In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Klagelieder 2:13-3:6. Sie analysiert die tiefen Klagen und die Zerstörung Jerusalems, die als Folge von Sünde und Gottes Gericht beschrieben werden. Dabei wird auch die Rolle falscher Propheten thematisiert und die Bedeutung echter Buße und des Vertrauens auf Gott hervorgehoben. Die Predigt ermutigt dazu, das eigene Herz vor Gott auszuschütten und seine rettende Hand zu ergreifen.
Gott auf (m)einer Seite: Klagelieder 2:13-3:6
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer SeitePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute zusammen die Seite 846 und beenden das Kapitel 2 von Klageliedern und beginnen schon ein bisschen von Kapitel 3. Und bevor wir das tun, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Herr Jesus, ich möchte dich bitten, dass wir dein Wort gut verstehen heute, dass es uns ganz persönlich etwas bedeutet und dass dein Heiliger Geist uns hindurchführt, auch wenn diese Kapitel sehr traurig sind und sehr mitnehmen mögen. Dann lass uns daraus doch etwas lernen für uns. Amen.
[1:09] Wir beginnen in Kapitel 2 mit Vers 13: "Was soll ich dir zusprechen, was dir vergleichen, du tauchte Jerusalem? Was setze ich dir gleich, damit ich dich trösten kann, du Jungfrau Tochter Zion? Dein Schaden ist ja so groß wie das Meer, wer kann dich heilen?" Das Volk Gottes war untröstlich, scheinbar unheilbar, und ja, Gott hatte sich zurückgezogen, angekündigter Weise, weil sie ihn auch nicht mehr wollten in ihrem Leben. Und so ist ihr Schaden so groß wie das Meer, dass der Vergleich, den die Bibel hier zieht, also unendlich, unerschöpflich, unendlich.
[1:54] "Enden wollen deine Propheten, sie haben dir Erlogenes und Fades Zeug geweissagt. Sie deckten deine Schuld nicht auf, um dadurch deine Gefangenschaft abzuwenden, sondern sie weissagten dir Aussprüche voll Trug und Verführung." Genau diese Erfüllung dieses Verses haben wir im Buch Jeremia stattfinden sehen: falsche Propheten, die dem Volk sagen, wonach in die Ohren gejuckt hat, nämlich Friede und Sicherheit. "Die Babylonier werden uns nicht besiegen, die Ägypter werden uns helfen, macht euch keine Angst, Jerusalem ist uneinnehmbar." Das alles haben sie dem Volk geweissagt, und Jeremia schreibt hier, das war fades und erlogenes Zeug.
[2:38] Und im Gegensatz dazu zeigt die Bibel hier auch, was echte Propheten tun: nämlich sie decken die Sünden eines Volkes auf. Es heißt hier, die falschen Propheten haben dies nicht getan, sie deckten deine Schuld nicht auf. Heißt im Umkehrschluss: Echte, wahre Propheten kann man daran erkennen, dass sie Sünde beim Namen nennen und dass sie die Sünde aufdecken wollen.
[3:05] "Alle, die auf dem Weg vorübergehen, schlagen die Hände zusammen über dich, sie zischen und schütteln den Kopf über die Tochter Jerusalem. Ist das die Stadt, von der man sagte, sie sei der Schönheit Vollendung, die Wonne der ganzen Erde?" Ja, und diese Frage wird gestellt, weil diese Schönheit nicht mehr sichtbar ist, weil Jerusalem so zerstört und so zum Trümmerhaufen gemacht wurde, dass diese Schönheit, diese Vollendung nicht mehr zu sehen ist.
[3:34] Und wiederum ist das eine Erfüllung der Prophezeiung Jeremias, der sagte: "Ihr werdet zum Abschaum werden." "Alle deine Feinde sperren den Mund gegen dich auf, sie zischen und knirschen mit den Zähnen. Sie sagen: Jetzt haben wir sie vertilgt! Das ist der Tag, auf den wir hofften, jetzt haben wir ihn erreicht und gesehen." Und diese Schadenfreude, diese Freude über das Leid, dass die Babylonier gehabt haben nach der Einnahme Jerusalems und Judas, offenbart auch, wie der Böse denkt, wie der Teufel denkt, dass er sich freut, wenn Menschen ins Unglück gestürzt werden, wenn ihr Leben zerstört wird, wenn wunderbare Dinge zerstört werden. Das legt seinen Charakter hier offen.
[4:23] "Dieser Vers: Der Herr hat vollbracht, was er sich vorgenommen hatte. Er hat sein Wort genau erfüllt, dass er von all das her verkündigen hat, verkündigen lassen. Er hat schonungslos zerstört, er hat den Feind über dich frohlocken lassen und das Horn deiner Widersacher erhöht." Es ist interessant, wenn wir nachforschen, welches Wort sich denn hier erfüllt hat, das von all das her verkündigt wurde. Und wir können ganz an den Anfang der Bibel gehen, in die Bücher Mose. Dort können wir das Wort, das hier erfüllte Wort lesen, nämlich in 5. Mose. Dort hat Mose in den Kapiteln über Segen und Fluch schon viele, viele Jahrhunderte im Voraus gesagt, was passieren würde, wenn das Volk von Gott wieder abfallen wird und was dann mit ihnen geschehen wird, dass ein Feind kommt, das Land zerstört, sie wegschleppen wird.
