In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die prophetischen Worte aus Jesaja 56-57. Sie thematisiert Gottes Barmherzigkeit gegenüber Fremden und die Verheißungen für jene, die seinen Bund halten. Gleichzeitig wird die geistliche Verirrung und der Götzendienst des Volkes Israel kritisch betrachtet, bevor ein Ausblick auf Gottes unerschütterliche Gerechtigkeit gegeben wird.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 56:3-57:12
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Wir lesen heute zusammen Jesaja 56 zu Ende und beginnen das nächste Kapitel. Und bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir wollen dir danken, dass du unser erlösen willst, aber auch alle anderen Menschen auf der Welt. Du möchtest wirken auf jeder verlassenen Insel und in jedem einzelnen Winkel der Erde. Herr, gib, dass das Evangelium um die Welt geht und dass wir daran mitarbeiten dürfen, dass das geschieht. Amen.
[1:10] Wir sind noch in dem Abschnitt, wo es um die Ermahnungen an das Volk Gottes geht und auch um die Fremdlinge, die sich Gott nahen und denen sich Gott naht. Und so geht es weiter in Vers 4, wo es heißt: „Denn so spricht der Herr: Den Verschiedenen, die meine Sabbat halten und erwähnen, was mir gefällt und an meinem Bund festhalten, denen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter. Ich will ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.“
[1:49] Hier spricht es von den Verschiedenen, das sind die, die gar nicht zu Gottes Volk gehören. Und er sagt: Ich möchte auch mit ihnen einen Bund machen. Und er nennt den Sabbat als Zeichen der Bundeserneuerung. Und wir wissen, dass der Sabbat ein ganz besonderes Zeichen des Bundes Gottes ist und auch noch sein wird. Ihr Name soll nicht ausgerottet werden. Das heißt, ihr Name soll ebenso im Buch des Lebens stehen.
[2:17] Und die Fremdlinge, die sich dem Herrn anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben und um seine Knechte zu sein, und alle, die darauf achten, den Sabbat nicht zu entweihen und die an meinem Bund festhalten, die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie in meinem Bethaus erfreuen. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar. Denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.
[2:48] Gott, der Herr, der die Verstoßenen Israels sammelt, spricht: „Ich will noch mehr zu ihm sammeln.“ Zum einen zu seinen Gesammelten. Also Gott sagt: Ich will nicht nur mein Volk sammeln, sondern auch alle Heiden von der ganzen Welt. Und ich möchte so viele erlösen, wie es nur geht. Und dass es Gottes Anliegen damals gewesen und genau so ist es heute. Gottes Anliegen und Gottes Anliegen in der Zukunft, alle zu erlösen, die auf seine Stimme hören möchten.
[3:15] „Kommt her, alle, ihr Tiere auf dem Feld, um zu fressen! Alle Tiere im Wald! Seine Wächter sind blind, sie wissen alle nichts. Stumme Hunde sind sie, die nicht wählen können. Sie liegen, träumen da, schlafen gerne. Doch sie sind auch gierige Hunde, die nicht wissen, was sie genug haben. Wann sie genug haben? Und sie, die Hirten verstehen nicht aufzupassen. Sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, jeder sieht auf seinen Gewinn ohne Ausnahme. Kommt her, sagen sie, ich will Wein holen, lasst uns Rauschtrank saufen, und morgen soll es gehen wie heute, ja, noch viel großartiger.“
[3:56] Diese paar Verse beschreiben diesen desolaten Zustand der Führer des Volkes Gottes, die völlig abgefallen sind, die in völliger Umnachtung sind, die eigentlich ganz apathisch sind, die nicht mehr wirklich geistlich beurteilen können, geschweige denn das Volk Gottes geistlich führen können. Und wir werden noch in Kapitel 58 sehen diesen Kontrast derer, die nicht auf ihre eigenen Wege achten, sondern auf Gottes Wegen gehen. Und hier wird beschrieben, dass die Führer des Volkes Gottes eben nur auf ihren Gewinn und auf ihren eigenen Weg bedacht sind und sehr egoistisch handeln. Ein großer Missstand im Volk Gottes, der sicherlich nicht nur damals so geschehen ist.
[4:45] Kapitel 57: „Der Gerechte kommt um, und kein Mensch nimmt es zu Herzen. Und treue Männer werden hinweggerafft, ohne dass jemand bemerkt, dass der Gerechte vor dem Unglück hinweg genommen wird. Er geht zum Frieden ein. Sie ruhen auf ihren Lagern, ein jeder, der gerade Wege ging.“
[5:06] Diese beiden Verse sind ein bisschen schwierig zu verstehen auf den ersten Blick, aber sie bilden den Kontrast zum vorhergehenden Text über die Führer und den schlechten Zustand im Volk Gottes. Denn die, die Gott folgen, die werden hier beschrieben als solche, die Gott zur Ruhe legt. Sie werden einfach hinweggenommen, und niemand bemerkt es. Sie gehen zum Frieden ein, die, die gerade Wege gegangen sind. Gott legt seine treuen Kinder zur Ruhe, bevor das große Unheil hier natürlich die Invasion der Assyrer und das Exil eintrifft. Er hat das schon einmal getan, vor der Sintflut wurden auch einige Gläubige zur Ruhe gelegt, bevor die große Katastrophe kam. Und es wird wahrscheinlich wieder so kommen.
