In dieser Predigt wird der Prophet Micha und seine Botschaft aus Micha 1:1-12 beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die Bedeutung von Michas Namen, seine Zeitgenossen und die universelle Reichweite seiner prophetischen Worte. Es wird aufgezeigt, wie Gott verschiedene Stile und Persönlichkeiten nutzt, um seine Botschaft zu übermitteln und wie wir alle mit unseren einzigartigen Gaben zur Verkündigung des Wortes beitragen können.
Gott auf (m)einer Seite: Micha 1:1-1:12
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: MichaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Heute mit Seite 955. Lasst uns gemeinsam bieten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns lieb hast und dass du jeden Menschen lieb hast. Ja, du hast sogar die Tiere lieb. Das haben wir letzte Nacht gesehen. Und wir möchten dich bitten, dass auch heute durch dein Wort wir verstehen, was die Intention deiner Botschaft ist. Dass sie uns nicht gegeben ist, dass wir einfach nur korrekte Wahrheiten rechthaberisch weitergeben, sondern dass alles, was du an Wahrheit uns schenkst, dazu dient, dass Menschen umkehren und zu dir finden. Herr, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass wir diese Botschaft auch im Buch Micha finden, dass wir dich dort finden und deine Stimme zu unserem Herzen hören. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:35] Wir beginnen heute mit dem Propheten Micha. Es heißt in Micha 1, Vers 1: "Dies ist das Wort des Herrn, das an Micha, den Moraschiten, erging." Micha heißt es, Micha – der Name bedeutet "Wer ist wie er?". Eine Kurzform von Michael. Ja, wer ist wie der Herr? Wir werden sehen, dass Micha jemand ist, der gerne auch Wortspiele verwendet und auch diesen seinen eigenen Namen später am Ende seines Buches dann, ja, benutzt.
[2:12] "In den Tagen Jotams, Ahas und Hiskias, der Könige von Juda, was er geschaut hat über Samaria und Jerusalem." Micha war offensichtlich ein Zeitgenosse von Jesaja. Und wir werden sehen, dass einiges an dem, was er sagt, zum Teil fast wörtlich mit der Botschaft Jesajas übereinstimmt. Man könnte sagen, er ist eine sehr gekürzte Fassung wesentlicher Ideen, die im Buch Jesaja, ja, das sehr lange ist, man sagt 66 Kapitel, sehr viel ausführlicher dargestellt werden. Aber die Botschaft von Micha betrifft offensichtlich nicht nur das Südreich, aus dem er selbst ist, im in Juda gelegen, sondern auch das Nordreich Israel mit seiner Hauptstadt Samaria, das zu dieser Zeit ja auch noch existierte. Weswegen Micha auch eins, Zeitgenosse von Hosea ist, der insbesondere im Nordreich wirkte.
[3:13] Was die Botschaft, die er gepredigt hat: "Hört zu, ihr Völker alle, achtet darauf, wo Erde und alles, was sie erfüllt, auch mich." Hat eine Botschaft, die nicht an das Volk Israel alleine geht, sondern letztlich international ist an alle Menschen. "Und Gott der Herr sei Zeuge gegen euch, der Herr von seinem heiligen Tempel aus." Auch unsere Botschaft basiert darauf, dass Gott in seinem himmlischen Heiligtum für uns da ist und er dort auch dann Gericht hält.
[3:51] "Denn siehe, der Herr wird ausgehen von seiner Städte und wird herabkommen und auf die Höhen der Erde treten und die Berge zerschmelzen unter ihm wie Wachs vor dem Feuer und die Täler spalten sich wie Wasser, das den Abhang hinunterstürzt." Wir glauben, dass Jesus wiederkommen wird und dass diese Beschreibung der alttestamentlichen Propheten auch eine Beschreibung der großen Ereignisse sind, die passieren werden, wenn Jesus wiederkommt und die Welt, wie wir sie kennen, zugrunde gehen wird.
[4:29] "Das alles wird geschehen wegen der Übertretung Jakobs und wegen der Sünde des Hauses Israel." Was ist aber die Übertretung Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und welches sind die Höhen Judas? Ist es nicht die Hose? An mich hat gezeigt, dass das Hauptproblem sowohl im Nordreich als auch im Südreich direkt dort ist, wo die Hauptstadt ist. Dort ist der Götzendienst ganz besonders konzentriert.
[4:54] "Darum will ich Samaria zu einem Steinhaufen im Feld machen und seiner Pflanzstätte für Weinberge." Wir wissen aus der Geschichte von Nabot, dass in der Nähe von Samaria tatsächlich auch Weinberge angepflanzt worden sind. Aber hier wird vorhergesagt, dass die Stadt selbst so zerstört wird, dass nur noch Landwirtschaft auf ihr betrieben wird. "Und ich will deine Steine ins Tal hinunterwerfen." Samaria lag auf einem Hügel. "Und ich will seine Steine ins Tal hinunterwerfen und seine Grundfesten bloßlegen und alle ihre Götzenbilder sollen zerschlagen und alle ihre Weihegaben mit Feuer verbrannt werden."
