In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beginnt Christopher Kramp mit dem Buch Nehemia. Er beleuchtet Nehemias tiefe Betroffenheit über den Zustand Jerusalems und die Not seines Volkes. Nehemias Reaktion – Fasten, Weinen und ein intensives Gebet, das sich auf Gottes Verheißungen im Gesetz beruft – dient als Vorbild für die Gemeinde heute. Die Folge ermutigt dazu, sich persönlich für Gottes Werk einzusetzen und mit der Bibel in der Hand für die Erneuerung zu beten.
Gott auf (m)einer Seite: Nehemia 1:1-1:11
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, NehemiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Seite 528. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für ein wunderbares Wort und die vielen interessanten Geschichten, die direkt in unser Leben hineinsprechen. Für die Kraft, die dein Heiliger Geist durch die Worte in unserem Leben entfacht. Wir möchten dich bitten, dass du uns zeigst durch dein Wort, wo wir Veränderungen vornehmen müssen in unserem eigenen Leben, in unseren Familien, in unserer Gemeinde. Und bitten dich, dass du jetzt direkt zu unserem Herzen sprichst und das mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:15] Wir beginnen heute mit dem Buch Nehemia, ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut, sehr freue, ein Buch, das ich sehr mag und das für unsere Zeit ganz besonders eine ganze Reihe von wichtigen Lektionen enthält. Dieses Buch gehört im Grunde genommen eigentlich zum Buch Esra dazu, so wie es eine Weiterführung der Chronikbücher ist, so ist Nehemia sozusagen wie ein zweiter Teil zu dem, was im Buch Esra beschrieben worden ist, die Weiterführung und der Schlusspunkt, Höhepunkt der ganzen Geschichte um den Aufbau Jerusalems.
[1:56] Und wir beginnen heute in Kapitel 1, Vers 1: „Dies ist die Geschichte Nehemias, des Sohnes Hachaljas. Es geschah im Monat Kisleu im zwanzigsten Jahr, dass ich in Susa in der Königsburg war.“ Das ist Susa, das früher die alte Hauptstadt der Elamiter war und jetzt natürlich Teil einer wesentlichen Residenzstadt der Perser gewesen ist. Das zwanzigste Jahr bezieht sich hier auf das zwanzigste Regierungsjahr von Artaxerxes, den wir schon aus Esra 7 kennen, der dort den entscheidenden dritten Befehl gegeben hat. „Da kam Hananai, einer meiner Brüder, mit etlichen Männern aus Juda, und ich erkundigte mich bei ihm über die Juden, die Entkommenen, die nach der Gefangenschaft übrig geblieben waren, und über Jerusalem.“ Wir sind jetzt also 13 Jahre, nachdem Esra mit einer weiteren Gruppe aus dem Osten nach Jerusalem gekommen war, dort für eine Erweckung gesorgt hatte, für eine Reformation. Und Nehemia lebt noch immer am persischen Hof, dort in Susa ist er gegenwärtig und erkundigt sich jetzt, wie es um die Übrigen in Juda, in Jerusalem steht. Und sie sprachen zu mir: „Die Übriggebliebenen, die nach der Gefangenschaft übrig geblieben sind, befinden sich dort in der Provinz in großem Unglück und in Schmach. Und die Mauern Jerusalems sind niedergerissen und ihre Tore mit Feuer verbrannt.“
[3:37] Auch wir sollten uns interessieren für den Zustand der Übrigen und auch zur Kenntnis nehmen, wenn es den Übrigen der Endzeitprophetie, dem Volk Gottes am Ende der Zeit, gerade nicht gut geht oder wenn das Werk, das schon seit langem begonnen worden ist, noch immer halb fertig, noch nicht ausgeführt, brachliegt.
[4:03] Und es geschah, als ich diese Worte hörte, da setzte ich mich hin und weinte und trug Leid etliche Tage lang, und ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels.
[4:17] Wenn du die Gemeinde betrachtest und die Missstände siehst oder die Dinge, die nicht getan worden sind, obwohl seit Jahrzehnten sie hätten getan werden sollen, leidest du auch? Gehst du auch fasten wir vor unserem Gott?
[4:40] Und sprach: „Herr, du Gott des Himmels, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten.“ Das ist natürlich ein Zitat aus dem Gesetz Gottes, den Zehn Geboten. Und es ist ganz interessanterweise eine ganz ähnliche Formulierung, wie sie Daniel am Anfang seines Gebetes in Daniel 9 wählt. Ihr könnt das dort einmal auch nachlesen. In ganz ähnlicher Situation damals, gerade am Ende der 70 Jahre Gefangenschaft in Babylon, als Daniel darum bittet, dass es möglich wird, wieder zurückzukehren und das Heiligtum aufzubauen und die Stadt aufzubauen. Und hier sind wir sozusagen am Ende dieses jahrzehntelangen Prozesses der Rückkehr und des Aufbaus, und es ist immer noch nicht vollständig gelungen, die Mauer aufzubauen. Und Nehemia jetzt, der fast 100 Jahre nach der, über 90 Jahre wohl, betet jetzt auf dieselbe Art und Weise, wie es Daniel gebetet hat. Wenn wir das Werk vollenden wollen, sollten wir auch auf dieselbe Art und Weise beten, wie es unsere Pioniere getan haben, die das Werk begonnen haben. „Lass doch deine Ohren aufmerken und deine Augen offen sein, dass du auf das Gebet deines Knechtes hörst, dass ich nun vor dir bete Tag und Nacht für die Kinder Israels, deine Knechte, und mit dem ich die Sünde der Kinder Israels bekenne, die wir an dir begangen haben. Auch ich und das Haus meines Vaters haben gesündigt.“
[6:25] Erinnern uns an Daniel, der sagt: „Wir haben gesündigt“, obwohl er selbst gar nicht so viel Anteil hatte an der großen Schuld, die in den Generationen zuvor in Israel und in Juda aufgehäuft worden war.
