 23, Vers 12 bis 24, Vers 16. Lasst uns gemeinsam beten.
Lieber Vater im Himmel, hab Dank für dieses wunderbare Buch Jesaja, das uns immer wieder lehrt, was dein Plan ist und dass du deinen Plan ausgeführt hast. Lass uns heute verstehen, was dein Plan für das Volk Israel war und sein wird, und wir dürfen wissen, dass auch wir Teil dieses Plans sind und sein werden. Amen.
Wir beginnen in Vers 12 von Kapitel 23, und wir erinnern uns, wir waren gestern in der Vorhersage über den Fall von Tyrus. Tyrus, eine Handelsmacht, eine heidnische Macht. Und hier heißt es: "Und er hat gesagt: Du sollst dich künftig nicht mehr freuen, du geschändete Jungfrau, Tochter Sidon, nachdem das ist Zypern. Mache dich auf, fahre hinüber! Auch dort wird man dir keine Ruhe lassen." Also, wohin es auch geht, Tyrus, Sidon, die haben kein Ruheort. "Siehe, das Land der Chaldäer! Dieses Volk, das nicht war, Assur hat es den Wüstenbewohnern zugewiesen. Sie haben ihre Belagerungstürme errichtet, seine Paläste bloßgelegt, es zu Trümmerhaufen gemacht."
Die Babylonier kamen ja und haben die Assyrer besiegt, und sie haben Tyrus und Sidon vor allem besiegt und haben sie ja belagert und ihnen alles genommen. Und diese Chaldäer, die dann noch so ein kleines Volk in der Wüste sind, recht unbedeutend, die werden, sagt Jesaja, eines Tages euch überlaufen. "Jammert, ihr Tarsis-Schiffen! Eure Zuflucht ist zerstört." Damit sind natürlich die Tarsis-Schiffe, die Handelsschiffe, die Häfen gemeint, in denen sie nicht mehr anlegen können. Sie schwimmen verirrt auf dem Meer.
"Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird Tyrus für 70 Jahre in Vergessenheit geraten, solange ein König regieren kann. Am Ende von 70 Jahren wird es Tyrus ergehen, wie es in dem Lied von der Hure heißt: Nimm die Laute, zieh in der Stadt herum, du vergessene Hure! Spiele gut, singe Lied auf Lied, dass man wieder an dich denkt."
Diese letzten Verse, die erinnern uns an einen ähnlichen Zusammenhang, von dem wir in der Offenbarung reden. Denn auch dort spricht es von einem Tier, das eine tödliche Wunde bekommt, in Vergessenheit gerät und wieder aus der Vergessenheit aufstehen wird. Und das hier ist natürlich Babylon, das natürlich mit dem Tier aus Offenbarung eins zu eins zusammenhängt. Ist natürlich ein Typus darauf, dass diese Lieder die Hure wieder ins Gedächtnis der Menschen zurückführen, und diese tödliche Wunde wieder geheilt wird.
"Denn es wird geschehen am Ende der 70 Jahre, da wird der Herr Tyrus heimsuchen, und sie wird wieder zu ihrem Hurenlohn kommen und wird mit allen Königreichen der Erde, die auf der Erde ansässig sind, Hurerei treiben." Und das hat sich natürlich erfüllt mit Babylon im geistlichen Sinne, so wie wir es in Offenbarung 17 lesen können. Und diese Prophezeiung ist die Prophezeiung auf Babylon und ihre Irrlehren.
"Aber ihr Erwerb und Hurenlohn wird dem Herrn geweiht werden. Er wird nicht gesammelt noch aufgespeichert, sondern ihr Erwerb wird für die sein, die vor dem Angesicht des Herrn wohnen, damit sie essen bis zur Sättigung und stattlich bekleidet sind."
Nun, dieser letzte Vers von diesem Kapitel, der ist gar nicht so einfach einzuordnen, weil wir keine Aufzeichnungen von den Königen von Tyrus haben. Es ist uns nichts überliefert über die Chronologie irgendwelcher Könige. Und so können wir vielleicht nur mutmaßen, was damit gemeint ist. Auf jeden Fall können wir sagen, dass hier an dieser Stelle die Fremdvölkersprüche und die Weissagung über die heidnischen Völker enden, und es beginnt mit Kapitel 24 ein neuer Abschnitt, den man auch die Apokalypse des Jesaja nennt, der so ungefähr bis Kapitel 27 geht.
"Siehe, der Herr wird das Land entvölkern und verwüsten. Er wird sein Gesicht entstellen und seine Bewohner zerstreuen. Dann wird der Priester sein wie das Volk, der Herr wie sein Knecht, die Frau wie die Magd, der Verkäufer wie der Käufer, der Verleiher wie der, der borgt, der Gläubiger wie der Schuldner." Wir können sehen, es wird keine Unterschiede mehr in der Gesellschaft geben. Es wird alles gleich sein, wenn das Volk verwüstet und entvölkert wird. Also, alle sitzen im selben Boot, alle verlieren alles, und es geht nicht mehr darum, dass man viel hat oder wer man ist. Das wird alles unwichtig werden, weil es ums nackte Überleben geht.
