In dieser Predigt über Obadja 1-15 spricht Christopher Kramp über das kürzeste Buch des Alten Testaments. Er beleuchtet die historische und theologische Bedeutung der Botschaft an Edom, die Nachfahren Esaus. Die Predigt erklärt, wie der Hochmut und die Grausamkeit Edoms gegenüber ihrem Brudervolk Israel zu ihrem Gericht führten und wie dies als Typus für das endgültige Gericht Gottes dient. Ein zentrales Thema ist die Unterscheidung zwischen denen, die sündigen und umkehren, und denen, die an ihrer Sünde festhalten.
Gott auf (m)einer Seite: Obadja 1:1-1:15
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: ObadjaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 950. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du all das aufbauen möchtest und wiederherstellen möchtest und kannst und willst. Und das wirst, wenn wir möchten, was in unserem Leben kaputt gegangen ist, dass du alle Risse wieder vermauern kannst, alle Mauern wieder hochziehen kannst, die eingerissen worden sind durch unsere Dummheit und unsere Sünde und zu Schuld. Herr, wir danken dir, dass du versprochen hast, dass dein Evangelium zu einer echten Wiederherstellung führt, dass du versprochen hast, dass du uns überreich segnen wirst. Und Herr, ich danke dir persönlich für den Segen, den du mir schenkst in meinem Leben. Und bitte dich, dass du auch alle, die dieses Video sehen und anhören, dass du ihnen deinen reichen Segen schenkst, ihnen zeigst, wie sehr du sie segnen kannst, über alles, was wir bitten und verstehen. Herr, sprich du auch jetzt zu uns, wenn wir uns heute dem Propheten Obadja zuwenden und gib, dass wir auch hier verstehen, was du uns durch all die Hunde hindurch in dieser Zeit, in der wir jetzt leben, sagen möchtest. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist. Sei du unser Lehrer und dafür danken wir dir. Amen.
[2:03] In dem kürzesten Buch des Alten Testaments, ein Buch, das so kurz ist, dass diejenigen, die die Kapiteleinteilung in der Bibel später mal vorgenommen haben, nicht den Eindruck hat, dass man hier verschiedene Kapitel einteilen sollte. Es gibt aber ein paar verschiedene Abschnitte, die wir hier sehen werden. Wir beginnen in Vers 1: Dies ist die Offenbarung Obadjas. Obadja heißt der Diener oder Knecht des Herrn. So spricht Gott der Herr über Edom. Es ist faszinierend, dass eigentlich ein Großteil dieses Buches sich an die Edomiter wendet. Weitestgehend ist das Buch Obadja ein Buch über das Volk Edom. Er würde über das Volk Edom. Die Edomiter waren die Nachfahren von Esau. Es lohnt sich einmal auch biblisch nachzuvollziehen, wie eng die Edomiter und die Israeliten verwandt waren, denn Esau und Jakob waren Geschwister. Das Thema Esau, Jakob, ähm Edom, Israel taucht in der Bibel mehrmals auf, z.B. auch am Anfang vom Buch Maleachi. Kein anderes Volk war mit den Israeliten so nachverwandt, sie galten als die Brüder von Israel. Und so wie Jakob und Israel, Jakob und Esau, die gleichen Eltern hatten, die gleiche Umgebung, die gleiche religiöse Erziehung und sich doch unterschiedlich entschieden haben, obwohl die beide Fehler gemacht haben, der eine für die Buße und Bekehrung und das ewige Evangelium, der andere dagegen, so haben sich auch die Schicksale der beiden Völker unterschieden. Wir werden das im Buch Obadja ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen können und sehen, dass Edom und Moab, obwohl sie Edom und Israel, obwohl sie beide gegen Gott gesündigt haben, unterschiedliche, eine unterschiedliche Zukunft dann zu erwarten hatten. Das lag an dem Umgang mit der Sünde und im Umgang mit dem Evangelium.
