In dieser Predigt wird das Buch Joel aus der Bibel beleuchtet, beginnend mit einer detaillierten Beschreibung einer verheerenden Heuschreckenplage. Diese Katastrophe dient als eindringliches Bild für die Zerstörung und die daraus resultierende Trauer und Verzweiflung. Der Sprecher erklärt, wie diese Ereignisse auch als Symbol für den „Tag des Herrn“ und endzeitliche Botschaften verstanden werden können. Die Predigt ermutigt dazu, sich in Zeiten der Not an Gott zu wenden und gemeinsam zu beten.
Gott auf (m)einer Seite: Joel 1:1-1:19
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: JoelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Heute mit Seite 939. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns so lieb hast und dass du eine solche Freude hast, uns wiederherzustellen. Danke für die wundervollen Verheißungen Hosea 14, die wir das letzte Mal gelesen haben. Und danke, dass wir sie im Glauben in Anspruch nehmen dürfen. Erfülle uns auch heute mit deinem Heiligen Geist, gib, dass wir dein Wort richtig verstehen und dass die Botschaft des Buches Joel unser Herz und Leben verändert. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:15] Amen. Wir beginnen heute mit dem Buch Joel. Ein ganz besonderes Buch, ein spannendes Buch, ein wichtiges Buch. Ein Buch, das sich gar nicht so einfach datieren lässt. Es gibt verschiedene Hinweise, Überlegungen, Theorien, wann das Buch geschrieben sein könnte. Aber letztendlich ist möglicherweise diese Unsicherheit, wann genau es verfasst worden ist, auch ein Hinweis auf die Zeitlosigkeit der Botschaft dieses kleinen, aber doch so mächtigen Propheten, der uns hier bei Joelmedia auch ganz besonders wichtig ist, auf den wir uns hier auch ganz besonders gefreut haben.
[1:58] Wir wollen beginnen in Joel 1, Vers 1: „Das Wort des Herrn, das an Joel, den Sohn Pe-thuels, erging.“ Joel heißt wörtlich: „Der Herr ist Gott.“ Und ist letztlich nichts anderes als eine Umkehrung des Namens Elia. „Mein Gott ist der Herr.“ „Hört, ihr Ältesten, und achtet darauf, alle Bewohner des Landes! Ist so etwas jemals in euren Tagen oder in den Tagen eurer Väter geschehen? Offensichtlich gibt es hier etwas Außergewöhnliches, das man nicht alle Tage gehört hat. Erzählt davon euren Kindern und eure Kinder ihren Kindern und deren Kinder dem künftigen Geschlecht.“ Offensichtlich beschreibt das Buch Joel eine Ereignis, das außergewöhnlich war, einzigartig, über das noch viele Generationen später geredet werden würde.
[2:59] Was war passiert oder was würde passieren? Was der Nagel übrig ließ, das hat die Heuschrecke gefressen. Und was die Heuschrecke übrig ließ, das hat der Fresser verzehrt. Und was der Fresser verschonte, das hat der Verwüster aufgefressen. Alle vier Worte: Nagel, Fresser und Verwüster stehen für verschiedene Heuschreckenarten. Mit anderen Worten: Hier kamen vier verschiedene Heuschreckenschwärme über das Land. Eine Heuschreckenplage ist schon Katastrophe genug, aber hier kam diese Katastrophe nicht nur einmal, nicht nur zweimal, nicht nur dreimal, sondern viermal, um deutlich zu machen: Hier ist alles vernichtet worden, was nur irgendwie hätte vernichtet werden können.
[3:48] „Wacht auf, ihr Trunkenen, und weint, und jammert, ihr Weintrinker, alle wegen des Mosts, weil er euch vom Mund weggenommen ist! Denn ein Volk hat mein Land überzogen, das ist mächtig und ohne Zahl. Es hat Zähne wie Löwenzähne und ein Gebiss wie eine Löwin. Meinen Weinstock hat es verwüstet und meinen Feigenbaum kahl gefressen. Sogar die Rinde hat es vollständig abgeschält und weggeworfen. Weiß geworden sind seine Zweige.“ Diese vierfache Heuschreckenplage hat die gesamte Landwirtschaft im Land Israel ähm völlig zerstört. Und da die Landwirtschaft damals ja noch mehr als heute die absolute Lebensgrundlage für die Menschen war, war das eine Katastrophe sondergleichen.
[4:47] „Klage wie eine Jungfrau, die mit Sacktuch umgegürtet ist, wegen des Bräutigams ihrer Jugend.“ Und kann sich kaum etwas Traurigeres vorstellen, als dass eine junge Frau erleben muss, dass ihr Bräutigam, den sie heiraten möchte, noch vor der Hochzeit stirbt. Dieser tiefe Schmerz, diese unfassbare Trauer verwendet Joel als sein Bild für die Trauer der Menschen angesichts der schweren Verwüstung der gesamten Landwirtschaft durch diese Heuschrecken. Die Menschen werden viel geweint haben.
