Rabea Kramp führt durch Jesaja 27 und 28, wo Gottes Gericht über Israel und Juda, insbesondere die geistliche Trunkenheit der Führer Ephraims, thematisiert wird. Sie beleuchtet, wie Gott eine einfache, kinderleichte Botschaft für die Unmündigen bereithält, während die weisen Führer sie ablehnen. Die Predigt kulminiert in der Bedeutung Jesu als dem kostbaren Eckstein, der allen, die glauben, Ruhe und Erlösung schenkt.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 27:11-28:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
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Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“. Wir lesen heute zusammen die Seite 741. Ich verspreche euch, es wird eine unglaublich spannende Seite. Wir beenden Kapitel 27 und 28.
Und lasst uns gemeinsam dafür beten: Lieber Herr Jesus, dein Wort ist klar und wir dürfen es verstehen. Du hast es so einfach gemacht, dass auch Kinder dein Wort verstehen können. Und umso mehr wir Erwachsenen. Hilf uns, dass wir heute tief in dein Wort eintauchen können und tiefe und schöne Wahrheiten heraus erkennen dürfen. Amen.
Wir beginnen in Vers 11 von Kapitel 27 und Vers 11 knüpft hier nochmal ganz besonders an den vorherigen Versen und von der gestrigen Andacht: „Wenn deren Zweige vertrocknen, werden sie abgebrochen. Frauen kommen und zünden sie an. Denn es ist ein unverständiges Volk, darum erbarmt sich der nicht über sie, welcher sie gemacht hat, und der sie gebildet hat, wird sie nicht begnadigen.“
„Und es wird geschehen an jenem Tag“ – das ist gemeint hier nach dem Exil, beziehungsweise wir können es auch deuten auf das Ende der Welt – „sei, dass der Herr ein Dreschen veranstalten wird von den Fluten des Euphratstromes an bis zum Bach Ägypten, und ihr sollt gesammelt werden, ihr Kinder Israel, eins ums andere.“ Die Bibel beschreibt eine große Sammelbewegung. Wir wissen, dass es das gab nach dem Exil, dass viele zurückgegangen sind, längst nicht alle, aber viele. Und wir wissen auch, dass am Ende der Welt eine große Sammelbewegung von Gottes Volk stattfinden wird, die 144.000.
„Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird das große Schofarhorn geblasen werden. Da werden heimkommen die Verlorenen aus dem Land Assyrien – das waren die Israeliten – und die Vertriebenen aus dem Land Ägypten, und sie werden den Herrn anbeten auf dem heiligen Berg in Jerusalem.“ Und wieder haben wir die Idee, die uns schon so manches Mal in Jesaja begegnet ist, vor allem ganz prominent in Jesaja 2, diese große Sammlungsbewegung, die sich findet und kulminiert auf dem Berg Zion, wo alle Heiden, die gläubig geworden sind, auch das Volk Gottes, dorthin zukommen werden, um anzubeten.
So, Kapitel 28 ist eine warnende Weissagung über Israel und Juda, und das werden wir auch gleich sehen. „Wehe der stolzen Krone der Trunkenen Ephraims, der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal der vom Wein Überwältigten!“ Hier sehen wir, dass die Israeliten im Nordreich, in Samaria, die ja viele Weinberge und Ackerflächen hatten, buchstäblich und geistlich betrunken sind vom Wein.
„Siehe, der Herr hat einen starken und gewaltigen“ – das sind die Assyrer – „bereit, wie ein Hagelwetter, für einen Verderben bringenden Sturm, wie ein Wolkenbruch mit mächtiger Wasserflut. Er wirft sie zu Boden mit Macht.“ Dieses Hagelwetter, das ist ein Symbol für eine militärische Invasion, was ja die Assyrer gemacht haben. „Mit Füßen wird zertreten die stolze Krone der Trunkenen Ephraims.“ Die Krone, das ist ein Symbol für das Königtum, das am Boden liegen wird. Ja, die Könige werden gestürzt von den Assyrern.
„Und der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal wird es ergehen wie einer Frühfeige vor der Obsternte: Wer sie erblickt, der verschlingt sie, sobald er sie in der Hand hält.“ Dazu muss man wissen, es gab in Israel, gibt es sehr viele Feigenbäume. Und es gibt die sogenannten Frühfeigen, die schon im Juni anfangen, reif zu werden. Die noch sehr klein sind, aber die man schon essen kann, die sind schon genießbar. Und manchmal wollte man nicht warten bis zum August, September, wenn dann wirklich Feigenernte ist, sondern man hat schon diese kleinen grünen Frühfeigen gegessen. Und so sagt Gott, wird es dem Volk Israel im Nordreich ergehen. Ja, bevor sie überhaupt reif werden, werden sie schon verschlungen.