[5:26] Und diese Prophezeiungen, sagt Jeremia hier, die habt ihr von alters her gehört und dennoch nicht befolgt. Aber diese Prophezeiung, genau sind eingebrochen. "Ihr Herz schreit zum Herrn: Die Mauer, du Mauer der Tochter Zion, lass Tränenströme fließen bei Tag und Nacht, gönne dir keine Ruhe. Dein Augapfel raste nicht. Steh auf und klage in der Nacht beim Beginn der Wachen. Schütte dein Herz wie Wasser aus vor dem Angesicht des Herrn. Hebe deine Hände zu ihm empor für die Seele deiner Kinder, die verhungern, verschmachten in allen Straßenecken."
[6:03] Diese Verse rufen auf zum Gebet, auch wenn das Volk das Gefühl hat, Gott sei nicht da, Gott hätte sie vergessen. Gott ist nicht fern, und das hat er auch immer gesagt. Und die Bibel sagt: "Schütte dein Herz aus wie Wasser vor dem Angesicht des Herrn." Das ist ein schönes Bild auch für uns, was wir uns zu eigen machen können, was wir uns aneignen dürfen, dass wenn unser Herz voll ist mit Traurigkeit, mit Bestürzung, mit Sorgen, mit Leid, dann dürfen wir unser Herz vor Gott ausschütten wie einen Eimer Wasser.
[6:40] "Herr, schau her und sieh an, wem hast du so gehandelt? Sollten den Frauen ihre eigene Leibesfrucht essen, die Kinder ihrer liebevollen Pflege? Sollten wirklich Priester und Propheten erschlagen werden im Heiligtum des Herrn?" Ja, hier haben wir auch noch mal so ein Gebet der Verzweiflung, das ja zu Gott ruft und fragt: "Sollte das wirklich geschehen, dass deine Diener in deinem Heiligtum umgebracht werden?" Und ja, es ist geschehen. "Auf den Straßen liegen am Boden hingestreckt Knaben und Greise, meine junge Frauen und meine Männer, meine jungen Männer. Sie sind durchs Schwert gefallen. Du hast sie ja wirkt am Tag deines Zorns, du hast sie schonungslos niedergemacht. Wie zu einem Festtag hast du sie zusammengerufen, hast du zusammengerufen alles, was ich fürchtete, von allen Seiten. Und nicht einer ist übrig geblieben am Tag des Zorns des Herrn. Dich liebevoll gepflegt und großgezogen hatte, die hat mein Feind vertilgt."
[7:46] Bei der Belagerung, bei der Wegführung nach Babylon ist also niemand vom Volk Gottes entkommen. Es hat jeden erwischt. Wir wissen, dass ja noch einige geflohen sind auf dem Weg durch den königlichen Garten hinten aus Jerusalem heraus, aber die babylonische Armee hat sie ergriffen, hat sie gefangen genommen und ja, schlimme Dinge mit ihnen getan.
[8:10] Kapitel 3: "Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zornes. Mich hatte verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht. Nur gegen mich kehrt er immer wieder seine Hand den ganzen Tag. Er hat mein Fleisch und meine Haut verfallen lassen und meine Knochen zermalmt. Er hat rings um mich her Gift und Leid aufgebaut." Dieses dritte Klagelied, das werden wir morgen noch mehr sehen. Das hat ganz im Zentrum auch die persönliche Empfindungen und dass die persönliche Wahrnehmung, wie das Volk Gottes dieses Gericht an sich empfand, empfunden hat und erfahren hat. Aber wir werden aussehen, dass es morgen ein Hoffnungsschimmer gibt und dass das Volk auch wieder eine neue sich Gott neu weinen möchte.
[9:03] Lass uns mit diesem Ausblick Gott anflehen und ihm danken und ihn darum bitten. Immer Vater im Himmel, auch wir erleben in unserem Leben das, was wir in den Klageliedern lesen. Wir erleben Sünde, die uns umschlingt. Wir erleben, dass wir vielleicht an Sünde festhalten und daraufhin merken, dass wir die Sünden, die Konsequenzen der Sünde alleine tragen müssen, weil du deine rettende Hand zurückgezogen hast, weil wir sie nicht ergreifen wollten.
[9:36] Herr, lass uns in unserem eigenen Leben deine Hand ergreifen, bevor es zu spät sein mag, bevor unser Leben vorbei ist oder wir nicht mehr in der Lage sind, oder so abgestumpft, dass es ja für uns unmöglich ist umzukehren. Hilf unseren Herzen, dass wir sie ständig auf dich richten und dass wir sie ausschütten vor dir, wenn uns etwas betrübt. Hab du Dank dafür. Amen.
Lizenz
Copyright ©2022 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.