In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Kapitel 4 und 5 des Buches Jesaja. Sie spricht über die Verheißungen der Wiederherstellung Zions und den Schutz Gottes für sein Volk, der im Kontrast zu den vorhergehenden Gerichten steht. Der Hauptteil widmet sich dem Gleichnis vom Weinberg, das Gottes Enttäuschung über Israels Ungehorsam und mangelnde Erkenntnis darstellt. Die Botschaft mündet in einen Aufruf zur Umkehr und zum Gehorsam gegenüber Gottes Wort.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 4:2-5:14
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir lesen heute zusammen die Seite 722, lesen das Ende von Kapitel 4 aus dem Buch Jesaja und beginnen Kapitel 5. Davor beten wir gemeinsam: Jesus, wir haben eine Hoffnung, eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die du verheißen hast und die wir jeden Tag vor Augen haben sollten, damit wir wissen, dass alles gut werden wird. Pflanz du diese Hoffnung ganz tief in unser Herz und wenn wir heute davon lesen, hilf uns, dass wir uns danach sehnen. In deinem Namen. Amen.
[1:13] Wir beginnen in Vers 2 von Kapitel 4: „An jenem Tag wird der Spross des HERRN schön und herrlich sein und die Frucht des Landes wird der Stolz und der Schmuck für die Entkommenen Israels sein.“ Wir haben hier den kompletten Kontrast zu Kapitel 3. Kapitel 3 war das Gericht und dort sprach er über die stolzen Frauen, die voll Schmuck waren und denen alles genommen werden würde. Hier spricht Gott über die Übrigen, über die, die auf dem Berg Zion Rettung erlangt haben und über den Spross, der daraus hervorgekommen ist. Und interessanterweise bezieht sich Jesaja hier auch auf Schmuck und Stolz, aber in einem positiven Kontext. Er sagt: „Und die Frucht des Landes wird der Stolz und der Schmuck für die Entkommenen Israels sein.“ Das heißt, das Volk wird sich nicht schmücken mit Armreifen und Bändchen und Fußketten, sondern das, was aus dem Land hervorgeht, das wird der Schmuck sein, die Frucht wird der Schmuck sein.
[2:30] „Und es wird geschehen: Jeder Übriggebliebene in Zion und jeder Übriggelassene in Jerusalem wird heilig genannt werden, jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem. Ja, wenn der HERR den Schmutz der Töchter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus seiner Mitte hinweggetan hat durch den Geist des Gerichts und den Geist der Vertilgung, dann wird der HERR über der ganzen Wohnung des Berges Zion und über seinen Versammlungen bei Tag eine Wolke und Rauch schaffen und den Glanz einer Feuerflamme bei Nacht. Denn über der ganzen Herrlichkeit wird ein Schutzdach sein und eine Laubhütte, die zum Schatten ihm vor der Hitze bei Tag sein und so Zuflucht und zum Schirm vor Unwetter und Regen.“
[3:22] Wenn ihr genau hingehört habt, dann habt ihr gemerkt, dass Jesaja sich hier bezieht auf einen Sachverhalt, den wir aus den Büchern Mose kennen, nämlich eine Wolken- und Feuersäule. Und Gott sagt, es wird eines Tages so sein wie damals in der Wüstenwanderung, dass Gott sein Volk führen wird durch eine Wolken- und Feuersäule. Und es wird ein Schutzdach sein. Im Hebräischen ist hier das Wort für ein Brautdach, für einen Brautbaldachin verwendet. Und wir wissen ja, dass das Volk Gottes auch eine Braut ist, für ihren Mann geschmückte Braut. Und damit ist auch Zion gemeint. Ja, Gott muss allerdings zuerst das Volk in ein Gericht bringen, so wie es in Vers 4 hieß: Die Reinigung ist nötig, damit alles ausgetilgt wird, damit das Volk ganz reingewaschen wird.
[4:20] Die Übrigen, die sich auf dem Berg Zion, das heißt in Jerusalem, in Rettung gebracht haben, die waren sicher. Und natürlich ist diese Geschichte auch ein Typus auf die Endzeit. Aber zurzeit Jesajas bezog sich das auch auf die Geschichte um Sanherib. Sanherib hat ja seinen Rabschake geschickt, der Gott verhöhnt hat. Und seine Heere konnten Israel einnehmen, aber Zion/Jerusalem konnte er nicht einnehmen. Und alle, die dort waren, die in den Mauern Jerusalems waren, die waren sicher. Und dies ist ein Bild auf die Endzeit.