[5:57] „Ihr aber kommt hierher, ihr Kinder der Zauberin, Same der Ehebrecher und der…“ Also er spricht hier sein Volk an als welche, die Kultismus betreiben, die schlimme Dinge tun. Aber er sagt auch: Ich möchte euch noch eine Chance geben. „Über wen wollt ihr euch lustig machen? Gegen wen wollt ihr das Maul aufsperren und die Zunge herausstrecken? Seid ihr nicht Kinder des Abfalls, ein falscher Same?“
[6:25] Und das sagt er natürlich über sein Volk vor dem Exil. „Er glüht für die Götzen über jedem grünen Baum, ihr opfert die Kinder in den Bachtälern und der Felsküste.“ Es gab damals diese besonderen Hain, keine sind so kleine Gärten gewesen, und da gab es so kahle Bäume und Altäre, die aufgebaut wurden, und dort hat man tatsächlich geopfert, und nicht nur Tiere, sondern auch Menschen und sogar Kinder. „Bei den glatten Steinen des Bachs ist dein Teil. Sie sind klein. Los, ihnen hast du auch Trankopfer ausgegossen und Speisopfer dargebracht. Sollte ich mich darüber beruhigen?“
[7:05] „Du hast dein Lager auf einem hohen und erhabenen Berg bereitet. Auch dort bist du hinaufgestiegen und hast Schlachtopfer dargebracht.“ Das meint die Höhen, auf denen geopfert wurden. Und Gott sagt: Ich kann das doch nicht einfach mit ansehen. Wie, wie kann ich mich darüber beruhigen? Wie kann ich ruhig bleiben, wenn ich sehen muss, dass mein Volk solche Greuel tut?
[7:26] „Und hinter Türen und Pfosten hast du deinen Andenken gesetzt, denn du hast dich von mir abgewandt. Hast dein Bett aufgedeckt, es bestiegen und breit gemacht und mit ihnen den Los auch ausgehandelt. Beliebt ist es bei ihnen, zu liegen, bis ihrem Wink gefolgt.“ Und hier beschreibt Jesaja diese geistliche Hurerei mit diesem Bild des, der sich auf ihrem Bett ausbreitet.
[7:55] „Du bist mit Öl zum König gezogen und hast reichlich wohlriechende Salben gespendet. Du hast deine Boten in die weiteste Ferne geschickt und dich erniedrigt bis zum Totenreich. Du bist müde geworden von der Menge deiner Wege, hast aber nicht gesagt: Es ist vergeblich. Du hast noch Lebensunterhalt gefunden, darum wurdest du nicht matt.“
[8:15] Also das Volk ist müde, aber nicht matt. Es ist desillusioniert von der eigenen Unzulänglichkeit, aber noch nicht so weit, dass es am Boden liegt und nach Gott schreit. Und Gott sagt: Es muss dann noch eine Weile gehen, bis du wirklich am Boden liegst und nach mehr speist, mit wieder umkehrst.
[8:37] „Vor wem hast du dich so gescheut und gefürchtet, dass du mich verleugnet und an mich nicht mehr gedacht hast und es dir nicht zu Herzen genommen hast? Angst habe ich nicht geschwiegen seit langer Zeit, aber du willst mich doch nicht fürchten.“
[8:51] Ich selbst will jetzt eine Gerechtigkeit bekannt machen, und deine Machtwerke werden dir nichts nützen. Ja, und diese Gerechtigkeit, die Gott aufdecken will, dass es die falsche Gerechtigkeit ist, die menschliche Gerechtigkeit, die in Jesaja 64,5 auch genannt wird als eigene Gerechtigkeit, die aber uns Menschen nichts nützt. Denn wir brauchen die Gerechtigkeit Gottes, die Gerechtigkeit Jesu, weil er gerecht und sündenlos gelebt hat, kann er uns seine Gerechtigkeit geben.
[9:22] Mögen wir diese Gerechtigkeit jeden Tag in Anspruch nehmen und für uns annehmen und rein und ja, vor Gott stehen als die, die Vergebung bekommen haben und die, deren Namen im Buch des Lebens geschrieben stehen. Lasst uns beten.
[9:37] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dich bitten, dass du uns demütig machst, dass wir immer zu dir kommen, wenn wir merken, wir haben uns von dir entfernt und das sonst vergisst und wiederherstellt und wir deine Gerechtigkeit in Anspruch nehmen können.
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