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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt werden die Klagelieder 1,1-8 beleuchtet. Rabea Kramp erklärt die Entstehung und Struktur des Buches der Klagelieder und vergleicht es mit Psalm 119. Der Fokus liegt auf der tiefen Trauer und dem Leid Jerusalems nach der Zerstörung durch die Babylonier, wobei die Ursachen und die Folgen dieser Katastrophe thematisiert werden. Es wird die Parallele zu heutigen Lebenssituationen gezogen und zur Reflexion über eigene Schuld und Vertrauen auf Gott aufgerufen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute zusammen die Klagelieder, Seite 843. Wir beginnen ein neues Buch, aber wir bleiben beim Jeremia als Schriftsteller, denn wir lesen in den nächsten Tagen seine Klagelieder.

Diese Klagelieder bestehen eigentlich aus fünf Klageliedern, und dieser Titel, "Klagelieder", heißt eigentlich "Echa" im Hebräischen und ist eigentlich ein klagender Ausruf, der "Ach" bedeutet. Und diese Klagelieder sind über Jerusalem geschrieben und spielen natürlich über die dritte Wegführung, in der Jerusalem zerstört wurde und wo die Babylonier alles mitgenommen haben, was an Kostbarkeiten im Tempel war. Und es ist eine große Traurigkeit, die hier in diesen fünf Klageliedern zum Ausdruck kommt.

Interessant ist, dass die Klagelieder, ähnlich wie Psalm 119, gestaltet sind. Denn einige dieser fünf Klagelieder bestehen aus je zweiundzwanzig Versen, und jeder Vers beginnt mit einem Buchstaben des hebräischen Alphabets. Und so knüpft hier Jeremia an dem Psalmschreiber David an, indem er das hier so poetisch gestaltet. Und eigentlich ist jeder Vers der gleiche Gedanke, nur noch anders mit anderen Worten ausgedrückt.

Vers 1: "Ach, wie einsam sitzt doch jetzt die Stadt, die einst so bevölkert, stark bevölkert war! Sie ist zur Witwe geworden, sie, die groß war unter den Völkern, die Fürsten der Hauptstädte muss nun Frondienste leisten." Gemeint ist Jerusalem. Und sie sitzt als Witwe, weil Gott, der ihr Ehemann war, sie verlassen hat, weil sie ihm untreu geworden ist mit den Götzen. Sie weint unaufhörlich bei Nacht, und ihre Tränen laufen ihr über die Wangen. Sie hat keinen Tröster unter allen ihren Liebhabern. Alle ihre Freunde sind hier untreu, sind ihr zu Feinden geworden.

Ja, Jerusalem hat sich, oder das Volk Gottes hat sich, an andere Liebhaber geklammert, an Götzen, an andere Heidenvölker, und auch von ihnen wurde sie verlassen. Juda ist ausgewandert vor lauter Elend und hartem Knechtschaft, nämlich nach Babylon und teilweise auch nach Ägypten. Es wohnt unter den Heiden, es findet keine Ruhe. Und diese Ruhe, die auch nicht gefunden wird, die finden wir auch in Offenbarung 14, in der dritten Engelsbotschaft, wo auch die Heiden, die Einwohner des geistlichen Babylons, keine Ruhe finden.

Alle seine Verfolger haben es eingeholt. Mitten in seinen Nöten. Die Straßen Zions trauern, weil niemand mehr zu den Festen kommt. Alle ihre Tore sind verödet, ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sind betrübt, und ihr selbst ist bitter weh. Also die Menschen in Jerusalem haben unglaublichen Schmerz, unglaubliches Leid. Ihre Widersacher haben die Oberhand gewonnen. Ihren Feinden geht es gut, denn der Herr hat ihre Betrübnis zugefügt um ihrer vielen Übertretungen willen. Ihre Kinder sind in Gefangenschaft gewandert vor dem Feind her.

Die Babylonier haben Jerusalem gefangen eingenommen und haben natürlich alle nach Babylon deportiert. So ist der Tochter Zion aller Schmuck genommen. Ihre Fürsten sind Hirschen gleich geworden, die keine Weide finden. Kraftlos ziehen sie hin vor dem Verfolger. Jerusalem gedenkt in den Tagen ihres Elends und ihrer Plünderung an all ihre Kostbarkeiten, die sie hatte von uralten Zeiten her. Als ihr Volk durch die Gewalt des Feindes fiel, gab es niemand, der zu Hilfe kam. Ihre Feinde sahen sie und lachten über ihren Untergang.

Die Kostbarkeiten sind die Schätze, die diese Stadt hatte, die Schätze im Heiligtum, andere Kostbarkeiten, die es in Jerusalem gab, haben die Babylonier auch mitgenommen. Jerusalem hat schwer gesündigt, darum ist sie zum Abscheu geworden. Alle diese Erden verachten sie jetzt, denn sie haben ihre Blöße gesehen, und sie selbst stöhnt auf und wendet sich ab.

Wir sehen in all diesen Versen die genaue Erfüllung von den Prophezeiungen, die Jeremia dem Volk immer wieder gegeben hat. Und wir sehen nun, dass Jeremia genau das beweint und das Volk beweint den Zustand seiner prächtigen, einst prächtigen Stadt. Ja, diese Klagelieder, diese wirklich traurigen Lieder bringen uns zu dem Punkt, dass all das vermeidbar gewesen wäre, wenn das Volk Gottes auf ihren Gott gehört hätte. Und das macht noch trauriger, denn wenn man etwas hätte verhindern können, dann ist man davon überführt, dass man selber noch Schultern im Elend ist. Und so ging es den Einwohnern von Jerusalem und Juda.

Lass uns beten. Lieber Vater im Himmel, auch wir sind Schuld in unserem Leben an so manchem Leid, weil wir nicht auf dich gehört haben, weil wir es besser zu wissen meinten. Herr, überführe uns mit dem Heiligen Geist der Wahrheit, und dass wir ja die Dinge, die übergeben, und dass wir uns an dich halten und nicht auf eigener Kraft die Dinge in die Hand nehmen möchten, weil am Ende müssen wir immer eingestehen, dass du es am besten machst. Amen.


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