[5:04] Wir beginnen in Kapitel 5: „Ich will doch singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg. Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel und er grub ihn und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und hieb auch eine Kelter darin aus. Und er hoffte, dass er gute Trauben brächte, aber er trug schlechte.“
[5:31] Dieser Anfang wird in großem Stil in einem anderen Buch zitiert. Jesus bezieht sich auf dieses Kapitel von Jesaja in Matthäus 21. Und Jesus spricht dort zu den Pharisäern und er erklärt ihnen, dass Gott seinen Weinberg gepflanzt hat. Gott hat alles Nötige investiert, damit es ein Weinberg ist, der gute Früchte bringt, aber er trug schlechte.
[6:03] „Nun, ihr Bürger von Jerusalem und ihr Männer von Juda, sprecht Recht zwischen mir und meinem Weinberg! Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, das ich nicht getan habe? Warum hoffte ich, dass er gute Trauben brächte, aber er trug nur schlechte? Nun will ich euch aber verkündigen, was ich mit meinem Weinberg tun will: Ich will seinen Zaun wegschaffen, damit er abgeweidet wird, und die Mauer einreißen, damit er zertreten wird. Ich will ihn liegen lassen, er soll weder beschnitten noch gehackt werden, und Dornen und Disteln sollen ihn überwuchern. Ich will auch den Wolken gebieten, dass sie keinen auf ihn fallen lassen. Denn das Haus Israel ist der Weinberg des HERRN der Heerscharen und die Männer von Juda sind seine Lieblingspflanzung. Und er hoffte auf Rechtsspruch, und siehe da: blutiger Rechtsbruch! Auf Gerechtigkeit, und siehe da: Geschrei über Schlechtigkeit!“
[7:02] Gott sagt: Dieser Weinberg ist das Volk Israel, das Haus Israel. Und es wird vernichtet. Es wird nicht nur vernichtet werden, sondern auch brachliegen. Es wird sich nicht mehr gekümmert um diesen Weinberg. Gott wird diesen Weinberg nicht mit Regen beregnen lassen. Es wird darniederliegen und damit meint er sein eigenes Volk.
[7:27] „Wehe denen, die ein Haus ans andere reihen, Feld zum anderen fügen, bis kein Platz mehr bleibt und ihr allein mitten im Land wohnt!“ Damit meint er hier die Reichen, die sich bereichern, die die immer noch ein neues Haus bauen, die die immer noch sich bereichern und die Armen gleichzeitig immer ärmer machen. „Vor meinen Ohren spricht der HERR der Heerscharen: Fürwahr, viele Häuser sollen öde werden, große und schöne, unbewohnt. Denn zehn Joch Weinberge werden nur ein Bat geben und ein Homer Samen ein Efa. Wehe denen, die sich früh am Morgen aufmachen, um berauschenden Getränken nachzujagen, und die am Abend lange aufbleiben, dass sie der Wein erhitzt! Zither und Harfe, Flöte und Wein gehören zu ihrem Gelage, aber auf das Tun des HERRN schauen sie nicht und das Werk seiner Hände sehen sie nicht. Darum wandert mein Volk in die Gefangenschaft aus Mangel an Erkenntnis. Seine Edlen leiden Hunger und seine Volksmenge verschmachtet vor Durst.“
[8:37] Das Volk hatte keine Erkenntnis. Wir kennen diesen Begriff auch aus dem Buch Hosea, dass das Volk aus Mangel an Erkenntnis... Sie wollten die Erkenntnis nicht. Und wie wir in den Sprüchen studiert haben, steht die Erkenntnis auch für die Erziehung, für die Zucht. Durch die Zucht kommt die Erziehung, die Erkenntnis. Sie haben sich nicht erziehen lassen. „Darum spielt das Totenreich seinen Schlund weit auf und hat seinen Rachen über die Maßen weit aufgerissen und ihre Pracht hinunter und ihre Menge samt all ihrem Getümmel und wer in ihr frohlockt.“
[9:14] Diese Voraussage für das Volk Israel sollte dazu dienen, dass sie umkehren, dass sie sagen: „Nein, so wollen wir nicht enden, wir wollen uns wieder Gott nahen.“ Und leider hat es nicht funktioniert. Gott musste zum äußersten Mittel greifen. Lasst uns dafür beten, dass wir auf Gottes Stimme hören, wenn er uns zur Umkehr ruft. Dir, Herr Jesus, machen wir unsere Herzen weich und lassen zu, dass dein Heiliger Geist zu uns sprechen kann und wir seine Stimme hören und ja, dein Wort befolgen. Herr, mache uns zu gehorsamen Gotteskindern in deinem Namen. Amen.
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