[6:39] Wenn wir wirklich unserer Gemeinde helfen wollen, wenn wir wirklich das Werk voranbringen wollen, müssen wir selbst unsere eigenen Sünden bekennen.
[6:49] „Wir haben sehr verwerflich gegen dich gehandelt, dass wir die Gebote, die Satzungen und Rechtsbestimmungen nicht befolgt haben, die du deinem Knecht Mose geboten hast.“ Das sind Gedanken, die fast wörtlich so in Daniel 9 wieder auftauchen, oder das schon aufgetaucht sind, zeitlich gesehen. „Gedenke doch des Wortes, das du deinem Knecht Mose gegeben hast, indem du sprachst: Wenn ihr treulos handelt, so will ich euch unter die Heidenvölker zerstreuen.“
[7:17] Also, Nehemia betet mit der Bibel in der Hand. Und das ist die Kraft, die Daniel gehabt hat, das ist die Kraft, die Esra gehabt hat, das ist die Kraft, die Nehemia gehabt hat: zu beten mit dem Wort Gottes in der Hand. Wie wir jetzt sehen werden, erinnert er Gott an seine Verheißung, nicht dass Gott die vergessen hätte, aber er zeigt damit, dass er diesen Verheißungen glaubt.
[7:40] Vers 9: „Kehrt ihr aber zu mir um und befolgt meine Gebote und tut sie, selbst wenn einige von euch bis ans Ende der Himmel verstoßen wären, so würde ich sie doch von dort sammeln und sie an den Ort bringen, den ich erwähnt habe, damit mein Name dort wohnen soll.“ Das ist fast wörtlich aus 5. Mose 30, eines meiner absoluten Lieblingskapitel, der größten Kapitel der Bibel überhaupt. Eine gigantische Verheißung, dass egal wie weit wir von Gott abgefallen sein mögen, wenn wir umkehren, können wir immer wieder zurückkommen.
[8:16] Diese Verheißung nimmt Nehemia hier in Anspruch, und das ist äußerst bedeutsam, dass das Buch 5. Mose seine Rolle spielt. Denn als das Buch 5. Mose zur Zeit von Josia gefunden worden ist, gab es eine Erweckung und Reformation im Volk. Jesus hat mit dem Buch 5. Mose den Satan besiegt. Es gibt viele andere Beispiele, und hier können wir sehen, wie das Buch 5. Mose eine entscheidende Rolle bei der letzten großen Erweckung gehabt hat, die dazu geführt hat, dass die Mauer tatsächlich vollendet worden ist.
[8:50] „Sie sind ja doch deine Knechte und dein Volk, dass du erlöst hast durch eine große Kraft und durch eine mächtige Hand. Ach, Herr, lass doch dein Ohr aufmerksam sein auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte, die das Verlangen haben, deinen Namen zu fürchten. Und lass es doch deinem Knecht heute gelingen und gib ihm Barmherzigkeit vor diesem Mann.“ Gemeint ist Artaxerxes. Das heißt, hier, Nehemia, ich war nämlich der Mundschenk des Königs.
[9:20] Er betet nicht nur allgemein, sondern er bittet Gott, dass er selbst etwas beitragen kann, auch wenn er noch nicht weiß, wie das funktionieren soll. Er hat nur den Wunsch, dort, wo er gerade steht, scheinbar weit weg vom Volk Gottes, dem Volk Gottes etwas Gutes zu tun. Hast du auch diesen Wunsch? Betest du für das Volk Gottes? Betest du, dass das Werk vorangeht und dass Gott dir eine Gelegenheit schenken möchte, das Werk voranzubringen?
[9:48] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für das Buch Nehemia und danke, dass wir sehen dürfen, dass wir nicht nur am Anfang einer großen Aufgabe, sondern auch am Ende intensiv beten dürfen, und dass wir wissen dürfen, dass selbst wenn wir bis ans Ende des Himmels zerstreut worden sind, nach deiner Verheißung, wenn wir zu dir umkehren und nach dir fragen mit unserem ganzen Herzen, mit unserer ganzen Seele, dass du uns zurückholen wirst, dass du uns zusammensammeln wirst und für uns da bist und dass du das Werk, das du angefangen hast, auch wenn es viel länger gedauert hat, als du es dir gewünscht hast, dass du es durch deine Kraft in uns vollenden kannst und durch uns. Und dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.
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