Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Josua Kapitel 22, wo die Stämme Ruben, Gad und Manasse einen Altar am Jordan errichten. Dies führt zu einem großen Missverständnis und beinahe zu einem Krieg mit den anderen Stämmen Israels, die den Altar als Abfall von Gott interpretieren. Kramp zeigt auf, wie wichtig es ist, die wahren Absichten anderer zu ergründen, bevor man vorschnell urteilt, und wie Dialog Missverständnisse auflösen kann. Die Episode unterstreicht die Gefahr voreiliger Schlüsse und die Notwendigkeit, das Beste in anderen anzunehmen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Josua 22. Lasst uns gemeinsam beten: Lieber Vater im Himmel, danke für dein wunderbares Wort, danke, dass es eine solche Kraft hat, unsere Herzen zu dir zu ziehen und uns mit deinem Geist zu erfüllen. Danke, dass wir wissen dürfen, dass jede einzelne Verheißung wahr ist und wir sie in Anspruch nehmen können und dass kein einziges Versprechen, das du gegeben hast, auf die Erde fällt, dass alles sich erfüllt, so wie du es wünschst und dass dein Wort nicht leer zurückkehrt. Darum bitten wir dich auch heute, dass dein Wort ausführt, wozu du es gesandt hast, dass du durch deinen Geist uns sprichst. Im Namen Jesu. Amen.

[1:16] Wir sind in Josua Kapitel 22. Die Krieger des Stammes Ruben, Gad und vom halben Stamm Manasse kehren nach den Jahren der Eroberung von Kanaan wieder in ihr eigentliches Stammesgebiet östlich des Jordan zurück und haben am Jordan einen großen, weithin sichtbaren Altar gebaut.

[1:41] Wir lesen ab Vers 11: "Und die Söhne Israels hörten sagen: Sie, die Söhne Rubens, die Söhne Gads und der halbe Stamm Manasse haben einen Altar gebaut gegenüber dem Land Kanaan in der Gegend am Jordan jenseits der Söhne Israels." Als die Söhne Israels dies hörten, da versammelte sich die ganze Gemeinde der Söhne Israels in Silo, um zum Krieg gegen sie hinaufzuziehen. Und die Söhne Israels schickten Gesandte zu den Söhnen Rubens, den Söhnen Gads und dem halben Stamm Manasse in das Land Gilead: Pinhas, den Sohn Eleasars, den Priester, und mit ihnen zehn Fürsten, je einen von jedem Vaterhaus aller Stämme Israels. Jeder war das Haupt seines Vaterhauses unter den Tausenden Israels.

[2:29] Dies schien keine Nebensächlichkeit zu sein. Es wurde mit den allerwichtigsten Leuten diese Delegation hier bestückt. Das Volk Israel war erzürnt, erbost, bereit, die zweieinhalb Stämme hier mit Krieg anzugreifen. Und diese kamen zu den Söhnen Rubens, zu den Söhnen Gads und zu dem halben Stamm Manasse in das Land Gilead, redeten mit ihnen und sprachen: "So spricht die ganze Gemeinde des Herrn: Was ist das für eine Untreue, die ihr an dem Herrn Israels begangen habt, indem ihr euch heute von der Nachfolge des Herrn abkehrt, dadurch, dass ihr euch einen Altar baut und euch heute gegen den Herrn auflehnt? War die Versündigung mit Peor zu wenig für uns, von der wir uns bis zu diesem Tag noch nicht gereinigt haben und um derentwillen eine Plage über die Gemeinde des Herrn kam?"

[3:24] Noch Jahre später war die schwere Sünde, der Abfall, um den Baal-Peor ging, als die midianitischen Frauen die Israeliten verführt haben, das war noch Jahre später präsent und hat einen solchen Eindruck gemacht auf diese zweite Generation, dass man so etwas auch um jeden Preis verhindern wollte. Sünde kann uns noch über Jahre hinweg verfolgen und auch die Dinge, die wir sehen und bewerten, die die Bewertung dieser Dinge entsprechend ja färben.

[3:58] "Und ihr wendet euch heute von der Nachfolge des Herrn ab, und wenn ihr euch heute gegen den Herrn auflehnt, so wird es geschehen, dass er morgen über die ganze Gemeinde Israels zürnt. Und wenn das Land, das ihr besitzt, unrein ist, so kommt doch hierüber in das Land, das der Herr besitzt, wo die Wohnung des Herrn steht, und macht euch ansässig in unsere Mitte, aber lehnt euch nicht auf gegen den Herrn und lehnt euch nicht gegen uns auf, indem ihr euch einen Altar baut außer dem Altar des Herrn, unseres Gottes."

[4:29] Die Sache ist klar: Die Israeliten betrachteten diesen Altar, den die zweieinhalb Stämme hier gebaut hatten am Jordan, als einen Aufruhr, einen religiösen Abfall gegen Gott und damit auch in gewisser Weise eine Auflehnung, eine Rebellion gegen den Rest des Volkes. Wie schnell sind wir dabei, Dinge, die wir nicht richtig einschätzen können, aufgrund auch der eigenen Erfahrung mit der Sünde, für schlecht zu betrachten und anderen schlechte Intentionen und rebellische Pläne zu unterstellen? Vielleicht sehen wir einen Abfall, wo möglicherweise gar kein Abfall gewesen ist.