[5:30] "Und ich will alle ihre Götzenbilder der Verwüstung preisgeben, denn von Hurenlohn sind sie zusammengebracht worden und zum Lohn sollen sie wieder werden." Micha kündigt die Zerstörung Samarias an, so wie auch andere Propheten, die wir bereits gelesen haben. Eine Zerstörung, die dann durch Salmanassar, den Fünften, auch Realität wurde.
[5:56] "Darüber will ich Wehklagen und jammern, ausgezogen und entblößt einhergehen." Micha hat sich nicht gefreut an der Gerichtsbotschaft. Er hat diese Lektion verstanden, die wir im Buch Jona studiert haben. Er klagt über die Botschaft, es traurig darüber, dass Menschen verloren gehen werden. Wir haben das gleiche bei Jeremia gesehen, auch Jesaja ist ausgezogen und entblößt. Was hebräischen Denken bedeutet, dass eben das Obergewand gefehlt hat.
[6:28] "Umhergegangen, ich will eine Wehklage halten wie die Schakale und eine Trauer wie die Strauße, denn ihre Wunde ist unheilbar." Sie erstreckt sich bis nach Juda und reicht bis zu den Toren meines Volkes, bis nach Jerusalem. Micha ist auch deswegen so traurig, weil das Schicksal des Nordreiches Israel auch Rückwirkungen hat auf Juda. Die beiden sind ja eng miteinander verknüpft und sowohl die Sünden als auch das Gericht über die Sünde werden vor Juda nicht halt machen.
[7:05] "In Gas verkündet es." Und dieses ist eines von zahlreichen Wortspielen, die den nächsten Versen jetzt von Micha verwendet werden. Wir wissen, dass die Propheten auch Poesie im Unterricht in der Propheten-Schule gehabt haben. Nehmen wir ein gutes Beispiel, denn das Wort "verkünden" klingt im Hebräischen so ähnlich wie das Wort "Gott weint". Nur nicht in "Beet-Lecher", "wälze dich im Staub" oder klingt in "Lecher", das Wort "verstauben".
[7:40] "Mache dich auf den Weg, du Einwohnerschaft von Saphir, in schimpflicher Blöße." Es gibt also Wortspiele und auch ganz bewusste Kontraste. Saphir heißt die schöne Stadt, und diese schöne Stadt wird in schimpflicher Größe, was das Gegenteil von Schönheit ist, beschrieben.
[8:02] "Die Bewohner von Sananen ziehen nicht aus." Auch das im Gegensatz. "Saanan" heißt ausziehen. "Die Wehklage von Beet-Esel nimmt euch die Lust zum Aufenthalt dort, denn die Einwohnerschaft von Marot wartet sehnsüchtig auf gutes." Marot, das sind die Bitterkeiten, weil Unheil herabgekommen ist vom Herrn bis vor die Tore.
[8:29] Wir sehen hier übrigens auch, dass die Botschaft der Bibel zuallererst natürlich eine geistliche Botschaft ist, aber dann auch auf eine Art und Weise dargeboten wird, dass sie dem Leser auch ja auch von dem poetischen Gehalt, von dem literarischen Wert, echte Schönheiten bietet. Und das ist ja auch sehr unterschiedlich Art und Weise.
[8:52] Wir sehen hier die Persönlichkeiten der verschiedenen Schreiber. Wir haben gesehen, wie der Amos gerne rhetorische Fragen gestellt hat. Bei Micha sehen wir, dass er mit Wortspielen und ja, mit solchen bewussten Kontrasten arbeitet. Und das zeigt uns, dass Gott Menschen verschiedenen Geschmäckern und verschiedenen Stilen verwendet, um eine einheitliche Botschaft zu predigen.
[9:16] So dass auch wir am Ende der Zeit wissen dürfen, dass egal wie unterschiedlich wir sind, egal welche Geschmäcker wir haben, egal welche welchen Stil wir vielleicht in unserer Persönlichkeit haben, dass wenn wir uns alle dem Geist Gottes unterwerfen, wir eine einheitliche Botschaft predigen können, jeder auf seine ganz besondere individuelle Art und Weise, sowie die Propheten individuell eine gemeinsame, harmonische, nicht sich widersprechende Botschaft gepredigt haben.
[9:46] Lass uns Gott dafür danken. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du unterschiedliche Menschen rufst und dass du Menschen nicht einfach gleich bügelst, sondern dass jeder mit seiner Persönlichkeit und mit seinem Stil und seinem Wesen etwas dazu beitragen kann, dass die Botschaft in ihrer ganzen ihre Grenze, der ganzen Schönheit und ihre ganzen Tragweite verstanden und gepredigt wird.
[10:10] Gib, dass wir verstehen, wie auch wir mit unseren besonderen Eigenschaften, die niemand so hat, wie jeder von uns persönlich, die wir durch deinen Heiligen Geist geheiligt, einen Beitrag leisten können zur Verkündigung deines Wortes. Es bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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