In dieser Predigt geht Christopher Kramp auf Matthäus 15:31-16:16 ein. Er beleuchtet die Speisung von Tausenden von Menschen durch Jesus und die Reaktion seiner Jünger, die trotz erlebter Wunder immer wieder an ihren eigenen Ressourcen zweifeln. Weiterhin thematisiert er die Warnung Jesu vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer und die entscheidende Frage, für wen Jesus gehalten wird, die in Petrus‘ Bekenntnis gipfelt.
Gott auf (m)einer Seite: Matthäus 15:31-16:16
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: MatthäusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 1012. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, willkommen zu dir und bitten dich, dass du unser Herz nimmst, wie es ist, und dass du es rein machst. Und dass du durch den Heiligen Geist darin wohnst. Unser Herz ist so trotzig und verzagt, dass wenn du nicht darüber regierst, das unser ganzes Leben schmutzig und unrein macht. Aber wir wollen es dir geben, dass du es neu machen kannst und auch neu halten kannst. Bitte sprich du durch dein Wort jetzt zu uns. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und schreib dein Gesetz, deinen Charakter in unser Herz. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:36] Wir sind in Matthäus Kapitel 15. Jesus befindet sich auf der Ostseite des Sees von Galiläa, des Sees Genezareth, in dem Gebiet der Dekapolis, wie die Parallelberichte dann deutlich machen, wo auch viele Nichtjuden dabei sind, viele, die heidnischen Ursprungs sind. Und große Mengen kommen da zusammen und Jesus heilt sie alle. Und wir lesen weiter ab Vers 31, sodass ich die Menge verwunderte, als sie sah, dass stumme redeten, gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sehen konnten. Und sie priesen den Gott Israels. Und diese Formulierung ist ganz interessant, weil es hier viele Nichtisraeliten sind, die nicht einfach nur ihren Gott preisen, sondern wie man es bei Galiläa zum Beispiel geschrieben hätte oder in Judäa. Das ist, dass Menschen Gott preisen. Sondern es sind nicht die Israeliten, die jetzt den Gott Israels anerkennen, dass der Gott, den Israel verehrt, der wahre Gott ist, dass er wirklich helfen kann, anders als die Götzen, die sie bisher gewohnt gewesen sind. Und auch das zeigt, dass in dieser Phase, das ist der nach dem Frühjahr 30, der chronologische Knackpunkt ist dort die Geschichte Johannes 6, die Speisung der 5000 und die danach folgende Krise in Galiläa, als Jesus sich dann zurückgezogen hat und offensichtlich in mehreren Geschichten versucht hat, den Jüngern ein bisschen den Horizont zu erweitern. Das ist Evangelium auch über Galiläa und über der hinausgehen muss.
[3:17] Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: „Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. Und ich will sie nicht ohne Speise entlassen, damit sie nicht auf dem Weg verschmachten.“ Das ist interessant, weil die Geschichte der Speisung der 5000 schon stattgefunden hatte, damals in Galiläa.
[3:39] Und seine Jünger sprachen zu ihm: „Woher sollen wir in dieser Einöde so viel Brot nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?“ Und dann stellt sich die Frage, wenn man jetzt weiß, dass diese Geschichte der 5000 schon stattgefunden hat, ob die Jünger überhaupt aufgepasst haben. Oder ist es vielleicht so, dass sie sich nicht vorstellen konnten, dass Jesus, dass Gott durch Jesus ein solches Wunder auch für die Heiden tun würde? Auf jeden Fall ist der Blick wieder auf sich selbst gerichtet: „Woher sollen wir in dieser Einöde hier nichts, sollen wir das Problem lösen?“
[4:13] Und Jesus sprach zu ihnen: „Wie viel Brote habt ihr?“ Jesus stellt uns die Frage, wenn wir denken: „Wie sollen wir das machen? Wir haben nicht genug Ressourcen, haben nicht genügend Menschen, wir haben nicht genügend Geld oder Kapazitäten. Wie sollen wir das machen?“ Und Jesus stellt uns die Frage: „Was hast du?“
[4:31] Sie sprachen: „Sieben und ein paar Fische.“ Und das wird ganz deutlich. Seine einzige Geschichte ist nicht dieselbe Geschichte. Es ist eine zweite Geschichte. Der Gebote dem Volk, sich auf die Erde zu lagern und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern. Die Jünger aber gaben sie dem Volk. Und sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was man Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll. Es waren aber etwa 4000 Männer, die gegessen hatten, ohne Frauen und Kinder. Halt, eine andere Gruppe, nicht die 5000 aus Galiläa, sondern 4000 hier, östlich des Sees Genezareth. Aus den Parallelberichten wird deutlich: eine zweite Geschichte. Und Matthäus hat beide Geschichten und macht mit ganz deutlich, es handelt sich nicht um ein Versehen, dass einmal die Zahlen anders sind, sondern es sind zwei verschiedene Geschichten. Einmal in Galiläa, einmal hier in einem Gebiet, das vor allem heidenes geprägt ist.