[4:11] Wir haben eine Botschaft gehört vom Herrn und ein Bote wurde damit an die Völker entsandt. Auf, lasst uns aufbrechen zum Krieg gegen sie! Die Botschaft von Obadja an das Volk Edom ist: Es wird einen Krieg gegen Edom geben. Gott sendet ein Gericht. "Siehe, ich habe dich klein gemacht unter den Völkern, sehr verachtet bist du." Übrigens sind weite Teile dieser ersten Verse auch im Buch Jeremia zu finden, und zwar in Jeremia 49, zum Teil in anderer Reihenfolge. Und das wäre natürlich interessant herauszufinden, wer von wem hier, der hier wenig zitiert. Auch wenn das Schlachter 2000 Bibel sie Vermutung geäußert wird, dass Obadja schon sehr früh gelebt hat, gibt es auch sehr viele Hinweise darauf und aus meiner Sicht auch überzeugende, dass Obadja wahrscheinlich eher ein Zeitgenosse von Jeremia gewesen ist und in dieser Zeit gewirkt hat und zumindest auch die Dinge, die Obadja hier beschrieben werden, sich auf diese Zeit von Jeremia beziehen. Ganz hundertprozentig genau, dass sie sich vermutlich, aber nicht festlegen oder müsste noch besser studiert werden.
[5:25] "Der Hochmut deines Herzens hat dich verführt, weil du an Felsenhängen wohnst, in der Höhe thronst und in deinem Herzen sprichst: Wer wird mich zur Erde hinunterstoßen?" Die Edomiter lebten ja auf dem Gebirge südöstlich von Israel gelegen. Wir kennen heute vielleicht die sehr viel später entstandene Felsenstadt Petra, wo dann die späteren Nachfahren der Edomiter und die dort dann auch ihre Kultur hatten. Das ist eine sehr gebirgige Gegend, wo natürlich viele Siedlungen und Festungen auch auf den Bergen befestigt waren und wo man natürlich immer dachte, dass sie dann unbesiegbar sind. "Wenn du aber auch dein Nest in der Höhe baust wie der Adler und es zwischen den Sternen anlegst, also bis ins Universum hinein gelangen könntest, so würde ich doch von dort hinunterstürzen", spricht der Herr. Auch hier haben wir das Problem, dass die Edomiter, genauso wie auf die Moabiter, die Babylonier, oh natürlich wieder Luzifer selbst, der Satan wurde und auch für die Israeliten, wie wir das in Amos gesehen haben, das Problem des Stolzes haben, der Selbsterhöhung, und der führt immer zum Fall.
[6:41] "Wenn Diebe zu dir kämen, nächtliche Räuber, wie bist du untergegangen?" Dieses "Wie bist du untergegangen?" ist so ein eingeschobener Ausruf. Der Gedankengang geht eigentlich dann weiter: Wenn Diebe zu dir kämen, nächtliche Räuber, ein Schub, wie bist du untergegangen? Dann geht's weiter: Würden sie nicht nur so viel stehlen, bis sie genug haben? Wenn Diebe dazu kämen, würden sie nicht eine Nachlese übrig lassen? Die Idee ist, selbst wenn man ausgeraubt wird, lassen die wir meistens was übrig. Ein Winzer, der seine Weinstöcke ab erntet, der lässt was übrig. Wie ist aber Edom so durchsucht, wir sind seine verborgenen Schätze ausfindig gemacht worden? Die Idee ist also, während Räuber etwas zurücklassen und während ein Winzer etwas zurücklässt, so wird Edom so sehr ausgeplündert, so sehr vernichtet, dass quasi nichts übrig bleibt.
