Christopher Kramp führt uns durch Nehemia 12 und 13, beginnend mit der feierlichen Einweihung der Jerusalemer Mauern. Er beleuchtet die große Freude des Volkes, die im Gegensatz zur Grundsteinlegung des Tempels steht, und betont die Bedeutung von Reformation, die auf dem Studium des Wortes Gottes basiert. Der Sprecher warnt vor Kompromissen im Glauben, wie sie der Hohepriester Eljaschib einging, und ruft dazu auf, die biblischen Wahrheiten gemeinsam umzusetzen und zu bewahren.
Gott auf (m)einer Seite: Nehemia 12:32-13:9
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, NehemiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Nehemia 12:32. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danken, dass du so gut zu uns bist und dass du uns in so vielen Situationen geholfen hast, auch wenn wir vielleicht manchmal verzweifelt gewesen und geglaubt haben, es ist nicht mehr möglich. Herr, wir wollen dir von Herzen danken für alles, was du für uns tust und dass du uns nicht aufgibst und uns versprochen hast, dass das gute Werk, das du an uns begonnen hast, dass du es auch vollenden kannst. Und Herr, wir möchten heute mit einer dankbaren Grundhaltung, erfüllt von deinem Geist, durch den Tag gehen und dich bitten, dass du jetzt bei einer Verheißung durch dein Wort zu uns sprichst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:20] Wir sind in Nehemia Kapitel 12 anlässlich der Einweihung der fertiggestellten Mauern. Nehemia lässt Dankchöre über die Mauer ziehen. Wir lesen ab Vers 32: "Und hinter ihnen her ging Hosaja mit der einen Hälfte der Fürsten von Juda, dazu Asaja, Esra, Mechullam, Benjamin, Schemaja und Jeremia. Und etliche der Priester mit Trompeten, nämlich Secharja, der Sohn Jonathans, des Sohnes Schemajas, des Sohnes Mattanjas, des Sohnes Michajas, des Sohnes Sakkurs, des Sohnes Asaphs, und seine Brüder Schemaja, Asarel, Milalai, Gilalai, Maai, Natanel und Juda mit den Musikinstrumenten Davids, des Mannes Gottes, und Esra, der Schriftgelehrte, vor ihnen her." Also, ein großer Zug wird hier, oder geht hier, mit Esra, dem Schriftgelehrten, den wir ja schon aus verschiedenen Kapiteln vorher hier in Nehemia und natürlich auch im Buch Esra kennengelernt haben. Und sie zogen zum Quelltor und dann geradeaus auf den Aufstieg zur Stadt Davids, den Aufgang der Mauer hinauf, oberhalb des Hauses Davids vorbei bis zum Wassertor gegen Osten. Der zweite Dankchor zog nach links, und ich folgte ihm mit der anderen Hälfte des Volkes oben auf der Mauer, oberhalb des Ofentores bis an die Breite. Also, zwei Dankchöre gehen in verschiedene Richtungen, einer mit Esra und einer mit Nehemia.
[2:51] Dann über das Efraimtor und über das Alte Tor, über das Fischtor und den Turm Hananel und den Turm Mea bis zum Schaftor, und sie blieben stehen bis zum Kerkertor. Es lohnt sich übrigens mal auf einer historischen Karte der damaligen, des damaligen Umrisses von Jerusalem, wo die Tore eingezeichnet sind, das vielleicht mal nachzuvollziehen, von wo nach wo diese Dankchöre hier gegangen sind.
[3:16] Dann stellten sich die beiden Dankchöre beim Haus Gottes auf, ebenso ich und die Hälfte der Vorsteher mit mir. Also, dann kommen die Chöre zusammen und gemeinsam gibt es dann einen Schlussgesang, eine Schlusszeremonie, einen Dank in der Nähe des Tempels. Dort ist das Ziel des gesamten Dankes, und der Tempel sollte auch der Zielpunkt unseres Dankes sein. Wir dürfen Gott danken, und zwar insbesondere mit Blick auf das Himmelsteigen, und zwar wir als ganze Gemeinde.
[3:49] Und die Priester Eljakim, Maaseja, Minjamin, Michaja, Eljoenai, Secharja, Hananja mit Trompeten, ebenso Maaseja, Schemaja, Eleasar, Usi, Johannan, Malchija, Elam und Eser. Und die Sänger ließen sich hören unter der Leitung Jiserachjas. Und an jenem Tag brachte man große Opfer dar und war fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude bereitet. Und auch die Frauen und Kinder freuten sich, und man hörte die Freude Jerusalems weithin.