[5:21] Und nachdem er die Volksmenge entlassen hatte, stieg er in das Schiff und kam in die Gegend von Magdala. Wie das ist eigentlich eine versteckte Brille, gar nicht so versteckt, eine ziemlich deutliche Botschaft, dass Jesus das Selbe für die Heiden tun möchte, was er auch für die Juden in Galiläa getan hat. Aber die Jünger waren immer wieder langsam im Lernen. Und wir sollten das nicht vorhalten, denn auch wir sind oft sehr langsam im Lernen.
[5:48] Ich bin langsam im Lernen. Ich bin langsam und wir müssen lernen, auf Jesu Lektionen zu achten und sie wirklich zu Herzen zu nehmen. Ich möchte mir das vornehmen. Du auch?
[6:07] Und die Pharisäer und Sadduzäer traten zu ihm und verlangten, dass sie ihm ein Zeichen aus dem Himmel zeigen mögen. So ähnlich, wie wir das schon in Kapitel 15 gesehen haben, nur diesmal sollte es ein Zeichen am Himmel sein. Er antwortete und sprach zu ihnen: „Am Abend sagt ihr: Es wird schön, denn der Himmel ist rot. Und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter, denn der Himmel ist rot und drüber.“ Sie waren also ganz gar nicht so schlecht in der Astronomie, ist vielleicht zu viel gesagt, aber in der Himmelskunde, in der Wetterkunde, sie waren ganz gut darin, sozusagen naturwissenschaftlich, soweit es ihnen damals wirklich war, vorherzusagen, was wohl das Wetter geben wird. „Ihr Heuchler! Das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht.“
[6:49] Es gibt etwas Wichtiges als die Wetternachrichten, und das sind die Zeichen der Zeit, die zeigen, wo wir im Laufe der prophetischen Geschichte stehen. Damals erfüllten sich so viele Prophezeiungen im Leben von Jesus, Prophezeiungen aus den alttestamentlichen Propheten, vor allem aus dem Buch Daniel, Kapitel 9. Und die Pharisäer hätten diese Dinge erkennen sollen, aber das erkannten sie nicht. Kann es auch sein, dass wir heute mit vielen Dingen beschäftigt sind und uns viel Wissen über dies und jenes aneignen, aber die Zeichen der Zeit nicht erkennen?
[7:26] „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen“, das sind die gleichen Worte, die er ja auch schon Matthäus 15 verwendet hatte. Aber es wird ihm kein Zeichen geben werden, als nur das Zeichen des Propheten Jona. Und er verließ sie und ging davon.
[7:43] Als sie es wieder versuchten, gab er ihnen wieder dieselbe Antwort. Und als seine Jünger ans jenseitige Ufer kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen. Jesus aber sprach zu ihnen: „Haltet acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.“
[8:06] Jesus ist gedanklich immer noch bei dem, was er gerade mit den Pharisäern erlebt hat. Dann machten sie sich untereinander Gedanken und sagten: „Weil wir kein Brot mitgenommen haben.“ Das passiert ganz oft in den Evangelien. Ist mir irgendwann mal aufgefallen, dass Menschen Jesus falsch verstehen, weil sie Dinge, die er geistlich gemeint hat, über-buchstäblich verstehen. Ja, wir denken an Nikodemus dann in Johannes 3: „Du musst von neuem geboren werden.“ Und er denkt, er muss doch mal in den Unterleib. Solche Stellen wird es immer und immer wieder geben. Und hier haben wir auch so einen Fall, wo Jesus den Sauerteig als ein Symbol verwendet für die Lehre, die die falschen Prinzipien und Prämissen der Schriftgelehrten. Aber die Jünger hören Sauerteig und denken: „Oh, essen.“
[8:51] Als es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: „Ihr Kleingläubigen! Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot mitgenommen habt?“ Man denke daran, dass ja jetzt, also zumindestens in der Reihenfolge von Matthäus, bereits zwei Speisungswunder stattgefunden. Und die Jünger fragen sich wieder: „Woher kriegen wir das Brot?“ Versteht ihr noch nicht und denkt ihr nicht an die fünf Brote für die 5000 und wie viele Körbe ihr davon aufgehoben habt? Auch nicht an die sieben Brote für die 4000 und wie viele Körbe ihr da aufgehoben habt? Wir sehen also, beide Geschichten haben schon stattgefunden. Und es sind tatsächlich zwei verschiedene Geschichten, ganz offensichtlich. Und dieses möchte, dass wir, wenn wir Wunder mit ihm erlebt haben, auch die Lehren daraus ziehen und nicht immer wieder dieselben Fehler machen.