[7:33] "Alle deine Bundesgenossen haben dich an die Grenze zurückgeschickt." Die Idee ist, die Edomiter waren mit anderen benachbarten Völkern, vermutlich verbündet, und als sie dann selbst angegriffen werden, die Flüchtlinge nicht aufgenommen. Sie werden es handelt sozusagen, altes Testament für Pushbacks, die werden dann wieder an die Grenze zurückgeschickt, dürfen nicht in anderen Ländern bleiben. "Enttäuscht, überwältigt haben sich die Männer, mit denen du Frieden hieltst, die dein Brot essen, haben die Schlingen gelegt." Es ist keine Einsicht in ihm. Wir wissen, dass die Babylonier, die das südliche Reich Juda im sechsten Jahrhundert dann zerstörte, durch Nebukadnezar, dreimal 655 und 586, dann später auch die Edomiter unterjochte und auch Edom verwüstete. Das ist später dann bei Maleachi ganz wichtig, weil Maleachi wird deutlich, dass das Südreich oder wieder aufgebaut wird, aber Edom noch nicht. Und das hängt an dem Unterschied zwischen Jakob und Esau, zwischen Israel und Edom, zwischen denen, die sündigen und das Evangelium dann annehmen und wiederhergestellt werden, und denen, die sündigen und an der Sünde verharren und verloren gehen und nicht wiederhergestellt werden. Genauso wie auch zwischen Saul und David genau dieser gleiche Kontrast hergestellt wird.
[8:58] Interessant ist hier in Vers 8: "Ich spricht der Herr, an jedem Tag nicht die Weisen von Edom verzögern und die Einsicht vom Gebirge Esau." Etwas, was uns vielleicht nicht ganz so sehr bewusst ist, dass die Edomiter im zurzeit des alten Zentis als die besonders klugen, als quasi die Philosophen des alten Orients, wenn man so möchte, vor allem dort im Westen, in der Levante, so ein bisschen ähnlich wie die Griechen später in der klassischen Antike. Er ist nicht ohne Grund, dass das Buch hier Obadja auch also so tiefgründig ist, auch auf so hohem philosophischen Niveau argumentiert, dass das genau dort in der Gegend der Edomiter entstanden ist. Und hier sehen wir, dass die, die besonders für besonders weise gelten, auch von Salomo heißt es, dass er ja besonders weise war, mehr als die Söhne des Ostens, da werden wohl ganz offensichtlich auch Edomiter angesprochen. Dass diese besonders als besonders weise geltenden Edomiter hier all ihrer Weisheit beraubt werden, so dass sogar die umliegenden Heidenvölker in Vers 7 dann sagen: "Es ist keine Einsicht in ihm."
[10:15] Lieber Freund, liebe Freundin, und das sage ich auch zu mir: Es reicht nicht aus, viel zu wissen. Wir können uns nicht darauf verlassen, etwas zu wissen oder vielleicht eine kluge Entscheidung gefällt zu haben, wenn wir Gott nicht kennen. Wird alle Weisheit uns nicht nutzen. Paulus sagt, dass er deutlich eher der an der klügsten war, überhaupt der Bibelschreiber, ein echter Theologe. Er sagt: "Wo ist die Weisheit dieser Welt?" All die Weisen konnten in ihrer Weisheit alleine Gott nicht entdecken. Gott kann Weise Menschen genauso brauchen wir auch nicht ganz so kluge Menschen. Brauchen kann, wir brauchen immer Gott, dann kann die Weisheit, die Gott uns geschenkt hat, zum Segen werden. Ansonsten wird sie zum Fluch.
[10:55] "Und deine Heidenvölker sollen den Mut verlieren, damit jedermann ausgerottet wird bei dem Gemetzel auf dem Gebirge." "Wegen der Grausamkeit gegen deinen Bruder Jakob soll dich Schande bedecken, und du sollst auf ewig ausgerottet werden." Was ist der Grund für dieses Gericht? Die Edomiter haben sich an den Juden vergangen. Sie haben gegen ihren Bruder Jakob, also gegen Israel, in dem Fall wohl ganz offensichtlich das Volk Juda, das Königreich Juda, schlecht gegenüber ihnen verhalten. "An jenem Tag, als du dabeistandest, an dem Tag, da Fremde seine Hab und Gut wegführten und Ausländer zu seinen Toren einzogen und das Los über Joseph warfen, da warst du auch wie eine von ihnen." Es sieht so aus, als zu der Zeit, als die Babylonier, ein großes Völkerheer, die Hose immer beobachteten und dann später auch zerstörten, dass die Edomiter mitgemacht haben als Trittbrettfahrer. Wir wissen aus der Archäologie interessanterweise, dass zu der Zeit, als Juda immer kleiner wurde und von den Babyloniern unterdrückt wurde und erobert wurde und schließlich die Israeliten immer mehr in mehreren Wellen ja nach Babylon verschleppt wurden, dass die Edomiter diese Gelegenheit ausnutzten und sich Teile, vor allem im Süden Judas, selbst einverleibt und auf Kosten Judas, das so schlecht war, ihr Territorium vergrößerten. Also quasi nutzen und auf boshafte Art und Weise, die sie nicht mehr verteidigen konnten, Territorium weggenommen hatten.