„An jenem Tag wird der Herr der Heerscharen für den Überrest seines Volkes eine herrliche Krone, ein prächtiger Kranz sein.“ Und dieser Vers gibt uns so eine kleine Indikation dafür, dass es auch im Nordreich Übrige gab, die Gott als ihren Herrscher und ihre Krone anerkannt haben. Und das ist natürlich der Kontrast zu Vers 3, zu der Krone, die niedergetreten wird.
Es heißt weiter: „Und für den, der zu Gericht sitzt, ein Geist des Rechts und eine Stärke denen, die den Angriff vom Tor abwehren.“ Hier haben wir die Idee eines Richters und einer militärischen Verteidigung, eines Generals, einer Armee. Und das sind die Aufgaben des Königs gewesen, ein Richter zu sein und ein militärischer Führer zu sein. Und so wird Jesus sein.
„Aber auch diese taumeln.“ Und mit diesen sind die Israeliten im Südreich gemeint, das Reich Juda. „Auch diese taumeln vom Wein und schwanken vom Rauschtrank. Priester und Prophet sind vom Rauschtrank berauscht, vom Wein benebelt. Sie taumeln vom Rauschtrank, sie sehen nicht mehr klar, urteilen unsicher.“ Hier müssen wir ein bisschen verweilen und versuchen zu verstehen, was das bedeutet. Die Priester, die Propheten, das heißt die geistlichen Führer des Volkes, sind hier betrunken, sowohl im buchstäblichen Sinne als auch im geistlichen.
Und es heißt weiter: „Ja, alle Tische sind besudelt mit Erbrochenem und Kot bis auf den letzten Platz.“ Was für eine plastische Beschreibung dieses furchtbaren Szenarios. Und Gott sagt: „Ja, wen kann ich denn noch gebrauchen?“, sagt nämlich in Vers 9: „Wen soll ich Erkenntnis beibringen? Wem soll ich die Botschaft erläutern? Denen, die von der Milch entwöhnt, von den Brüsten abgesetzt sind?“ Die Priester, die Propheten, die waren im Volk diejenigen, die dem Volk Gottes Gott erklärt haben. Ja, die die Sprachrohre Gottes, die Vermittler. Und die sind alle betrunken, buchstäblich und geistlich gesehen. Und Gott kann nichts mehr mit ihnen anfangen. Er hat sozusagen sein Sprachrohr verloren zu seinem Volk. Und Gott sagt: „Wem kann ich denn jetzt noch meine Botschaft erklären?“
Und vielleicht steht in euren Übersetzungen auch ein Fragezeichen. Streicht dieses Fragezeichen durch, weil im Hebräischen stehen diese Satzzeichen nicht. Das haben die Bibelübersetzer sich so vielleicht gedacht. Aber es ist eine Aussage: „Denen, die von der Milch entwöhnt sind, von den Brüsten abgesetzt.“ Das heißt, in anderen Worten, den Kindern. Den Kindern kann ich noch meine Botschaft erklären, sagt Gott.
Und im nächsten Vers heißt es: „Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig.“ Und man muss sagen, dass dieser Vers und dieser Abschnitt in der Bibel vielleicht einer der am wenigsten verstandenen Abschnitte in der Bibel ist, obwohl er unbedingt der am besten zu verstehende Abschnitt sein sollte. Vielleicht steht in eurer Bibelübersetzung auch am Anfang von Vers 10 „Weil sie sagen“. Das könnt ihr auch wieder streichen, das ist auch im Hebräischen nicht indiziert. Im Hebräischen steht ja einfach nur „Denn“. Ja, also wir haben ja in Vers 9: Gott kann es den Kindern erklären, gerade den Unmündigen. „Denn Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift“ und so weiter. Das ist wie ein kleines, wie eine ganz einfache Botschaft. „Zav laZav, Kav laKav, Zav laZav, Kav laKav“ heißt es im Hebräischen. „Zav“ heißt Befehl und „Kav“ heißt Schnur, Messschnur. Und wir können das vielleicht vergleichen mit einem einfachen Kinderlied, was hier in der Bibel steht, ohne Melodie, aber als ein Merksatz, den Gott hineingeschrieben hat. Wir können an dieser Stelle auch das Lied einführen. Die so gut, gerade so gut eine denkbar einfache Botschaft, die Gott hier seinem Volk geben will, die Kinder leicht zu verstehen ist, die Kinder verstehen können, weil die ganzen Führer des Volkes nicht mehr zurechnungsfähig sind, total besoffen und nicht mehr zu gebrauchen. Und so gibt Gott eine ganz, ganz einfache Botschaft den Unmündigen, den Kindern. Mit denen kann er noch arbeiten, mit der nächsten Generation. Bei denen kann man noch was ausrichten.
