In dieser Predigt geht Christopher Kramp auf Markus 7:23-8:13 ein. Er beleuchtet, wie Jesus mit einer heidnischen Frau interagiert und wie er die Speisung der Zehntausenden durchführt. Dabei wird deutlich, dass Gott alle Menschen gleichermaßen liebt und versorgt, unabhängig von ihrer Herkunft. Die Predigt ermutigt dazu, geistlich zu denken und die Botschaft des Evangeliums richtig zu verstehen und weiterzugeben.
Gott auf (m)einer Seite: Markus 7:23-8:13
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: MarkusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute mit Seite 1043. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, willkommen zu dir, weil wir dich so sehr brauchen. Du musst unser Herz durchleuchten durch deinen Heiligen Geist. Du weißt allein, was unserem Herzen ist, denn so viele schmutzige Dinge, oft Gedanken, Stolz und Unvernunft und Besonnenheit. Herr, wir können unser Herz nicht allein reinigen. Du musst unser Herz nehmen, schwach und verzagt, und uns ein neues Herz schenken. Darum bitten wir dich heute um neue Gedanken, Gedanken, die von dir kommen, dass wir nicht menschlich, fleischlich denken, sondern geistlich, und dass wir so dein Wort richtig verstehen können. Das bitten wir im Namen Jesu, der für uns eintritt. Amen.
[1:25] Wir sind in Markus Kapitel 7. Die Pharisäer, die aus Jerusalem gekommen sind, haben Jesus angegriffen, warum seine Jünger mit ungewaschenen Händen essen und damit die Tradition übertreten. Jesus hat ihnen deutlich gemacht, dass sie oft mit ihren Traditionen das Gesetz Gottes brechen. Und ihnen dann, und dann der ganzen Volksmenge gezeigt, wie wichtig es ist, geistlich zu denken, wirklich hinzuhören, was das Wort Gottes sagt, dass die Verunreinigung nicht von außen in den Menschen kommt, sondern die Verunreinigung aus dem Herzen hervorkommt. Dort ist das eigentliche Problem. Genauso wie auch die Pharisäer das Problem hatten und viele dachten, dass das Problem die Römer von außen sind. Das Problem war die Sünde von innen. Und Jesus kam nicht, um die Römer zu vertreiben, sondern um das menschliche Herz zu verändern. Wir brauchen eine geistliche Perspektive. Und Jesus zeigt ihnen, dass aus dem Herzen die Unreinheiten kommen, die uns wirklich unrein machen. Und deswegen sagte er in Markus 7, Vers 23: "All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen."
[2:30] Und er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Sidon und trat in ein Haus. Wollte aber nicht, dass jemand es erfuhr, und konnte doch nicht verborgen bleiben. Jesus zieht sich mit seinen Jüngern zurück, außerhalb von Galiläa, Richtung Norden, in das Gebiet, wo die Heiden leben. Er wollte eigentlich besonders Zeit verbringen mit seinen Jüngern, jetzt, um sie vorzubereiten auf das, was in weniger als einem Jahr auf sie zukommen würde. Wir sind jetzt in diesem letzten Jahr nach dem Passah 30, wo Jesus sich zum Teil auch einige Wochen und Monate mehr zurückgezogen hat und mit seinen Jüngern mehr Zeit verbringen wollte. Und trotzdem wird er erkannt. Eine Frau hatte von ihm gehört, deren Tochter einen unreinen Geist hatte. Und sie kam und fiel ihm zu Füßen. Die Frau war eine Griechin aus Syro-Phönizien, gebürtig. Und sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. Interessanterweise sagt Matthäus, dass sie eine Kanaaniterin war. Sie war ja aus diesem Gebiet der Kanaaniter. Aber die Heiden, die Markus hier im Auge hat, die hätten mit dem Begriff Kanaaniterin nicht viel anfangen können, weil das ein Begriff aus dem Alten Testament ist. Die Juden kannten natürlich sehr gut. Und Markus verwendet einen Begriff, der aus der damaligen Zeit stammt, den man politisch einordnen konnte. Eine Griechin, es war nach Heiden, das ist ohne Frage die wahrscheinlich eine hellenistische Kanaaniterin, die ja griechisch geprägt war, dort aus diesem Gebiet. Aber Jesus sprach zu ihr. Sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. Aber Jesus sprach zu ihr: "Lasst zuvor die Kinder satt werden. Das ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft." Matthäus berichtet etwas ausführlicher, wie Jesus eigentlich den Jüngern den Spiegel vorhält, die diese Frau schnell abgefertigt sehen wollten. Sie aber antwortete und sprach zu ihm: "Ja, Herr, und doch essen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder." Und er sprach zu ihr: "Um dieses Wortes willen ist der Dämon aus deiner Tochter ausgefahren." Matthäus präzisiert noch, dass sie sagt, dass er einen so großen Glauben, ja, dass er einen großen Glauben gehabt hat. Jesus zeigt eigentlich, das macht die Geschichte Matthäus deutlicher, dass sie den Glauben von Jakob gehabt hat, der sich nicht hat abweisen lassen und deswegen eine echte Israelitin in Wirklichkeit ist, im geistlichen Sinne.
