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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ interpretiert Christopher Kramp die Sendschreiben an Smyrna, Pergamus und Thyatira aus Offenbarung Kapitel 2 als prophetische Einblicke in die Kirchengeschichte. Er beleuchtet die Herausforderungen von Verfolgung, die Entstehung von Irrlehren und den Einfluss weltlicher Macht auf die Gemeinde. Kramp betont die Bedeutung von Treue zu Gottes Wort und die Verheißungen für Überwinder, die bis zur Wiederkunft Christi standhaft bleiben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:31] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 1305. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass die Offenbarung ein Buch über Jesus ist und dass sie uns ganz persönlich anspricht, dass sie auf jeder Seite Botschaften für unseren Alltag hat, dass sie uns zeigt, was in der Kirchengeschichte passiert ist, dass sie uns offenbart, was wir auch für die Endzeit erwarten dürfen, aber dass sie auch eine Kraftquelle für unseren Alltag ist. Und wir möchten Dich bitten, dass Du jetzt durch Dein Wort zu uns sprichst, dass Du unser Lehrer bist und dass wir erkennen können, wie wir heute an diesem Tag mit Dir zusammen leben können. Wir wollen Dir vertrauen und wir haben Dich lieb. Hab Dank für alles im Namen Jesu. Amen.

[1:27] Wir sind in Offenbarung Kapitel 2, in der zweiten Gemeinde, dem Sendschreiben an Smyrna. Während die Gemeinde Ephesus ihre erste Liebe verlassen hatte, trotz großer theologischer und missionarischer Bemühung und großem standhaften Ausharren, heißt es von der zweiten Gemeinde, dass sie auch große Drangsal hatte und insbesondere von falschen Lehrern, von Irrlehrern, die als Synagoge Satans dargestellt werden, als vermeintliche Juden, die von ihnen gelästert worden sind.

[2:04] Wir lesen weiter in Vers 10: „Fürchte dich – Verzeihung – fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben.“ Dies ist die Zeit der schweren Christenverfolgung, und all diese Christenverfolgung, die immer wieder mal unter bestimmten Kaisern besondere Höhepunkte hatten, hat ihre absoluten Höhepunkte in Anführungsstrichen erreicht, als Kaiser Dioklezian ein Edikt erließ, und das dann immer weiter ausgeweitet worden ist, wonach das Christentum im Jahre 303 vollständig ausgerottet werden sollte. Damals hatte man versucht, von römischer Seite aus die traditionellen Gottheiten Roms wieder mehr in den Fokus zu rücken, und das Christentum war schon so weit verbreitet, dass man es als immense Gefahr sah, und es sollte mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Und tatsächlich hat diese Verfolgung genau 303 bis 313 – sie ging genau zehn Jahre bis 313. Man liest zwar oft in den Sekundärliteraturwerken, dass sie nur bis 311 oder 312 ging, bis Galerius beziehungsweise bis Konstantin, aber genaue Nachforschung ergeben ganz deutlich, dass Maximinus Daia der letzte war, der es 313 im Osten, wo die meisten Christen lebten im römischen Reich, diese Verfolgung beendet hat. Wer sich für die genauen Details interessiert, der sei verwiesen auf unsere Serie auf Fel Media, „Konstantin, Kaiser der Sonne“, wo wir all das bis ins Detail ausgearbeitet haben, auch in Bezug auf die folgende Gemeinde Pergamus, jetzt was Konstantin und seine Zeit betrifft.

[3:58] „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.“ Ja, viele Christen, viele Treue würden tatsächlich in diesen Verfolgungen sterben, aber als Glaubenszeugen würden sie auf jeden Fall teilhaben an der ersten Auferstehung und den zweiten Tod niemals erleben müssen.

[4:22] Und dem Engel der Gemeinde in Pergamus oder Pergamon schreibe: „Das sagt der, der das scharfe, zweischneidige Schwert hat.“ Also hier wird Jesus betont als derjenige, der das Wort Gottes hat, denn darum geht es jetzt in diesem nächsten Abschnitt der Kirchengeschichte. Als nämlich 313 die Verfolgungen enden, passiert etwas noch viel Dramatischeres. „Ich kenne deine Werke und weiß, wo du wohnst, da wo der Thron des Satans ist.“ Wir haben also in der ersten Gemeinde gesehen, dass es dort falsche Apostel gegeben hat, die gelogen haben, was ja das Kennzeichen Satans ist. Dann hatten wir die falschen Juden, die eine Synagoge Satans war, also eine Gemeinde Satans. Jetzt haben wir den Thron Satans. Wir sehen, wie diese Abfallbewegung immer schlimmer, immer massiver wird. Jetzt haben wir schon die Irrlehrer mit staatlicher Macht, der Thron des Satans. Die falschen Ideen, die Irrlehren, die sich christlich getarnt haben, bekommen immer mehr Einfluss auf höchster politischer Ebene, insbesondere durch die feindliche Bekehrung von Konstantin, der eine verfälschte Form des Christentums annimmt.