[4:20] Das ist ein ganz interessanter Gedanke hier, denn er erinnert uns an einen ähnlichen Satz knapp 100 Jahre zuvor, als der Grundstein zum Tempel gelegt worden ist in Esra Kapitel 3 zur Zeit von Serubbabel. Und jetzt schon dort, auch dort heißt es, dass die Freude weithin zu hören war. Allerdings war damals in den Freudengesang auch Klagegeschrei hineingemischt, denn die Alten, die damals zurückkamen und den Tempel, den ursprünglichen Salomo-Tempel, kannten, die klagten über die kleinen Umrisse des neuen Fundamentes. Gewisserweise wird hier also eine Parallele hergestellt und gewiss auch ein Kontrast, denn jetzt am Ende, nachdem alles aufgebaut ist, nicht nur der Tempel, sondern auch die Mauern vollendet sind nach fast 100 Jahren, jetzt gibt es wieder eine Dankzeremonie, so wie damals, und diesmal ohne Tränen, diesmal nicht gemischt Freude und Traurigkeit gleichzeitig, so wie es oft in unserem Leben ist. Wir dürfen wissen, dass Gottes Werk abgeschlossen wird. Wir haben vielleicht heute Grund zum Dank dafür, dass Dinge geschehen sind in unserem Leben, dass Gott gewirkt hat, und doch ist so oft auch Freude und Leid eng beieinander. Aber Gott verspricht, dass er das Werk so vollendet, dass am Ende nur noch Freude und Jubel übrig bleiben wird und alle Tränen abgewischt, den Vers könnt ihr in Offenbarung 21 selbst finden.
[5:55] Zu jener Zeit wurden Männer über die Vorratskammern eingesetzt, die zur Aufbewahrung der Hebopfer, der Erstlinge und Zehnten dienten, damit sie daran von den Äckern der Städte die gesetzlichen Abgaben für die Priester und Leviten sammeln sollten. Denn Judäa hatte Freude an den Priestern und den Leviten, die im Dienst standen, im Dienst ihres Gottes und die Reinigung sorgten. Auch die Sänger, die Torhüter standen nach dem Gebot Davids und seines Sohnes Salomo im Dienst. Denn schon in alten Zeiten, in den Tagen Davids und Asaphs, gab es Leiter der Sänger und Lobgesänge und Danklieder für Gott. Immer und immer wieder wird betont, interessanterweise, wie sehr diese Gewohnheiten des gottesdienstlichen Gesanges bis auf die Zeit von David zurückgehen und wie ganz bewusst bei dieser Erweckung und Reformation in Zeiten Esras und Nehemias man sich auch wieder an die in dem Fall wirklich gute alte geistliche Zeit erinnert hat. Es ist nicht immer schlecht, nach hinten zu schauen, ganz im Gegenteil, in vielen Fällen ist das sehr bereichernd. Und Reformation bedeutet ja, das, was damals gut war, wiederherzustellen, was vielleicht durch Abfallen und durch andere Dinge verloren gegangen ist.
[7:13] Und ganz Israel gab zu den Zeiten Serubbabels und zu den Zeiten Nehemias den Sängern und Torhütern ihre Abgaben jeden Tag die bestimmte Gebühr. Und sie weihten ihre Gaben den Leviten, die Leviten dabei weihten ihre Gaben den Söhnen Aarons. Also, hier wird gezeigt, dass der gesamte Heiligtumsdienst, so wie ihn Mose schon eingesetzt hatte und wie ihn dann David im Hinblick auf die Sänger und Musikanten auch erweitert und verfeinert hat, dass dieser Heiligtumsdienst, so wie er in den Vorschriften des Alten Testaments immer wieder genau beschrieben wird, in dieser Zeit mal wirklich auch umgesetzt worden ist. Nicht nur er stand nicht nur auf dem Papier, es wurde tatsächlich so gelebt, wie es dort in der Bibel stand.