[5:02] Und als sie in ihr Haus kam, fand sie, dass der Dämon ausgefahren war und die Tochter auf dem Bett lag. Und er verließ das Gebiet von Tyros und Sidon wieder und begab sich zum See von Galiläa, mitten durch das Gebiet der Zehn Städte. Und auch das ist östlich des Sees, also das ist auch wie ein heidnisches Gebiet, wo sehr viele Heiden gewesen sind. Die Dekapolis, das waren zehn griechisch geprägte Städte östlich des Sees Genezareth oder des Sees von Galiläa, wie hier genannt wird. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. Und er nahm ihn beiseite, weg von der Volksmenge, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. Das ist sehr interessant. Jesus hat sonst keine Probleme damit gehabt, auch vor einer großen Volksmenge Menschen zu heilen. Aber hier heilt er diesen Mann nur vor seinen Jüngern und zwar auf eine Art und Weise, die offensichtlich eine Zeichenhandlung ist, die nicht gewöhnlich ist. Er legt seine Finger in die Ohren und berührt seine Zunge mit Speichel. Offensichtlich geht es darum, es geht um das Hören. Jesus hat schon oft gesagt: "Wer Ohren hat zu hören, der höre!" Und er blickt zum Himmel auf, seufzt und sprach zu dem Vater: "Effata!", das heißt: "Tu dich auf!" Auch hier sehen wir, dass Jesus aramäisch gesprochen hat. Und es geht bei diesem, es geht ja eigentlich darum, dass etwas wirklich durchstoßen werden soll, etwas richtig aufgehen soll, dass man richtig hört.
[6:29] Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig. Ja, war jemand, der konnte ein wenig reden, aber redete nicht so richtig, konnte nicht richtig aussprechen, weil er nicht gehört hat. Und ich glaube, dass Jesus hier die Jünger eigentlich im Sinn hatte. Die Jünger, die ja einmal das Evangelium in die ganze Welt predigen sollten, die auch schon gepredigt hatten, aber die Botschaft noch nicht richtig ausgesprochen haben, weil sie noch nicht richtig zugehört hatten, was eigentlich wirklich das Evangelium ist. Noch immer dachten sie, Jesus wird ein König, der die Römer vertreibt. Noch immer waren sie von vielen weltlichen Ideen eingenommen. Immer haben sie danach gestritten. Und Jesus hat ihnen schon so viel erklärt, aber es drang nicht richtig durch. Wir haben gesehen in Markus 10, dass ihre Herzen noch verhärtet waren. Und Jesus wollte diese Zeichenhandlung nicht vor der Volksmenge, sondern vor den Jüngern deutlich machen: Eure Herzen müssen durchstoßen werden. Macht euch darauf, mach dich auf! Denn wenn sie richtig hören würden, würden sie auch richtig die Botschaft weitergeben. Auch wir müssen richtig hören, damit wir die Botschaft richtig aussprechen und richtig weitergeben.