[9:40] Jesus ist gnädig, er ist geduldig, er ist ein guter Lehrer. Und deswegen hilft er auch seinen Jüngern erneut. Aber er möchte eigentlich sein Wort ist, dass wir lernen und auch entsprechend das unser Vertrauen wächst, weil wir schon gesehen haben.
[9:52] Haben. Warum versteht ihr denn nicht, dass ich euch nicht wegen des Brotes gesagt habe, dass ihr euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer hüten solltet? Da sahen sie ein, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
[10:10] Jesus ist mittlerweile seine Jünger so weit, dass er sie tatsächlich warnen kann vor der Lehre der angesehenen Theologen seiner Zeit. Ganz am Anfang hätte das, ganz am Anfang gesagt, dann hätten sie wahrscheinlich das nicht begreifen können, weil sie so selbstverständlich davon ausgegangen sind, dass die natürlich die Wahrheit sagen. Aber jetzt haben sie Jesus so gut kennengelernt, dass sie mittlerweile in der Lage versetzt werden, immer besser zu differenzieren, was wirklich Wahrheit ist und was nur religiöse Tradition ist.
[10:42] Aber als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: „Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen?“ Sie sprachen: „Etliche für Johannes den Täufer, andere aber für Elia, noch andere für Jeremia oder einen der Propheten.“ Interessant ist, dass also Johannes der Täufer, wir haben gesehen, dass Herodes diesen Eindruck hatte. Elia natürlich, weil die Menschen glaubten, dass Elia buchstäblich vom Himmel kommen würde. In einer buchstäblichen Erfüllung von Maleachi. Ach ja, obwohl das natürlich eine geistliche hat. Interessant ist Jeremia, denn Jeremia ist ein Prophet mit einer sehr ernsten Botschaft, aber auch mit einer Botschaft, die die Liebe Gottes enorm stark hervorbringt. Jeremia 31: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen.“ Aus der Gnade. Ein Prophet, der auch sehr emotional gewesen ist, der sehr gelitten hat und der sich so sehr gewünscht hat, dass Evangelium, dass die Menschen das Evangelium annehmen, umkehren. Offensichtlich haben die Menschen, wenn sie Jesus gesehen und gehört haben, sich immer wieder an das Buch Jeremia erinnert.
[11:48] „Das spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Und das ist eine ganz entscheidende Frage: Wer ist Jesus für dich?
[11:57] Da antwortete Simon Petrus und sprach: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Das war nicht eine spontane Erkenntnis. Es war eine Erkenntnis, die die Jünger schon ziemlich am Anfang gehabt haben. Wenn man in Johannes 1 dann liest, im ersten Kapitel, stellt man fest, dass schon dort die Jünger diese Dinge sagen. Und das zeigt uns, dass sie von Anfang an wussten, eigentlich Jesus ist der Messias, auch wenn sie viele Dinge nach und nach erst verstehen mussten und viele Dinge auch erst nach und nach über den Messias lernen mussten, was er wirklich tun sollte. Aber hier ist es eine Bestätigung. Simon Petrus bestätigt, was sie bereits seit langer Zeit glauben.
[12:40] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, vergib uns, dass wir so oft dieselben Fehler machen und so schnell vergessen, was du uns bereits gezeigt hast und in welchen Wundern du unser Leben eingegriffen hast. Gibt es wir doch wirklich aus diesem Wunder lernen und Vertrauen zu dir entwickeln, dass wir, wenn die nächste Schwierigkeit kommt, wir nicht wieder in dasselbe Loch fallen, sondern aufgrund der Erfahrung wissen, doch wenn wir nicht alles gerade verstehen können, dass du für uns sorgst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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