In dieser Andacht beleuchtet Rabea Kramp die Kapitel Jesaja 6:9 bis 7:16. Sie erklärt die düstere Prophezeiung der Zerstörung Israels und Judas, aber auch die Hoffnung auf einen heiligen Überrest. Im Zentrum steht König Ahas, dessen mangelnder Glaube trotz Gottes Angebot eines Zeichens thematisiert wird. Die Botschaft des Immanuel wird sowohl in ihrem unmittelbaren historischen Kontext als auch als messianische Prophezeiung beleuchtet.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 6:9-7:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir lesen heute zusammen Jesaja Kapitel 6 und möchten Kapitel 7 lesen. Und bevor wir das tun, gemeinsam beten. Lieber Herr Jesus, wir bekommen einen Blick durch dein Wort in die Geschichte, in die Heilsgeschichte, in dein Handeln und Wirken mit deinem Volk. Und wenn wir das heute lesen, Herr, lass es uns verstehen und gib, dass wir auch ganz für uns persönlich eine Lehre daraus ziehen können für unser eigenes Leben. Und sprich uns allen durch das, was wir lesen werden, in deinem Namen bitte ich das. Amen.
[1:09] Wir haben gestern Kapitel 6 begonnen und haben von dieser Szene im Heiligtum gelesen, wie der Seraphim Jesaja diese Kohle auf die Zunge gelegt, damit er gereinigt wird. Und Gott sagt, er wird für uns gehen, und Jesaja antwortet: "Hier bin ich, ich will gehen." Und jetzt beginnen wir in Kapitel 6, Vers 9 und lesen, was Gott dem Jesaja antwortet: "Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht! Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und sich nicht bekehrt und geheilt wird."
[2:07] Jesaja soll gehen und die Prophezeiung für das Volk Israel bringen. Und gleichzeitig erfährt er hier, dass das Volk, das Volk Gottes, nicht auf die Weissagungen hören wird. Gott sagt voraus, dass sie die Weissagung und die Prophezeiung deutlich ablehnen werden. Was für eine schwere Aufgabe für Jesaja, dennoch zum Volk zu gehen. Und ich fragte: "Wie lange, Herr?" Er antwortete: "Bis die Städte verwüstet liegen, so dass niemand mehr darin wohnt und die Häuser menschenleer sein werden und das Land in eine Einöde verwandelt ist. Denn der Herr wird die Menschen weit weg führen und die Verödung inmitten des Landes groß sein. Und es bleibt noch ein Zehntel darin, so fällt auch dieses wiederum der Vertilgung anheim. Aber wie die Terebinthe und die Eiche beim Fällen doch noch ihren Wurzelstock behalten, so bleibt ein heiliger Same als Wurzelstock."
[3:13] Gott sagt dem Jesaja hier voraus, dass das Volk vernichtet werden wird. Es wird verschleppt werden, viele werden umgebracht werden. Das Land wird brachliegen, Einöde und Verödung. Ein Zehntel wird übrig bleiben, und selbst davon werden noch viele umkommen. Aber, sagt Gott, sowie ein Baumstumpf immer noch austreiben kann, so wird es mit dem Volk Israel sein. Es wird ein Überrest bleiben. Er wird bis zur Unkenntlichkeit fast vernichtet werden, aber dieser Überrest wird wieder austreiben. Und wenn wir jetzt zu Kapitel 7 gehen, werden wir noch mehr sehen, wie diese Vernichtung vonstattengehen wird und warum.
[4:00] Kapitel 7, Vers 1: "Und es geschieht zur Zeit des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes Usijas, des Königs von Juda, da zog Rezin, der König von Aram, mit Pekach, dem Sohn Remaljas, dem König von Israel, hinauf zum Krieg gegen Jerusalem. Er konnte es aber nicht erobern." In diesem Vers stecken viele Informationen. Wir erinnern uns, Ahas war der König, der seinen Sohn durchs Feuer gehen ließ. Ahas war aber auch der König, der den Tempel vernageln ließ und der das Heiligtum zugemacht hat.
[4:36] Wir sehen hier diese Allianzen, die sich gegeneinander schmieden, nämlich dass Nordreich Israel verbündet sich mit Aram, um gegen Juda zu ziehen, in den Krieg zu ziehen. Dahingegen hat Juda sich mit dem König von Assur verbündet. Dass das keine kluge Verbindung war, das werden wir im Buch Jesaja noch sehen. Und der Grund ist einfach, dass das Nordreich gegen das Südreich kämpft und jedes Teilreich sozusagen sich seinen Verbündeten sucht, um militärisch noch stärker zu sein.
[5:15] Vers 2: "Als nun im Haus Davids berichtet wurde: Der Aramäer hat sich in Ephraim niedergelassen, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes vor dem Wind beben." Also, Ahas hat hier unglaubliche Angst. Der Herr aber sprach zu Jesaja: "Gehe doch hinaus dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teils zur Straße des Walkerfeldes."