[5:41] „Und dass du an meinem Namen festhältst und den Glauben an mich nicht verleugnet hast, auch in den Tagen, in denen Antipas, mein treuer Zeuge, war, der bei euch getötet wurde, da wo der Satan wohnt.“ Es gab noch sehr viele Christen, die festgehalten haben an all den Glaubensüberzeugungen, die wir in Offenbarung 1 gesehen haben. „Aber ich habe ein Weniges gegen dich, dass du dort solche hast, die an der Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, einen Anstoß zur Sünde vor die Kinder Israels zu legen, sodass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben.“ Bileam war ja der, der in 4. Mose angeheuert worden war, um das Volk Israel zu verfluchen, was ihm dreimal nicht gelang. Ein viertes Mal musste er dann sogar noch von Gottes Geist getrieben eine Prophezeiung des Segens noch mal besonders aussprechen. Aber Bileam wollte trotzdem das Geld haben, und er hat dann seine Taktik geändert. Er hat, statt von außen das Volk verfluchen zu wollen, hat er den Tipp gegeben, dass man mit leicht bekleideten Midianiterinnen das Volk zur Sünde verführt, um es damit zum Götzendienst zu bringen. Und genau das hat der Satan gemacht. Nachdem Verfolgung nach Verfolgung von außen, der Druck von außen die Christenheit nicht brechen konnte, hat er seine Taktik geändert und hat mit besonderen Irrlehren und mit dem Angebot staatlicher, weltlicher Macht, mit geistlicher Hurerei, wie sie auch in Offenbarung 17 dann beschrieben wird, die Christen dazu gebracht, sich von der Einfachheit des Evangeliums Jesu zu entfernen.

[7:15] „So hast du auch solche, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten, was ich hasse.“ Wir haben die Nikolaiten schon in Ephesus gefunden als diejenigen, die offensichtlich an der Sünde festhielten, denn Sünde ist das, was Jesus hasst. Die Lehre der Nikolaiten muss also daran bestanden haben, dass man als Christ weiter sündigen kann und in Sünde leben kann und dass das gar kein Problem sei, dass die Gebote Gottes keine Rolle mehr spielten für einen Erlösten. Wir haben genau diese Irrlehre ja auch im Buch Judas gefunden, wo es heißt, dass die Irrlehrer sich eingeschlichen haben und die Gnade Gottes in Zügellosigkeit verkehrt haben, also als einen Freibrief zum Sündigen, und das ist gegen alles, was die Bibel lehrt und insbesondere gegen das Konzept des neuen Bundes, wodurch das Blut Jesu, durch die Vergebung, wir eine direkte Beziehung zu Gott haben und dadurch das Gesetz Gottes in unser Herz geschrieben wird und dass wir durch Gottes Kraft, durch seinen Heiligen Geist, Gottes Gebote halten können.

[8:07] „Tue Buße, sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes.“ Das Wort Gottes würde eine Trennung bewirken. Das Wort Gottes würde zeigen, was wahr und was falsch ist. Das Wort Gottes duldet keine Irrlehre in der Gemeinde. „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt, außer dem, der ihn empfängt.“ Das Manna war ein Symbol für das Wort Gottes, auch das, Tag für Tag in der Wüstenwanderung vom Himmel fiel. Es gab das Manna, das überall gesehen worden ist, das um das Lager verteilt war, aber es gab auch Manna im Allerheiligsten, das war verborgen. Und so verspricht Gott, dass wenn wir das annehmen, was er allen gezeigt hat, wenn wir sein Wort begierig es aufnehmen, dann zeigt er uns auch Wahrheiten, von denen wir bisher noch nichts verstanden haben. Das verborgene Manna, ganz nahe bei ihm im Allerheiligsten. All das sind Verheißungen, wie immer für den Überwinder, für den, der mit Gottes Kraft Sieger bleibt im großen Kampf.

[9:21] „Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und dessen Füße schimmerndem Erz gleichen.“ Hier wird die Göttlichkeit Jesu betont. „Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein standhaftes Ausharren, und ich weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten.“ Wir sind mittlerweile in der Zeit des Mittelalters, als die wahre Gemeinde schon sehr an den Rand gedrängt ist, wo sich das falsche Christentum nach der sogenannten Konstantinischen Wende weit ausgebreitet hatte und mittlerweile auch den Staat und die weltlichen Obrigkeiten kontrollierte und bestimmte. Wir sehen hier auch, dass die Gemeinde eine Reformation durchmacht, die wahre Gemeinde, denn die letzten Werke sind mehr als die ersten. Und wir finden auch, wie das Mittelalter dann in einer Reformation mündet, die hier meines Erachtens ganz deutlich angedeutet wird.