[12:27] "Du sollst aber deine Lust nicht sehen am Tag deines Bruders, am Tag seines Unheils, und du sollst dich nicht freuen über die Kinder Judas am Tag ihres Untergangs und nicht dein Maul aufreißen am Tag der Drangsal." Die Edomiter hatten also offensichtlich sich gefreut, dass es den Juden, den Judäern in Jerusalem so schlecht ging. "Zur Zeit hast du sollst doch nicht zum Tor meines Volkes einziehen am Tag ihres Unglücks und auch nicht dich weiden an seinem Unheil, an seinem Schicksalstag, noch deine Hand ausstrecken und nach seinem Hab und Gut am Tag seines Unglücks." "Du sollst dich auch nicht beim Scheideweg aufstellen und seine Flüchtlinge niedermachen." Offensichtlich haben die Edomiter dann noch Judäa, die von den Babyloniern entfliehen konnten, dann aus eigenem Antrieb auch noch umgebracht. "Und sollst seine Entkommenen nicht ausliefern am Tag der Drangsal."
[13:15] Wir sehen also in dem Gericht, das dann die Edomiter selbst erleben, dass genau das, was sie den Juden angetan haben, nämlich dass die Judäa, die Schutz gesucht haben und Asyl ausliefert worden sind, dass ihnen genau das auch passieren wird. Die Verbündeten würden sie, wie wir das in Vers 7 gelesen haben, wieder an die Grenze zurückschicken.
[13:38] "Denn da ist der Tag des Herrn über alle Heidenvölker. Wie du gehandelt hast, so wird man dir gegenüber handeln. Dein Tun fällt auf deinen Kopf zurück." Und hier sehen wir, dass dieses dieses Tun von Edom, das zum Teil bei mehreren Propheten auch durchklingt, auch ein Typus ist auf den Tag des Gerichtes, den Tag des Endes. Die Edomiter werden es wird sehr deutlich, wenn man sich zum Beispiel Jesaja 34 anschaut, auch ein Typus für die ganze unbekehrte Welt. Das, was Edom passiert ist, dann ein Typus für das, was am Ende mit allen Ungläubigen passiert. Und in diesem Sinne ist Obadja auch ein Endzeit-Prophet.
[14:18] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir den Propheten Obadja haben und der uns zeigt, dass obwohl Israel und Edom beide gesündigt haben, Israel wiederhergestellt wird. Und dass du auch all das Unrecht, das geschieht, wenn es deinem Volk schlecht geht, dass du es siehst und dass du gerecht richtest, dass du einen Unterschied machst zwischen dem, der sündigt und sich bekehrt, und dem, das sündigt und von dir nichts wissen will. Wir sehen diese Geschichte schon im Leben von Esau und Jakob. Obwohl Jakob schwer gesündigt hat, hast du ihn zum Stammvater des Volkes Gottes gemacht, weil er sicherlich festgeklammert hat und mit dir gerungen hat und sich dann dir ganz ausgeliefert hat und gesagt hat: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich." Schenk uns heute diese Einstellung, die Jakob gehabt hat, und bewahre uns davor, dass wir wie die Edomiter das damals gemacht haben, den Schaden anderer zu unserem eigenen Vorteil nutzen. Die von ganzem Herzen, dass du uns segnest und dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst.
[Musik]
Lizenz
Copyright ©2023 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.