[5:34] „Speisopfer und Trankopfer sind dem Haus des Herrn entzogen. Ist trauern die Priester, die Diener des Herrn? Landwirtschaft war ja nicht nur dazu da, die Menschen zu ernähren. Teile davon von der Ernte wurden auch im Heiligtum dargebracht und damit waren sie auch notwendig für die Unterstützung der Priester und der Leviten. Ein Ernteausfall bedeutet auch eine direkte Gefahr für den Fortgang des Werkes Gottes.“
[6:06] „Das Feld ist verheert, der Acker trauert, denn das Korn ist verwüstet, das Obst ist verdorrt, die Ölbäume sind verwelkt. Die Bauern sind enttäuscht, die Winzer jammern wegen des Weizens und der Gerste, denn die Ernte des Feldes ist verloren. Der Weinstock ist verdorrt, der Feigenbaum verwelkt. Granatbäume, Palmen und Apfelbäume, alle Bäume des Feldes sind verdorrt. Ja, den Menschenkindern ist die Freude vergangen.“ Joel malt in drastischen Farben ein trostloses Bild dieses elenden Jahres. Alles verloren. Da haben Menschen wahrscheinlich große Hoffnung auf die Ernte gesetzt. Sie haben gesehen, sie haben kultiviert, sie haben investiert, und jetzt scheint alles verloren zu sein.
[7:00] Hast du schon solche Erlebnisse in deinem Leben gehabt, wo du vor den Trümmern deiner Hoffnung standest, wo das Gefühl hattest, es ist alles aus, alles verloren, keine Hoffnung mehr?
[7:17] „Umgürtet euch und klagt, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altars! Kommt her und verbringt die Nacht im Sacktuch, ihr Diener meines Gottes! Denn Speis- und Trankopfer sind im Haus eures Gottes entzogen. Heilig dein Fasten! Beruft eine allgemeine Versammlung, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes zum Haus des Herrn, eures Gottes, und schreit zum Herrn.“ Es gibt etwas, was sie auch in der allergrößten Not tun können. Wenn eine Katastrophe die nächste jagt in unserem Leben, wenn alles aus den Fugen zu geraten scheint, können wir uns immer an Gott wenden. Und wie hier beschrieben, ist es oft gut, wenn wir zusammen beten, wenn wir zusammenkommen, alle, die wir betroffen sind von einem Unglück, von einer Katastrophe, von etwas Schlimmen in unserem Leben. Wenn wir zusammenkommen, wenn wir fasten und beten und zu Gott rufen.
[8:21] Ach, was für ein Tag! Ja, der Tag des Herrn ist nahe. Er kommt als eine Verwüstung vom Allmächtigen. Im Buch Joel wird diese Heuschreckenplage als Symbol für den Tag des Herrn beschrieben. Und damit bekommt das Buch Joel eine ganz ausdrückliche endzeitliche Note. Es ist eine Endzeitbotschaft, die hier in diesem Bild von der Erntekatastrophe im Land Israel eigentlich eingebaut ist. Der Tag des Herrn, der wird in der Bibel immer wieder, wir im Neuen Testament erklärt, als die Zeit von der Wiederkunft bis zur Vernichtung aller Gottlosen, das Ende, die letzten großen Ereignisse. Wir können sehen, dass dieses Buch mit seiner enorm eindringlichen Botschaft uns auf das Ende vorbereiten möchte.
[9:25] „Verdorben sind die Samenkörner unter den Schollen, die Speicher stehen leer, die Scheunen zerfallen. Ja, das Korn ist verwelkt. Oh, wie seufzt das Vieh! Wir sind die Rinderherden verstört, weil sie keine Weide haben. Auch die Schafherden gehen zugrunde.“
[9:46] „Zu dir will ich rufen, denn das Feuer hat die Auen der Steppe verzehrt und die Flamme hat alle Bäume des offenen Feldes versenkt.“ Wenn alles zusammengebrochen ist, wenn alle Hoffnungen dahinschwinden, gibt es eine Sache, die wir immer tun können, lieber Freund, liebe Freundin: Wir können zu Gott beten. Lass uns das jetzt tun.
[10:16] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns nicht verlässt, auch wenn alles um uns herum zusammenzubrechen scheint. Danke, dass wir uns auf dich verlassen können. Danke, dass wir zu dir beten können, wenn alle unsere Hoffnungen dahinschwinden. Danke, dass du ein offenes Ohr für uns hast und dass du unsere Gebete hörst. Dafür danke ich dir ganz persönlich im Namen Jesu. Amen.
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