In dieser Predigt über die Klagelieder 3:7-3:40 spricht Rabea Kramp über die tiefen Tiefen der Verzweiflung und des Leids, aber auch über die unerwartete Hoffnung, die selbst in den dunkelsten Momenten gefunden werden kann. Sie beleuchtet, wie Gott trotz menschlicher Fehler und Leiden präsent bleibt und wie kleine Zeichen seiner Gnade uns helfen können, den Glauben nicht zu verlieren. Die Botschaft ermutigt dazu, auf Gottes Eingreifen zu vertrauen und die eigene Herzensprüfung voranzunehmen.
Gott auf (m)einer Seite: Klagelieder 3:7-3:40
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:31] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 847 und werden das Kapitel 3 weiter lesen und studieren im Buch der Klagelieder. Wir werden heute so ein bisschen noch den Höhepunkt dieses Buches betrachten, das ja so im Klimax geschrieben ist, und wir werden heute die Hoffnung im Zentrum dieses Buches sehen können. Und bevor wir das tun, lass uns gemeinsam beten.
[1:01] Lieber Vater im Himmel, auch wir leben in einer Welt, die traurig ist, die ja voller Sünde ist, die uns betrübt macht. Aber im Zentrum unseres Lebens stehst du. Du bist unsere Hoffnung, du bist unser Anker, du bist das Licht und das Salz der Welt. Und wenn wir heute dein Wort lesen, dann lass uns das auch immer wieder bewusst werden. Amen.
[1:20] Wir beginnen in Kapitel 3, Vers 6. Wir haben gestern gesehen und schon festgestellt, dass es hier so eine ganz persönliche Wahrnehmung ist, die beschrieben wird, wie Gott, wie das Volk ist empfunden hat, den persönlichen Eindruck, wie so ein menschliches Herz denkt über Gott. "Finsternis ließ er mich wohnen, wie längst Verstorbene. Er hat mich eingemauert, dass ich nicht herauskommen kann. Mit seinen Ketten hat er mich beschwert. Selbst wenn ich schreie und rufe, verschließt er doch die Ohren vor meinem Gebet. Mit Quadersteinen hat er meine Wege vermauert, hat meine Pfade gekrümmt. Er lauert mir auf wie ein Bär, wie ein Löwe im Dickicht. Er hat meine Wege versperrt und hat mich zerfleischt, mich arg zugerichtet. Er hat seinen Bogen gespannt und mich mit dem Pfeil zum Ziel gesetzt. Er hat mir in die Nieren gejagt, die Söhne seines Köchers. Ich bin meinem ganzen Volk zum Gelächter geworden, ihr Spottlied den ganzen Tag. Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt. Er ließ meine Zähne sich an dabei sind, hat mich nieder gedrückt in die Asche. Ja, du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, dass ich das und dass ich das Glück vergaß. Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin und auch meine Hoffnung auf den Herrn."
[2:53] Das ist ein sehr trostloser Abschnitt und auch ein Abschnitt, wo man zu dem Eindruck gewinnt, die Menschen haben mit Gott abgeschlossen. Sie haben sie schieben ihm quasi alles in die Schuhe, was sie erlebt haben. Und es ist so ein Eindruck, der vermittelt: Es ist zu spät, wir können es, es ist aus mit unserem Glauben und wir finden nicht zurück zu Gott. Und genau diesen Eindruck möchte Satan jedem vermitteln, denn Sünde gefallen ist und das sind wir nun mal alle. Und genau das heißt sein Ziel, dass wir an so einen Punkt kommen, wie der, der hier beschrieben ist, und sagen: Alles, was ich getan habe, hat nichts genützt. Man betet, dann nichts genützt. Gott hat mich nicht gehört, Gott hat keine Gnade. Ich bin zerfleischt, ich bin da niedergestreckt, es nützt alles nichts.
[3:46] Und mitten in diese schwarze Stunde dringen die nächsten Verse: "Gedenke doch an mein Elend und mein Umherirren, an den Wermut und das Gift. Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt. Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen." Und in denen den Versen steckt unglaublich viel Kraft, denn wenn man nichts mehr kann, wenn man am Ende ist, und wenn man weiß, in einem selber ist nichts Gutes und man kann nur noch zu Gott flehen und hoffen, dass er es hört.
[4:20] Und der Glaube spricht hier so ein bisschen gegen die Gefühle. Dann ja, fängt so ein kleines Pflänzchen an zu wachsen, ein kleines Glaubenspflänzchen. Und auch wenn einem das eigene Innere, des eigenen Finden, die eigenen Gefühle sagen: Es ist aus mit dir, es ist völlig, du bist dahin, dir ist nicht mehr zu helfen, es ist zu spät. Dann hilft dieser kleine Glaube, der kleines wie ein Senfkorn, das Gott wieder großes aufbauen kann.
[4:51] Und die Hoffnung, die erfassen will, wird so beschrieben: "Gnadenbeweise des Herrn sind, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende." Diesen Vers kann man gar nicht genug Bedeutung beimessen, denn der Schreiber sagt es: Aufgrund dieser kleinen Gnadenbeweise des Herrn haben wir nicht komplett die Hoffnung verloren, nur fast komplett. Und diese kleinen Gnadenbeweise steckten zum Beispiel darin, dass Gott überhaupt welche übrig gelassen hat vom Volk, dass er Übrige ins Exil geschickt hat, das Übrige im Land Juda geblieben sind.