"Das Land wird gänzlich entvölkert und ausgeplündert werden. Ja, der Herr hat dieses Wort gesprochen. Es trauert und welkt das Land, der Erdkreis verspottet und verwelkt. Es verschmähen die Hohen des Volkes im Land." Und die Begründung kommt jetzt: "Denn das Land liegt entweiht unter ihren Bewohnern, denn sie haben die Gesetze übertreten, die Satzung abgeändert, den ewigen Bund gebrochen." Gott sagt: "Ihr habt meinen Geboten nicht gehorcht", und ich habe es euch vorher gesagt. In 5. Mose steht es schwarz auf weiß: "Wenn ihr mir nicht folgt, wird es euch so und so ergehen." Und genau so ist es gekommen.
"Darum hat der Fluch das Land verzehrt, und die darin wohnen, müssen es büßen. Darum sind die Bewohner des Landes von der Glut verzehrt, und nur wenige Menschen sind übrig geblieben." Wieder diese Idee des Jesaja, die durch das ganze Buch sich durchzieht: der Übriggebliebene, einer der wichtigsten Aspekte im Buch Jesaja, die Gerechten, die übrig bleiben.
"Der Most trauert, der Weinstock verspottet. Es seufzen alle, die sich von Herzen gefreut hatten. Der Jubel der Paukenschläge ist vorbei, das Geschrei der Frohlockenden ist verstummt, und die Freude des lauten Spiels hat ein Ende. Man singt nicht mehr beim Weintrinken. Wer noch Wein zu sich nimmt, dem schmeckt es bitter." Also, alle Freude, alles Feiern, alle Ausgelassenheit ist völlig gewichen durch das Gericht über das Volk Gottes. "Die Feste der Stadt ist zerstört, jedes Haus ist verschlossen, sodass niemand hineinkommt. Man klagt um den Wein auf den Gassen. Alle Freude ist untergegangen, alle Wonne des Landes dahin. Nur Verwüstung bleibt in der Stadt zurück, und das Tor wurde in Trümmer geschlagen."
"Ja, so wird es geschehen im Land und unter den Leuten, wie wenn man Oliven abklopft oder wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte zu Ende ist." Also, Jesaja gebraucht hier dieses Bild der Ernte, und es wird die Bibel kennt dieses Schütteln, ja, auch das die Sichtung beschreibt, dass alle, die ihr Haus geschüttelt werden, gehen verloren, und nur das, was noch übrig bleibt am Weinstock oder Ölbaum, das sind die Übrigen, das sind die Gerechten. Aber der größte Teil geht verloren.
"Jene übrig gebliebenen aber werden ihre Stimme heben und frohlocken. Sie jubeln auf dem Meer über die Majestät des Herrn. Darum rühmt den Herrn in den Ländern des Sonnenaufgangs, preist den Namen des Herrn, des Gottes Israels, auf den Inseln des Meeres." Die Inseln des Meeres sind ein Ausdruck dafür für die weit entlegenen Winkel auf der Erde. Denkt vielleicht an irgendwelche Inseln im Südpazifik oder in solche Gebiete, ja, wo wir gar nicht davon ausgehen, dass dort Menschen wohnen können. Aber Gott wird von überall her sein Volk rufen. Überall gibt es Erlöste, die hören Lobgesänge vom Ende der Erde: "Herrlichkeit dem Gerechten!"
"Ich habe, sprach ich, vergehe, ich vergehe! Wehe mir! Räuber rauben, der räuberisch rauben, die Räuber!" Jesaja leidet hier wieder mit seinem Volk und muss ihnen diese schreckliche Botschaft bringen. Auch wir wissen, dass es ein Gericht geben wird, eine Apokalypse geben wird, die kommt. Gott hat es vorher gesagt, und wir können uns entscheiden, auf welcher Seite wir stehen, so wie es in 5. Mose hieß, ob wir Gottes Satzung und Gebote halten oder brechen wollen. Und es entscheidet darüber, ob wir unter den Übrigen sind oder unter denen, die verloren gehen.
Lasst uns beten. Lieber Jesus, möchte ich bitten, dass du unsere Herzen bewahrst, damit wir dich im Herzen tragen, denn die Gebote im Herzen tragen, dass wir jeden Tag von dir lernen und dafür Herzen wirklich bekehrt sind, damit wir eines Tages mit dir im Himmel leben können. Herr, lass uns unter den Übrigen sein und lass uns wirken für andere, damit auch andere unter den Übrigen sein werden. Amen.
[Musik]
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