Das heißt weiter: „So wird auch er zu diesem Volk durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache reden.“ Und sie hätten es in einfacher Sprache haben können, nämlich „Zav laZav, Kav laKav“. Aber jetzt kommen die Invasoren, die Babylonier, und die haben natürlich Babylonisch gesprochen, Chaldäisch, eine ganz komische Sprache, eine komplizierte Sprache mit ganz vielen verschiedenen Schriftzeichen und Keilen und nicht zu verstehen. „Er dazu ihnen gesagt hatte: ‚Das ist die Ruhe, erquickt den Müden, und das ist die Erquickung!‘ Aber sie wollten nicht hören.“
Und ich möchte an dieser Stelle mit euch ein, zwei Verse im Neuen Testament lesen, damit wir das noch besser verstehen, was Gott hier durch Jesaja sagen will, in einem Kapitel, was ihr gut kennt, Matthäus 11. Dort heißt es in Vers 25: „Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: ‚Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.‘“ Das, die Unmündigen, das sind die Kinder. Gott hat eine Botschaft den Klugen und Weisen verborgen, aber die Kinder, die können sie verstehen. Und Vers 27 heißt es: „Alles ist von meinem Vater mir überliefert worden. Niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will.“ Wem will Jesus die Botschaft offenbaren? Denen, die es werden wollen, den Unmündigen, den Kindern der nächsten Generation. Und es spricht hier ja auch in Vers 12 von der Ruhe, davon, dass Gott die Müden erquicken will. Und das lesen wir im nächsten Vers in Kapitel 11 von Matthäus: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken.“ Also diese beiden Stellen hängen ganz eng zusammen.
„Und so soll auch ihnen das Wort des Herrn werden: ‚Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig‘, damit sie hingehen und rückwärtsgewandt hinstürzten, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden.“ Das Volk Gottes soll durch diesen einfachen Vers, durch diesen „Zav laZav, Kav laKav“ und so weiter, soll es ja angestoßen werden. Es ist ein Anstoß für sie, weil sie den, auf den es hinweist, nicht annehmen, nämlich Gott und Jesus in all der Einfachheit. Stolpern sie über die Botschaft und stoßen sich daran. Und sie haben damit alles verwirkt, haben ihre Erlösung verwirkt, weil sie die einfache Botschaft nicht für sich angenommen haben und auch nicht weitertragen wollten an die umliegenden Heiden.
„Darum hört das Wort des Herrn, ihr Spötter, die ihr über dieses Volk herrscht, das in Jerusalem ist, und sprecht: ‚Wir haben einen Bund mit dem Tod beschlossen und einen Vertrag mit dem Totenreich gemacht. Wenn die überschwemmende Flut herkommt, soll sie nicht zu uns gelangen, denn wir haben Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in Betrug uns geborgen.‘“
„Darum, so spricht Gott, der Herr: ‚Siehe, ich lege in Zion einen Stein, einen bewährten Stein, einen Stein der Bewährung, einen kostbaren Eckstein, der aufs Beste gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.‘“ Und dieser Vers ist natürlich sehr prominent und weist auf Jesus als den Eckstein hin. Der Eckstein für den Tempel. Gott baut seinen Tempel der Erlösten, und er selber ist der Eckstein. Und alle, die diesen Eckstein verwerfen, werden nicht Teil dieser Erlösung und des Tempels sein. Aber alle, die die einfache Botschaft „Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung“ annehmen, die werden mit Jesus im Himmel sein.
Lasst uns diese Abschnitte, dieses Kapitel, noch besser studieren, um es noch besser zu verstehen, damit wir nicht werden wie die, die vom Rauschtrank berauscht, betrunken sind. Lasst uns beten: Lieber Herr Jesus, hab Dank, dass dein Wort so klar ist. Und hab Dank, dass du Kinder lehren kannst, dein Wort zu verstehen. Was du schon mal in der Wüstenwanderung getan hast, wo du eine neue Generation erweckt hast, die du gelehrt hast, die dann das Land Kanaan eingenommen haben. Herr, du kannst es auch wieder tun vor der Wiederkunft, dass eine neue Generation gelehrt wird von dir, die dein Wort in die Welt tragen, damit du bald wiederkommen kannst. In deinem Namen danken wir und bitten wir dies.
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