[5:34] Ein anderer Gnadenbeweis war, dass Gott Prophezeiung über Jeremia vermittelt hat, die gesagt haben: Ihr werdet 70 Jahre im Exil sein, danach werdet ihr wieder befreit, ich werde euch wieder aufbauen, ich werde Jerusalem wieder aufbauen. Und diese kleinen Funken, die den Glauben, das Glaubensfeuer so am Leben erhalten haben, an denen hing quasi alles, und die haben dann dazu beigetragen, dass das Volk Gott nicht völlig verlassen hat.
[6:03] Und wir können auch konstatieren, dass hier ab Vers 21 ja, dieses Licht und diese Hoffnung, dieser Glaube durchdringt und sich durch diese dicke Finsternis durchbohrt. Sie ist jeden Morgen neu. Und deine Kraft, deine Treue ist groß. "Der Herr ist mein Teil", spricht meine Seele, "darum will ich auf ihn hoffen." Die Gnade ist jeden Morgen neu, die Barmherzigkeit. Und das gibt uns einfach den wunderbaren Gedanken und die Hoffnung, dass wir jeden Tag neu mit Gott beginnen können. Jeden Morgen ist seine Gnade neu. Der Herr ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm sucht.
[6:46] Gut, ist Schweigen zu warten auf die Rettung des Herrn. Diesen Vers habe ich mir schon vor langer Zeit bunt angemalt in meiner Bibel, weil wir oft daran scheitern, schweigend zu warten auf den Herrn. Es ist eine schwierige Sache für uns, vielleicht uns untätig zu fühlen, nichts machen zu können, einfach zu warten, bis Gott einschreitet. Aber genau das ist, was Gott hier empfiehlt. "Es ist gut für einen Mann, das Joch zu tragen seiner Jugend. Sitze einsam und schweige, wenn er es ihm auferlegt. Stecke seinen Mund in den Staub, vielleicht ist noch Hoffnung vorhanden. Schlägt ihn jemand, so biete er ihm die Wange dar und lasse sich mit Schmach sättigen."
[7:34] Dieser Vers erinnert uns ganz prominent an eine Stelle, die wir alle kennen, wo es darum geht: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Und im Neuen Testament sagt Jesus: Wenn ihr so denkt, dann wenn einer dich schlägt, halte ihm noch die zweite Wange hin. Und wir müssen den Vers 31 anknüpfen, denn er erklärt diesen Vers 30, denn er heißt es: "Denn der Herr wird nicht auf ewig verstoßen, sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Fülle seiner Gnade."
[8:10] Das heißt, in einem Abschnitt heißt es hier: Wir sollen schweigend warten auf die Rettung des Herrn. Dann heißt es: Wenn jemand dich auf die Wange schlägt, biete ihm noch die andere dar. Und die Begründung lautet, dass Gott nicht auf ewig verstoßen wird. Heißt ganz praktisch runtergebrochen, dass wenn wir geschlagen werden, ob nun im buchstäblichen oder im übertragenen Sinne, dann heißt es, die andere Wange dazu bieten. Nicht, dass wir uns einfach endlos schlagen lassen, sondern dass wir warten, dass wir nicht selbst Justiz betreiben, das finde ich, selbst aktiv werden und sich selber rechtfertigen und verteidigen, sondern schweigend warten auf Gott, weil er nicht ewig verstößt, sondern er eines Tages unsere Feinde, der uns recht an unseren Feinden.
[9:03] Und genau das hat Jeremia vorausgesagt, dass Babylon genauso einen Untergang erleben wird, wie Judas erlebt hat. Also ein ganz interessantes Konglomerat von Gedanken her.
[9:17] Denn nicht aus Lust plagt und betrübt er die Menschenkinder. Auch ein wichtiger Punkt: Gott hat kein Gefallen am Tod des Gottlosen, heißt es schon in im Buche Ezechiel. Wenn alle Gefangenen eines Landes mit Füßen getreten werden, wenn das Recht eines Mannes gebeugt wird vor dem Angesicht des Höchsten, wenn die Rechtssache eines Menschen verdreht wird, sollte der Herr es nicht beachten? Ja, natürlich achtet Gott darauf. Gott sieht das alles und er merkt sich auch, wer hier etwas gesagt und es ist geschehen, ohne dass der Herr es befahl. Geht nicht aus dem Mund des Höchsten hervor, das Böse und das Gute.
[9:53] Was beklagt sich der Mensch, der noch am Leben ist? Hätte sich wahrlich jeder über seine Sünde zu beklagen.
[10:04] Auch ein interessanter Gedanke, dass wir ja eigentlich bei uns bleiben sollen, uns lieber über unsere eigene Sünde beklagen sollten, statt übereinander und vielleicht auch noch über Gott. Lasst uns unsere Wege prüfen und erforschen und umkehren zum Herrn. Das ist das, was die Bibel uns empfiehlt, nicht nur an dieser Stelle, auch an anderen, dass wir wahre Herzensprüfung betreiben, jeder bei sich selber und nicht bei einem anderen, sondern dass wir ja uns durchforschen, uns beleben und wiedergeboren und uns beleben lassen und wiedergeboren werden und bekehrte Menschen werden, denn das hat den größten Einfluss auch auf andere.
[10:49] Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, habe Dank, dass diese Hoffnungsschimmer in diesem traurigen Buch der Klagelieder mittendrin steht und dass wir wissen dürfen, dass du Gnadenbeweise schickst, an denen wir erkennen dürfen, du hast uns nicht verlassen. Lass uns diese Gnadenbeweise erkennen, daran festhalten und an sie glauben, denn dann sind wir gewiss, dass du dich mächtig erweisen wirst in unserem Leben und in dieser Welt. Hatte Dank dafür. Amen.
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