[10:17] „Aber ich habe ein Weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.“ Also genau das, was schon in der Gemeinde Pergamon passiert gewesen ist. Also die falschen Lehren, die dort nach Konstantin in die Gemeinde massiv hineinkamen, haben auch hier immer noch einen Einfluss auf die wahren Gläubigen. Wer ist diese Frau Isebel? Es ist die Frau des Königs Ahabs gewesen, die gegen Elia gewesen ist, der sich deswegen dreieinhalb Jahre lang verstecken musste. Interessanterweise ist das ein Typus auf die falsche Kirche, die dann in der Offenbarung noch mehrfach beschrieben wird als die Babylon, die sich mit dem Staat verbindet in einer hurerischen Art und Weise, weil eine Kirche eigentlich den Staat nicht braucht, um ihre Dogmen durchzusetzen und ihre Lehrpunkte durchzusetzen, wenn sie von Gott geführt ist. Und so wie der wahre Prophet Elia sich dreieinhalb Jahre verstecken musste, muss sich die wahre Gemeinde für dreieinhalb Zeiten, wie es Daniel 7 sagt und wir es in Offenbarung 12, 11 und 13 noch sehen werden, für dreieinhalb prophetische Zeiten, für 1260 Jahre lang verstecken, nämlich von 538 bis 1798, wie wir das schon in Daniel 7 gesehen haben und hier wieder auch noch sehen werden.

[11:42] „Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan.“ Dieser falschen Kirche wird eine Zeit gegeben, und diese Zeit sind die 1260 Jahre. „Siehe, ich werfe sie auf ein Krankenbett, und die, welche mit ihr Ehe brechen, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun über ihre Werke. Und ihre Kinder will ich mit dem Tod schlagen, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht, und ich werde jedem Einzelnen von euch geben nach seinen Werken.“ Hier sehen wir immer wieder in der Bibel, dass das, was wir tun, einen entscheidenden Einfluss haben wird auf das, was am Ende der Zeit unser Lohn sein wird. Tun wir unsere eigenen Werke aus eigener Kraft in Sünde, oder lassen wir zu, dass Gott seine Werke in uns tun darf?

[12:34] „Euch aber sage ich und den übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen.“ Wir sehen hier also, wie der Abfall in dem Mittelalter bis in die absoluten Abgründe geführt worden ist. Wir haben die falschen Apostel, dann die falschen Juden, die Synagoge Satans, dann den Thron Satans und jetzt die Tiefen Satans. Das Geheimnis der Bosheit hat sich also mittlerweile hier im Mittelalter vollkommen offenbart. Und Gott sagt dann zu denen, die treu an seinem Wort bleiben – das sind zum Beispiel die Waldenser, das sind die Albigenser, das sind die Iroschotten in Nordwestschottland, verschiedene Gläubige, verschiedene Gruppen, die an der Bibel und am Evangelium festhalten, die aber auch durch manche Irrlehren ein bisschen mit beeinflusst worden sind – und denen Gott sagt: „Ich will keine weitere Last auf euch legen, doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme.“

[13:40] Und hier finden wir jetzt zum ersten Mal die Botschaft der Wiederkunft in diesen Gemeinden. Paulus hatte gesagt in 2. Thessalonicher, dass erst der Antichrist, der Mensch der Bosheit, offenbart werden muss, der sich selbst dann zu Gott erhebt nach der Prophetie. Und wenn das passiert ist, dann wird Jesus wiederkommen. So finden wir auch die Botschaft der Wiederkunft in der Offenbarung hier in den Sendschreiben erst zu dem Zeitpunkt, als das Geheimnis der Boshaftigkeit des Antichristen sich völlig im Mittelalter entfaltet hat und als das deutlich wird und auch die Reformation dann, wie wir sie in Vers 19 angedeutet sehen, die letzten Werke mehr werden, als das dann in Gang kommt, finden wir dann auch die Bereitschaft, die Wiederkunft verstehen zu können. Dann wird die Wiederkunft gepredigt.

[14:32] „Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Vollmacht geben über die Heidenvölker, und er wird sie mit eisernem Stab weiden, wie man irdene Gefäße zerschlägt, wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe. Wir werden dann nicht nur mit Jesus hier auf dieser Erde gedient haben, wir werden mit Jesus auch herrschen. Er hat uns ja zu Königen und Priestern gemacht durch das Evangelium. Und ich werde ihm den Morgenstern geben.“

[15:02] „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Möge der Geist auch heute zu unseren Ohren und nach unseren Herzen sprechen. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir sehen können, dass es zu allen Zeiten gläubige Menschen gab, die an Deinem Wort festgehalten haben. Auch wenn sie nicht immer ganz frei waren von Irrtum, waren sie doch aufrichtig und haben versucht, das Beste zu tun, was sie wussten und konnten, und Du hast sie gesegnet und geführt. Du hast sie auch nicht überladen mit Dingen, die sie nicht hätten verstehen können, sondern hast sie wie ein Hirte seine Schafe langsam führt, langsam aus den Tälern des Irrtums herausgeführt. Und Herr, das heißt, dass Du auch mit uns so umgehst, dass Du uns langsam Schritt für Schritt führst, so wie wir es ertragen können. Und Herr, hilf, dass wir in unserem Herzen diesen Entschluss fassen, uns von aller Irrlehre fernzuhalten und Deinem geschriebenen Wort zu folgen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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