[7:41] Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Aber je mehr es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt. Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: "Er hat alles wohlgemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden." Auch die Menschen östlich des Sees Genezareth in der Dekapolis sind außer sich vor Begeisterung. In jedem Tagen war eine sehr große Volksmenge zugegen, und sie nichts zu essen hatten. Rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: "Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren uns schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen." Das ist nicht die Speisung der 5000, die war schon gewesen. Und Jesus redet jetzt mit diesen, mit seinen Jüngern, über diese Heiden, von denen viele Heiden waren, die auch etwas essen brauchen. In dieser Zeit ist Jesus offensichtlich damit darum bemüht, seine Jünger gedanklich ganz vorsichtig an den Gedanken zu gewöhnen, dass irgendwann auch mal die Heiden das Evangelium hören sollten. Wahrscheinlich haben die Jünger all diese Fälle, wie hier mit der Syrophönizierin, nur als Ausnahmen gesehen. Petrus hat ja noch Jahre später ziemlich viel Nachhilfeunterricht vom Heiligen Geist gebraucht, um zu verstehen, dass das Evangelium auch zu den Heiden gepredigt werden soll und dass auch die Heiden gerettet werden sollen.
[8:52] Hier sagt diese Mitleid mit der Menge. Sie brauchen was zu essen. Vers 3: "Und wenn ich sie ohne Speise nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten, denn etliche von ihnen sind von weit her gekommen." Jesus war nicht der Meinung, dass es ihre eigene Sache ist, sondern er wollte für sie sorgen. Und seine Jünger anfordern, ihm, woher könnte jemand diese hier in der Einöde mit Brot versorgen? Aber sie wussten doch, dass Jesus schon 5000 Männer plus Frauen plus Kinder satt gemacht hatte. Haben sie vielleicht gedacht, dass er das nur für Juden tun würde, nicht für Heiden? Und er fragte sie: "Wie viele Brote habt ihr?" Sie aber sprachen: "Sieben." Da befahl er der Menge, sich auf die Erde zu legen. Genau das, was er auch mit den Juden in Galiläa gemacht hatte. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilten. Und sie teilten sie dem Volk aus. Sie hatten auch noch einige kleine Fische. Und nachdem er gedankt hatte, brach er auch diese aus. Und sie aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übrig gebliebener Brocken auf. Es waren aber etwa 4000, die gegessen hatten.
[9:57] Und endlich, sie Gott segnet nicht nur die Juden, er segnet genauso die Heiden mit demselben Wunder. Genau so überreicht, das auch hier wieder überreich, übermäßig viel übrig bleibt, sieben Körbe voll von Brocken. Tausend Heiden werden genauso satt wie Juden. Und wenn die Jünger ein bisschen mehr zugehört hätten und ein bisschen mehr aufgepasst hätten, wirklich geistlich versucht hätten zu verstehen, hätten sie gesehen: Jesus will ihnen zeigen, Gott behandelt die Heiden nicht anders als die Juden.
[10:29] Und sogleich stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha. Und die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn zu versuchen. Und er seufzt in seinem Geist und sprach: "Er wollte nicht streiten. Jesus war nie zum Debattieren aufgelegt, weil ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden." Und er ließ sie stehen, stieg wieder in das Schiff und fuhr an vielseitiger Ufer. Jesus hat sich nie auf Debatten eingelassen, und auch wir sollten nicht einfach debattieren, um des Diskutierens willen. Lasst uns lernen, wenn Menschen uns in Diskussionen verstricken wollen, dass wir die Sache geistlich betrachten, so wie Jesus.
[11:14] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir sehen können, dass du alle Menschen gleich behandelst. Dass für dich der Glaube eines Jakob nicht besser ist als der Glaube einer syrophönizischen Kanaaniterin, die sich genauso an Jesus geklammert hat und im Effekt gesagt hat: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich." Danke zu sehen können, dass du für dein Volk genauso sorgst, auch wie für andere Menschen. Und dass du sie alle überreich segnen möchtest und mit ihnen allen Mitleid hast. Herr, vergib uns, dass wir oft wie die Jünger das nicht begreifen. Und er führt uns mit dem Heiligen Geist, dass wir es begreifen, wie du möchtest, dass wir es begreifen. Das bitten wir im Namen Jesu.
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