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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt von Rabea Kramp aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ werden die Klagelieder 1, Verse 9-21 behandelt. Die Verse beschreiben die tiefe Trauer und Zerstörung Jerusalems nach der Eroberung durch die Babylonier. Trotz der Verzweiflung wird auch ein Hoffnungsschimmer auf zukünftige Wiederherstellung und göttliches Gericht angedeutet.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir lesen heute zusammen die Seite 844 und beenden beinahe das erste Kapitel der Klagelieder. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wenn wir diese traurigen Verse heute lesen, dann gib, dass sie uns auch ganz im Innersten treffen, damit auch wir traurig werden über das, was wir im Leben für Fehler machen, damit wir geheilt werden und dass wir uns an dich halten. Amen.

Wir beginnen Vers 9: "Ihre Unreinheit klebt an ihren Säumen, sie hat ihr Ende nicht bedacht, sie ist schrecklich heruntergekommen. Dann meint es Jerusalem, niemand tröstet sie. Ach, Herr, sieh mein Elend an, denn der Feind triumphiert." Wir erinnern uns, dass dieses "Ach, diese" ausruft der Titel im Hebräischen der Klagelieder. Der Feind hat seine Hand ausgestreckt nach allen ihren Kostbarkeiten. Ja, sie hat sehen müssen, wie die Heiden in ihr Heiligtum eindringen, von denen du doch geboten hattest, dass sie nicht in deine Gemeinde kommen sollen. Die Babylonier sind jetzt ins Heiligtum gegangen, haben es zerstört, haben die Geräte entwendet und alles mitgenommen. Alle folgen seufzen auf der Suche nach Brot. Sie haben ihre Kostbarkeiten um Nahrung hergegeben, um sich nur am Leben zu erhalten. Herr, schau her und sieh, wie verachtet ich bin. Bedeutet das euch nichts, ihr alle, die ihr hier vorübergeht? Schaut und seht doch, ob ein Schmerz sei wie mein Schmerz, der mich getroffen hat, mit dem der Herr mich bekümmert hat am Tag seines glühenden Zorns.

[2:15] Ja, Jerusalem und die Einwohner von Jerusalem und Juda hatten das Gefühl, dass keiner sie verstehen kann, denn sie hatten so einen großen Schmerz darüber, was mit ihrer prächtigen Stadt, mit ihrem Tempel passiert ist. Es war ein unglaubliches Leid, was sie erfahren haben, denn sie waren sehr stolz darauf gewesen.

[2:36] "Er hat ein Feuer aus der Höhe in meine Gebeine gesandt und es lässt es wüten. Er spannte meinen Füßen ein Netz und trieb mich zurück. Er hat mich zu einer Ruine gemacht. Ich bin die ganze Zeit krank. Das Joch meiner Übertretungen ist durch seine Hand angeschürt, ineinander verschlungen sind sie mir auf den Nacken gelegt. Er hat meine Kraft gebrochen. Der Herr hat mich in die Hände derer gegeben, denen ich nicht widerstehen kann." Und das waren natürlich die Babylonier, gegen die sie nichts auszurichten vermochten. Der Herr hat alle Helden in meiner Mitte weggerafft. Also viele Soldaten sind umgekommen. Er hat eine Festversammlung gegen mich einberufen, um meine auserwählten Krieger zu zerschmettern. Der Herr hat die Kelter getreten, die Jungfrau der Tochter Juda. Dieses Treten der Kelter ist ein Bild, was auch in anderen Büchern der Bibel vorkommt und auch in Offenbarung 14 natürlich. Und es ist ein Bild für das Gericht, dass die Kelter getreten werden und ja, das Gericht stattfindet und viele, viele umkommen.

[3:47] Darum weine ich und mein Auge, ja, mein Auge zerfließt in Tränen, weil der Tröster fern von mir ist, der meine Seele erquicken sollte. Meine Kinder sind verwüstet, denn der Feind war zu stark. Zion streckt flehendlich ihre Hände aus, doch da ist niemand, der sie tröstet. Der Herr hat gegen Jakob aufgeboten seine Feinde ringsumher. Jerusalem ist unter ihnen zum Abscheu geworden.

[4:14] Das Volk Gottes war es nicht gewöhnt, dass es so viel Unheil, so großen Schmerz erlebt hat und Gott nicht eingegriffen hat. Das war eine völlig neue Erfahrung. Aber Gott hat es so machen müssen wegen ihrer Sünden, weil sie sonst nicht gelernt hätten, dass der Götzendienst so eine große Untreue gegenüber Gott ist, dass sie ja bestraft werden müssen und davon Abstand nehmen müssen.

[4:38] Und nun kommt das Eingeständnis des Volkes Gottes: "Der Herr ist gerecht, denn ich bin widerspenstig gewesen gegen seine Reden. Hört doch zu, alle ihr Völker, und schaut an meinen Schmerz. Meine Jungfrauen und meine jungen Männer mussten in die Gefangenschaft ziehen." Wenn wir hier lesen, dass sie widerspenstig gewesen sind gegen seine Reden, erinnert uns das natürlich enorm an das Buch Jeremia. Jeremia, der immer wieder gewarnt hat, teilweise mit denselben Worten, und sie haben nicht gehört.

[5:15] "Ich rief nach meinen Liebhabern, den Götzen, den Heiden, aber sie haben mich betrogen. Meine Priester und meine Ältesten sind in der Stadt verschmachtet, als sie sich Speise erbaten, um sich am Leben zu erhalten. Ach, Herr, schau her, denn mir ist Angst, mein Inneres kocht, mein Herz kehrt sich um in meiner Brust, denn ich bin sehr widerspenstig gewesen." Also wieder hier dieses Eingeständnis.

[5:41] "Draußen hat mich das Schwert der Kinder beraubt, drinnen ist es wieder tot. Sie hören mich zwar seufzen, aber ich habe niemand, der mich trösten würde. Alle meine Feinde freuten sich, als sie von meinem Unglück hörten, dass du es getan hast. Wenn du aber den Tag herbeiführst, den du angekündigt hast, so werden auch sie mir gleich sein."

[6:06] Und dieser Vers beschreibt diesen Hoffnungsschimmer am Ende der 70 Jahre Gefangenschaft, dass Babylon gerichtet wird und zur Rechenschaft gezogen wird, dafür, was sie dem Volk Gottes und der Stadt Jerusalem angetan haben. Und natürlich spricht das auch von dem Ende der Zeiten, in denen das geistliche Babylon von Gott gerichtet wird und Gottes Volk gerettet wird. Und das ist diese Hoffnungsschimmer, der trotz der Traurigkeit auch in den Klageliedern immer wieder vorkommt. Wir werden sehen, dass die Klagelieder traurig beginnen, traurig enden, aber in der Mitte steht die Hoffnung und die Wiederherstellung. Und diese poetische Struktur, die Jeremia hier aufzeigt, die lässt uns diese Hoffnung im Herzen tragen, dass Gott alles zum Guten wenden wird. Lass uns beten.

[6:59] Lieber Vater im Himmel, du bist der Wiederhersteller, du bist der, der die Harmonie liebt und dass alles wieder neu wird. Du schaffst dich nur eine neue Erde, du schaffst auch neue Kreaturen, neue Menschen. Du machst uns nicht erst neu, wenn wir wieder auferstehen und gibst uns einen neuen Körper. Du kannst uns auch ein neues Herz in unser Inneres geben heute an diesem Tag. Und wenn wir heute durch diesen Tag gehen, Herr, dann schenk uns dieses neue Herz, diesen neuen Sinn, diesen neuen Geist und belehre uns. Und habe Dank dafür. Amen.


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