[7:54] Zu jeder Zeit wurde vor den Ohren des Volkes im Buch Mose gelesen, und darin geschrieben gefunden, dass kein Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde Gottes kommen sollte ewiglich, weil sie den Kindern Israels nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen waren, sondern den Bileam gegen sie angaben, damit er sie verfluchen. Aber unser Gott verwandelte den Fluch in Segen. Was interessant ist, dass wir hier auch im Buch Nehemia immer wieder finden können, ist, dass durch das Bibelstudium, dass das gesamte Volk Gottes betreibt – sie kommen zusammen, sie hören das Wort, sie denken drüber nach – durch das Lesen und Verstehen und Studieren des Wortes Gottes man immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommt, oder besser gesagt, alte Wahrheiten werden neu entdeckt immer wieder, und zwar nicht alle auf einmal, sondern Apfelstück für Apfelstück werden diese Wahrheiten wiederentdeckt und dann vom Volk Gottes umgesetzt. Wir sehen hier also echte Reformation, wie sie die Frucht wahrer Erweckung ist.
[8:59] Und es geschah, als sie nun das Gesetz hörten, da sonderten sie alles Fremde von Israel ab. Möge Gott uns auch die Gnade schenken, dass wir nicht jeder Einzelne für sich, sondern als Volk Gottes zusammenkommen, die Bibel studieren und erkennen, welche Wahrheiten wir bisher noch nicht richtig erkannt haben und diese Wahrheiten tatsächlich dann auch gemeinsam umsetzen.
[9:25] Vorher aber hatte Eljaschib, der Priester, über die Kammern des Hauses Gottes gesetzt war, ein Verwandter Tobijas, diesem eine große Kammer eingeräumt, wohin man zuvor die Hebopfer, den Weihrauch und die Geräte gelegt hatte, dazu die Zehnten vom Korn, Most und Öl, die Gebühr der Leviten, der Sänger und der Torhüter, dazu die Opfer der Priester. Der Hohepriester Eljaschib, der sogar als Erster genannt worden war beim Bau der Mauer, hat hier einen schweren Fehler gemacht und den Heiligtumsdienst kompromittiert und mit den Feinden des Wiederaufbaus Jerusalems gemeinsame Sache gemacht. Das ist ziemlich dramatisch.
[10:03] Während aber dies geschah, war ich nicht in Jerusalem. Nehemia spricht hier, denn im 32. Jahr Artaxerxes', des Königs von Babel, war ich zum König zurückgegangen. Aber nach einiger Zeit erbat ich mir wieder Urlaub vom König. Also, Nehemia war zwölf Jahre in Jerusalem gewesen, dann zurückgekehrt, und in dieser Zeit, also nachdem zwölf Jahre vergangen waren, seit dem vollen Geschehen, ist diese Begebenheit hier passiert mit Eljaschib und Tobija. Und dann kommt nach einiger Zeit Nehemia wieder zurück. Wir sind also quasi hier so, was wir in einem Epilog zum Buch Nehemia, so man könnte sagen, was dann noch geschah, wie es weiterging, was aus der Geschichte wurde sozusagen.
[10:55] Und als ich nach Jerusalem kam, erfuhr ich von dem Bösen, das Eljaschib dem Tobija zuliebe getan hatte, indem er ihm eine Kammer in den Vorhöfen des Hauses Gottes eingeräumt hatte. Und dies missfiel mir sehr, und ich warf alle Hausgeräte Tobijas vor die Kammer hinaus und befahl, die Kammer zu reinigen. Dann brachte ich die Geräte des Hauses Gottes, das Hebopfer und den Weihrauch wieder dorthin.
[11:18] Reformation muss bewahrt werden. Es gibt immer wieder die Tendenz, zurückzufallen in den Abfall. Selbst hier der Hohepriester selbst, eine der wichtigsten Figuren im Volk Gottes, hat falsche Allianzen, er ist falsche Allianzen eingegangen, die den Heiligtumsdienst benachteiligt. Ich denke, wir müssen nicht weit schauen, um auch ähnliche Tendenzen heute in unserer Zeit zu sehen, und wir müssen mit Liebe, aber Deutlichkeit auch davor warnen.
[11:46] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, vergib uns, wo wir falsche Allianzen eingegangen sind, wo wir mit den Feinden des Evangeliums paktiert haben und nicht einmal richtig die Tragweite erkannt haben. Herr, danke, dass du durch das Buch Nehemia so deutlich zu uns sprichst und dass wir auch erkennen, wie wichtig es ist, dass wir die Reformation auch beibehalten. Herr, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass wir dir treu bleiben, so wie du es dir wünschst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[12:30] [Musik]
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