[5:43] Man fragt sich, warum hier in der Bibel so eine genaue Ortsangabe gemacht wird von einer Wasserleitung. Aber diese Wasserleitung hat eine besondere Bedeutung, denn dieser Ort wird genau zweimal in der Bibel erwähnt: hier und dann noch mal später im Buch Jesaja, als nämlich der Rabsake, der ja von Sanherib geschickt wurde, das Volk Gottes verhöhnt. Da steht dieser Rabsake auch an dieser oberen Wasserleitung.
[6:15] Vers 4: "Und sprich: Hüte dich und sei ruhig, fürchte dich nicht und dein Herz verzage nicht vor diesen zwei rauchenden Feuerbrandstümpfen, vor dem glühenden Zorn Rezins und des Aramäers und des Sohnes Remaljas." Diese Krise, die Gott ja dem Ahas, dem König Judas, zumutet, soll eine Vorbereitung sein für die größere Krise, wenn eines Tages der Rabsake, der König von Assur, kommen wird, um das Volk Gottes wirklich zu bedrohen.
[6:50] Aber schon bei dieser kleinen Krise versagt Ahas hier und zittert vor dem Nordreich und den Aramäern, weil der Aramäer Böses gegen dich geplant hat, samt Ephraim und dem Sohn Remaljas. Die sagen: "Wir wollen nach Juda hinaufziehen und es in Schrecken versetzen und es für uns erobern und dort den Sohn Tabeals zum König einsetzen."
[7:17] Dieser Vers zeigt, das ist unglaublich, eine ganz gefährliche Situation hier war, denn die Heilslinie war bedroht dadurch, dass das Nordreich in den Kopf gesetzt hat: "Wir wollen den Südkönig und damit die Heilslinie beiseite räumen und wollen einen eigenen König einsetzen." Und das war eine echte Bedrohung hier für die Heilslinie, woraus ja dann der Messias hervorgehen sollte. Jetzt aber spricht Gott: "Das soll nicht zustande kommen und nicht geschehen. Denn Damaskus ist das Haupt von Aram, und Rezin ist das Haupt von Damaskus. Und binnen 65 Jahren wird Ephraim zertrümmert sein, so dass es kein Volk mehr ist."
[8:16] Jesaja sagt hier das Ende des Nordreiches voraus und das Ende der Regierung auch von Aram.
[8:29] Es heißt weiter: "Und das Haupt Ephraims ist Samaria, und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr gewiss keinen Bestand haben." Also, man muss an die Propheten glauben, sagt die Bibel. Wenn ihr das nicht tut, dann werdet ihr keinen Bestand haben. Und das ist eine Lehre für uns: Wenn wir den Propheten glauben, der Prophetie glauben, das, was in der Bibel steht und was der Geist Gottes sagt, dann werden wir Bestand haben. Denn die, das nicht tun, dann werden wir fallen.
[9:07] Es heißt hier weiter: "Weiter redete der Herr zu Ahas und sprach: Erbitte ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott! Erbitte es in der Tiefe oder droben in der Höhe." Der aber antwortete: "Ich will nicht erbitten, damit ich den Herrn nicht versuche." Gott bietet hier Ahas an, erbitte ein Zeichen von mir als Glaubensstärkung, dass ich zu dir stehen werde. Und was tut Ahas? Nee, ich will nichts erbitten. Und damit zeigt Ahas, dass er eigentlich der Prophetie gar nicht vertraut, dass er Gott nicht vertraut, und das ist keine kluge Sache.
[9:42] Darauf sprach Jesaja: "Höre doch, Haus Davids! Ist es euch nicht genug, dass ihr Menschen ermüdet? Müsst ihr auch meinen Gott ermüden?" Also, Gott wird ermüdet durch dieses Verhalten von Ahas, des Nicht-Vertrauens. "Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben. Dickmilch und Wildhonig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen. Denn ehe der Knabe versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land, dessen beiden Königen du graust, verlassen sein."
[10:27] Wir wenden diese Verse auf den Messias an, und das ist auch richtig so. Und dennoch haben diese Verse eine historische Anwendung zur Zeit Jesajas, denn Jesaja wird noch einen zweiten Sohn bekommen. Er hat ja schon Schear-Jaschub, aber es wird noch ein zweiter Sohn geboren werden. Und Gott sagt ihm hier voraus: Ehe der zweite Sohn Dickmilch und Wildhonig essen wird, das heißt, bevor er entwöhnt ist von der Muttermilch, wird dies und jenes geschehen, nämlich wird das Land verlassen sein. Und wir werden morgen in der Andacht noch mehr darüber erfahren über diesen zweiten Sohn. Behaltet schon mal im Hinterkopf, dass dieser zweite Sohn quasi wie eine Prophezeiung ist. Und es ist ein unglaublich spannender Abschnitt, den wir hier lesen, und wir müssen versuchen, gut zu denken und das mit zu verfolgen. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Gott, dein Wort ist so tief und deine Prophezeiungen sind so bedeutungsvoll und so symbolhaft. Und wir möchten dich bitten, dass wir sie gut verstehen und dass wir dadurch gestärkt werden, weil die Prophetie ist dazu da, dass wir gestärkt werden im Glauben. Und dafür danken wir dir in deinem Namen. Amen.
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