[5:13] "Ist nicht der Zorn Gottes über die ganze Gemeinde Israels gekommen, als Achan, der Sohn Serachs, etwas von dem Gebannten veruntreute? Und er ging nicht allein zugrunde in seiner Schuld."

[5:23] Da antworteten die Söhne Rubens und die Söhne Gads und der halbe Stamm Manasse und sprachen zu den Obersten der Tausende Israels: "Der Gott der Götter, der Herr, der Gott der Götter, der Herr, er weiß es, und Israel soll es auch wissen. Ist es aus Auflehnung oder Untreue gegen den Herrn geschehen, so hilf du uns heute nicht! Wenn wir uns den Altar gebaut haben, um uns von der Nachfolge des Herrn abzuwenden, und wenn es geschehen ist, um Brandopfer und Speisopfer darauf zu opfern oder um Friedensopfer darauf zu legen, so soll der Herr Vergeltung üben!"

[6:01] "Vielmehr haben wir es aus Besorgnis getan. Es könnte eine Sache eintreten, indem wir sprachen: Morgen könnten eure Kinder zu unseren Kindern so sprechen: Was geht euch der Herr, der Gott Israels, an?" Als man miteinander redet, stellt man fest: Man hatte die Sache völlig falsch eingeschätzt. Man hatte diesen Israeliten hier Intentionen unterstellt, die sie nie gehabt haben. Sie hatten sich ganz andere Gedanken gemacht, auf die man gar nicht gekommen war. Wie oft geschieht es, dass wir anderen fälschlicherweise Intentionen unterstellen, die sie nie gedacht haben?

[6:36] "Denn er hat eine Grenze gesetzt zwischen uns und euch, ihr Kinder Rubens und ihr Kinder Gads, nämlich den Jordan. Ihr habt keinen Anteil an dem Herrn. Damit würden eure Kinder bewirken, dass unsere Kinder den Herrn nicht mehr fürchten." Statt abzufallen von Gott, war eigentlich ihr Gedanke: Wie können wir sicherstellen, dass auch in künftigen Generationen das Wort Gottes im Zentrum unserer Familien bleibt? "Darum sprachen wir: Wir wollen doch für uns einen Altar machen, nichts für Brandopfer noch für Schlachtopfer, sondern damit er Zeuge sei zwischen uns und zwischen unseren Nachkommen, dass wir den Dienst des Herrn üben wollen vor ihm mit unseren Brandopfern, Schlachtopfern und Friedensopfern, und damit eure Kinder künftig nichts zu ihren Kindern sagen dürfen: Ihr habt keinen Anteil an dem Herrn. Und wir sprachen: Wenn sie aber künftig so zu uns und unseren Nachkommen reden sollten, so können wir sagen: Seht das Abbild des Altars des Herrn, das unsere Väter gemacht haben, nicht für Brandopfer noch für Schlachtopfer, sondern damit er Zeuge sei zwischen uns und euch."

[7:40] Ganz im Gegenteil, es war eben gar nicht ein Abfall von den Prinzipien Gottes, sondern eine Erinnerung daran, dass sie an Gott festhalten wollten. Es lohnt sich, mit anderen zu reden, was sie wirklich im Sinn haben, zu verstehen, was jemand sich gedacht hat, wenn wir eine bestimmte Handlung, eine bestimmte Verfahrensweise nicht genau verstehen. Es ist gut, die Augen offen zu halten und Abfall nicht zu dulden und entsprechend zu warnen, aber es ist auch wichtig, zunächst einmal zu verstehen, was der andere wirklich gemeint hat.

[8:13] "Das heißt, fern sei es von uns, dass wir uns gegen den Herrn auflehnen, dass wir uns heute von der Nachfolge des Herrn abwenden und einen Altar bauen zu Brandopfer, für Speisopfer und für Schlachtopfer, außer dem Altar des Herrn, unseres Gottes, der vor seiner Wohnung steht." Der vermeintliche Abfall war in Wirklichkeit die Sorge darum, die Wahrheit und das wahre Evangelium auch für kommende Generationen zu sichern.

[8:39] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du weißt, dass jeder von uns schon viel zu oft anderen Schlechtes unterstellt hat, dass wir so schnell dabei sind, Handlungen und Worte, die wir nicht verstehen, mit bestimmten Intentionen zu verbinden, die vielleicht überhaupt gar nicht gemeint waren. Herr, gib doch, dass wir lernen, erst nachzufragen, was jemand sich dabei gedacht hat und dann entsprechend darauf zu vertrauen, dass du alles führst und dass wir bereit sind, nicht anderen Schlechtes zu unterstellen, sondern das Beste zu denken von anderen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


Lizenz

Copyright ©2024 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.